Archiv der Kategorie: eisschwimmen

Zweimal kalt zum Winteranfang

Ich muss gestehen: Ich bin nicht mehr so eifrig beim Eisschwimmen wie die letzten Jahre. Ich habe mich auch ein bisschen zur „Schönwettereisschwimmerin“ entwickelt. Wenn Ostwind ist: keine Lust, viel zu kalt beim Heimfahren. Bei Nebel: ebenso. Regen: geht gar nicht, Schnee ebenso. Und Westwind – da bin ich kürzlich umgedreht, weil ich auf dem Radl kaum vorangekommen bin und mir dachte, dass mir dann am See die Wellen ins Gesicht platschen und an Land mein Zeug wegweht. Ihr seht schon: Wenn man keine rechte Lust hat, ist jede Ausrede recht. Und als ich das letzte Mal schwimmen war, habe ich ganz seltsames Kälte-Kopfweh bekommen …

Aber dann gibt’s die Tage, an denen ich doch wieder Lust verspüre. Ich an den See radeln will, um im kalten Wasser zu schwimmen. Hätte ich gestern schon gern gemacht, aber das Wetter hat sich nicht an die Vorhersage gehalten – es hat bis Nachmittag geregnet. Als es dann endlich aufgehört hat, war die Zeit zu knapp, um zum See zu fahren. Es sind ja grad die kürzesten Tage und es wird früh dunkel. Also nur ein kleiner Spaziergang, am Nymphenburger Schlosskanal. In herrlichster Abendlichtstimmung und mit spiegelglattem Wasser. Da habe ich die Lust aufs Eisschwimmen ganz deutlich gespürt! Oh, wie schön wäre es, jetzt da reinzugehen, unterzutauchen und zu schwimmen!

Abendstimmung am Nymphenburger Schlosskanal

Und weil es heute Vormittag tatsächlich nur bewölkt war, kein Regen, kein Wind, habe ich meine Siebensachen eingepackt und bin zum Langwieder See geradelt. Eine andere Strecke als gewöhnlich, irgendwie war mir nach Abwechslung. Als ich am See ankomme, liegt er spiegelglatt und einsam vor mir. Yeah! Die Freude wird kurz getrübt, denn als ich meine Decke ausgebreitet habe, kommt ein Paar mit einem riesigen Schäferhund. Natürlich ohne Leine (ich glaube, man kann in München keine Hundeleinen kaufen) und dann muss der Hund natürlich erstmal ins Wasser. Ich beobachte die Szene kritisch, denn ich kenne das schon: Der nasse Riesenhund läuft zu mir – obwohl sonst genügend Platz ist. Ich habe Glück, der Hund weiß was sich gehört und bleibt bei seinen Haltern. Und die gehen dann auch wieder.

Jetzt wird’s ernst! Ich ziehe mich aus, es ist kühl (etwa 5-7 Grad) und mir ist vom Radln warm. Dann gehe ich ins Wasser. Oh! Kalt! Brrr! Aber klar, was habe ich erwartet. Ich schaffe es recht schnell, unterzutauchen und loszuschwimmen. Im flachen Wasser nur, zur Sicherheit. Und es ist kalt. Es ist richtig kalt. Auf der glatten Wasseroberfläche sehe ich meinen Atem. Ich merke, wie ich sehr schnell atme, unruhig bin. Weil es echt kalt ist. Ich drehe um, schwimme zurück. Es geht nicht. Ich muss hier raus. Dann stehe ich am Ufer, das Handtuch um mich gewickelt. Und warte ab. Höre in mich rein. Merke, wie der Puls und der Atem ruhiger werden. Ah, das ist gut.

Vielleicht gehe ich jetzt doch nochmal rein? Weil ich mir ja schon öfter gedacht habe, dass es vielleicht doch länger gegangen wäre. Wenn der erste Schock überwunden ist. Bisher habe ich das nie gemacht. Aber heute schon. Ich lege also das Handtuch auf meinen Platz und gehe erneut ins Wasser. Es ist immer noch kalt. Saukalt! Aber ich bin ruhiger und kann noch einmal im flachen Wasser am Ufer hin- und herschwimmen. Dann muss ich doch raus. Es ist zu kalt. Ich bin es einfach nicht mehr gewöhnt. Meine Muskeln vibrieren vor Kälte. Ich bin knallrot! Und meine Zehen sind so steif, dass ich kaum in meine Flip-Flops komme. Ich bin auch ein Depp! Genau deshalb habe ich eigentlich Schlappen ohne Zehentrenner, für die eisigen Tage. Die hätte ich mal einpacken sollen. Jetzt ist es zu spät, irgendwie geht’s, dass ich die zwei Schritte in zur Decke gehen kann. Die Schuhe will ich vor allem deshalb anziehen, damit meine Füße nicht schmutzig werden. Weil kalte, nasse Füße sich nicht gut von Schmutz befreien lassen. (Weitere Tipps zum Eisschwimmen gibt’s hier.)

Passende Badekappe zum Eisschwimmen, nur die Flipflops sind ungeeignet.

Dann abtrocknen, Badeanzug runter, T-Shirt an. Unterhose an. Socken, Hose, Pulli, Schal, Jacke, Mütze statt Badekappe. Mann, ist mir kalt. Es kommt nicht mal ein Kribbeln oder so, es ist einfach nur kalt. Ich trinke von meinem heißen Tee aus der Thermosflasche, das tut gut. Dann packe ich zusammen und radle heim. Beim Radeln sind natürlich meine Finger kalt und fast steif, meine Füße sind Eisklumpen. Hm… irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt. Aber irgendwie war’s trotzdem schön!


Kälte-Kopfweh

Heute habe ich es endlich wieder zum Eisschwimmen geschafft. Das letzte Mal war ich an Allerheiligen., davor am 1. Oktober. Dann war entweder irgendwas oder das Wetter hat nicht gepasst. Bei Regen zum Beispiel habe ich keine Lust, da ich ja mit dem Radl fahre.

Heute aber endlich gute Bedingungen. Bissl Sonne, kaum Wind und sogar ziemlich warm: 10 bis 12 Grad Lufttemperatur. Vorfreudig schwinge ich mich aufs Radl und düse los zum See. Puh! Ganz schön warm! Obwohl ich nur ein T-Shirt unter meiner Jacke anhabe.

Das Licht ist auch ganz besonders. Irgendwie indirekt, weil es inzwischen eine Wolkenschicht gibt. Aber trotzdem hell. Dadurch leuchten die letzten gelb-orangen Blätter an den Bäumen golden.

Am Langwieder See angekommen, stelle ich mit Freude fest, dass kaum Leute unterwegs sind und zum anderen der See spiegelglatt ist. Prima! Idealbedingungen!

Als ich dann ins Wasser gehe, merke ich, wie kalt es ist. Die Nächte waren oft kalt seit Anfang November. Und mir ist irgendwie warm vom Radln. Ich bleibe also erstmal stehen und gewöhne mich an die Kälte. Aber weil es ja draußen auch nicht soooo warm ist, um im Badeanzug im kalten Wasser zu stehen, tauche ich unter.

Ist das kalt! Krass! Ich versuche ruhig zu bleiben und schwimme im hüfttiefen Wasser. Aber es wird nicht besser. Es schneidet mir eiskalt am Nacken entlang. Die Füße sind Eisklumpen, mein Atem macht Dampfwölkchen über dem Wasser. Mein Kopf schmerzt aufgrund der Kälte. Das habe ich noch nicht erlebt.

Ich muss raus. Ich dachte, dass ich viermal hin- und herschwimmen kann. Aber es geht nicht. Ich muss raus. Einmal hin und her, das reicht. Krass! Ich überlege noch, ob es vielleicht geht, wenn ich mich kurz hinstelle und warte. Aber auch das ist mir zu kalt. Alles in mir fordert: Rausgehen ! Raus! Raus! Und das mache ich dann auch.

An Land wickle ich mich in mein Handtuch. Es kribbelt immerhin ganz schön. Das fühlt sich gut an! Immerhin etwas!

Woran es lag? Keine Ahnung. Es gibt einfach Tage, da soll es nicht sein. Und dann darf man es auch nicht erzwingen. Lieber auf den Körper hören als irgendwelche Risiken eingehen. Und morgen ist ein neuer Tag.


Start in die Wintersaison

Als ich am Langwieder See ankomme und ein Foto machen will, denke ich mir: Das hast du doch schon 100mal fotografiert. Den See. Den Himmel mit und ohne Wolken. Die Bäume mit grünen Blättern, dann mit gelben und irgendwann ohne Laub. Aber das ist ja das Schöne: Es ist inzwischen vertraut. Das Schwimmen im See im Herbst, Winter und Frühling mache ich inzwischen auch schon ein paar Jahre und deshalb kenne ich auch diese Stelle am See schon recht gut. Und auch, wenn es immer dasselbe ist, ist es immer wieder anders.

Heute ist es recht windig, von Westen her weht es über den See. Der macht leichte Wellen, die Autobahn dröhnt übers Wasser. Ich lasse mich davon nicht stören, freue mich lieber, dass die Sonne trotz Wolkenschicht noch wärmt und gehe ins Wasser. Das ist frisch, aber nicht kalt. Untertauchen und schwimmen ist kein Problem. Mein Thermometer zeigt zwar stur 20 Grad an, aber das glaube ich nicht. Eher 16 Grad. Es bitzelt ein kleines bisschen, aber kein Kribbeln. Dazu ist es zu warm. Ich drehe eine kleine Runde, dann gehe ich wieder raus. Ich fühle mich erfrischt. Total toll!

Dann bleibe ich noch ein bisschen am Ufer. Und siehe da! Eine zweite Frau kommt! Wir ratschen ein bisschen, dann schwimmt sie los. Auch sie meint, dass das Wasser etwa 16 Grad hat und dass sie öfter hier ist.

Ich sehe ihr noch nach, dann radl ich zurück. Ich habe nämlich Hunger!


Eis-Schwimmen in Dachau

Der Freibad-Sommer verabschiedet sich heuer in Etappen. Das Dante-Sommerbad ist schon geschlossen, da war am Montag der letzte Tag. Ein paar Freibäder haben noch offen und in Dachau war heute der letzte Tag. Eigentlich wäre der schon am Freitag gewesen, aber weil die Dachauer nicht nur einen Wetterbericht haben, sondern offensichtlich auch ein Herz für Schwimmer, wurde die Saison bis einschließlich Sonntag verlängert. Voll toll!

Denn: Das Freibad in Dachau ist meine Entdeckung des Sommers. Wobei es ja nicht meine Entdeckung war, sondern die einer meiner Schwimmfreundinnen. Cissi liebt dieses Freibad und so kam es, dass wir im Juni endlich mal dort hingeradelt sind.

Cissi und ich in Dachau.

Am Tag vorher im Dante hat sie schon voller Vorfreude in den höchsten Tönen von dem Freibad geschwärmt – welche Becken es gibt, wie die Schwimmerbahnen sind, was der Kiosk bietet, dass es Sonnenliegen gibt undundund … ich war also gespannt!

Und dann sind wir hingeradelt. Etwa 20 Kilometer sind das. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Es war im Juni ein ganz toller Sonntagsausflug! Denn das Bad ist wirklich schön. Klar, es gibt ein 50-Meter-Schwimmbecken mit Wasser, Leinen und zwei Schwimmerbahnen. Aber auch die Liegewiese und die Bereiche zwischen den Becken (es gibt auch ein Kinderbecken und ein Becken mit Fünfmetersprungturm) ist schön: Hier stehen Blumentröge. So sind zwischen dem schönsten Türkis des Wassers farbige Farbtupfer. Toll sieht das aus.

Es ist nur eine Kleinigkeit, diese Blumenkästen, aber es macht echt was her, es sieht gleich viel schöner aus!

Und auch die Liegewiese ist mit so kleinen Hecken, die nicht mal hüfthoch sind, etwas aufgeteilt. Und dann natürlich die Sonnenliegen (darf man damit überhaupt in den Schatten?). Da kann man sich für 2 Euro Pfand (wie beim Einkaufswagen) gleich viel bequemer hinflätzen als einfach auf den Boden. Tolle Sache!

Darf man mit den Sonnenliegen auch im Schatten Platz nehmen? Und was ist bei bewölktem Himmel? 😉

Und auch der Kiosk ist liebevoll geführt und hat schöne Angebote. Der Kaffee schmeckt sehr gut, auch die Pommes und das Mykonos-Sandwich. Cissi hat dann bei einem späteren Besuch den griechischen Frappé für sich entdeckt. Und was erfahren wir zum Ende der Saison: Die Betreiber hören auf, nächstes Jahr macht das jemand anders. Schade!

Mykonos-Sandwich zur Stärkung nach dem Schwimmen. Pommes gab’s auch, die sind unter dem Brot versteckt!

Und ja, wir waren natürlich in erster Linie zum Schwimmen da. Das Wasser ist etwas kühler als anderswo, aber bei gut 30 Grad im Schatten ist das ideal. In den meisten Fällen konnten wir gut unsere Bahnen ziehen, denn der Bademeister hat ein Auge darauf, dass in den Bahnen auch nur Sportler schwimmen.

 

Ein kleines Schild schafft Klarheit!

Das etwas kühlere Wasser habe ich dann am Donnerstag zu spüren bekommen. Da war nach ein paar Tagen Schließung zum ersten Mal wieder geöffnet, das Wetter war herrlich und deshalb bin ich alleine nach Dachau geradelt. Ich stecke meinen Fuß also testweise ins verdächtig leere Becken und muss feststellen: kalt. Wow! Naja, alte Eisschwimmerin wie ich bin, schreckt mich das nicht ab und ich tauche ein, tauche unter und schwimme los. Es ist wirklich kalt. Bbbrrrr… naja. Erstmal drangewöhnen und dann wird’s schon. Hm. Es „wird“ leider nicht. Es ist kalt. Ich war auch nicht drauf vorbereitet. Wobei ich lustigerweise beim Radln noch gedacht habe, dass das Wetter (sonnig, warm, aber im Schatten kühl) genau das Wetter ist, bei dem die Eisschwimmsaison startet. Und dann bin ich quasi unfreiwillig beim Eisschwimmen. Und weil mir so kalt ist, beschließe ich, dass es nach zwei Kilometern genügen muss. Basta! Ich fiebere dem Ende so richtig entgegen. Und muss auch wieder feststellen, dass es beim Brustschwimmen noch kälter ist als beim Kraulen. Uaaaahhh… Endlich fertig. Ich setze mich auf den Startblock in die Sonne, um mich zu wärmen.

Alles meins, alles kalt! Einsig in Dachau – sozusagen …

Dann kommt auch meine Schwimmfreundin Petra, die wohnt nämlich in Dachau und wollte es sich nicht entgehen lassen, mit ihrer Kleinen nochmal ins Freibad zu kommen. Und so haben wir dann einen netten Nachmittag, bis die beiden wieder los müssen. Ich bleibe noch in der Sonne, denn das ist richtig schön. Und dann muss ich am Abend, als ich so schön aufgewärmt bin, den fehlenden Kilometer noch „nachschwimmen“. Ich hatte gehofft, dass das Wasser jetzt wärmer ist, aber – naja – war es nicht. Aber für nur einen Kilometer ging’s!

Am Freitag war ich dann aber auf alles vorbereitet! Also wieder aufs Radl, wieder nach Dachau. Dieses Mal habe ich einen Badeanzug ausgesucht, der auf der Bauchseite doppelten Stoff hat (ist wärmer, echt!) und ich hab mein Thermometer mitgenommen, weil mich interessiert, wie warm das Wasser ist. Ich meine, ich bin am Anfang der Saison im Schyrenbad bei 21 Grad auch geschwommen und da hat’s sogar mal geschneit. Und weil ich ja jetzt wusste, dass es kalt ist, war ich mental vorbereitet und wollte meine üblichen drei Kilometer schwimmen. Gesagt – getan! Also los. Schwimmen und schwimmen. Eins, zwei, drei … es geht gut, aber es ist kalt. Dafür bin ich allein. Perfekt. Und die Sonne scheint. So dass ich mir immer denke: Wenn du fertig bist, kannst dich schön in die Sonne setzen und aufwärmen. Das kann ich mir ja nicht vorreden, wenn ich im Regen schwimme. Es läuft gut. Nur die letzten paar Bahnen, da ist es echt hart. Aber die schaffe ich jetzt auch noch. Jawoll! Und dann bin ich fertig mit Schwimmen und glücklich und kalt und freu mich auf die Sonnenliege und das in-der-Sonne-liegen. Ein Blick aufs Thermometer, das die ganze Zeit im Wasser hing, zeigt: 23 Grad. Das kann ich kaum glauben, es hat sich kälter angefühlt. Eher wie 21 Grad.

Und das Beste natürlich zum Schluss: Auf dem Heimweg vom Freibad gibt’s eine Eisdiele, die ganz tolles Eis hat. Da muss ich natürlich anhalten. Egal, wie kalt mir ist (am Donnerstag mit Gänsehaut). Egal, wie wenig Zeit ich habe (am Freitag danach noch was vor). Die Eisdiele gehört zum Besuch im Freibad in Dachau dazu!

Und heute war bei schönem Sommerwetter tatsächlich der letzte Tag. Da waren Cissi und ihr Freund Jakob auch da. Und wir drei hatten einen schönen Tag mit nicht mehr so kaltem Wasser, Sonne und natürlich mit Eis! Eis-Schwimmen also – in einer ganz neuen Bedeutung!

Auf dem Heimweg gibt’s dann oft so eine schöne Abendstimmung!

Das letzte Freibad-Eis in Dachau!

Jetzt schwimmt keiner mehr – die Saison ist rum!

Die letzten Sonnenstrahlen vor dem Ende der Freibad-Saison …


Schneesturm im Freibad

Zum Glück war das Wetter am 1. Mai schön und sonnig. Denn sonst hätte das Freibad wohl noch nicht offen – vor drei Jahren wurde es aufgrund des Wetters später geöffnet. Timing ist also alles. Und so kam es, dass ich gestern im Schneesturm geschwommen bin. Denn der Winter meinte, dass er in München nochmal vorbeischaut. Es war kalt, aber trocken, als ich ins Freibad geradelt bin. Kurz vor der Ankunft fallen die ersten Tropfen. Ich bete: Bitte, bitte, bitte – nicht jetzt, sondern in fünf Minuten. Und werde erhört.

Im Freibad höre ich unter dem Dach der Umkleide (die auch draußen ist) ein prasselndes Geräusch und sehe einen Vorhang von Regentropfen. Die verwandeln sich in harte Schneeflocken, als ich im Badeanzug über die Wiese zum Becken laufe. Es ist ganz schön kalt, etwa 6 Grad. Trotzdem freue ich mich. Denn beim Schwimmen wird das sicher toll mit dem Schnee. Und dann fällt mir ein, dass ich das ja kenne – aus dem Winterwarmfreibad Dante. Aber da ist das Wasser warm, sehr warm: 32 Grad. Hier im Schyrenbad hat es wohl 24 Grad. Das ist viermal so warm wie die Luft, deshalb schnell abtauchen und losschwimmen. Ich starte viel zu schnell, muss mich mäßigen. Jetzt bin ich ja erstmal unter Wasser, alles ist gut. Und anfangs recht kalt. Übrigens bin ich nicht die einzige Schwimmerin. Wir sind etwa zehn bis zwölf Leute, gut verteilt im Becken. Es sind zwar auch einige SchwimmerInnen (so genau sieht man das nicht) im Neoprenanzug da, doch es gibt mehr Schwimmer der Badehosen/Badeanzug-Fraktion.

img_7561

Ein Archivbild, aber ungefähr so war das Wetter am Wochenende in München. Grau und kalt.

Das Schwimmen klappt gut. Ich habe meinen Rhythmus gefunden, mir ist nicht wirklich kalt und ich schwimme eine Bahn nach der anderen. Einzig die Beckenaufsicht tut mir leid. Denn draußen ist es jetzt echt unangenehm. Es schneestöbert und vorhin waren die Flocken auch recht hart. Die Männer und Frauen stehen mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze im Schneeregen und passen auf, während wir Schwimmer fröhlich (das trifft zumindest auf mich zu) ihre Bahnen ziehen. Das Gute an dem kalten Wasser ist, dass ich mich total aufs Schwimmen konzentriere. Ich kann an gar nichts anderes denken, alle anderen Gedanken sind weg. Es geht – übertrieben gesagt – ums Überleben. Ein Zug nach dem anderen, immer weiter, immer weiter bis zur Wende und dann zurück.

Auf einmal wird es hell im Edelstahlbecken. Der Schneesturm ist vorbei und die Sonne schiebt sich zwischen den grauen Wolken hervor. Nicht ganz, nur eine silbrige Scheibe ist zu erahnen. Aber unter Wasser wird es gleich merklich heller. Wie habe ich das vermisst! Diese Lichtwechsel, wie es sie nur bei Bewölkung gibt. Ich muss grinsen, denn jetzt habe ich prima Schwimmwetter, es läuft und ich habe inzwischen auch eine Bahn nur für mich allein. Allerdings darf ich nicht zu heftig grinsen, denn wenn sich die Backen zu sehr bewegen, verrutscht die Schwimmbrille. Übung macht den Meister!

Nach 2.500 Metern ist aber Schluss für heute. Normalerweise schwimme ich ja 3.000 Meter, aber ich merke schon nach 2.000 Metern, dass mir die Kräfte schwinden. Ich bin vielleicht zu schnell geschwommen, die Kälte hat ebenfalls Energie gezogen. Die Sonne ist nicht wirklich durch die Wolken gekommen, es ist bewölkt, aber trocken. Obwohl ich muss, will ich nicht aus dem Becken. Denn an Land ist es kälter, der Weg zur Umkleide ist weit. Ihr kennt das vielleicht morgens beim Aufstehen, wenn das Bett schön warm und kuschelig ist und die Luft im Schlafzimmer kalt. Aber es hilft nichts, also raus. Langsam, um den Kreislauf kurz an die aufrechte Stellung zu gewöhnen. Und dann fix, fix, fix zur Umkleide. Der Weg wird immer länger statt kürzer. Ist das kalt. Mannomann, was hab ich da bloß wieder für einen Irrsinn gestartet?

Dann ab unter die Dusche. Die ist schön warm. Es tut gut, das warme Wasser auf der Haut zu spüren. Meine Füße sind kalt, der Betonboden im Schyrenbad ist auch in der Dusche kalt. Und es gibt eine weitere Überraschung: Mein Duschgel ist kalt! Als ich es aus der Flasche auf die Hand gebe, erschrecke ich fast, so kalt ist es. Aber kein Wunder! Die Umkleide ist ja auch draußen, nur ein Dach drüber. Und wenn es etwa 6 bis 8 Grad hat, dann ist das wie im Kühlschrank. Da wird das Gel gekühlt. Wieder ein neues Erlebnis.

Beim Heimfahren habe ich Glück – es schneit nicht, es regnet nicht. Ich bleibe trocken. Also ein besseres Timing als am Samstag. Da konnte ich bei Sonne schwimmen und beim Heimradeln hat’s geregnet. Das war nicht so schön, denn kalt war mir da auch. Und dann noch nass. Jetzt komme ich zwar kalt, aber trocken heim. Und freue mich auf morgen. Denn auch da hat das Freibad offen – mal sehen, wie viele Verrückte dann mit mir schwimmen!


Frühlingshafter Schwimmausflug

Es ist April, es ist Frühling, die Bäume werden grün, überall blüht es gelb, weiß, rosa – herrlich! Und die Seen werden wärmer. Auch fein!

In Untermenzing gibt’s diese tolle Farbkombi in einem Garten zu bewundern.

Ich bin letzte Woche und heute mal wieder beim See-Schwimmen gewesen. Und was soll ich sagen? Letzte Woche kam es mir noch recht kalt vor, ich bin nur einmal hin- und hergeschwommen. Kalt. Raus. Schön! Und heute? War’s irgendwie wärmer (Außentemperatur und Wetterbedingungen waren sehr ähnlich). Mein Thermometer habe ich heute nicht dabei gehabt, letzte Woche zeigte es 7 Grad Wassertemperatur an, das konnte ich nicht glauben.

Letzte Woche traf ich sogar zwei Enten am See …

Heute bin ich aber 5 Mal hin- und hergeschwommen. Ich bin sicherheitshalber ganz langweilig im Uferbereich geblieben. Dachte erst, dass ich eh nur einmal hin- und her schaffe. Dann aber ein zweites Mal und ein drittes. Und dann wäre es ja doof und unrund gewesen, nach vier Mal aufzuhören, also kam auch noch Runde 5 dazu. Es war kalt, aber angenehm. Es hat unter der Haut gekribbelt, die „Zwischenschicht“ hat sich ganz warm angefühlt. Das war toll. Und als ich rausgegangen bin, war es auch schön. Aber kein „Kick“ mehr, eher nur ein wohliges Gefühl. Ganz anders als im Eiswasser in Helsinki. Aber auch schön. Und das schöne Gefühl, dass der Frühling wohl endgültig da ist – und damit auch die Freibad-Saison, die ich heuer ganz besonders herbeisehne …

Der Langwieder See in schönem Grün, die Blätter an den Bäumen sind auch schon zu sehen …


Februar-Schwimmen

Heute war mal wieder ein guter Tag zum Eisschwimmen. Winterschwimmen. Februarschwimmen. Nennt es, wie ihr wollt … 😉

Es war sonnig, mit etwa 10 bis 12 Grad recht warm und kaum merklicher Ostwind. Der hatte mir gestern noch die Tour vermasselt, weil es bei etwa 4 Grad einfach nur kalt geblasen hat. Da war ich auch schon auf dem Weg zum See, habe dann aber spontan beschlossen, nicht zu schwimmen, sondern nur zu radeln. Aber heute war alles gut.

Beste Bedingungen!

Der See lag spiegelglatt vor mir, die Sonne scheint durch feine weiße Schleierwölkchen. Perfekt. Als ich ins Wasser gehe, merke ich aber, wie es sticht. Wie 1000 kleine Nadeln an den Füßen, das habe ich so echt selten wahrgenommen. Und es wird auch nicht besser, sondern ist richtig kalt. Aber ich bin entschlossen und tauche unter. Schwimme los. Ist das kalt. Wahnsinn. Ich bin tapfer, atme tief ein und schwimme weiter. Die 15 bis 20 Meter-Strecke kommt mir ewig vor. Es ist kalt, mein Herz schlägt wie verrückt. Ich zwinge mich, langsamer zu schwimmen. Drehe um, schwimme zurück. Natürlich immer am Ufer entlang, wo ich stehen kann. Und fasse einen Plan: Wenn ich am Ausgangspunkt ankomme, stelle ich mich hin und warte kurz. Weil ich ja erst letztes Mal wieder gedacht habe, dass es vielleicht beim zweiten Mal besser wäre. Also eine Pause machen.

Gedacht – getan. Das fällt mir nicht leicht, denn das Wasser ist natürlich trotzdem kalt, auch wenn es jetzt nur im Stehen ist und bis zum Bauch reicht. Zum Glück ist es windstill, der Uferwall hält den Ostwind ja ab. Ich merke, wie sich mein Puls beruhigt. Die Atmung wird ruhiger. Die Füße sind zwar kalt, aber es sticht nicht mehr so arg. Ich schaue aufs Thermometer: 6 Grad … naja. Fühlt sich kälter an. Deutlich kälter.

Im flachen Uferbereich ist das Wasser laut Thermometer 8 Grad warm. Naja. Glaube ich nicht …

Dann wage ich mich an Runde zwei. Es ist immer noch sehr, sehr kalt. Aber ich kann ruhiger schwimmen und schaffe es ein weiteres Mal hin und zurück. Dann aber nix wie raus. Ich bin krebsrot, es kribbelt voll schön!

Handtuch rum und auf dem Rücken die Sonnenstrahlen genießen. Herrlich. Wie viel Kraft die Sonne schon hat! Und jetzt durchfließt es mich auch wieder heiß-kalt-heiß-kalt. Herrlich! Ich ziehe mich an und bleibe noch ein bisschen am Ufer sitzen. Blicke auf den See, der jetzt wieder wellenlos vor mir liegt und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Das sind eigentlich die schönsten Winterschwimmtage: Wenn die Sonne schon etwas Kraft hat, aber das Wasser noch kalt ist.

So schee scho! Ein zweifacher Himmel am Langwieder See mit milchiger Sonne.

Und anscheinend entdecken immer mehr Menschen das Winter- oder Eisschwimmen für sich. Und zwar nicht unbedingt als Wettkampf wie Jochen Aumüller, Sabine Croci und Christof Wandratsch, sondern einfach so. Hier gibt’s ein kleines Facebook-Video.

Zum Abhärten, als Kick, zum Wachwerden … und dann ist mir eingefallen, dass mein erster zaghafter Versuch schon über vier Jahre her ist! Kinder, wie die Zeit vergeht.

img_9614

Ganz verkrampft – da geht natürlich nix! Aber das musste ich auch erst lernen …