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Ein Leben ohne Schwimmen ist möglich, aber sinnlos

Jetzt dauert diese Corona-Sache schon über 2 Monate. Eigentlich länger, aber die Bäder sind seit über zwei Monaten geschlossen. Und wie das bei einem Junkie so ist, fällt der Entzug dank „Ersatzdrogen“ erst später auf. Also jetzt.

Radln als Ersatzdroge

Ich habe gestern einen Fernsehbericht über die Freibäder in NRW gesehen, die wieder geöffnet sind. Glückliche Menschen, die im Becken ihre Bahnen ziehen. Da war ich neidisch (bin ich normalerweise nicht) und traurig. Denn bei uns in Bayern gibt’s in Sachen Freibad noch nicht mal eine Perspektive!

Ich gehe doch am liebsten schwimmen, wenn keiner da ist.

Als der Mann im Interview am Beckenrand dann auch noch geschwärmt hat, wie schön es ist, wieder im Wasser zu sein, Bahnen zu ziehen und den Flow zu spüren, war ich ehrlich den Tränen nahe. Denn da wurde mir schmerzlich bewusst, wie SEHR ich das Schwimmen vermisse! Das Eintauchen ins Wasser, die ersten Züge. Dann meine Kraft und gleichzeitig die Schwerelosigkeit. Und dann der Flow! Wenn ich funktioniere wie ein Uhrwerk. Ein Zug nach dem anderen. Immer weiter. Schwebend und kraftvoll. Das gibt’s nur im Schwimmbecken! Ich will auch wieder!

Ja, geh doch ins Freiwasser, werden jetzt einige sagen. Aber: Für mich ist das einfach nicht dasselbe! Der See ist schön, aber im Hochsommer „Notlösung“, jetzt zu kalt für richtiges Schwimmen und zu warm für Eisschwimmkicks. Und einen Neo habe ich nicht und will ich auch nicht.

Auch schön, aber kein Ersatz: Regattabadesee

Deshalb bin ich seit der Schließung hauptsächlich mit dem Rennrad unterwegs. Das ist schön. Keine Frage! Ich merke, wie ich besser werde. Wie ich mich besser auskenne und Neues entdecke. Holzofenbrot in Kollbach…

Oder auf einer neuen Route dieses kleine Verkaufshäusl. Sehr nett gemacht und ich habe auch mal Eier da gekauft.

Oder der Natur zuzuschauen, wie sie aufblüht und dann auch wieder verblüht. Der Raps ist inzwischen nicht mehr so gelb wie vor ein paar Wochen noch. Oder der eine Baum, der so toll ganz in weiß geblüht hat: jetzt ein normaler Baum (und ich habe es verpasst, ein Foto zu machen!).

Der Raps blüht inzwischen fast nicht mehr…

Ich war zwischendurch auch im Wasser. Im Regattabadesee, zum Beispiel kurz vor dem Regen. Das war schön. Aber kein Ersatz!

Tolle Stimmung kurz vor dem Regen

Also auch keine Option…

Oder in der Regattastrecke. Da kann man unterhalb der Tribüne schwimmen. Das war auch schön. Das Wasser ist so klar, dass man den Grund sieht. Geknickte Optik, wenn man nur mit Kopf über Wasser schwimmt. Aber dann kamen unglaublich viele Wasserpflanzen, das ist nicht meins. Dann bin ich umgedreht. Und als ich mich umgezogen habe, hatte ich lauter Dreck unter dem Badeanzug… also auch keine Option für mich…

An der Regattastrecke
Klares Wasser und viele Pflanzen

Heute beim Radln war es auch schön, aber ich bin trotzdem traurig. Denn es war ideales Freibad-Wetter: warm und zum Teil dicke, fette Wolken, die aber harmlos sind. Doch sie halten die Mehrheit der Menschen vom Freibad-Besuch ab und so habe ich da oft meine Ruhe (Stichwort: Abstand!). Und wenn man dann nach dem Schwimmen etwas ausgekühlt ist und am Beckenrand auf den warmen Steinen sitzt, freut man sich über jeden Sonnenstrahl, der einen wieder aufwärmt. Und hofft, dass die dicke Wolke schnell weiterzieht.

Ich hoffe jetzt, dass die dicke Wolke namens „Corona-Vorsichtsmaßnahme“ auch weiterzieht und sich die Politik und Badbetreiber für eine Öffnung der Freibäder durchringen kann. Natürlich unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln. Das haben wir ja alle verstanden! Nur, warum das Freibad im Sommer geschlossen ist, während Fußball gespielt wird, der Biergarten und die Geschäfte offen haben, das verstehe ich nicht!


Wasser marsch!

Jetzt ist es soweit: Kein Wasser. Zumindest nicht im Freibad und nicht in absehbarer Zeit. Ich hatte es ja fast befürchtet. Manno! Jetzt, wo das Wetter so schön ist. Jetzt, wo die Sehnsucht echt groß ist! Fünf Wochen an Land! Das muss man sich mal vorstellen! Fünf mal sechs Tage ohne Wasser. 30 Tage! Hallo?? Das hatte ich nicht mal nach meinem Unfall. Und da war immerhin Besserung in Sicht. Und jetzt? Vor lauter Panik und Angst bleiben Sportstätten geschlossen. Sogar Stege an den Seen sind gesperrt. Hoch ansteckend, so ein paar Holzplatten auf dem Wasser. Unfassbar.

Hochansteckend, so ein Steg!

Ja, schon klar – die Ansteckung geht von den Menschen aus, die hier in Horden rumsitzen. Aber haben wir in den letzten fünf Wochen nicht alle gelernt, dass es wichtig ist, Abstand zu halten? Ich hoffe doch, dass die meisten Mitmenschen das inzwischen wissen und sich nicht eng an eng aneinander quetschen (was ich persönlich ja schon immer besser fand, aber als „seltsam“ galt).

Alles meins, keiner da!

Das Radln macht nach wie vor Spaß, meine Ortskenntnis im nördlichen Outback von München erhöht sich. Zum Glück spielt das Wetter noch mit. Denn Radln ist sehr wetterabhängig, ganz anders als Schwimmen. Allerdings stelle ich auch Parallelen fest: Inline-Skater sind die Brustschwimmer des Radlfahrers: schwer einzuschätzen, gehören irgendwie nicht dazu und sind immer im Weg. Vorteil vom Radlfahren: Man hat eine Klingel, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch der Schein trügt, nicht immer wird man gehört. Immerhin sind die „Hindernisse“ überholt und tauchen nicht nach 50 Metern wieder auf … Galgenhumor!

Bayern wie im Klischee: der Starnberger See, im Hintergrund die Alpen im Dunst

Heute habe ich es nicht mehr ausgehalten ohne Schwimmen. Deshalb bin ich vormittags zum Starnberger See gefahren. Vorteil von Corona: Weniger Autoverkehr, immerhin. Und am See zum Glück nur ein anderer Mensch. Ich halte ja, siehe oben, eh gern Abstand. Also kein Problem. Der Steg ist zwar gesperrt, ins Wasser kommt man trotzdem.

Bestes Wasser!

Das ist angenehm klar und kühl, aber nicht zu kalt. Ich gehe rein, es ist echt schön! Weil ich vom Radln etwas aufgehitzt bin, warte ich ein bisschen, dann tauche ich unter. Schööööön! Ich schwimme Oma-Brust, einmal um den Steg herum. Das Wasser ist kühl, ich merke, wie mein Atem schneller geht. Aber es ist gut auszuhalten, außerdem könnte ich hier überall stehen, das Wasser ist flach. Und so schwimme ich die paar Meterchen um den Steg. Beim Rausgehen ist mir ganz wohlig, und als ich das Handtuch um mich wickle, kribbelt es. Es ist nicht so heftig wie im Winter, dafür ist das Wasser schon zu warm und auch die Luft ist fast schon sommerlich. Aber es ist schön! Ich genieße den Blick aufs Wasser und die Alpen, die im Dunst zu erkennen sind.

Schön war’s! (Und irgendwann schaffe ich es auch, ein gutes Selfie zu knipsen!)

Dann ist es schon wieder Zeit zum Aufbruch. Beim Radln ist mir nicht kalt, aber ich fühle mich erfrischt. Gestärkt. Es ist zwar nicht mit dem Bahnenschwimmen im Schwimmbad zu vergleichen, aber sehr schön.

Auf die Freibad-Saison möchte ich dennoch nicht verzichten. Es wäre wirklich unglaublich, wenn wir heuer überhaupt nicht ins Freibad könnten!

Diesen Spruch von Benjamin Franklin sollten wir uns alle zu Herzen nehmen. Es gibt keine Vollkaskoversicherung fürs Leben …


Bahn frei – Buchtipps für Wasserratten

Zweiter Advent, die Zeit rennt, denn Weihnachten naht. Geschenke wollen gekauft werden, doch was schenkt man Wasserratten, Chlorhühnern und anderen Schwimmverrückten? Schwimmbrille? Besser selbst aussuchen? Badeanzug? Ob der passt und gefällt? Pullboye, Flossen, Paddels – ist natürlich alles vorhanden. Wie wäre es mit „Lesestoff“? Bücher über das Schwimmen, die schönste Nebensache der Welt, gibt’s viele. Einige habe ich selbst schon gelesen und deshalb habe ich hier mal eine Zusammenstellung für euch – als Inspiration!

Bahn frei von Lutz Prauser

Lutz Prauser dürften einige von euch kennen. Er ist auch Schwimmer und Blogger, wir zwei waren auch schon auf einigen gemeinsamen Schwimmausflügen. Lutz hat aus der Vielzahl seiner Blogeinträge einige ausgewählt und ein Buch gedruckt. Das Buch hat stattliche 331 Seiten und kostet 19.90 Euro (entweder bei hier bei Lutz oder über die ISBN 978-3-9782-0746-0-3 kann es jeder Buchhändler ordern, es ist im Verzeichnis lieferbarer Bücher gelistet.). Das Beste an dem Buch: ich komme darin auch vor! Spaß beiseite! Es sind Geschichten rund ums Schwimmen. Wie Lutz überhaupt zum „Wassermann“ wurde, wie er seinen inneren Schweinehund ein ums andere Mal überlisten muss. Viele dürften sich in den Geschichten wiedererkennen, manches lässt sich auch auf andere Sportarten übertragen. Das „technische Aufrüsten“ dürften nicht nur Schwimmer kennen. Lutz erzählt anschaulich, wen er im Hallenbad trifft, wie er auch bei Regen im Weiher schwimmt und welche Rechenaufgaben er beim „Kachelzählen“ meistert. Das Buch ist also für Anfänger, Geübte, Motivierte oder Couchpotatoes geeignet. Ob Chlorhuhn oder Freiwasserliebhaber, für jeden ist was dabei. Außer für die Kaltwasserschwimmer, denn das macht Lutz (noch?) nicht. Einziges Manko an dem Buch: Der Tegernsee ist nicht dabei!

Mein Jahr im Wasser von Jessica J. Lee

Berlin ist von Seen umgeben. Die Autorin ist in Kanada geboren und aufgewachsen, sie kommt als Wissenschaftlerin nach Berlin. Aus Liebeskummer heraus schafft sie sich selbst ein Projekt: 52 Seen in 52 Wochen erkunden. Also sommers wie winters schwimmen. Alle Seen will sie ohne Auto, also nur mit dem Rad und ggf. öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Manchmal schwimmt sie alleine, manchmal hat sie Gesellschaft. Sie schildert, wie es ihr beim Schwimmen geht, wie sie die Natur und die Seen, das Wasser und die Luft wahrnimmt. Gerade für Eisschwimmer ist das Buch interessant, weil sich viele darin wiedererkennen können. Außerdem gibt’s ausführliche Infos zu den Seen samt Anfahrtswegen, falls man also mal in Berlin ist. (336 Seiten, 18 Euro, ISBN-13: 978-3827013347)

Schwimmen von Nicola Keegan

Ein Roman, kein Erlebnisbericht wie die anderen beiden Bücher. Ich habe das Buch damals vor allem wegen des Titels gekauft. Es geht um Philomena, die in Kansas in einer exzentrischen Familie aufwächst. Um dem zu entkommen, geht sie leidenschaftlich gern schwimmen. Wenn sie im 50-Meter-Becken abtaucht, kann sie alles um sich herum vergessen und findet in eine neue Welt. Der Schreibstil ist interessant, das Ende fand ich etwas „plätschernd“. (ISBN-13: 978-3498035419)

Wassererzählungen von John von Düffel

Das Buch habe ich mal zum Geburtstag geschenkt bekommen, von einer Schwimmfreundin. Es sind Kurzgeschichten rund ums Schwimmen. Es fängt gleich mit einer Eisschwimmgeschichte in der Ostsee an, die so eindrücklich erzählt ist, dass ich mich gleich gefühlt habe, als wäre ich dabei. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich, nicht alle drehen sich ums Schwimmen. Alle sind aber sehr schön geschrieben, so dass hier eigentlich für jeden was dabei sein sollte. (ISBN-13: 978-3423145541). (von John von Düffel stammt u.a. auch das Buch „Gebrauchsanweisung fürs Schwimmen“, das ich aber nicht gelesen habe, deshalb ist es in dieser Liste nicht enthalten; ISBN-13: 978-3492276740)

Swim – über unsere Liebe zum Wasser von Lynn Sherr

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Darin geht’s rund ums Schwimmen. Und zwar von den Ursprüngen in der Bibel über die Römer bis heute. Die Autorin zeigt die Kulturgeschichte des Schwimmens, wie es sich vom Baden zu einem Sport entwickelt hat. Außerdem erzählt sie von ihren Vorbereitungen für das Bosporus-Schwimmen von Europa nach Asien. Da trifft sie auf die unterschiedlichsten Leute. Für sie als 70-Jährige ist es das erste „große“ Schwimmen, doch hier sind auch Schwimmer, die schon andere Meerengen wie den Kanal durchquert haben. Wer schwimmen liebt, wird dieses Buch mögen! (ISBN-13: 978-3942989527)

Nach Hause schwimmen von Rolf Lappert

Das Buch habe ich auch wegen des Titels gelesen. Aber: Es geht gar nicht ums Schwimmen. Im Gegenteil: Hauptfigur Wilbur hasst Wasser, hat sogar in der Badewanne Angst. Erzählt wird seine Lebensgeschichte. Immer abwechselnd Gegenwart und Vergangenheit – bis es zwangsläufig eine Geschichte wird. Ich fand es nur mäßig spannend, aber schön geschrieben. (ISBN-13: 978-3423138307)

Der kleine Wassermann von Otfried Preußler

Ein Kinderbuch. Was sage ich? Ein Kinderbuchklassiker! Der kleine Wassermann lebt auf dem Grund des Mühlenweihers, er tummelt sich mit dem Karpfen Cyprinus im Wasser und hat Spaß. Aber er will auch wissen, wie das Leben an Land so ist. Bei einem Ausflug ans Ufer holt er sich trockene Füße – und wird prompt krank! Wenn das mal keine Lektüre für uns Wasserratten ist! (ISBN-13: 978-3522183635)

Und wer weitere Inspirationen braucht – bei Amazon einfach mal das Stichwort „schwimmen“ eingeben, da erscheinen unzählige Bücher. Romane, Erlebnisberichte und sogar Reiseführer. Ich kaufe meine Bücher allerdings beim Buchhändler in der Stadt, denn dank Buchpreisbindung kosten sie überall dasselbe und die Lieferung über Nacht funktioniert prima, falls das Buch nicht vorrätig ist.

 


Kälte-Kopfweh

Heute habe ich es endlich wieder zum Eisschwimmen geschafft. Das letzte Mal war ich an Allerheiligen., davor am 1. Oktober. Dann war entweder irgendwas oder das Wetter hat nicht gepasst. Bei Regen zum Beispiel habe ich keine Lust, da ich ja mit dem Radl fahre.

Heute aber endlich gute Bedingungen. Bissl Sonne, kaum Wind und sogar ziemlich warm: 10 bis 12 Grad Lufttemperatur. Vorfreudig schwinge ich mich aufs Radl und düse los zum See. Puh! Ganz schön warm! Obwohl ich nur ein T-Shirt unter meiner Jacke anhabe.

Das Licht ist auch ganz besonders. Irgendwie indirekt, weil es inzwischen eine Wolkenschicht gibt. Aber trotzdem hell. Dadurch leuchten die letzten gelb-orangen Blätter an den Bäumen golden.

Am Langwieder See angekommen, stelle ich mit Freude fest, dass kaum Leute unterwegs sind und zum anderen der See spiegelglatt ist. Prima! Idealbedingungen!

Als ich dann ins Wasser gehe, merke ich, wie kalt es ist. Die Nächte waren oft kalt seit Anfang November. Und mir ist irgendwie warm vom Radln. Ich bleibe also erstmal stehen und gewöhne mich an die Kälte. Aber weil es ja draußen auch nicht soooo warm ist, um im Badeanzug im kalten Wasser zu stehen, tauche ich unter.

Ist das kalt! Krass! Ich versuche ruhig zu bleiben und schwimme im hüfttiefen Wasser. Aber es wird nicht besser. Es schneidet mir eiskalt am Nacken entlang. Die Füße sind Eisklumpen, mein Atem macht Dampfwölkchen über dem Wasser. Mein Kopf schmerzt aufgrund der Kälte. Das habe ich noch nicht erlebt.

Ich muss raus. Ich dachte, dass ich viermal hin- und herschwimmen kann. Aber es geht nicht. Ich muss raus. Einmal hin und her, das reicht. Krass! Ich überlege noch, ob es vielleicht geht, wenn ich mich kurz hinstelle und warte. Aber auch das ist mir zu kalt. Alles in mir fordert: Rausgehen ! Raus! Raus! Und das mache ich dann auch.

An Land wickle ich mich in mein Handtuch. Es kribbelt immerhin ganz schön. Das fühlt sich gut an! Immerhin etwas!

Woran es lag? Keine Ahnung. Es gibt einfach Tage, da soll es nicht sein. Und dann darf man es auch nicht erzwingen. Lieber auf den Körper hören als irgendwelche Risiken eingehen. Und morgen ist ein neuer Tag.


Start in die Wintersaison

Als ich am Langwieder See ankomme und ein Foto machen will, denke ich mir: Das hast du doch schon 100mal fotografiert. Den See. Den Himmel mit und ohne Wolken. Die Bäume mit grünen Blättern, dann mit gelben und irgendwann ohne Laub. Aber das ist ja das Schöne: Es ist inzwischen vertraut. Das Schwimmen im See im Herbst, Winter und Frühling mache ich inzwischen auch schon ein paar Jahre und deshalb kenne ich auch diese Stelle am See schon recht gut. Und auch, wenn es immer dasselbe ist, ist es immer wieder anders.

Heute ist es recht windig, von Westen her weht es über den See. Der macht leichte Wellen, die Autobahn dröhnt übers Wasser. Ich lasse mich davon nicht stören, freue mich lieber, dass die Sonne trotz Wolkenschicht noch wärmt und gehe ins Wasser. Das ist frisch, aber nicht kalt. Untertauchen und schwimmen ist kein Problem. Mein Thermometer zeigt zwar stur 20 Grad an, aber das glaube ich nicht. Eher 16 Grad. Es bitzelt ein kleines bisschen, aber kein Kribbeln. Dazu ist es zu warm. Ich drehe eine kleine Runde, dann gehe ich wieder raus. Ich fühle mich erfrischt. Total toll!

Dann bleibe ich noch ein bisschen am Ufer. Und siehe da! Eine zweite Frau kommt! Wir ratschen ein bisschen, dann schwimmt sie los. Auch sie meint, dass das Wasser etwa 16 Grad hat und dass sie öfter hier ist.

Ich sehe ihr noch nach, dann radl ich zurück. Ich habe nämlich Hunger!


32. Mai

Heute ist der 32. Mai. Das ist kein Tippfehler… oder vielleicht ein kleiner. Man könnte nämlich auch sagen, dass es heute das 32. Mal war. Dass ich schwimmen war. Am Stück! Seit das Freibad am 1. Mai aufgemacht hat, war ich jeden Tag schwimmen. Das wollte ich mal ausprobieren. Letztes Jahr war ich fast den ganzen Mai schwimmen, es gab 3 Tage „frei“. Aber jetzt eben das Experiment.

Ihr könnt euch ja vorstellen, dass es soooo schlecht nicht sein konnte, wenn ich auch heute, laut Kalender der 1. Juni, schon wieder schwimmen war.

Angefangen hat es natürlich gut. Mit viel Vorfreude auf die Freibad-Saison. Und es war toll! Obwohl im Schyrenbad das Wasser an den ersten beiden Tagen recht frisch war. Dafür war das Wetter gut. Das sollte ja nicht so bleiben. Und so bin ich im Regen durch die ganze Stadt geradelt, um ein paar ruhige Bahnen ziehen zu können. Bis auf 2 Tage konnte ich auch meine Standardstrecke von 3.000 Metern schwimmen. Aber die „fehlenden“ 500 Meter wurden bei nächster Gelegenheit nachgeholt. Muss ja alles seine Ordnung haben!

Manchmal war’s auch echt kalt. Aber dafür war ich ungestört. Und ich kam mir recht schnell vor. Ich habe einfach (fast) die ganze Strecke durchgekrault. Zu kkkkaaaalllt zum Nachdenken oder Pause machen! Weiter immer weiter!

Dann flux über die Wiese laufen zur Dusche. Die ist zwar warm, aber der Raum nicht. Es ist eher offen, so dass es kühl ist. Und die Umkleide ist ebenfalls offen. Nur ein Dach drüber (immerhin!). So bin ich dann halb verfroren heimgeradelt und war froh, wenn ich angekommen bin.

Aber es gab auch schöne Tage. An denen ich trotzdem fast allein geschwommen bin, die Sonne hinter den Wolken hervorgelugt hat und es nicht so kalt war. Oder eine meiner Schwimmfreundinnen dabei war. Jede eine Bahn für sich… toll!

Oder ein Tag mit Sonne im Dante. Da war dann gleich ganz viel los. Aber kein Problem, ich kannte alle 4 Mitschwimmer!

Dann war der Tag mit dem Dauerregen. Da hatte ich Glück, denn als ich unterwegs war, hat es fast gar nicht geregnet. Die Isar hatte aber schon beim Hinfahren viel Hochwasser, knapp zwei Stunden später, hatte sie sich einen Weg über die Wiese gebahnt, um den Radweg auf der rechten Seite zu fluten. Das war schon spannend, wie schnell das ging!

An einem anderen Tag habe ich im Schyrenbad ein vierblättriges Kleeblatt entdeckt! Einmal kurz nach unten geschaut und da war es!

Und natürlich gab’s die Tage, an denen ich mir dachte: gut, wenn es vorbei ist und ich Pause machen kann. Und beim Schwimmen die ersten 10-20 Bahnen nicht vorbeigehen wollten. Und dann die letzten 10 auch… die zogen sich… und ich war flügellahm und eigentlich froh, dass es nur noch 2 Tage sind. Der Feiertag und der Freitag. Yeah. Ende in Sicht.

Da lief es im Wasser dann prima! Wie am Schnürchen. Als ob ich nicht die letzten 30 Tage geschwommen wäre.

Und dann eben heute. Sonne, Samstag, warm … und nichts anderes vor. Hm. Ob ich es wage? Eigentlich wäre es verschenkt, nicht schwimmen zu gehen. Vor allem, wenn nächste Woche wirklich Hochsommer ist. Dann geht nämlich nichts mehr. Dann ist Schluss mit lustig und allein in Ruhe und so… also gut. Für 2 klitzekleine Kilometerchen geh ich schwimmen.

Und dann bin ich da. Und es ist recht ruhig. Glück gehabt. Ich lass mich ins Wasser gleiten. Es ist angenehm kühl. Ich spüre das Kribbeln der Wasserblasen an meinem Bauch. Ich trage nämlich einen Bikini, weil es schönes Wetter ist. Ohmann, ist das schön. Und von wegen flügellahm, ich fühle mich gut und schnell.

Dann ist auf einmal Chaos, viele Leute, die recht unterschiedlich schwimmen. Das mag ich eh nicht und nachdem ich jetzt immer allein war, ist es noch blöder. Gut, dass ich nur 2 Kilometer machen will und das gleich erledigt ist.

Und dann? Dann löst sich das Chaos auf und ich denke… hm. Das kann ich jetzt so nicht beenden. Jetzt, wo wieder Ruhe und Ordnung ist. Da muss ich ja fast… genau! Und so war das dann auch. Und am Ende waren es dann doch 3 Kilometer. Zur Belohnung, weil es ich ja gestern mein Ziel erreicht habe.

Morgen ist jedenfalls Schwimmpause. Ganz, ganz sicher!


Frühlingshafter Schwimmausflug

Es ist April, es ist Frühling, die Bäume werden grün, überall blüht es gelb, weiß, rosa – herrlich! Und die Seen werden wärmer. Auch fein!

In Untermenzing gibt’s diese tolle Farbkombi in einem Garten zu bewundern.

Ich bin letzte Woche und heute mal wieder beim See-Schwimmen gewesen. Und was soll ich sagen? Letzte Woche kam es mir noch recht kalt vor, ich bin nur einmal hin- und hergeschwommen. Kalt. Raus. Schön! Und heute? War’s irgendwie wärmer (Außentemperatur und Wetterbedingungen waren sehr ähnlich). Mein Thermometer habe ich heute nicht dabei gehabt, letzte Woche zeigte es 7 Grad Wassertemperatur an, das konnte ich nicht glauben.

Letzte Woche traf ich sogar zwei Enten am See …

Heute bin ich aber 5 Mal hin- und hergeschwommen. Ich bin sicherheitshalber ganz langweilig im Uferbereich geblieben. Dachte erst, dass ich eh nur einmal hin- und her schaffe. Dann aber ein zweites Mal und ein drittes. Und dann wäre es ja doof und unrund gewesen, nach vier Mal aufzuhören, also kam auch noch Runde 5 dazu. Es war kalt, aber angenehm. Es hat unter der Haut gekribbelt, die „Zwischenschicht“ hat sich ganz warm angefühlt. Das war toll. Und als ich rausgegangen bin, war es auch schön. Aber kein „Kick“ mehr, eher nur ein wohliges Gefühl. Ganz anders als im Eiswasser in Helsinki. Aber auch schön. Und das schöne Gefühl, dass der Frühling wohl endgültig da ist – und damit auch die Freibad-Saison, die ich heuer ganz besonders herbeisehne …

Der Langwieder See in schönem Grün, die Blätter an den Bäumen sind auch schon zu sehen …