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Von Eis- und Wolkenlücken

Mensch, hat mir das Schwimmen gefehlt! Meine Laune war auch nicht besonders gut, der starke Westwind hat mir das Schwimmen an der Regattastrecke verleidet, ich war total ausgefroren, auch ohne im Wasser gewesen zu sein. Und dazu kommen glatte Radwege …

Vielleicht erkennt man es nicht so gut: da sind ziemlich viele Wellen auf der windgeschützten Regattastrecke

Aber heute war ich guter Dinge: Kein (oder kaum) Wind, hoffentlich ist die Lücke im Eis vom Mittwoch nach dem Wind noch da und hoffentlich kann ich gut radeln. Auto habe ich ja keins. Radln ging so lala, ich war sehr froh um meine Spikes-Reifen. Außerhalb der Stadt war die Straße sogar komplett weiß, festgedrückt, so dass ich dort prima radeln konnte und bis zum See gefahren bin. Ich hatte die letzten Male ja das Rad abgestellt und bin zu Fuß gegangen. Aber heute ging’s. Und was sehe ich am See: Da ist Wasser. Zum größten Teil ohne Eis.

Lücken an den falschen Stellen… hier am Steg ist Eis.

Das Eis ist halt leider an der falschen Stelle – nämlich genau an meiner Schwimmstelle. Übrigens ebenso mit dem Hochnebel, der ist auch an der falschen Stelle: Nämlich genau da, wo die Sonne ist.

Nun gut, ich hatte mir am Mittwoch ja schon eine Alternative angesehen und da gehe ich heute schwimmen. Es gibt eine Bank, wo ich mein Lager aufschlagen kann und der See bietet hier auch eine schöne Schwimmstrecke in nicht zu flachem und nicht zu tiefem Wasser.

Nicht nur ich will schwimmen…

Beim Umziehen ist es kalt, es ist frostig. Ich denke mir: Wenn ich mich jetzt ausziehe, gibt’s kein Zurück! Aber ich habe so derart Lust auf Schwimmen, dass ich mich sofort bereit mache. Die Sonne macht sich inzwischen auch bereit, nur bin ich mit „Umziehen“ schneller als sie. Sie ist noch etwas hinter den Nebelschwaden versteckt, vielleicht geniert sie sich auch?

Ich stelle meinen Handy-Timer zum Spaß auf 5’25 Minuten, wenn die Zeit um ist, wird er klingeln. Haha. Es ist nämlich keiner da. Also, keiner, den das stören könnte; und keiner, der auf die Uhr schauen könnte. Ich gehe ans Ufer, ins Wasser, ja, kalt. Schon klar, da hinten, nicht weit entfernt, ist die Eisdecke. Untertauchen, abwarten, losschwimmen. Schön! Mei, so schön. So lange musste ich verzichten (Mo, Di, Mi, Do!), jetzt darf ich wieder. Ich habe eine schöne Strecke am Ufer entlang, erst in die eine Richtung, dann zurück in die andere. Und dann nochmal. Mir wird kalt, aber ich bin entschlossen. Hat schon was geklingelt? Nein. Naja, ich muss ja auch erst zurückschwimmen. Sehe meine Schuhe am Ufer, schwimme noch einen Bogen. Und dann schrillt ein Höllenlärm los! Also, es ist natürlich kein Höllenlärm, aber es ist das einzige Geräusch außer meinem Wasserplatschen. Geschafft! Fünf Minuten, obwohl ein Großteil des Sees zugefroren ist. Yeah! Blick aufs Thermometer: 4-5 Grad ist das Wasser „warm“. Erstaunlich.

Blick von der eisfreien Schwimmstelle zur Hütte

Ich ziehe mich an und sehe, wer sich auszieht: Die Sonne! Lässig wirft sie den Schleier ab und scheint mich seitlich an. Und wo scheint sie direkt hin? Natürlich an meinen Stammplatz an der Hütte. Also packe ich alles in den Rucksack, um mich im Schutz der Hütte, an der warmen Holzwand, ein bisschen aufzuwärmen. Auf dem Weg dorthin kribbelt es in mir, die Kalt-Warm-Wellen durchfluten mich. Ich setze mich auf „meinen“ Platz, schließe die Augen, genieße die Sonnenwärme, trinke einen Schluck heißen Tee.

Da war die Sonne schon fast wieder weg…

Mann, bin ich glücklich! So schön! Aller Ärger rund um Corona und nicht geräumte Radwege und überhaupt: Vergessen! Noch ein, zwei, drei Minuten genieße ich die Stille, Wärme und Sonne. Und dann ist es vorbei. Weil die Sonne beschlossen hat, dass es jetzt reicht und sie ihren Schleier wieder überwirft. Hast ja recht, ich muss auch zurück. Dass mir so ein schöner Moment geschenkt wird, hätte ich nicht zu träumen gewagt!


Schlechtwetterschwimmerin

Es gibt schlechtes Wetter und es gibt schlechtes Wetter. Also, das, was die meisten darunter verstehen, und das, was ich darunter verstehe. Ich mag es eigentlich ganz gern, wenn das Wetter dem entspricht, was die meisten als „schlecht“ bezeichnen. Denn, wenn die Sonne nicht scheint, ist es draußen ruhiger. Es sind weniger Menschen unterwegs, das mag ich. Also ist schlechtes Wetter für mich gutes Wetter.

Was für die einen schlechtes Wetter ist, ist für mich oft die schönste Stimmung…

Es gibt unterschiedliche Arten von „schlechtem guten Wetter“, vor allem beim Winterschwimmen. Vergangene Woche war es oft kalt, um den Gefrierpunkt, und am See neblig. Ebenso am Wochenende. Am Sonntag ist meine Freundin mit zum See gekommen, einfach so, sie schwimmt zwar gern, aber nicht im kalten See. Es war trotzdem schön, dass sie dabei war. Nicht nur, weil es jetzt auch mal ein „Beweisfoto“ gibt. Sondern, weil es in diesen Zeiten eh schon schwierig genug ist, seine Freunde zu treffen. Wenn man auf Abstand achten will und sich lieber an der frischen Luft trifft (denn leider können auch Freunde ansteckend sein), ist das Winterschwimmen eine schöne Gelegenheit. Außerdem habe ich so „mentale Unterstützung“, wenn zum Beispiel viele Spaziergänger kommen.

Ein Chlorhuhn im See!

Es war dann tatsächlich, obwohl es so neblig war, einiges geboten. am See: Kurz nach unserer Ankunft kam der Neoprenschwimmermann.

Noch ein Schwimmer!

Schon am Samstag hatte ich einen anderen Mit-Schwimmer getroffen. Ich habe mich gerade aufgewärmt, als zwei Frauen und ein Mann zum Häuschen kommen. Der Mann spricht mich auch gleich an, ob ich nur im Badeanzug geschwommen bin und so weiter. Ich habe ihn nur so halb angeschaut, war mit Frieren und Aufwärmen beschäftigt. Irgendwann kommt mir die Stimme bekannt vor: Es ist einer der Samstags-Schwimmer aus dem Dantesommerbad! (und daheim fällt mir ein, dass ich ihn tatsächlich nur in Badehose kenne!). Er schwimmt im Neo, der Grund ist natürlich Corona und das geschlossene Hallenbad.

Am Sonntag war ich dann gerade mit Schwimmen fertig, als zwei weitere Männer kommen. Sie sprechen eine Sprache, die ich nicht kann, ich nehme an, dass es Russisch ist. Denn ich habe die beiden schon mal gesehen und gehört. Sie stellen sich mehrere Minuten ins Wasser, das ihnen bis zur Brust geht. So bleiben sie still stehen, die Hände über den Kopf. Als sie rauskommen und umgezogen sind, frage ich, wie lange sie so stehen. Sechs bis neun Minuten und sie sprechen polnisch, das bringe ich auch gleich noch in Erfahrung.

Im Oktober waren die Wasserstehmänner auch schon mal da.
Hochbetrieb am Regattabadesee

Also waren am Sonntag eine Winterschwimmerin im Badeanzug (ich), ein Krauler mit Neoprenanzug und die beiden Im-Wasser-Steher da. Außerdem sind Spaziergänger vorbei gekommen. Und das alles bei recht unwirtlichem Wetter. Ich möchte mir nicht vorstellen, was für ein Auflauf gewesen wäre, hätte die Sonne gescheint. Und es war kalt! Die Bäume am Ufer waren in schönstem Weiß eingefrostet, der See war spiegelglatt und das Wasser so klar, dass man sogar vom Ufer den Grund sehen konnte! Einmalig!

Frostkunst am Seeufer

Am Montag war’s dann schon um einiges wärmer, kein Frost mehr. Aber heute, Dienstag, war es wirklich warm. Zwölf bis 14 Grad, dazu ein ziemlich starker Westwind. Normalerweise ist das kein Wetter für einen Schwimmausflug, denn ich mag es nicht, wenn mir die Wellen ins Gesicht platschen oder meine Sachen wegfliegen. Aber nur daheim sitzen, das wollte ich auch nicht. Und die Regenschauer sollten erst am Nachmittag wieder einsetzen, also mache ich mich auf den Weg. „Ich muss ja nicht schwimmen“, denke ich mir. „Dann bin ich halt nur geradelt.“

Da ich weiß, wie warm es ist, ziehe ich mich schon etwas „luftiger“ an als die Woche zuvor. Ich finde es immer schwer einzuschätzen, welche Jacke usw. geeignet ist, wenn es so „komisch“ warm ist. Denn so fühlt es sich für mich an: komisch. Irgendwie nicht „richtig“. Und obwohl ich meine Kleidung schon angepasst habe, ist mir warm. Ich fühle mich wie ein Eisbär im Klimawandel! Der Wind bringt auch keine Abkühlung beim Radln, im Gegenteil, ich muss mich anstrengen, denn er kommt oft von vorn.

Man sieht die Wellen auf dem Bild nicht so gut. Dafür sieht man die tolle Lichtstimmung

Am See angekommen sehe ich, dass es auch dort windig und somit wellig ist. An der Hütte versuche ich eine windgeschützte Stelle für meine Sachen zu finden. Gar nicht so leicht. Und dass ich mein Handtuch auf den Steg lege, das kann ich gleich vergessen. Denn das würde sofort mitgerissen werden. Während ich so meine Gedanken und Sachen sortiere, kommen ein junger Mann und eine junge Frau. Er hat einen Rucksack, geht zielstrebig auf die Hüttenterrasse zu. Ich frage ihn, ob er auch schwimmt. „Nein, das ist zu kalt. Wir trinken einen Tee. Aber du schwimmst? Schon mit Neo, oder?“ – „Ich muss mal sehen, aber wenn dann schwimme ich nur im Badeanzug. Momentan hab ich eher Sorge wegen meiner Sachen, dass sie nicht doch weggeweht werden“. Er sagt, dass sie ja da sind, falls was wäre.

Da ist für jeden was dabei: Sonne, Wolken, Wind und Regen. Und der See in tollen Farben!

Irgendwann hab ich alles verstaut und gehe zum Ufer. Mir ist noch immer so warm vom Radeln, dass ich mich jetzt tatsächlich, trotz Wind und Wellen, aufs Wasser freue. Flink tauche ich unter und schwimme los. Erstmal gegen die Wellen, die mir ins Gesicht spritzen, der Wind hebt zudem einige Tropfen ab und treibt sie mir ins Gesicht. Und dann fängt es auch noch zu regnen an. Juhu, bestes Freibadwetter. Nur, dass ich im See bin. Egal. Das Wasser fühlt sich nicht kalt an, obwohl es wie die vergangenen Tage 6 Grad hat. Ich schwimme ja immer Oma-Brust, deshalb drehe ich den Kopf etwas zur Seite, damit es angenehmer ist mit dem Wind. Und siehe da: Es ist total schön! Wirklich. Und nicht mal kalt. Ich habe durch die vielen Schwimmausflüge hierher schon einige Uferstellen, die mir als Markierung dienen. Zu denen schwimme ich, dann drehe ich um. Ich denke, dass ich in etwa so lange geschwommen bin wie am Sonntag. Da hat meine Freundin nicht nur fotografiert, sondern auch auf die Uhr geschaut: 5’20 Minuten.

Ich will dann eigentlich nicht raus, weil es noch immer regnet und ich keine Lust auf den Wind habe. Ich bleibe solange wie möglich unter Wasser (das sieht sicher seltsam aus), dann richte ich mich auf, atme zweimal durch und sprinte zur Hütte, wo mein Handtuch liegt. Natürlich wollen die beiden Teetrinker jetzt wissen, warum ich das mache usw. Ich kenne das ja schon und sage, dass ich mich kurz umziehe und dann gern alles erzähle, was sie wissen wollen. Umziehen im Wind ist so eine Sache, aber irgendwann bin ich trocken und warm, trinke meinen Tee und wir drei (mit viel Abstand natürlich) ratschen über den See, das Schwimmen, das Winterschwimmen und so weiter. Es war eine wirklich sehr nette Unterhaltung, so dass ich die zwei weiteren Regengüsse gern abgewartet habe.

Während wir geratscht haben, war mir zwar nicht kalt, aber ich habe gezittert. Dieses schöne Gefühl, wenn die Kälte wie eine Welle durch den Körper schwappt, gab’s heute leider nicht. Dafür war mir auf der Heimfahrt weder kalt noch zu warm. Und ich war wiedermal froh, dass ich mich vom Wetter nicht abhalten hab lassen, sondern meine Sachen gepackt habe und losgefahren bin.


Chlorhuhn ohne Chlor

Ist ein Chlorhuhn ohne Chlor ein Huhn? Oder bin ich ein Fisch mit Fahrrad? Oder ein verrücktes Huhn, das im Nebel im See schwimmt? Keine Ahnung. Ich bin jedenfalls nicht ich. Nicht ganz.

Ein Monat „Lockdown light„, von wegen „leicht“, es ist ziemlich schwer. Und natürlich wurden zum 1. Dezember viele Türchen geöffnet, aber nur im Adventskalender und nicht im Hallenbad. Dabei wäre das die einzige Tür, die sich öffnen soll. Wobei es ja klar war, dass die angekündigten vier Wochen nur der Anfang waren – kennen wir ja schon. Und auch am 20. Dezember, wenn die jetzigen Maßnahmen enden, wird wohl kein Schwimmbad öffnen. Dass die Zahlen nach Weihnachten und Silvester steil nach unten gehen, wage ich zu bezweifeln, eher schießen sie in die Höhe und wir können froh sein, wenn unsere Politiker uns immerhin zum Beginn der Freibad-Saison wieder schwimmen lassen.

Ja, ich bin frustriert. Maßnahmen, die nicht die gewünschte Wirkung haben, werden verlängert.

Bissl bunt im Nebelnovembergrau

Ich war vergangene Woche jeden Tag im See schwimmen. Fünf bis sechs Minuten. Im Nebel, bei ungefähr 10 und 9 Grad Wassertemperatur. An Land war es frostig. Auf dem Radl bin ich fast festgefroren. Aber im Wasser war es schön. Der See hat so gedampft wie das Dantewinterwarmfreibad, nur dass das Wasser viel kälter war. Aber trotzdem wärmer als die Luft. Zum Glück bin ich ja erprobte Eisschwimmerin und keine Coronakaltwasserschwimmerin. Mein anfänglicher Trotz ist etwas gewichen. Im kalten See schwimmen ist besser als gar nicht schwimmen und besser als daheim sitzen.

Am Montag war es sogar richtig zauberhaft: Nach einer frostigen Nacht waren die Bäume weiß eingefrostet, der See dampft wie verrückt und die Sonne schaut zwischendurch raus. In der Stadt war dichter Nebel, aber am See hatte sie eine kleine Chance.

Was für eine schöne Sonnenebelfroststimmung!

Vergangene Woche war es genau andersrum: Da bin ich bei Sonnenschein losgefahren und hatte die dichte Nebelwand vor mir und irgendwann war ich mittendrin. Aber ich wollte das durchziehen. Und das habe ich auch gemacht. Hauptproblem sind meine Hände. Die sind vom Radln eh schon kalt und sobald ich ins Wasser gehe und untertauche, sind sie auch hier eisig. Egal, ob ich 20 Sekunden oder ein paar Minuten schwimme. Und dann dachte ich mir eben auch: „Kalt ist es eh, also kannst du zumindest das Schwimmen etwas genießen.“ Das habe ich auch gemacht. Es war nämlich tatsächlich sehr schön. Ich bin dann hochkonzentriert und das ist dann schon fast meditativ. Sechsmal bin ich am Ufer entlang geschwommen. Immer zu dem Busch und der Parkbank hin und zurück zum Steg. Ich brauche immer eine Art „Ziel“. Auf den letzten Metern war’s dann oft kalt, die Bewegungen wurden eckiger. Aber dann wusste ich auch, dass es genug ist.

So viel Sonne gab’s vergangene Woche nicht

Ich habe auch überlegt, ob ich mir Mit-Schwimmer suchen soll. Allerdings weiß ich aus der Vergangenheit, dass ich in Begleitung dazu neige, kürzer zu schwimmen. Keine Ahnung, warum das so ist. Ich muss das alleine machen, ganz für mich. Deshalb schwimme ich nur am Ufer, wo ich stehen kann. Zur Not stelle ich mich hin und gehe zu Fuß an Land, sind ja nur ein paar Schritte.

Nach dem Schwimmen muss es schnell gehen. Ich bleibe solange wie möglich unter Wasser, denn das ist wärmer als die Luft. Besonders bei Ostwind! Dann das Handtuch um den Körper, die Schuhe anziehen und zu meinem „Lager“ gehen. So schnell wie möglich den Badeanzug ausziehen und die trockenen, warmen Sachen anziehen. Ich habe jetzt auch wieder eine Wärmflasche dabei. Und weil die während der Fahrt abkühlt, habe ich – haha – in einer Thermoskanne heißes Wasser dabei, das ich vor dem Schwimmen in die Wärmflasche fülle. So ist die schön warm und ich kann sie mir auf die Zehen legen. Die sind nämlich auch immer kalt. Außerdem ziehe ich so schnell wie möglich meine Handschuhe an. Die Finger sind das Hauptproblem und sobald filigrane Tätigkeiten erledigt sind, schlüpfe ich in die Handschuhe. (Weitere Tipps gibt’s hier.)

In einem Thermosbecher ist heißer Tee. Den Becher habe ich von meiner Schwester zu Weihnachten bekommen. Er ist inzwischen unverzichtbar.

Thermometer und Thermosbecher

Wenn es dann so ist wie am Montag, dass zwischen den Nebelschwaden die Sonne hervorspitzt, dann ist es perfekt. Denn dann spüre ich in mir das Kältekribbeln und den kalten Bauch und auf mir die Wärme der Sonne.

Frostkunst

Gestern hat es in München dann geschneit. Nicht wirklich viel, aber genug, um auf der Straße liegen zu bleiben. Klar, es ist ja seit Tagen ziemlich kalt. In der Stadt war der Schnee am Nachmittag wieder weg. Und so war ich einigermaßen guter Dinge, dass ich zum See radeln kann. Aber naja… in den nördlichen Stadtteilen lag noch Schnee und natürlich auf den schönen Radlstrecken. Zudem war es echt glatt. Dann habe ich mein Fahrrad geschoben. Sicher ist sicher. Zwischendrin konnte ich auch wieder radln. Aber auf den letzten zwei Kilometern zum Regattabadesee war es unmöglich. Eis und Schnee, es war zu Fuß schon schwierig. Dazu der kalte Ostwind, der über die Felder wehte. Irgendwann dachte ich: Das hat keinen Sinn. Ich bin noch nicht mal da, der Rückweg zu Fuß wird noch länger. Also lieber mal zum Feldmochinger See schauen. An dem war ich schon vorbei, er lag also mehr oder weniger auf dem Heimweg. Ich mag den See aber nicht besonders, obwohl er eigentlich am schnellsten zu erreichen wäre.

Also schiebe ich mein Rad zurück, steige auf und radle, als es die Straßenverhältnisse erlauben. Meine Laune ist im Keller. Entweder Winterdienst oder Hallenbad öffnen – so geht es nicht! Und auf den Feldmochinger See hab ich keine Lust, aber 500 Meter Umweg sind jetzt auch egal. Also schaue ich hin. Auch hier wieder eisige Wege. Am See selbst starre ich etwa 10 Minuten aufs Wasser. Beobachte die Enten. Wäge ab. Hab ich Lust? Schwimmen wäre schon schön. Jetzt, wo ich bei diesen widrigen Umständen schon mal hier bin. Aber der See ist so komisch. Warum? Ach, keine Ahnung. Und jetzt hier im Schnee auf der Wiese alles hinlegen und ausziehen? Wo mir eh schon so kalt ist? Und dann wieder anziehen? Abtrocknen? – Ihr seht schon: Ich hatte keine Lust. Und dann bin ich umgedreht und hab mich auf den Heimweg gemacht.

Bereut habe ich es nicht, dass ich nicht geschwommen bin. Aber ich frage mich, ob es das jetzt war mit Schwimmen. Wenn ich mit dem Radl nicht zum See komme, bin ich aufgeschmissen. Auto habe ich keines und mit den Öffentlichen sind die Seen zum einen nicht gut zu erreichen, zum anderen meide ich die Busse und Bahnen auch ohne Corona schon.

Ich hoffe nicht, dass es das mit dem Schwimmen und Radln war. Sonst muss ich am Ende noch zum Joggen anfangen … und darauf habe ich noch weniger Lust …


Gestrandet …

Neulich war ich bei meinem Optiker und der hat ein kleines Aquarium in seinem Laden. Darin schwimmen zwei „Nemos“, ein lila-gelber und ein Fisch mit Punkten. Die Garnele hängt nur ab, soweit ich das beobachten konnte. Warum erzähle ich euch das? Weil ich neidisch auf die Fische war! Sie dürfen weiterhin rumschwimmen. Für sie ist alles in Ordnung (ok, so ein Aquarium ist jetzt nicht der Ozean, aber immerhin). Und ich? Bin wieder gestrandet, sitze auf dem Trockenen und fühle mich nicht gut.

Neidisch auf die Fische…

Wenn ich jetzt sage, dass es mir schlecht geht, mag das nach „Jammern auf hohem Niveau“ klingen. Aber es ist halt mal so. Ich fühle mich, als würde ich für etwas bestraft, was andere „angestellt“ haben. Nachsitzen für die ganze Klasse, weil der Klassenclown rumgealbert hat. Oder weil zwei gerauft haben und keiner zugibt, wer beteiligt war. Kurzum: Ich finde es ungerecht, dass die Schwimmbäder schließen müssen, weil die „Corona-Zahlen“ stark gestiegen sind.

Abstand halten in den Doppelbahnen

Es gibt, soweit ich weiß, keinen Fall, der auf einen Besuch im Schwimmbad zurückzuverfolgen ist. (Dasselbe gilt wohl für Fitnessstudios.). Meine Beobachtung war vielmehr, dass die Besucher in den Bädern auf Abstand und Hygienemaßnahmen geachtet haben. Weil sie sich selbst nicht anstecken wollten (denn das bedeutet zwei Wochen Verzicht). Im Gegensatz zum Supermarkt, wo es mir in den vergangenen Wochen wieder verstärkt aufgefallen ist, dass die Menschen kaum Abstand halten. Die Bodenmarkierungen werden entweder nicht wahrgenommen oder gelten für andere. Wenn ich dann böse schaue oder tatsächlich um mehr Abstand bitte, werde ich mit bösen Blicken gestraft: Hab dich nicht so. Doch, ich hab mich so! Ich will nämlich nicht, dass die Zahlen weiter steigen und die Politiker nur den einen Ausweg kennen: Lockdown. Ironischerweise jetzt mit einem „light“ versehen. Wobei: Das wissen wir doch aus der Ernährung, dass wo „light“ draufsteht, keine Erleichterung zu erwarten ist.

Zurück zum Gefühl der Ungerechtigkeit. Wie viele andere Sportler habe ich mich an die Regeln gehalten. Die ungeliebte Maske aufgesetzt, auch da, wo es wenig Sinn ergibt (im Freien, mit Abstand). Abstand gehalten, Daten (die echten!) hinterlassen und so weiter. Und jetzt: alles umsonst, alle in Hausarrest und das Hallenbad wird mit dem Puff gleichgesetzt. Stichwort: Freizeitvergnüngen.

Dass ein Hallenbad (und auch ein Fitnessstudio) nicht nur „Freizeitvergnüngen“ ist, sondern Sportstätte, um sich fit zu halten, etwas für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zu tun, wird – wie schon im Frühling – einfach nicht gesehen. Ein Hallenbad ist anscheinend etwas, das man alle heiligen Zeiten aufsucht, um dann etwas Spaß zu haben. Dass Schwimmen ein Sport ist, wird eh selten genug anerkannt (Stichwort: Bahnen für Sportschwimmer). Für manche Menschen ist schwimmen der einzige Sport, den sie ausüben können, da er schwerelos und somit ohne Belastung ist. Besonders gut für Menschen mit Gelenkproblemen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Für mich ist Schwimmen einfach Freiheit. Mein liebster Lieblingssport, bei dem ich gleichzeitig Kraft und Leichtigkeit empfinde. Wo ich den Kopf freikriege, neue Gedanken entstehen und ich dem Alltag etwas entfliehen kann. Tja – und das ist jetzt wieder gestrichen. Für vier Wochen … doch das wird wohl wieder länger dauern.

Das ist zermürbend. Das war im Frühjahr aus verschiedenen Gründen anders. Erstens war es eine Art „Experiment“, ein Ausbrechen aus der Gewohnheit. Und weil wegen der Ausgangsbeschränkung zum Teil sehr wenig Straßenverkehr herrschte, war das Rennradln sehr angenehm. Zweitens war das Wetter schön, die Tage wurden jeden Tag länger. Mehr Tageslicht, längere Touren. Und schließlich auch wärmeres Wasser in den Seen.

Und jetzt? Kürzere Tage jeden Tag, Nebel bis Mittag und der Autoverkehr ist dicht und nervig und gefährlich wie eh und je. Rennradln auf nassem Laub ist nicht so spaßig und im Nebel bei unter zehn Grad echt kalt. Hab ich zwar auch gemacht, aber eher, um rauszukommen als aus Spaß.

Bei Sonne kann man zumindest die prächtigen Herbstfarben genießen

Schwimmen im See. Ja, hab ich auch gemacht. Das Wasser ist mit 12 bis 13 Grad erstaunlich warm. Und ich bin ja schon länger eine Kaltwasserschwimmerin, so dass das jetzt DIE Gelegenheit ist, es umzusetzen. Weil eben keine Halle lockt. Aber es ist nicht dasselbe und erst Recht kein Ersatz. Fünf Minuten Oma-Brust im kalten See sind halt was anderes als 60 bis 75 Minuten Kraulen in der Olympiaschwimmhalle.

Schwimmen im Nebel. Das Wasser war doppelt so warm wie die Luft

Und deshalb ist es leider so, dass ich mich gar nicht wirklich auf meine „Eisschwimm„-Ausflüge freue, sondern es eher aus Trotz mache. Es fühlt sich nach wie vor gut an, sich an das kalte Wasser zu gewöhnen. Zu merken, dass es geht, wenn man etwas länger schwimmt. Die ruhige Stimmung am See zu genießen. Das Kribbeln danach. Aber wenn ich dann beim Heimradln so kalte Finger bekomme, dass ich sie kaum mehr bewegen kann, dann muss ich einfach daran denken, wie viel schöner es wäre, eine Wahl zu haben: zwischen „richtig schwimmen“ im Hallenbad und „Eisschwimmen“ im See. Und diese Wahl habe ich gerade nicht. Obwohl ich mich an alle Regeln gehalten habe. Das ist ungerecht und macht mir schlechte Laune …


Februar-Schwimmen

Heute war mal wieder ein guter Tag zum Eisschwimmen. Winterschwimmen. Februarschwimmen. Nennt es, wie ihr wollt … 😉

Es war sonnig, mit etwa 10 bis 12 Grad recht warm und kaum merklicher Ostwind. Der hatte mir gestern noch die Tour vermasselt, weil es bei etwa 4 Grad einfach nur kalt geblasen hat. Da war ich auch schon auf dem Weg zum See, habe dann aber spontan beschlossen, nicht zu schwimmen, sondern nur zu radeln. Aber heute war alles gut.

Beste Bedingungen!

Der See lag spiegelglatt vor mir, die Sonne scheint durch feine weiße Schleierwölkchen. Perfekt. Als ich ins Wasser gehe, merke ich aber, wie es sticht. Wie 1000 kleine Nadeln an den Füßen, das habe ich so echt selten wahrgenommen. Und es wird auch nicht besser, sondern ist richtig kalt. Aber ich bin entschlossen und tauche unter. Schwimme los. Ist das kalt. Wahnsinn. Ich bin tapfer, atme tief ein und schwimme weiter. Die 15 bis 20 Meter-Strecke kommt mir ewig vor. Es ist kalt, mein Herz schlägt wie verrückt. Ich zwinge mich, langsamer zu schwimmen. Drehe um, schwimme zurück. Natürlich immer am Ufer entlang, wo ich stehen kann. Und fasse einen Plan: Wenn ich am Ausgangspunkt ankomme, stelle ich mich hin und warte kurz. Weil ich ja erst letztes Mal wieder gedacht habe, dass es vielleicht beim zweiten Mal besser wäre. Also eine Pause machen.

Gedacht – getan. Das fällt mir nicht leicht, denn das Wasser ist natürlich trotzdem kalt, auch wenn es jetzt nur im Stehen ist und bis zum Bauch reicht. Zum Glück ist es windstill, der Uferwall hält den Ostwind ja ab. Ich merke, wie sich mein Puls beruhigt. Die Atmung wird ruhiger. Die Füße sind zwar kalt, aber es sticht nicht mehr so arg. Ich schaue aufs Thermometer: 6 Grad … naja. Fühlt sich kälter an. Deutlich kälter.

Im flachen Uferbereich ist das Wasser laut Thermometer 8 Grad warm. Naja. Glaube ich nicht …

Dann wage ich mich an Runde zwei. Es ist immer noch sehr, sehr kalt. Aber ich kann ruhiger schwimmen und schaffe es ein weiteres Mal hin und zurück. Dann aber nix wie raus. Ich bin krebsrot, es kribbelt voll schön!

Handtuch rum und auf dem Rücken die Sonnenstrahlen genießen. Herrlich. Wie viel Kraft die Sonne schon hat! Und jetzt durchfließt es mich auch wieder heiß-kalt-heiß-kalt. Herrlich! Ich ziehe mich an und bleibe noch ein bisschen am Ufer sitzen. Blicke auf den See, der jetzt wieder wellenlos vor mir liegt und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Das sind eigentlich die schönsten Winterschwimmtage: Wenn die Sonne schon etwas Kraft hat, aber das Wasser noch kalt ist.

So schee scho! Ein zweifacher Himmel am Langwieder See mit milchiger Sonne.

Und anscheinend entdecken immer mehr Menschen das Winter- oder Eisschwimmen für sich. Und zwar nicht unbedingt als Wettkampf wie Jochen Aumüller, Sabine Croci und Christof Wandratsch, sondern einfach so. Hier gibt’s ein kleines Facebook-Video.

Zum Abhärten, als Kick, zum Wachwerden … und dann ist mir eingefallen, dass mein erster zaghafter Versuch schon über vier Jahre her ist! Kinder, wie die Zeit vergeht.

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Ganz verkrampft – da geht natürlich nix! Aber das musste ich auch erst lernen …


Atemwölkchen und Messungen

Eigentlich muss ich ja nicht jedesmal was schreiben, wenn ich schwimmen war. Irgendwie ist es ja doch immer dasselbe – und dann doch wieder anders. Heute zum Beispiel gab’s wieder Ostwind, was immer kalt ist und vor allem beim Heimradln ätzend ist. Dafür war’s sonnig. Und es gab die ersten Atemwölkchen über dem Wasser. Das habe ich ja vor zwei Jahren zum ersten Mal gesehen und konnte es anfangs gar nicht glauben. Es ist einfach schön zu sehen, weil dann das Wasser endlich kälter wird.

Reingehen ist inzwischen so normal wie im Sommer. Freilich ist es kühl, aber irgendwie habe ich das jetzt so verinnerlicht, dass ich einfach gehe, bis das Wasser an den Oberschenkeln ist, dann tief durchatme und untertauche. Heute zum Beispiel war es anfangs gar nicht kalt. Erst mit der Zeit kam die Kälte. Vor einer Woche, als es so neblig war, war das ganz anders. Da musste ich die Backen aufblasen, um die Kälte aushalten zu können. Ein Bekannter von mir war so nett und hat mich mit seiner Spiegelreflexkamera fotografiert. Da sieht man das ganz gut. Auf den Handy-Fotos sieht man ja immer aus wie ein kleiner Punkt in einem riesigen Ozean!

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Wenn es sich anfangs recht kalt anfühlt, muss ich die Backen aufblasen, um die Kälte aushalten zu können. 

Außerdem habe ich ein neues „Spielzeug“: Ein GPS-Stick, der Routen aufzeichnen kann. Den habe ich spaßeshalber wasserdicht eingepackt und samt Thermometer hinter mir hergezogen. Damit ich endlich weiß, wie weit ich schwimme! Mittels Google Maps habe ich das zwar mal versucht auszumessen, aber naja. Ich bin halt neugierig. Deshalb habe ich auch das Thermometer dabei. Das hat heute 10 Grad angezeigt. Die Luft war deutlich kälter. Die Aufzeichnung der Schwimmstrecke kann ich immer erst daheim am PC anschauen. Es sieht lustigerweise so aus, als wäre ich an Land auf- und abgegangen, aber ich war definitiv im Wasser!

Schwimmstrecke-Langwieder See

Nein, ich bin nicht an Land geschwommen!

Nach vier mal hin und her war Schluss. Ich hätte wohl noch zwei mal mehr geschafft, aber nachdem ich am Freitag beim Heimradeln so dermaßen gefroren habe, wollte ich nichts riskieren. Ostwind. Kalte Finger und Füße. Das muss nicht noch mehr herausgefordert werden.

Zum Umziehen habe ich jetzt meinen Poncho wieder dabei. Den hat mir ja meine Freundin Diana genäht (weil ich ja nicht nähen kann) und der ist superpraktisch. Erstens weil er dunkelblau ist und damit Wärme absorbiert. Und zweitens weil er Wind- und Sichtschutz ist. Da kann ich mich in Ruhe umziehen. Meinen wohligen Kribbelschauer verpasse ich dadurch auch nicht, ich kann ihn vielmehr genießen!

Beim Heimradln sind die Finger und Zehen dann doch wirklich richtig kalt geworden. Der Ostwind ist einfach kein Freund des Eisschwimmers.


Fieser Ostwind

Der Nebel hatte sich in München gegen Mittag gelichtet, wenn auch nicht komplett. Doch ich wollte das relativ gute Wetter nutzen, denn fürs Wochenende ist eher Regen angesagt. Und bei Regen macht Radln in Kombi mit See-Schwimmen wenig Spaß. Mir zumindest nicht. Also heute, trotz leichtem Ostwind.

Am Langwieder See selbst war der Nebel noch ziemlich präsent, es gab kaum Lücken. Doch eigentlich hat das was – so mystisch. Und es ist ruhiger als bei Sonnenschein. Der See liegt spiegelglatt vor mir, ich platziere mich ganz nah am Wasser.

Mystische Nebelstimmung am Langwieder See

Mystische Novembernebelstimmung am Langwieder See

Vom Radln bin ich gut angewärmt, außer meine Hände und Füße, die sind etwas kühl. Jetzt also nicht lange fackeln, Sachen für Danach herrichten, ausziehen, Thermometer schnappen und rein. Das Wasser ist wärmer als gedacht, das Reingehen klappt ganz ohne Probleme. Es kostet mich erstaunlicherweise nicht mal Überwindung. Aber beim Schwimmen merke ich doch, dass es kalt ist. Und weil ich letztes Mal beim Heimradln so gefroren habe, vor allem in den Fingern, will ich es dieses Mal nicht übertreiben. Ich schwimme also viermal hin und her. Ein Kontrollblick aufs Thermometer zeigt 8,8 Grad. Wie schön!

An Land ist es dann erstmal heiß. Also nicht draußen, sondern mir. Mein Körper heizt nach, weil ihn das Wasser ausgekühlt hat. Den fiesen, feinen Ostwind spüre ich jetzt aber. Flugs das Handtuch rumgewickelt, Badeanzug runter, T-Shirt drüber. Und dann kommt mein Geburtstagsgeschenk zum Einsatz: Mein Poncho! Da ich nicht nähen kann, war meine Freundin Diana so nett (die kann sowas nämlich!) und hat aus einem Stück Fleecestoff einen Poncho genäht. „Geht doch ganz einfach, einmal zusammennähen und oben einen Tunnel für den Gummizug – fertig“, sagt sie. Ja, da hat sie leicht reden. Schließlich ist ja alles, was man kann, ganz leicht. Und mein Glück, dass sie es kann, denn jetzt habe ich einen dunkelblauen Poncho, unter dem ich mich umziehen kann. Und der – das ist fast noch besser – den Wind etwas abhält. Bei dem Ostwind, der kaum merklich ist (der See hatte ja nicht mal Mini-Wellen), ist das ganz fein.

Als ich angezogen bin, trinke ich noch etwas heißen Tee aus meiner Thermosflasche. Denn jetzt ist es wieder soweit, dass ich den Tee brauche. Vor zwei Wochen noch war es richtig warm, da brauchte ich das nicht. Jetzt bin ich froh drum! (Hier gibt’s übrigens meine persönlichen Tipps zum Winterschwimmen.)

Und zum Abschluss mache ich noch ein Foto vom Thermometer. Und siehe da: Im Uferbereich ist das Wasser kälter als ein paar Schritte weiter, wo ich geschwommen bin. Es zappelt zwischen 8,1 und 8,4 Grad hin und her. Unterwegs (im bauchnabeltiefen Wasser) waren es 8,8 Grad. Ich hatte letzte Woche schon das Gefühl, dass das Thermometer unterwegs mehr angezeigt hat als dann beim Foto. Spannend!

Das Thermometer kann sich nicht recht entscheiden...

Das Thermometer kann sich nicht recht entscheiden …

Beim Heimradln merke ich diesen fiesen Ostwind umso deutlicher. Denn meine Radlstrecke geht fast nur ostwärts – und dann kommt zum Fahrtwind auch noch dieser kalte, kaum merkliche Wind. Echt fies!

Dennoch war das „Eisschwimmen“ – oder Herbstschwimmen – heute eine gute Idee. Ich war nämlich etwas angespannt, genervt oder wie man das auch bezeichnen möchte. Und das Schwimmen samt der Bewegung an der frischen Luft haben meine Laune deutlich verbessert. Und ich hätte beinahe noch gekniffen …