Monatsarchiv: Juli 2016

Vollmondschwimmen im Chiemsee

Normalerweise ist Wasser blau-türkis (Freibad) oder grün-blau (See), doch dieses Mal war es schwarz! Denn ich war beim Vollmondschwimmen im Chiemsee. Der Tag bzw. Abend hätte nicht perfekter sein können: Ein Sommertag, wie er im Buche steht, mit blauem Himmel, angenehmer Sommerhitze und Sonne.

Ankunft am Strandbad Bernau

Dieser Tag neigt sich dem Ende zu, als Lutz (mit dem ich 2015 einige Seen erschwommen habe), Herbert und ich am Chiemsee ankommen. Die Abendsonne steht um halb 9 relativ tief am Horizont und taucht alles in ein mildes, goldenes Licht.


Jetzt ist die Sonne gleich weg …

Wir sind in Bernau, am Badehaus. Genau hier war ich im Januar, um mit Jochen Aumüller Eisschwimmen zu gehen. Da war das Wetter grau, nieselig und kalt. Und der See auch. Jetzt hatte der Chiemsee 20 Grad. Er liegt ruhig und glatt vor uns, nur leichte Mini-Wellen rollen im Kies aus. Am Ufer: Eine bunte Truppe aus Schwimmern, Triathleten, Kindern und SUPlern. Mittendrin: Jochen Aumüller, der vor einem Jahr mit seinem Freund Christoph zum Vollmondschwimmen ging. Auch im Winter waren die beiden, denn Jochen ist Eisschwimmer.

Vom Badehaus in Bernau: Der Sonnenuntergang über dem Chiemsee.


Während wir warten, dass es dunkel wird, verteilt Jochen schonmal die Knicklichter, die wir uns später am Kopfband der Schwimmbrille befestigen. Die Sonne ist inzwischen untergegangen, es ist fast kitschig, so rosa-orange und der See, der einfach nicht schöner sein könnte. Neoprenanzüge werden angezogen, Bojen aufgeblasen, eine freudige Erregung ist in der Luft. Immer mal wieder umdrehen, Richtung Berge schauen, ob der „Hauptact“ denn schon da ist. Noch ist er nicht zu sehen. Jochen erklärt inzwischen die Strecke. An Bojen, die ohnehin im See sind, hat er Knicklichter befestigt. „Wir schwimmen erst bissl raus, da ist die erste Boje. Dann in einem Linksbogen weiter. Haltet euch links, ich habe vorhin gesehen, dass da viele Wasserpflanzen sind. Da weichen wir bissl aus.“ Ohje – Chlorhühnchen und Wasserpflanzen ist schon bei Tageslicht so eine Sache …

Dann, endlich, zeigt sich zwischen den Bergen hinter uns der Mond. Ein großer, vanillegelber Vollmond. Wie im Bilderbuch. Kitsch pur. Und gegenüber, auf der anderen Seeseite, noch immer dieses Rosa der untergegangenen Sonne. Letzte Einweisungen von Jochen: „Jeder hat ein Knicklicht, das bitte am Kopfband befestigen. Immer zu zweit bleiben, jeder schaut auf seinen Mitschwimmer. Damit ja keiner verloren geht. Wir haben zwei SUPs dabei und ich mache den Besenwagen.“ Jetzt noch ein Gruppenfoto von den „Glühwürmchen“ und dann kann’s losgehen.

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Die „Glühwürmchen“ sind startklar. Manche mit, manche ohne Neoprenanzug.

Der Abend hat eine gewisse Kühle gebracht, das Wasser ist angenehm, aber frisch. Lutz, Herbert und ich schwimmen ohne Neo. Jochen natürlich auch, der ist aber Eisschwimmer. Das Reingehen klappt gut, ein wenig Resttageslicht ist noch da. Doch das Wasser ist bereits schwarz. Beim Schwimmen meine ich aber unter Wasser die ein oder andere Pflanze zu sehen. Oder ist es Einbildung?

Rufe schallen über den See: „Herbert?“ – „Hier!“ „Lutz?“ – „Hier!“. Mit zunehmender Dunkelheit wird es schwierig, sich zu orientieren. Da das Knicklicht am Hinterkopf befestigt ist, sehe ich die anderen kaum, als sie sich zu mir umdrehen. Das Gesicht leuchtet nicht. Nachteil auch: Meine Schwimmbrille ist getönt, das verdunkelt zusätzlich. Und dann ist sie am Rand auch noch bissl angelaufen, so dass ich richtig wenig sehe. Immerhin: Den Mond kann ich jetzt, als wir weiter vom Ufer weg sind, bestens sehen. Er schaut uns zu. Ich schwimme viel Brust. Nicht, weil ich nicht kraulen kann oder will, sondern weil ich so mehr sehen kann. Vom Mond, vom Himmel, der noch ein bisschen hell ist.

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Die Kamera war mit der Situation überfordert. Mein Tipp: Einfach selbst mal ausprobieren!

Vorm Losschwimmen gab uns Jochen mit auf den Weg: “ Genießt das Schwimmen. Es ist kein Wettkampf. Haltet inne, schwimmt auch mal Rücken. Ratscht miteinander und schaut euch den Mond und die Sterne an.“ Und genau das machen wir. Es ist eine sehr einmalige Stimmung. So ruhig, das Wasser plätschert ganz leise. Der Großteil der Gruppe ist weiter vorn, nur unser Dreier-Team schwimmt um mich herum. Dann kraule ich auch wieder. Unter mir: schwarz. Das einzige, das ich sehe, ist meine Hand. Die aussieht wie von einem Wassergeist, weil sie so weißlich leuchtet. Hin und wieder ziehe ich auch Luftblasen unter Wasser, das ist zwar wenig effektiv, sieht aber toll aus!

Insgesamt war die Strecke, die Jochen für uns geplant hat, 1,5 Kilometer lang. (Das Chlorhühnchen rechnet: Ah, das sind 30 Bahnen im Freibad.) Wem’s zu lang oder kalt wird, darf gern abkürzen. Allerdings nicht allein zurückschwimmen. Ich merke, wie mir langsam kalt wird, deshalb biegen Herbert und ich ab. Am Ufer sind ziemlich viele Lichter, es ist schwierig, sich zu orientieren. Aber wir sind auf dem richtigen Weg und irgendwann habe ich auch wieder Boden unter den Füßen und wir hören die Stimmen der anderen, die nicht mitgeschwommen sind.

Mir ist kalt. Und zwar so richtig. Aber es war schön. Es war zauberhaft. Es war kein bisschen angsteinflößend. Es hat sich ganz anders angefühlt als tagsüber. Kurz nach uns kommen auch die anderen an, die die ganze Strecke geschwommen sind. Alle sind sich einig: Das war der Hammer!

Und ich habe am Ende noch ein kleines Déjà-vu: Jochen kommt aus dem Wasser und sagt: „Ich glaub, ich schwimme gleich nochmal. Weil’s so schön war.“ Und ich stehe angezogen und zitternd mit meinem Mikrofon vom BR vor ihm, um seine Eindrücke für meinen Radiobeitrag aufzunehmen. „Irgendwie frierst du immer, wenn du hier bist“, sagt er. Ja, das stimmt. Schön war’s trotzdem! Wie auch im Januar!

Übrigens: Der nächste Vollmond ist am Donnerstag, 18. August!


Tegernsee-Insel-Schwimmen

Am Wochenende war’s soweit: Endlich, endlich kann ich in „meinem“ Tegernsee schwimmen. Meine persönliche Zeitplanung und das Wetter haben mal zusammengepasst, so dass ich es kaum erwarten konnte, bei sommerlichen Wassertemperaturen im besten See von allen zu schwimmen.

So klar ist das Wasser im Tegernsee selten.

 


Das Wasser hatte etwa 20 Grad und es war klar. Sehr klar. Glasklar! Normalerweise sieht man im Tegernsee nicht viel, außer seinem unnachahmlichen Grün. Doch am Wochenende hatte ich richtig Glück: Im Uferbereich konnte man nicht nur die Steine sehen, sondern auch in etwas tieferen Lagen das Gestrüpp, das dort wächst. In Abwinkel, an meiner Badestelle, fällt der See ziemlich schnell steil ab. Und der Abhang ist mit Gestrüpp bewachsen, es sieht fast aus wie ein waldiger Berg. Nur, dass der eben nicht in die Höhe ragt, sondern in die Tiefe absinkt. In ein dunkles Smaragdgrün.

Rechts lässt sich die Insel erahnen. Im Vordergrund erkennt man, wann das Wasser tiefer wird.

 


Zum Schwimmen war das Wasser angenehm. Die Oberfläche war glatt, es gab kaum Wellen. Der Tegernsee hat ein „griffiges“ Wasser. Man spürt einen guten Abdruck und kommt deshalb schön voran. Die Sonnenstrahlen bildeten unter Wasser einen richtigen Fächer. Es war wunderschön, zauberhaft. Zweimal bin ich zur Ringseeinsel geschwommen – Paul, die Boje, war auch dabei. Kurz vor der Insel merkt man auch unter Wasser, dass „Land“ kommt, denn das dunkle Smaragdgrün wird erst heller und dann konnte ich auch den Sandboden sehen. Auf die Insel selbst darf man nicht, es ist Vogelschutzgebiet. Deshalb nur kurz im noch recht tiefen Wasser stehengeblieben, die Landschaft genossen und dann zurück zum Ufer. Herrlich!


Schwimmen im Steinsee

An sonnigen und heißen Tagen gehe ich lieber in einem See schwimmen als im Freibad. Deshalb hieß es vergangenen Freitag: Pack die Badehose ein und auf zum See. Der beste See von allen, mein Tegernsee, war zu weit zum Fahren. Deshalb musste Ersatz her. Der Steinsee östlich von München wurde auserkoren und los ging’s. Auf dem schattigen Parkplatz konnte sich das Auto ausruhen, während sich auf mir gleich ein paar Mücken ein Plätzchen suchten. Ohje, ganz schlechte Karten für den See…. Vom Hügel aus konnte man den See schon sehen, dann ging’s auch schon hinab und ein schattiges Fleckerl war gefunden. Der See lag spiegelglatt vor uns – und erinnerte mich an den Langbürgener See, an dem ich letzten Sommer mit Lutz war. Ein sogenanntes Toteisloch, ein Überbleibsl der letzten Eiszeit.

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Birke am Steinsee

Später bei Wikipedia nachgeschaut: Ja, auch der Steinsee ist ein solches Loch. Naja – Loch klingt jetzt böse. Es ist wirklich idyllisch dort, umgeben von Wald und zum Teil Schilf. Das Wasser war warm (23 Grad etwa), der Untergrund zwar etwas weich, aber noch angenehm. Etwas dunkelgrünlich ist das Wasser dort.

Wir hatten dieses Mal unsere Bojen nicht dabei, aber da der See recht überschaubar ist, war das nicht weiter schlimm. Ein Erkundungsschwumm zur anderen Seite brachte Interessantes zu Tage: Da sind Bojen im Wasser. Richtige Rettungsbojen mit einem Seil, an dem man sich „festhalten und ausrufen“ kann, so erklärt es das Schild, das auf der Spitze des orangenen Notnagels hängt. Prima Sache! Und es sieht so aus, als wäre dort, entlang des gegenüberliegenden Ufers, eine ganze Reihe solcher Bojen ins Wasser gelassen. Zum Orientieren, zum Festhalten und für die Sicherheit, falls man wirklich in Not geraten würde. Sehr vorbildlich und echt toll!

Das Schwimmen lief prima, fast besser als im Pilsensee, da auf dem Steinsee kein „Verkehr“ ist. Das Wasser ist zwar trüb, aber das ist in Seen einfach so. Der Steinsee ist wirklich schön, es waren trotz besten Sommerwetters kaum Menschen da. Vielleicht lag es auch daran, dass die Mücken da waren. Besonders, wenn man nass ist, fallen sie über einen her. Und nach 18 Uhr, als die Schatten länger wurden, kamen die Mücken auch zahlreicher.