Monatsarchiv: Mai 2015

Bunte Badeanzüge

Ich trage gern bunte Badeanzüge. Schwarz mit drei weißen Streifen finde ich langweilig. Seit ich regelmäßig schwimme, will ich auch farbenfroh sein. Aktuell habe ich einen Badeanzug von Funkita.


Kürzlich in der Umkleide im Dantebad. Ich will gerade los zum Becken, da spricht mich eine ältere Frau auf meinen Badeanzug an. „Mei, ist der schön. So bunt!“ – Sie ist in ein Handtuch gewickelt, die Haare nass. Also schon fertig mit schwimmen. Während wir so über den Badeanzug reden (Hersteller, wo kann man ihn kaufen, Größe, etc.), zieht sie sich an. Ich frage dann, welchen Badeanzu sie denn hat. Einen schwarzen vielleicht? „Nein, das ist meine Unterwäsche“, erwidert sie. „Das dachte ich mir schon. Aber Sie waren doch vorhin schwimmen, was hatten Sie denn da an?“, frage ich. „Nichts“, sagt sie, „ich war im FKK-Becken!“ (im Dantebad gibt’s ein eigenes FKK-Schwimmbecken). Darauf entgegnete ich: „Ja, das ist auch eine Lösung! Wenn man keinen schönen Badeanzug findet, geht man nackt baden!“

Da müssen wir beide lachen und wünschen uns noch einen schönen Tag.

Ich habe meine Badeanzüge übrigens bei Blue Aqua Sports gekauft. Kann ich empfehlen. Sehr netter Kontakt zur Shop-Inhaberin, alles problemlos funktioniert.


Heimkommen – oder: Dahoam is dahaom!

Heute war es endlich soweit: Das Dantebad hat seine „Sommerzeit“ begonnen. Das heißt: Auch das zweite, kleinere Schwimmbecken ist zum Schwimmen bereit. Es ist ebenfalls 50 Meter lang, aber nur fünf Bahnen breit. Und das Wasser ist kälter als im großen Stadionbecken. Im Stadionbecken kann man das ganze Jahr über draußen schwimmen. Aber das ist für mich ein ganz anderes Dantebad als das kleine „Sommerbecken“. Da fühle ich mich irgendwie daheim. Es ist „mein“ Becken. Mein Zuhause – also so gut wie … Und heute konnte ich dort endlich eintauchen. Der Tag war perfekt dafür: bewölkt mit der Minimalchance auf Sonne.


 Ich war auf dem Weg zum Dantebad etwas verunsichert: Würden viele Leute schwimmen? Schließlich ist Samstag und Ferienbeginn. Und auch wenn das Wetter kein klassisches Freibad-Wetter ist: Die Münchner gehen anscheinend immer schwimmen. Naja.

Ich komme an und kann es kaum glauben. Ich denke, ich träume: Das ganze Becken leer. Also – Wasser war schon drin und die Kette, die am Rand eine Schwimmerbahn abtrennt. Und die Wasseroberfläche total glatt. Irgendwie unwirklich. Ich gehe zur Schwimmerbahn, weil ich so ein Gewohnheitstier bin und einfach gern in meinem abgetrennten Bereich schwimme. Ich setz mich an den Beckenrand, strecke die Füße langsam rein und sag erstmal leise „Hallo“ zu meinem Becken. Brille aufgesetzt und eingetaucht – und schon geht’s los. Und ohmann – ist das schöööööön! Ich und mein Becken, endlich wieder vereint. Und dann auch noch ungestört. Wir haben so wie zwei Freunde bissl Zeit für uns. Ich freue mich echt, wieder hier zu schwimmen. Ich kann das gar nicht so genau beschreiben, es ist einfach ein Gefühl. Wie heimkommen. Hier gehöre ich hin. Die anderen Bäder sind zwar auch schön, aber das Sommerbecken im Dante – das ist „meins“!


Die ersten 500 Meter bin ich die einzige im Becken. Dann kommen zwei Jungs, doch sie schwimmen am anderen Beckenrand. Und dann zwei Frauen, die auch im nicht abgesperrten Bereich schwimmen. Ich habe die Bahn also weiterhin für mich – ganz allein. Nachdem ich meine 3.000 Meter fertig habe, beschließe ich, weitere 1.000 Meter zu schwimmen. Weil ich so schön allein auf der Bahn bin. Total glücklich, nur mit mir und dem Wasser. Und während ich mein Extra-Pensum schwimme, verschwinden nach und nach die anderen wieder. Und so bin ich wieder ganz allein im Wasser. Und schwimme und gleite und freue mich des Lebens.


Zwischen den Wolken versucht die Sonne immer wieder, sich ein Plätzchen zu erkämpfen. Es gelingt ihr nicht wirklich. Aber mir ist das egal. In der Spiegelung des Edelstahlbeckens wird’s mal heller und dann wieder etwas dunkler. Das Blau bleibt. Und nach jeder Wende hab ich den ungestörten, freien Blick auf 50 Meter Wasser – ganz für mich allein. Ein herrlicher Schwimmtag.

Zum Abschied schaue ich noch wenige Minuten auf das leere Becken, dessen Wasseroberfläche jetzt wieder ganz glatt und ruhig daliegt. „Bis morgen …!“


Freiheit im Freibad

Der 1. Mai ist ein Feiertag in Deutschland. Für jeden so auf seine Art. Tag der Arbeit für die einen, Faulenzen für die anderen. Für mich: Der Tag, an dem die Freibad-Saison startet. Und nicht nur für mich. In unserer Facebook-Gruppe „Bist du heute schon geschwommen“ fiebern seit Tagen die Mitglieder diesem Tag entgegen.


Nicht-Schwimmer werden uns nicht verstehen. Und schon gar nicht, wenn es an diesem Tag auch noch kühl ist und regnet. Doch das Schwimmer-Herz schlägt höher. Freibad im Regen – so sehen unsere feuchten Träume aus.

Auch, wenn man in München das ganze Jahr im Freibad schwimmen kann (Dante-Winter-Warmbad), es ist doch etwas anderes, im „richtigen“ Freibad seine Bahnen zu ziehen. Und bei Regen noch viel schöner. Man mag es nicht glauben, aber im Laufe einer Stunde verändert auch der Regenhimmel sein Gesicht. Mal hellt es auf, obwohl es weiterhin regnet. Mal prasselt’s so stark, dass man die Tropfen sogar unter Wasser noch spürt. Und dann wieder regnet es nur ganz fein, so dass man es kaum noch wahrnimmt. Und wie schön sehen die Regentropfen von unten erst aus! Es ist einfach nur schön …

Und das Schwimmen an sich fühlt sich auch irgendwie anders an. Das Wasser ist kälter, es fühlte sich gestern „härter“ an als das Wasser im Dantebad oder in der Olympiaschwimmhalle. Doch nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, lief’s schön rund. Bahn um Bahn ging’s besser. Ein richtig schöner Flow!

Für mich hat das „schlechte“ Wetter jetzt wieder seine Berechtigung. Hoffentlich kommen nicht allzu viele auf den Geschmack!