Schlagwort-Archive: sonne

Schwimmfreu(n)de

Seit die Freibäder wieder geöffnet haben, bin ich wieder besser gelaunt. Nicht jeden Tag, aber meine Grundfröhlichkeit ist zurück. Ich genieße es, in Ruhe meine Bahnen zu ziehen, in den Flow zu kommen. Am liebsten ganz allein, eine Bahn nur für mich. Aber es gibt etwas, das fast noch besser ist: mit Freunden zu schwimmen. Über die Jahre habe ich viele Mit-Schwimmer kennengelernt, manche nur mit Vornamen im Wasser (manchmal nicht mal das), andere mit Nachnamen und Telefonnummer. Sie sind zu richtigen Freunden geworden, die ich auch außerhalb des Schwimmbads treffe. Das ist sehr wertvoll.

Viel Platz für meine Schwimmfreunde und mich!
Viel Platz für meine Schwimmfreunde und mich!

Wenn es sich ergibt, dass wir dann miteinander schwimmen, ist es umso schöner. Dazu muss ich sagen, dass alle meine Schwimmfreunde besser schwimmen als ich. Bessere Technik, höheres Tempo. Aber das scheint keine Rolle zu spielen. Wir genießen es, unserem Hobby nachzugehen. Das Wasser zu spüren, zu gleiten, uns anzustrengen und uns dabei gut zu fühlen.

„Dank“ Corona sind einige meiner Freunde im Homeoffice und so schaffen wir es ziemlich regelmäßig, dass wir gleichzeitig im Bad sind. Mit meinen „Telefonnummer-Freunden“ kann ich mich natürlich dazu verabreden, aber es gibt eben auch den ein oder anderen, den man dann nur im Becken trifft. Gleiche Zeit, gleicher Ort. Und das ist richtig schön! Manchmal schwimmen wir fast die ganze Einheit gemeinsam, manchmal sehen wir uns nur zur „Übergabe“, je nach Zeitplan. Aber es ist immer schön! Ich freue mich direkt darauf. Auch, wenn ich die Bahn dann nicht für mich habe. Aber mit Freunden ist es ja fast dasselbe. Und wenn dann bei Sonne noch bisschen Zeit für einen Ratsch in der Sonne ist, ist es fast wie Urlaub. Oder wie als Kind, als man sich einfach so, ohne groß was abzumachen, im Freibad (oder in meinem Fall im Strandbad am See) getroffen hat. Man wusste einfach, dass die anderen da sind. Dass es sowas noch gibt, macht mich fröhlich. Da teile ich „meine“ Bahn doch gern!


Das Glück ist flüssig und türkis

Endlich heimkommen. Kennt ihr das Gefühl? Oder frisch verliebt zu sein? Oder sich wieder in jemanden zu verlieben? Ja, so ungefähr fühlt es sich an, wieder zu schwimmen. Zu dick aufgetragen? Ich glaube nicht. Zumindest nicht für uns Chlorhühner, Wasserratten, Schwimmjunkies, Wasserfrösche oder wie immer ihr euch auch nennt… Ich habe euch genau gesehen. Dieses fast schon debile Grinsen im Gesicht. Und auch diese Ehrfurcht vor dem Wasser: Kann ich es überhaupt noch? Denn wer von uns Wasserjunkies war schon mal ein Vierteljahr, drei Monate, 13 Wochen, nicht im Wasser? Keiner. Und warum nicht? Ja, blöde Frage.

Die Wolken konnten die Schwimmer nicht abhalten, endlich ins Bad zu kommen.

Und jetzt dürfen wir wieder. Als ich gestern noch kurz in der Sonne im Dantebad saß, hat es ein kleines Mädchen auf den Punkt gebracht: „Ich hab fast vergessen, wie schön schwimmen ist.“ Ich musste grinsen und dachte: Wie recht du hast!

Auf den Stufen im Stadionbereich setzt man auf Eigenverantwortung.

Oder der Typ, der mit uns auf der Bahn geschwommen ist. Schnell war der. Und gut. Der hat doch keine so lange Pause gemacht, der war doch heimlich im See! Oder im Ausland. Oder… naja. Es ergibt sich ein kurzer Schwatz am Beckenrand (mit Abstand, natürlich). Dabei grinst der Typ sosehr, dass sich seine Mundwinkel gefühlt dreimal um die Ohren wickeln. Und sagt, dass er paar Mal im See war (ich WUSSTE es!), Krafttraining an Land gemacht hat und dass auch viel Willen dahinter steckt. Und dass es gut läuft (das haben wir anderen neidisch zur Kenntnis genommen.). Ich muss auch grinsen, weil ich ihn so gut verstehen kann und mich für mich und für ihn und für uns alle einfach nur freue.

Ich war von Montag bis Mittwoch in Germering schwimmen. Das Freibad ist toll, aber nicht voll. Ok, lag am Wetter. Denn am Dienstag und Mittwoch war es tatsächlich kühl und regnerisch. Aber wer ein Junkie auf Entzug ist, der radelt auch im Nieselregen eine Stunde zum Bad. Die Schwindelgefühle vom ersten Schwimmtag waren dann am Dienstag schon besser. Ich habe Ohrenstöpsel benutzt, bin mit dem Pullbuoye geschwommen, habe mich auf eine möglichst ruhige Lage konzentriert. Es war schön. Und anfangs, also am Montag, kam mir die 50-Meter-Bahn ziemlich lang vor. Krass. Wenn man das immer macht, ist es nicht weit. Aber so war es ungewohnt. Und nach den ersten 500 Metern dachte ich auch: Jetzt weiß ich, warum so viele Leute immer so beeindruckt sind, wenn man sagt, dass man 3 Kilometer schwimmt. Ist doch nix! Jaahaa… wenn man es gewöhnt ist. Aber da komme ich schon wieder hin.

Ins Sommerbecken dürfen bis zu 75 Personen. Zum Glück waren so viele nicht da …

Gestern war dann der erste Tag im Dantebad. Mein Heimatbad. Mein geliebtes Sommerbecken, in dem die eine Schwimmerbahn im Schatten ist. Trotz eher mäßigem Wetter waren einige Leute da. Ich hatte mich mit zwei Schwimmfreunden verabredet. Es lief gut. Als mich meine Freunde dann mal überholt haben, war ich echt gerührt! Das war so schön. So normal. So wie früher. Und man ist gemeinsam. Man teilt diese Leidenschaft fürs Wasser, die Freude am Schwimmen. Am Schweben. Am Dahingleiten. Es war echt sehr emotional.

Das Chlorhuhn in seiner natürlichen Umgebung.

Und vor und nach dem Schwimmen haben wir bekannte Gesichter getroffen. Wie das oft so ist, weiß man den Namen nicht, hat keine Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. Aber hier im Dantebad (oder jedem anderen Bad) gab’s nur ein Thema: Wie man die Zeit verbracht hat, dass man sich freut, wieder hier zu sein. Wie das Schwimmen war. Dass der See zu kalt und einfach nicht dasselbe ist. Dass Joggen als Alternative langweilig ist. Kurz: Dass man das Schwimmen mit nichts vergleichen oder gar ersetzen kann.

Heute war ich nochmal schwimmen. Mit meiner anderen Schwimmfreundin. An einem Brückentag mit blauem Himmel, Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Und dann Corona und alles – ohje. Aber dann: Überraschung. Es ist relativ wenig los, das Schwimmen klappt sogar ganz prima, wir sind zu dritt in der Bahn. Und bei mir stellt sich der Flow ein. Ich kann es gar nicht glauben, was da im Bauch kribbelt und im Hirn wirbelt, während ich da so vor mich hinschwimme. Die Sonne scheint durch die Blätter, ich spüre deutlich den Unterschied zwischen den schattigen und sonnigen Stellen im Wasser. Ich fliege, ich schwebe – ich will gar nicht aufhören. Der Schwindel ist besiegt und dass die Arme etwas schwer sind: egal. Ich bin in meinem Element. Daheim. Umschlossen vom Wasser, durchflutet vom Glück. Ich kann es gar nicht fassen, wie toll es ist!

Wasser!!

Seit Montag habe ich auch zuhause festgestellt, dass meine Laune deutlich besser ist. Gelöster. So ganz tief drinnen. Als ob ein Knoten geplatzt wäre. Erleichtert. Weil ich wieder schwimmen kann. Weil ein großes Stück Normalität in mein Leben zurückgekommen ist. Und weil schlechtes Wetter wieder Sinn macht!

Ich sag ja: Ich kann gar nicht aufhören zu grinsen!

Wasser marsch!

Jetzt ist es soweit: Kein Wasser. Zumindest nicht im Freibad und nicht in absehbarer Zeit. Ich hatte es ja fast befürchtet. Manno! Jetzt, wo das Wetter so schön ist. Jetzt, wo die Sehnsucht echt groß ist! Fünf Wochen an Land! Das muss man sich mal vorstellen! Fünf mal sechs Tage ohne Wasser. 30 Tage! Hallo?? Das hatte ich nicht mal nach meinem Unfall. Und da war immerhin Besserung in Sicht. Und jetzt? Vor lauter Panik und Angst bleiben Sportstätten geschlossen. Sogar Stege an den Seen sind gesperrt. Hoch ansteckend, so ein paar Holzplatten auf dem Wasser. Unfassbar.

Hochansteckend, so ein Steg!

Ja, schon klar – die Ansteckung geht von den Menschen aus, die hier in Horden rumsitzen. Aber haben wir in den letzten fünf Wochen nicht alle gelernt, dass es wichtig ist, Abstand zu halten? Ich hoffe doch, dass die meisten Mitmenschen das inzwischen wissen und sich nicht eng an eng aneinander quetschen (was ich persönlich ja schon immer besser fand, aber als „seltsam“ galt).

Alles meins, keiner da!

Das Radln macht nach wie vor Spaß, meine Ortskenntnis im nördlichen Outback von München erhöht sich. Zum Glück spielt das Wetter noch mit. Denn Radln ist sehr wetterabhängig, ganz anders als Schwimmen. Allerdings stelle ich auch Parallelen fest: Inline-Skater sind die Brustschwimmer des Radlfahrers: schwer einzuschätzen, gehören irgendwie nicht dazu und sind immer im Weg. Vorteil vom Radlfahren: Man hat eine Klingel, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch der Schein trügt, nicht immer wird man gehört. Immerhin sind die „Hindernisse“ überholt und tauchen nicht nach 50 Metern wieder auf … Galgenhumor!

Bayern wie im Klischee: der Starnberger See, im Hintergrund die Alpen im Dunst

Heute habe ich es nicht mehr ausgehalten ohne Schwimmen. Deshalb bin ich vormittags zum Starnberger See gefahren. Vorteil von Corona: Weniger Autoverkehr, immerhin. Und am See zum Glück nur ein anderer Mensch. Ich halte ja, siehe oben, eh gern Abstand. Also kein Problem. Der Steg ist zwar gesperrt, ins Wasser kommt man trotzdem.

Bestes Wasser!

Das ist angenehm klar und kühl, aber nicht zu kalt. Ich gehe rein, es ist echt schön! Weil ich vom Radln etwas aufgehitzt bin, warte ich ein bisschen, dann tauche ich unter. Schööööön! Ich schwimme Oma-Brust, einmal um den Steg herum. Das Wasser ist kühl, ich merke, wie mein Atem schneller geht. Aber es ist gut auszuhalten, außerdem könnte ich hier überall stehen, das Wasser ist flach. Und so schwimme ich die paar Meterchen um den Steg. Beim Rausgehen ist mir ganz wohlig, und als ich das Handtuch um mich wickle, kribbelt es. Es ist nicht so heftig wie im Winter, dafür ist das Wasser schon zu warm und auch die Luft ist fast schon sommerlich. Aber es ist schön! Ich genieße den Blick aufs Wasser und die Alpen, die im Dunst zu erkennen sind.

Schön war’s! (Und irgendwann schaffe ich es auch, ein gutes Selfie zu knipsen!)

Dann ist es schon wieder Zeit zum Aufbruch. Beim Radln ist mir nicht kalt, aber ich fühle mich erfrischt. Gestärkt. Es ist zwar nicht mit dem Bahnenschwimmen im Schwimmbad zu vergleichen, aber sehr schön.

Auf die Freibad-Saison möchte ich dennoch nicht verzichten. Es wäre wirklich unglaublich, wenn wir heuer überhaupt nicht ins Freibad könnten!

Diesen Spruch von Benjamin Franklin sollten wir uns alle zu Herzen nehmen. Es gibt keine Vollkaskoversicherung fürs Leben …


Kälte-Kopfweh

Heute habe ich es endlich wieder zum Eisschwimmen geschafft. Das letzte Mal war ich an Allerheiligen., davor am 1. Oktober. Dann war entweder irgendwas oder das Wetter hat nicht gepasst. Bei Regen zum Beispiel habe ich keine Lust, da ich ja mit dem Radl fahre.

Heute aber endlich gute Bedingungen. Bissl Sonne, kaum Wind und sogar ziemlich warm: 10 bis 12 Grad Lufttemperatur. Vorfreudig schwinge ich mich aufs Radl und düse los zum See. Puh! Ganz schön warm! Obwohl ich nur ein T-Shirt unter meiner Jacke anhabe.

Das Licht ist auch ganz besonders. Irgendwie indirekt, weil es inzwischen eine Wolkenschicht gibt. Aber trotzdem hell. Dadurch leuchten die letzten gelb-orangen Blätter an den Bäumen golden.

Am Langwieder See angekommen, stelle ich mit Freude fest, dass kaum Leute unterwegs sind und zum anderen der See spiegelglatt ist. Prima! Idealbedingungen!

Als ich dann ins Wasser gehe, merke ich, wie kalt es ist. Die Nächte waren oft kalt seit Anfang November. Und mir ist irgendwie warm vom Radln. Ich bleibe also erstmal stehen und gewöhne mich an die Kälte. Aber weil es ja draußen auch nicht soooo warm ist, um im Badeanzug im kalten Wasser zu stehen, tauche ich unter.

Ist das kalt! Krass! Ich versuche ruhig zu bleiben und schwimme im hüfttiefen Wasser. Aber es wird nicht besser. Es schneidet mir eiskalt am Nacken entlang. Die Füße sind Eisklumpen, mein Atem macht Dampfwölkchen über dem Wasser. Mein Kopf schmerzt aufgrund der Kälte. Das habe ich noch nicht erlebt.

Ich muss raus. Ich dachte, dass ich viermal hin- und herschwimmen kann. Aber es geht nicht. Ich muss raus. Einmal hin und her, das reicht. Krass! Ich überlege noch, ob es vielleicht geht, wenn ich mich kurz hinstelle und warte. Aber auch das ist mir zu kalt. Alles in mir fordert: Rausgehen ! Raus! Raus! Und das mache ich dann auch.

An Land wickle ich mich in mein Handtuch. Es kribbelt immerhin ganz schön. Das fühlt sich gut an! Immerhin etwas!

Woran es lag? Keine Ahnung. Es gibt einfach Tage, da soll es nicht sein. Und dann darf man es auch nicht erzwingen. Lieber auf den Körper hören als irgendwelche Risiken eingehen. Und morgen ist ein neuer Tag.


Start in die Wintersaison

Als ich am Langwieder See ankomme und ein Foto machen will, denke ich mir: Das hast du doch schon 100mal fotografiert. Den See. Den Himmel mit und ohne Wolken. Die Bäume mit grünen Blättern, dann mit gelben und irgendwann ohne Laub. Aber das ist ja das Schöne: Es ist inzwischen vertraut. Das Schwimmen im See im Herbst, Winter und Frühling mache ich inzwischen auch schon ein paar Jahre und deshalb kenne ich auch diese Stelle am See schon recht gut. Und auch, wenn es immer dasselbe ist, ist es immer wieder anders.

Heute ist es recht windig, von Westen her weht es über den See. Der macht leichte Wellen, die Autobahn dröhnt übers Wasser. Ich lasse mich davon nicht stören, freue mich lieber, dass die Sonne trotz Wolkenschicht noch wärmt und gehe ins Wasser. Das ist frisch, aber nicht kalt. Untertauchen und schwimmen ist kein Problem. Mein Thermometer zeigt zwar stur 20 Grad an, aber das glaube ich nicht. Eher 16 Grad. Es bitzelt ein kleines bisschen, aber kein Kribbeln. Dazu ist es zu warm. Ich drehe eine kleine Runde, dann gehe ich wieder raus. Ich fühle mich erfrischt. Total toll!

Dann bleibe ich noch ein bisschen am Ufer. Und siehe da! Eine zweite Frau kommt! Wir ratschen ein bisschen, dann schwimmt sie los. Auch sie meint, dass das Wasser etwa 16 Grad hat und dass sie öfter hier ist.

Ich sehe ihr noch nach, dann radl ich zurück. Ich habe nämlich Hunger!


Letzter Abschied vom Freibad

So… jetzt ist wirklich Schluss mit Freibad! Das Schyrenbad in München hatte als erstes aufgemacht (ich war dabei!) und als letztes zugemacht. Ein Novum in München, dass das Freibad bis 30. September geöffnet hat. Normalerweise ist mit Schulanfang Mitte September Schluss. Vielleicht eine Verlängerung bei besonders gutem Wetter. Aber ohne wenn und aber bis 30. September – das ist neu. Und das hat mich gefreut. Und auch bissl gestresst… weil ich ja dachte, dass ich am 9.9. zum letzten Mal im Freibad schwimme. Und dann mein Leben wieder „normal“ wird. Aber so? Da „musste“ ich ja fast schwimmen. Nicht, dass das Freibad geöffnet hat und keiner kommt! Und an kühlen Regentagen war es wirklich so, dass kaum jemand da war, zum Teil war ich ganz allein. Und an den schönen Spätsommertagen – ja, da wollte ich mir das natürlich nicht nehmen lassen. So kam es, dass ich jetzt seit 12. August JEDEN Tag im Freibad war. Immerhin in unterschiedlichen Bädern, aber: JEDEN Tag drei Kilometer geschwommen. Und ich dachte schon, der Mai war krass, weil ich da ja jeden Tag im Freibad war. Das war der Plan und den habe ich umgesetzt. Jetzt war es kein Plan mehr, sondern der „normale Wahnsinn“. Zudem ich auf dem Weg zum Schyrenbad seit einer Woche an der Wiesn (aka Oktoberfest) vorbeiradeln muss. Keine angenehme Sache, dachte ich. Doch das ging besser als erwartet (am Wochenende habe ich das gemieden).

Naja. Und jetzt also Abschied Nummer 4 (nach Dante, Dachau und Germering). Bei Sonne, Wind und Wolken wollten dann auch noch andere Schwimmer den letzten Tag genießen, so dass ich leider nicht allein war. Daran hatte ich mich zwischenzeitlich schon gewöhnt, so dass mir sogar 2 bis 3 Mitschwimmer als viele Leute vorkamen.

Die Natur hat sich zu Beginn meiner Schwimmeinheit heute noch was ganz Tolles einfallen lassen: Es war ja recht windig (Auswirkungen des Sturmtiefs über Norddeutschland) und so fielen die gold-gelben Blätter nicht nur von den Bäumen, sondern ins Schwimmbecken. Und weil auch grad die Sonne gescheint hat, hat es ausgesehen, als würde man in einem Konfetti-Flitter-Regen schwimmen. Mann! Das war so toll! Leider kein Foto! Aber ihr müsst euch das so vorstellen: im hell-türkisen Wasser bricht sich nicht nur das Sonnenlicht, sondern die Blätter unterschiedlicher Bäume wirbeln umher. Dabei leuchten sie golden und gelb und irgendwie wirkt alles so „3D“. Einfach toll!

Nicht wirklich voll, aber wenn man so oft allein geschwommen ist, ist das hier: rappelvoll! 😉

Der Wind hat allerdings die Wasseroberfläche etwas aufgewühlt und abgekühlt, so dass ich nach meinen drei Kilometern ziemlich ausgekühlt bin und es dabei belasse. Keine Extra-Meter heute. Jetzt ist Schluss. Schluss mit Sommer, Sonne, Freiheit, Einsamkeit! Schade!

Ich habe auch noch Bilanz gezogen: Es waren sagenhafte 432 (was für eine tolle Zahl!!!) Kilometer in den verschiedenen Freibädern. Die meisten Fehltage hatte der Juni, ansonsten war ich fast jeden Tag. Stellt sich nur die Frage: Was mache ich morgen?


Abschied in Raten

Der wahrscheinlich längste Freibad-Sommer aller Zeiten verabschiedet sich in Raten. Nachdem ich mich schon von meinem Daheim-Bad, also dem Sommerbecken im Dante, verabschiedet habe und auch die Freibad-Saison in Dachau trotz Verlängerung vorbei ist, heißt es heute Abschied nehmen in Germering. Auch hier endet jetzt die Zeit im Freibad und das Schwimmen unter freiem Himmel. Auch hier wurde noch verlängert. Probleme mit dem Hallenbad. Haha. Die habe ich immer!

Toller Service! Damit die Leute schwimmen können, bleibt einfach das Freibad geöffnet.

Germering hat eigentlich ein recht attraktives Bad. Es gibt drei bis vier abgetrennte Schwimmerbahnen und meistens kann man in Ruhe schwimmen. Übrigens ist das Bad eine Entdeckung meiner ältesten Schwimmfreundin Diana. Mit ihr war ich zum ersten Mal vor einigen Jahren hier und auch heuer hat sie mich mit dem Auto mitgenommen. Voll der Luxus: mit dem Auto ins Freibad!

Diana wusste lustigerweise auch, dass die Sportfreunde Stiller hier ein Video gedreht haben!

Der Sprungturm ist in „Wellenreiten“ von den Sportfreunden Stiller zu sehen.

Heute und die letzten Male war ich aber mit dem Radl hier. Meine anderen Schwimmfreunde Cissi und Jakob haben nämlich wie ich kein Auto und so bleibt nur das Radl. Aber wenn man die Strecke mal kennt, ist es überhaupt kein Problem hierher zu radln. Genauso wie nach Dachau.

Irgendwie waren Cissi und ich die letzten beiden Wochenenden aber nicht so begeistert von Germering. Wir hatten zwar eine Bahn komplett für uns zwei, aber so richtig wollte sich die Freude darüber und die Freude am Schwimmen nicht einstellen. Woran liegt es? Daran, dass das Becken gefliest ist (und kein Edelstahl)? Daran, dass das Wasser doch ganz schön warm ist? 26 Grad und die Sonne scheint drauf – das ist schon was anderes als 23/24 Grad bei Wolken. Zumal wir kaltes Wasser ja mögen… hm. Ratlos ziehen wir unsere Bahnen und ich habe immer das Gefühl, dass ich kaum voran komme… irgendwie unbefriedigend.

Abendstimmung in Germering

Das war gestern und heute anders! Gestern war’s ziemlich windig, ich war vom Radln etwas ausgekühlt. Und wegen Wolken und Wind war auch das Wasser kühler. Ich schwimme Rücken, Kraul und Brust im Wechsel. Es fühlt sich gut an! Dann, weil ich ganz allein auf der Bahn bin, 1000 Meter Rücken. Herrlich! Den Himmel und die Wolken beobachten, die in einem Affenzahn über mich hinwegziehen. Dann die Sonne auf dem Bauch spüren. Toll!! Weil das Wasser relativ warm ist, schwimme ich im Bikini. Und heute auch. Mit dem Unterschied, dass der Himmel langweilig einfach nur blau ist.

Meine Aussicht beim Rückenschwimmen!

Aber das ist natürlich auch voll schön! Und dann wird mir bewusst, dass es das letzte Mal ist, dass ich im Freibad Rücken schwimmen werde. Ich genieße es. Obwohl andere Leute auf der Bahn sind (und überholen beim Rückenschwimmen blöd ist). Ich denke darüber nach, warum es heute „besser“ geht als letzte und vorletzte Woche. Zeitlich bin ich wohl so schnell wie immer. Aber es fühlt sich besser an. Meine Theorie: ich muss mich an das Becken gewöhnen. Beim ersten Mal in Dachau habe ich mich auch nicht so wohl gefühlt. Ich hatte das schon öfter, dass ich mich fremd fühle und dann nicht so gut schwimme. Also innerlich. Äußerlich sieht es wohl ähnlich aus.

Bissl was war schon los heute. Aber es war Platz für alle!

Und jetzt, wo ich mich an Germering gewöhnt habe, ist hier der letzte Tag. Die Freibad-Saison verabschiedet sich hier mit einem sehr sommerlichen Tag. Blauer Himmel, Sonne und richtig warm! Wenn die Bäume am Rand nicht schon das ein oder andere gelbe Blatt hätten, könnte man glatt meinen, es wäre Sommer! Doch auch die Sonne steht viel tiefer und macht ein sanftes Licht. Ein würdiger Abschied!

Übrigens bin ich nicht die Einzige, die traurig ist, dass der Freibadsommer vorbei ist. Schwimmkollege Lutz hat heute in Taufkirchen/Vils bei freiem Eintritt Abschied genommen.

Abschied von Sommer, Sonne, Bikini und Germering!

Fun-Fact: Neben dem Freibad in Germering ist die Eishalle. Da hat heute die Saison angefangen. So kann Eis-Schwimmen auch sein.

Und weil wir in Germering noch keine Eisdiele gefunden haben bzw. keine auf dem Weg liegt, gibt’s das After-swim-Eis daheim! Sogar aus Finnland! Jäätelö!


Regentropfenschwimmen

Das beste Freibad-Wetter ist das Wetter, an dem keiner kommen mag. Also, keiner außer mir und ein paar anderen Freaks: Wolken oder sogar Regen. Regen im Freibad, das war in den letzten beiden Sommern eher selten und auch heuer hatte ich oft das „Glück“, dass es nicht geregnet hat. Umso schöner war es diese Woche, als es sogar zweimal geregnet hat, als ich geschwommen bin.

Das Licht ist ein ganz besonderes: Unter Wasser ist es bläulich-türkis, das Edelstahlbecken reflektiert die kleinsten Lichtpartikel. Weil nur wenige Leute schwimmen, ist die Wasseroberfläche relativ glatt. Und dann fängt es an zu regnen. Es ist wie bei „Forrest Gump“: Es gibt ganz verschiedene Arten von Regen. Den ganz feinen Nieselregen, den man kaum bemerkt zum Beispiel. Oder die großen, schweren Tropfen. Die bemerkt man ganz deutlich, zum Beispiel spüre ich sie beim Kraulen auf meiner Schulter. Und ich kann sie von unten sehen, wie sie die Wasseroberfläche durchdringen. Wie sie, wenn sie schnell genug fallen, wieder nach oben spritzen. So, wie man es manchmal auf künstlerischen Bildern sehen kann. Ich konnte am Beckenrand sogar Wassertropfen beobachten, die für einen kurzen Moment auf der Wasseroberfläche liegen bleiben. Das ist mindestens so faszinierend wie die Schneeflocken, die ich im Winterfreibad im Dante beobachtet habe, wie sie erst unter Wasser langsam schmolzen und sich aufgelöst haben. Und überhaupt ist es so schön, dem Regen „von unten“ zuzusehen. Wenn genügend Tropfen auf die türkise Wasseroberfläche fallen, wirkt es wie ein Diamantglitzerhimmel, auf den ich von unten, also von unter Wasser, schaue. Ich muss zugeben, dass ich dann etwas vom Schwimmen abgelenkt bin, weil das einfach so schön aussieht.

Oder ein krasser Prasselregenschauer, der fast schon wehtut, wenn er auf die Schultern prallt. Und das Geräusch erst, das ist auch toll: platschplatschprasselplatsch!

Ebenfalls sehr schön: Rückenschwimmen bei Regen. Wenn die Tropfen mit einem dicken „Platsch“ direkt auf mein Gesicht fallen. Wenn ich direkt in den Himmel blicke, der bleigrau über mir hängt und zu weinen scheint. Auf mich, die hier schwimmt. Als hätte der Himmel Mitleid mit mir. Aber das muss er nicht haben – ich bin hier nicht einsam, ich bin allein. Und glücklich. Weil ich das Becken (fast) für mich allein habe, es nicht kalt ist und der Regen so schön aussieht. Und weil ich ja eh nass bin, beim Schwimmen.

Und bei Schauer-Wetter kommt mit etwas Glück dann auch wieder die Sonne raus und die Stimmung ist unter Wasser wieder eine andere. Hell und strahlend, aber nicht zu grell. Und ich spüre sogar unter der Wasseroberfläche, wie die Sonne wärmt. Das ist auch wunderschön, wenn das Wasser angenehm kühl ist und dann freu ich mich, dass sich die Sonne durch die Wolken mogelt, um mich aufzuwärmen. Denn nach zwei bis drei Kilometern wird’s schon kühl. Aber das macht nichts, ich schwimme einfach viel zu gern. Und warm ist mir bisher immer noch geworden!


32. Mai

Heute ist der 32. Mai. Das ist kein Tippfehler… oder vielleicht ein kleiner. Man könnte nämlich auch sagen, dass es heute das 32. Mal war. Dass ich schwimmen war. Am Stück! Seit das Freibad am 1. Mai aufgemacht hat, war ich jeden Tag schwimmen. Das wollte ich mal ausprobieren. Letztes Jahr war ich fast den ganzen Mai schwimmen, es gab 3 Tage „frei“. Aber jetzt eben das Experiment.

Ihr könnt euch ja vorstellen, dass es soooo schlecht nicht sein konnte, wenn ich auch heute, laut Kalender der 1. Juni, schon wieder schwimmen war.

Angefangen hat es natürlich gut. Mit viel Vorfreude auf die Freibad-Saison. Und es war toll! Obwohl im Schyrenbad das Wasser an den ersten beiden Tagen recht frisch war. Dafür war das Wetter gut. Das sollte ja nicht so bleiben. Und so bin ich im Regen durch die ganze Stadt geradelt, um ein paar ruhige Bahnen ziehen zu können. Bis auf 2 Tage konnte ich auch meine Standardstrecke von 3.000 Metern schwimmen. Aber die „fehlenden“ 500 Meter wurden bei nächster Gelegenheit nachgeholt. Muss ja alles seine Ordnung haben!

Manchmal war’s auch echt kalt. Aber dafür war ich ungestört. Und ich kam mir recht schnell vor. Ich habe einfach (fast) die ganze Strecke durchgekrault. Zu kkkkaaaalllt zum Nachdenken oder Pause machen! Weiter immer weiter!

Dann flux über die Wiese laufen zur Dusche. Die ist zwar warm, aber der Raum nicht. Es ist eher offen, so dass es kühl ist. Und die Umkleide ist ebenfalls offen. Nur ein Dach drüber (immerhin!). So bin ich dann halb verfroren heimgeradelt und war froh, wenn ich angekommen bin.

Aber es gab auch schöne Tage. An denen ich trotzdem fast allein geschwommen bin, die Sonne hinter den Wolken hervorgelugt hat und es nicht so kalt war. Oder eine meiner Schwimmfreundinnen dabei war. Jede eine Bahn für sich… toll!

Oder ein Tag mit Sonne im Dante. Da war dann gleich ganz viel los. Aber kein Problem, ich kannte alle 4 Mitschwimmer!

Dann war der Tag mit dem Dauerregen. Da hatte ich Glück, denn als ich unterwegs war, hat es fast gar nicht geregnet. Die Isar hatte aber schon beim Hinfahren viel Hochwasser, knapp zwei Stunden später, hatte sie sich einen Weg über die Wiese gebahnt, um den Radweg auf der rechten Seite zu fluten. Das war schon spannend, wie schnell das ging!

An einem anderen Tag habe ich im Schyrenbad ein vierblättriges Kleeblatt entdeckt! Einmal kurz nach unten geschaut und da war es!

Und natürlich gab’s die Tage, an denen ich mir dachte: gut, wenn es vorbei ist und ich Pause machen kann. Und beim Schwimmen die ersten 10-20 Bahnen nicht vorbeigehen wollten. Und dann die letzten 10 auch… die zogen sich… und ich war flügellahm und eigentlich froh, dass es nur noch 2 Tage sind. Der Feiertag und der Freitag. Yeah. Ende in Sicht.

Da lief es im Wasser dann prima! Wie am Schnürchen. Als ob ich nicht die letzten 30 Tage geschwommen wäre.

Und dann eben heute. Sonne, Samstag, warm … und nichts anderes vor. Hm. Ob ich es wage? Eigentlich wäre es verschenkt, nicht schwimmen zu gehen. Vor allem, wenn nächste Woche wirklich Hochsommer ist. Dann geht nämlich nichts mehr. Dann ist Schluss mit lustig und allein in Ruhe und so… also gut. Für 2 klitzekleine Kilometerchen geh ich schwimmen.

Und dann bin ich da. Und es ist recht ruhig. Glück gehabt. Ich lass mich ins Wasser gleiten. Es ist angenehm kühl. Ich spüre das Kribbeln der Wasserblasen an meinem Bauch. Ich trage nämlich einen Bikini, weil es schönes Wetter ist. Ohmann, ist das schön. Und von wegen flügellahm, ich fühle mich gut und schnell.

Dann ist auf einmal Chaos, viele Leute, die recht unterschiedlich schwimmen. Das mag ich eh nicht und nachdem ich jetzt immer allein war, ist es noch blöder. Gut, dass ich nur 2 Kilometer machen will und das gleich erledigt ist.

Und dann? Dann löst sich das Chaos auf und ich denke… hm. Das kann ich jetzt so nicht beenden. Jetzt, wo wieder Ruhe und Ordnung ist. Da muss ich ja fast… genau! Und so war das dann auch. Und am Ende waren es dann doch 3 Kilometer. Zur Belohnung, weil es ich ja gestern mein Ziel erreicht habe.

Morgen ist jedenfalls Schwimmpause. Ganz, ganz sicher!


Schneesturm im Freibad

Zum Glück war das Wetter am 1. Mai schön und sonnig. Denn sonst hätte das Freibad wohl noch nicht offen – vor drei Jahren wurde es aufgrund des Wetters später geöffnet. Timing ist also alles. Und so kam es, dass ich gestern im Schneesturm geschwommen bin. Denn der Winter meinte, dass er in München nochmal vorbeischaut. Es war kalt, aber trocken, als ich ins Freibad geradelt bin. Kurz vor der Ankunft fallen die ersten Tropfen. Ich bete: Bitte, bitte, bitte – nicht jetzt, sondern in fünf Minuten. Und werde erhört.

Im Freibad höre ich unter dem Dach der Umkleide (die auch draußen ist) ein prasselndes Geräusch und sehe einen Vorhang von Regentropfen. Die verwandeln sich in harte Schneeflocken, als ich im Badeanzug über die Wiese zum Becken laufe. Es ist ganz schön kalt, etwa 6 Grad. Trotzdem freue ich mich. Denn beim Schwimmen wird das sicher toll mit dem Schnee. Und dann fällt mir ein, dass ich das ja kenne – aus dem Winterwarmfreibad Dante. Aber da ist das Wasser warm, sehr warm: 32 Grad. Hier im Schyrenbad hat es wohl 24 Grad. Das ist viermal so warm wie die Luft, deshalb schnell abtauchen und losschwimmen. Ich starte viel zu schnell, muss mich mäßigen. Jetzt bin ich ja erstmal unter Wasser, alles ist gut. Und anfangs recht kalt. Übrigens bin ich nicht die einzige Schwimmerin. Wir sind etwa zehn bis zwölf Leute, gut verteilt im Becken. Es sind zwar auch einige SchwimmerInnen (so genau sieht man das nicht) im Neoprenanzug da, doch es gibt mehr Schwimmer der Badehosen/Badeanzug-Fraktion.

img_7561

Ein Archivbild, aber ungefähr so war das Wetter am Wochenende in München. Grau und kalt.

Das Schwimmen klappt gut. Ich habe meinen Rhythmus gefunden, mir ist nicht wirklich kalt und ich schwimme eine Bahn nach der anderen. Einzig die Beckenaufsicht tut mir leid. Denn draußen ist es jetzt echt unangenehm. Es schneestöbert und vorhin waren die Flocken auch recht hart. Die Männer und Frauen stehen mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze im Schneeregen und passen auf, während wir Schwimmer fröhlich (das trifft zumindest auf mich zu) ihre Bahnen ziehen. Das Gute an dem kalten Wasser ist, dass ich mich total aufs Schwimmen konzentriere. Ich kann an gar nichts anderes denken, alle anderen Gedanken sind weg. Es geht – übertrieben gesagt – ums Überleben. Ein Zug nach dem anderen, immer weiter, immer weiter bis zur Wende und dann zurück.

Auf einmal wird es hell im Edelstahlbecken. Der Schneesturm ist vorbei und die Sonne schiebt sich zwischen den grauen Wolken hervor. Nicht ganz, nur eine silbrige Scheibe ist zu erahnen. Aber unter Wasser wird es gleich merklich heller. Wie habe ich das vermisst! Diese Lichtwechsel, wie es sie nur bei Bewölkung gibt. Ich muss grinsen, denn jetzt habe ich prima Schwimmwetter, es läuft und ich habe inzwischen auch eine Bahn nur für mich allein. Allerdings darf ich nicht zu heftig grinsen, denn wenn sich die Backen zu sehr bewegen, verrutscht die Schwimmbrille. Übung macht den Meister!

Nach 2.500 Metern ist aber Schluss für heute. Normalerweise schwimme ich ja 3.000 Meter, aber ich merke schon nach 2.000 Metern, dass mir die Kräfte schwinden. Ich bin vielleicht zu schnell geschwommen, die Kälte hat ebenfalls Energie gezogen. Die Sonne ist nicht wirklich durch die Wolken gekommen, es ist bewölkt, aber trocken. Obwohl ich muss, will ich nicht aus dem Becken. Denn an Land ist es kälter, der Weg zur Umkleide ist weit. Ihr kennt das vielleicht morgens beim Aufstehen, wenn das Bett schön warm und kuschelig ist und die Luft im Schlafzimmer kalt. Aber es hilft nichts, also raus. Langsam, um den Kreislauf kurz an die aufrechte Stellung zu gewöhnen. Und dann fix, fix, fix zur Umkleide. Der Weg wird immer länger statt kürzer. Ist das kalt. Mannomann, was hab ich da bloß wieder für einen Irrsinn gestartet?

Dann ab unter die Dusche. Die ist schön warm. Es tut gut, das warme Wasser auf der Haut zu spüren. Meine Füße sind kalt, der Betonboden im Schyrenbad ist auch in der Dusche kalt. Und es gibt eine weitere Überraschung: Mein Duschgel ist kalt! Als ich es aus der Flasche auf die Hand gebe, erschrecke ich fast, so kalt ist es. Aber kein Wunder! Die Umkleide ist ja auch draußen, nur ein Dach drüber. Und wenn es etwa 6 bis 8 Grad hat, dann ist das wie im Kühlschrank. Da wird das Gel gekühlt. Wieder ein neues Erlebnis.

Beim Heimfahren habe ich Glück – es schneit nicht, es regnet nicht. Ich bleibe trocken. Also ein besseres Timing als am Samstag. Da konnte ich bei Sonne schwimmen und beim Heimradeln hat’s geregnet. Das war nicht so schön, denn kalt war mir da auch. Und dann noch nass. Jetzt komme ich zwar kalt, aber trocken heim. Und freue mich auf morgen. Denn auch da hat das Freibad offen – mal sehen, wie viele Verrückte dann mit mir schwimmen!