Monatsarchiv: August 2017

Ostseeschwimmen 2 – Svendborg

Von Nyborg bin ich mit dem Radl nach Svendborg gefahren. Ich muss sagen: Radln in Dänemark ist sowas von schön und entspannt! Nicht nur, weil es viel weniger Verkehr gibt. Sondern auch, weil die Mentalität eine andere ist. Radler sind hier Verkehrsteilnehmer – kein Störfaktor wie bei uns in Deutschland. Meine Strecke führt größtenteils am Meer entlang, was echt schön ist. Und es ist ziemlich hügelig! Hätte ich von Dänemark jetzt nicht erwartet.

In Schloss Broholm mache ich einen Zwischenstopp. Interviewtermin mit Anne. Die Dänen sind ziemlich locker und schnell spricht man sich mit Vornamen an. Anne hat aus dem Schloss ein Hotel und Restaurant/Café gemacht.

 

Sie zeigt mir die Räume, die alle unterschiedlich sind. Ich fühle mich wie in eine andere Zeit versetzt. Es gibt ein großes Herrenzimmer, in dem die feinen Herren damals bei Whiskey und Zigarre die Weltpolitik besprochen haben (oder über Frauen getratscht, wer weiß das schon?), ein Eckzimmer mit vielen Fenstern und blauer Einrichtung – das Zimmer für die Frauen. Hier hatten sie viel Licht, um ihre Handarbeiten zu machen und dabei zu reden. Es gibt noch viele weitere Räume.

 

 

… das Damenzimmer. Aber hier ist es gemütlicher, finde ich!

Die Gäste dürfen sich aussuchen, wo sie ihren Kaffee trinken. Ich entscheide mich für die Terrasse, weil die Sonne dort so schön hinscheint und ich auf das Wasser im Burggraben blicken kann.

 

 

… mit Blick auf den Burggraben.

Als es dann Abschied-Nehmen heißt von Anne, frage ich sie noch, ob sie vielleicht Winterschwimmen macht. Das ist in Dänemark nämlich auch recht populär. Ein großes Grinsen erleuchtet ihr ganzes Gesicht: Ja, macht sie. Sie wohnt direkt am Meer (Neid!!) und geht jeden Morgen vor der Arbeit. Nur im Winter, wenn es morgens stockfinster ist, geht sie nur am Wochenende. Auf meine Frage, ob nur die Dunkelheit und nicht das kalte Wasser das Problem seien, wird ihr Lächeln nur noch größer: „Das kalte Wasser ist überhaupt kein Problem. Es gibt mir einen Kick für den ganzen Tag. Dann bin ich voller Energie!“. Ich muss auch lächeln und kann meine Vorfreude auf die kommende Winterschwimm-Saison nicht verbergen. Ich erzähle Anne, dass ich seit letztem Winter auch das Eisschwimmen für mich entdeckt habe und dass ich dafür 45 Minuten radeln muss. Sie ist sehr beeindruckt und wir versprechen uns, gedanklich miteinander zu schwimmen, wenn es wieder kalt wird. Ich sag nur: Eisschwimmerinnen unter sich! Das war echt unbeschreiblich, dass da so eine Verbindung da war, auf einmal!

 
Meine Radltour geht weiter und als ich in Svendborg ankomme, werde ich an der Rezeption des Hotels Christiansminde gleich mit Namen begrüßt: „You must be Petra!“, sagt Charlotte von der Rezeption. Ich bin etwas verwirrt und frage, woher sie das weiß. Ich sei die einzige, die noch „fehlt“ heute, war ihre Antwort. Wow! Ich bin beeindruckt. Das ist mal herzlich. Sie reicht mir auch gleich einen weißen kuschligen Bademantel und erklärt mir, wo ich am besten schwimmen kann.

Da war ich noch guter Dinge – auf meiner Terrasse im Hotel


Denn direkt vor dem Hotel seien zu starke Strömungen, aber ein paar Meter weiter wäre ein Strand mit Steg und da wäre es prima.

Die Abendstimmung habe ich noch im Hotel fotografiert. Der Strand ist nicht weit entfernt.


Ich stelle also meine Radltaschen ab, krame den Badeanzug raus und gehe zum Strand. Es ist jetzt etwa halb 8 Uhr abends, die Sonne steht tief hinter der Stadt. Ich habe mein Handy nicht mitgenommen, weil ich nicht wusste, wie die Lage am Steg sein wird. Jetzt müsst ihr euch diesen Sonnenuntergang und die Lichtstimmung halt vorstellen – oder selbst mal hinfahren. Es war beeindruckend schön. Und gegenüber des Stegs war auch schon die Nachbarinsel. Vor Svendborg im Süden von Fünen gibt’s ganz viele Inseln – größere und kleinere. Ein wahres Inselparadies.

Soooo traumhaft – aber leider sind im Wasser viele Quallen unterwegs …


Naja – zurück zum Schwimmausflug. Auf dem Steg ist eine Gruppe Jugendlicher und drei Herren, zwei sind etwa Mitte 50, einer ist älter. Ich ziehe den Bademantel aus und lege ihn auf meine Flip-Flops auf dem Steg. Dann gehe ich zur Treppe und will ins Wasser. Auf einmal reden die drei Herren auf mich ein. Also, das checke ich erst gar nicht, weil sie dänisch reden. Und dänisch kann ich nicht. Irgendwann dämmert es mir, dass die vielleicht mit mir reden. Ich sage, dass ich leider kein dänisch kann. Dann erklärt der eine, dass ich aufpassen muss, weil da Quallen unterwegs sind. Der andere (beide übrigens in Badehosen) grinst die ganze Zeit. Ich gehe also wieder auf den Steg und frage dann, ob sie sich über mich lustig machen. Nein, nein! Gar nicht. Sie zeigen mir jetzt im Wasser die Quallen. Ich habe, da ich ja quasi nie am Meer bin, solche Tiere noch nie in echt gesehen. Es sieht aus, als würde ein Taschentuch im Wasser treiben. Und es gibt einige von ihnen. Es sind sogar ziemlich große da – so groß wie meine Hand! Mit langen Tentakeln und einem roten Fleck auf dem „Rücken“. Ohmann! Ich mag jetzt eigentlich gar nicht mehr schwimmen. Ich habe Bedenken wegen der Tiere. Ich muss an den Bericht von Conny Prasser denken, als sie von einer Qualle gestochen wurde und schlimmste Schmerzen hatte. Ok. So gefährlich sind die hier wohl nicht, aber nachdem schon Mückenstiche bei mir ganz schön anschwellen, will ich nix riskieren. Und ich bin ja im Urlaub, also weg von daheim, und soll morgen noch radeln. Ohje! So hab ich mir das nicht vorgestellt.

Die drei Männer bieten an zu schauen, ob ich auf der einen Stegseite freie Bahn habe. Im flachen Wasser sind die Quallen eher nicht. Ich überwinde mich und schwimme am Steg entlang von der Treppe am Ende bis zur Leiter in der Mitte. Genießen konnte ich das nicht. Ich muss sagen, dass ich im Eiswasser schon längere Strecken geschwommen bin – mit mehr Genuss. Quallen – das sind Qualen für mich. Es ist dann auch alles gut gegangen und die Abendstimmung am Steg war echt gigantisch. Da fand ich es dann äußerst schade, dass ich keinen größeren Schwimmausflug machen konnte. Das Wasser war nämlich auch ruhig, also ohne Wellen. Aber so ist das manchmal – da spielen einfach andere Dinge rein, auf die man keinen Einfluss hat. Oder sich einschüchtern lässt. Selbst schuld, könnte man auch sagen.


Ostseeschwimmen 1 – Nyborg auf Fünen

Ich war mal wieder unterwegs. Dienstlich in Dänemark. Genauer gesagt auf der Insel Fünen. Sie ist ziemlich groß und liegt in der Mitte zwischen dem dänischen Festland und der Insel Seeland, auf der die Hauptstadt Kopenhagen liegt. Von dort bin ich mit dem Zug nach Nyborg gefahren. Nyborg war im Mittelalter die Hauptstadt des Königreichs Dänemark, Fünen gilt wegen seiner fruchtbaren Böden als „Gemüsegarten“ Dänemarks. Fünen ist über eine Brücke mit Seeland verbunden.

Mit dem Zug übers Meer – bzw. über den Großen Belt

Da ich Züge und Brücken irgendwie spannend finde, habe ich mich sehr über die Überfahrt gefreut. Und die Storebaelt-Broen über den Großen Belt ist sogar länger als die von mir als ebenfalls sehr faszinierend empfundene Öresund-Brücke. Also, je nach Messung. Beides sind sehr beeindruckende Hängebrücken.

Die Öresundbrücke von oben …

Der Flieger hat eine große Runde um die Öresundbrücke gedreht, so konnte ich sie ausgiebig bewundern!

Und welch ein Glück! Mein Hotel liegt direkt am Meer. Und mit Blick auf die Brücke! Das ist ja toll! Sehnsüchtig gleitet mein Blick über die Ostsee.

Daaaaaa will ich rein!

Doch ich bin ja nicht zum Spaß hier, deshalb müssen erst noch ein paar Termine erledigt werden und es gibt ein (äußerst feines!) Geschäftsabendessen.

Abendessen mit Blick aufs Meer und Bier von Fünen – mit Holunder. Das Bier heißt „Fünischer Frühling“ und war sehr gut!

Bissl fies: Ich blicke direkt auf die Ostsee und muss doch warten, bis es endlich soweit ist. Neidisch beobachte ich einzelne Schwimmer, sogar eine SUP-Gruppe zieht vorbei.

 

Und dann, als die Sonne hinter dem Hotel noch eine Riesenshow namens „Sonnenuntergang“ abzieht, ist es endlich soweit: Ich darf schwimmen. Endlich!

Das heißt nicht: Viel Spaß beim Schwimmen, sondern, dass man die Brücke auf eigene Gefahr betritt.

 

Da war die Sonne schneller als ich mit dem Fotografieren …

Ist das toll oder ist das toll? Im Hintergrund die Storebaelt-Brücke

Die Ostsee hat sich wohl auch auf mich gefreut, denn sie ist jetzt, am Abend, spiegelglatt. Und etwa 18 Grad warm. Sagt das Haut-Thermometer. Draußen ist es auch nicht gerade warm, aber das macht nix. Ich gehe rein, es gibt einen Steg mit Leiter. Das ist gut, denn im Uferbereich sind ziemlich viele Algen. Doch Überraschung: Das Wasser ist auch hier nicht tief. Keine Ahnung, wie weit ich raus laufen müsste, damit es tiefer wird. Ich beschließe, dass es tief genug ist und schwimme. Ohmann… das ist sooooo schön gewesen! Links das Ufer mit der untergehenden Sonne, vor mir nur die Ostsee und dann diese tolle Abendstimmung. Ich liebe Abendstimmung am See – oder an der See. Ich schwimme also ein ganzes Stück in „Oma-Brust“ am Ufer entlang. Merke, wie mich das Wasser umschmeichelt. Wie schön es wieder mal ist, im Wasser zu sein und zu schwimmen. Auch, wenn es nur Oma-Brust ist. Aber da hat man einfach die beste Aussicht!

Dann drehe ich um und schwimme zum Steg zurück. Dort sind inzwischen zwei Engländer, die die Aussicht und Abendstimmung genießen. Ich sehe jetzt auch diese tolle Brücke vor mir. Und irgendwie ist der Schwimmausflug dann viel zu schnell rum. Aber es wird jetzt wirklich dunkel und man soll ja bekanntlich aufhören, wenn’s am schönsten ist!

Luft- und Wassertemperatur: 18,4 Grad – perfekt!

 

 

Die glückliche Schwimmerin, der Große Belt und die Mega-Brücke

Am nächsten Morgen mache ich mich um kurz nach 7 Uhr nochmal auf zum Schwimmen. Allerdings ist die Ostsee auch schon „wach“ und deshalb ziemlich wellig. Das Wasser platscht mir salzig ins Gesicht, das Schwimmen ist anstrengender als am Abend zuvor.

Guten Morgen, Ostsee!

Etwas welliger als am Abend …

Blick von meiner Terasse zum Meer und der Brücke

Die Sonne ist schon länger aufgegangen, sie scheint jetzt hinter der Storebelt-Brücke. Das sieht hübsch aus, doch die Wellen sind lästig – so auf nüchternen Magen.

Blick auf das Sinatur-Hotel. Echt direkt am Wasser.

Nach dem Schwimmausflug führe ich noch ein Interview mit Jan, dem Geschäftsführer des Sinatur-Hotels. Er erzählt mir viel über Nachhaltigkeit, denn das ist den Dänen sehr wichtig. Außerdem zeigt er mir den Obst- und Kräutergarten des Hotels. Er pflückt eine gelbe Zwetschge für mich vom Baum: Herrlich süß schmeckt die.

Zwetschgenbäume im Hotelgarten

Ich hätte mich ja nicht getraut, da einfach eine zu ernten. Aber der Chef darf das!

Und dann zeigt er mir noch seine 300.000 Arbeiterinnen, für die er keine Steuern zahlt – wie er grinsend anmerkt: Das Hotel hat eigene Bienen, ein Imker kümmert sich um die Tiere und erntet den Honig.

Bienenstöcke gibt’s auch auf dem Hotelgelände

Und dann gibt’s endlich Frühstück. Sehr fein! Mit Honig von den Bienen, die ich grad noch besucht habe, hausgemachter Marmelade und hausgemachtem Nutella. Mit salzigen Nussstückchen, sehr, sehr gut!

Was für ein tolles Frühstück! Hausgemachtes Nutella mit salzigen Nüssen, Honig vom Hotelgarten, Blaubeer- und Himbeermarmelade – hausgemacht. Hmmm!!

Frisch gestärkt heißt es dann schon Abschied nehmen. Denn mit dem Radl fahre ich jetzt zum Südende der Insel – nach Svendborg. Wo auch ein Hotel direkt am Strand auf mich wartet …

Mit dem Radl geht’s an der Küste entlang nach Süden

 


Anderes Grün im Tegernsee 

Der Tegernsee hat noch immer ziemlich viel Wasser und das ist recht kühl. Leider! Denn für große Schwimmausflüge ohne Neo sind 18 Grad zu kalt. Sagte übrigens auch die Wasserwacht, wie in der „Tegernseer Zeitung“ heute – am Tag danach – zu lesen war.

Hochwasser am 27. Juli 2017 im Tegernsee. Der Steg ist grad noch über der Wasseroberfläche

Noch immer ziemlich viel Wasser im Tegernsee

Ich möchte aber trotzdem schwimmen und so starte ich am Vormittag einen Erkundungstrip. Der See ist wellig und frisch. Das Reingehen klappt prima, bei den ersten Schwimmzügen spüre ich aber die Kälte. Auf den Wellen tanzen die Sonnenstrahlen. Ein Glitzerschwimmvormittag. Sehr hübsch!

Wenn der Tag schon so glitzernd startet…

Am Nachmittag packe ich dann aber die Boje, Schwimmbrille, Kappe und: Ohrenstöpsel. Wenn das Wasser Kühler ist, hilft es ungemein, wenn kein Wasser ins Ohr kommt. Weiß ich von Christof Wandratsch und aus eigener Erfahrung.

Ich starte. Erstmal Oma-Brust. Der See ist spiegelglatt und noch immer recht frisch. Besonders am Hals spüre ich das kalte Wasser. Ob ich es schaffe, den Kopf unterzutauchen? Hm… erstmal vorsichtig das Gesicht eintauchen. Kalt. Aber: geht eigentlich. Also ein paar Züge Brust. Aha. Geht. Gar nicht so kalt.

Dann schlage ich meine Route zur Schiffsanlegestelle ein und fange an zu kraulen. Ui! Das geht gut! Nicht kalt. Und das Wasser ist schön griffig. Ich bin sofort in meinem Element und schwimme und schwimme und schwimme! Mann! Und das hätte ich mir beinahe entgehen lassen! Ich genieße es. Und merke, wie die Sonne meine Schultern wärmt. Wenn sie hinter ihrer Wolke rausschaut. Das ist auch so ein tolles Gefühl! Und das fühle ich nur, wenn das Wasser kühl genug ist. Und dann genieße ich es. Unter mir und um mich herum das kühle Wasser, von oben versucht die Sonne mich zu wärmen. Wahnsinn!

Wenn man gaaaanz genau hinschaut, kann man meine Schwimmstrecke erkennen…

Und noch etwas fällt mir auf: Das Grün des Tegernsee ist heute anders. Grünlicher als sonst. Normalerweise geht es ins Bläuliche, heute aber eher ins Gelbliche, fast lindgrün. Und dazu natürlich die Sonnenstrahlen, die sich unter Wasser bündeln.

Ich habe meine Uhr nicht dabei. Schwimme bis fast zur Anlegestelle. Dann kommt leider genau das Schiff. Ich mache kehrt und schwimme zurück. Zum Warten ist es zu kalt. Und mir wäre eine lange Strecke, wie Lutz sie im Ammersee für den Feiertag geplant hat, leider zu kalt.

Schön war es jedenfalls! Als ich aus dem Wasser komme, kribbelt es unter der Haut ein bisschen. Und ich muss unwillkürlich denken: bald, bald ist wieder Eisschwimmen angesagt – mit Kribbeln und diesem unbeschreiblichen Gefühl! Schwimmen ist einfach toll! Großartig! Wunderbar!


Schwimmen im Lago Maggiore 

Ich war mal wieder unterwegs. Und zum ersten Mal in meinem Leben so wirklich in Italien. Eine meiner Schwimmfreundinnen hat geheiratet und mich zur Hochzeit eingeladen. Und diese Hochzeit war am Lago Maggiore. Ich bin einen Tag früher angereist und mir einen schönen Tag am See gemacht.

panorama

Lago Maggiore

Der Lago Maggiore ist groß und von Bergen umrahmt. Also ein kleines bisschen so wie der Tegernsee. Halt in groß. Es sieht sehr schön aus und ich habe einen kostenlosen Strand gefunden.

Ein Sandstrand am See, das finde ich verwirrend. Weil ich dadurch und weil es in Italien ist, fast denke, dass ich am Meer bin. Ich suche ein schattiges Plätzchen und schlage mein Lager auf.

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Fühlt sich gleich nach Urlaub an, wenn man die Füße in den Sand legt …

Dann messe ich die Wassertemperatur. Mein Hautthermometer sagt: genau richtig zum Schwimmen. Das Thermometer mit den Zahlen zeigt 24,5 Grad. Perfekt!

thermometer

Ideale Wassertemperatur

Ich bin also voll motiviert und setze Kappe und Brille auf, damit das Abenteuer starten kann. Meine Boje habe ich nicht mitgenommen (warum? Warum? Warum?), aber am Ufer entlang wird es schon gehen. Ich sehe auch andere Krauler.

Beim Reingehen muss ich feststellen, dass die Steine recht groß und vor allem glitschig sind. Ich tauche fix unter, wenn ich schwimme, kümmert mich der Boden nicht. Im Wasser schwimmen leider seltsame Dreckpartikel. Nicht so schön… ich vermute, dass es der Algenglitsch von den Steinen ist. Ich schwimme Brust, da ist die Gefahr geringer, dass ich so ein Algen-Zeugs einatme. Und ich stelle leider fest, dass der See sehr wellig ist. Obwohl es windstill ist.

Liegt wohl an den Motorbooten, die hier rumcruisen… hm. Was nun? Wenn die Wellen schon beim Brustschwimmen so blöd sind, will ich erst gar nicht kraulen.

Aber dann denke ich: probiert’s einfach. Wenn es blöd ist, kannst ja immer noch Brust schwimmen. Und siehe da: Das Kraulen klappt besser als gedacht! Und hier, etwas weiter vom Ufer entfernt, sind auch diese Partikel weg. Yeah!

Ich genieße meinen Ausflug. Das Wasser ist angenehm warm und schön grün. Etwas dunkler als im Tegernsee. Ich schwimme zu dem Strand vom Hotel. Der ist an Land nur für Hotelgäste, aber im Wasser darf jeder schwimmen und schauen. Hihi…

vom-boot

Vom Boot aus habe ich dann ein Foto gemacht – so weit draußen bin ich aber nicht geschwommen – wegen der vielen Motorboote.

Auf dem Rückweg schau ich mir noch den anderen Strand an, den ich auf dem Hinweg an Land aus der Ferne gesehen habe. Mit Liegen und Schirmen und Schnickschnack – nix für mich.

Ich beende meinen Ausflug, der doch schöner war als anfangs gedacht.

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Urlaub! Stärkung! Yeah!

Ich beschließe, nach dem Abendessen wieder ans Wasser zu gehen und einen Sundowner-Swim zu machen.

pizza

Pizza ist in Italien natürlich Pflicht!

Jetzt ist das Wasser ruhig, die Sonne grüßt von hinter den Bergen und taucht alles in ein weiches Licht. Ich schwimme Oma-Brust und sehe vom Wasser aus noch ein paar letzte Sonnenstrahlen.  Herrlich!

panorama-abend

Abendstimmung am See

wolken

So schön und noch viel schöner war es am Abend beim Schwimmen!

Am Tag der Hochzeit war ich am Vormittag noch mal schwimmen. Das ist einfach so ein schöner Start in den Tag, wenn man gemütlich im See schwimmt.  Ganz ohne Ziel oder Bahnen zählen. Einfach nur schwimmen, das Wasser genießen. Sich leicht und schwerelos fühlen. Schweben. Vom Wasser aufs Land schauen. Perfekt!

samstag-vormittag

Wolkig und trüb, aber das Wasser war herrrrlliiiichchch!

Die Hochzeit war natürlich auch sehr schön. Zur Trauung sind wir mit dem Boot gefahren. Hätten wir alle mal eine Boje eingepackt… 😉

 

baveno

Baveno vom Boot aus – die Hochzeitsgesellschaft setzte per Schiff über ans andere Ufer.

Das Abendessen der Hochzeitsfeier war dann an einem kleinen Nachbarsee des Lago Maggiore – am Lago di Mergozzo. Ebenfalls sehr hübsch, trotz Wolken!

Anders als der Lago Maggiore wäre der Lago di Mergozzo wohl perfekt zum Schwimmen: Er ist laut Wikipedia 2,6 Kilometer lang und etwa einen Kilometer breit. Außerdem gilt er als einer der saubersten Seen Europas, Motorboote sind nicht erlaubt. Zwischen den beiden Seen ist Schwemmland, weil sie ursprünglich miteinander verbunden waren (was ich aufgrund der Lage schon vermutet hatte). Ein Dammbau im 9. Jahrhundert trennte die Bucht ab und schuf so den „piccolo lago“.

 

Übersichtskarte von Lago Maggiore und Lago di Mergozzo

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