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Chlorhuhn ohne Chlor

Ist ein Chlorhuhn ohne Chlor ein Huhn? Oder bin ich ein Fisch mit Fahrrad? Oder ein verrücktes Huhn, das im Nebel im See schwimmt? Keine Ahnung. Ich bin jedenfalls nicht ich. Nicht ganz.

Ein Monat „Lockdown light„, von wegen „leicht“, es ist ziemlich schwer. Und natürlich wurden zum 1. Dezember viele Türchen geöffnet, aber nur im Adventskalender und nicht im Hallenbad. Dabei wäre das die einzige Tür, die sich öffnen soll. Wobei es ja klar war, dass die angekündigten vier Wochen nur der Anfang waren – kennen wir ja schon. Und auch am 20. Dezember, wenn die jetzigen Maßnahmen enden, wird wohl kein Schwimmbad öffnen. Dass die Zahlen nach Weihnachten und Silvester steil nach unten gehen, wage ich zu bezweifeln, eher schießen sie in die Höhe und wir können froh sein, wenn unsere Politiker uns immerhin zum Beginn der Freibad-Saison wieder schwimmen lassen.

Ja, ich bin frustriert. Maßnahmen, die nicht die gewünschte Wirkung haben, werden verlängert.

Bissl bunt im Nebelnovembergrau

Ich war vergangene Woche jeden Tag im See schwimmen. Fünf bis sechs Minuten. Im Nebel, bei ungefähr 10 und 9 Grad Wassertemperatur. An Land war es frostig. Auf dem Radl bin ich fast festgefroren. Aber im Wasser war es schön. Der See hat so gedampft wie das Dantewinterwarmfreibad, nur dass das Wasser viel kälter war. Aber trotzdem wärmer als die Luft. Zum Glück bin ich ja erprobte Eisschwimmerin und keine Coronakaltwasserschwimmerin. Mein anfänglicher Trotz ist etwas gewichen. Im kalten See schwimmen ist besser als gar nicht schwimmen und besser als daheim sitzen.

Am Montag war es sogar richtig zauberhaft: Nach einer frostigen Nacht waren die Bäume weiß eingefrostet, der See dampft wie verrückt und die Sonne schaut zwischendurch raus. In der Stadt war dichter Nebel, aber am See hatte sie eine kleine Chance.

Was für eine schöne Sonnenebelfroststimmung!

Vergangene Woche war es genau andersrum: Da bin ich bei Sonnenschein losgefahren und hatte die dichte Nebelwand vor mir und irgendwann war ich mittendrin. Aber ich wollte das durchziehen. Und das habe ich auch gemacht. Hauptproblem sind meine Hände. Die sind vom Radln eh schon kalt und sobald ich ins Wasser gehe und untertauche, sind sie auch hier eisig. Egal, ob ich 20 Sekunden oder ein paar Minuten schwimme. Und dann dachte ich mir eben auch: „Kalt ist es eh, also kannst du zumindest das Schwimmen etwas genießen.“ Das habe ich auch gemacht. Es war nämlich tatsächlich sehr schön. Ich bin dann hochkonzentriert und das ist dann schon fast meditativ. Sechsmal bin ich am Ufer entlang geschwommen. Immer zu dem Busch und der Parkbank hin und zurück zum Steg. Ich brauche immer eine Art „Ziel“. Auf den letzten Metern war’s dann oft kalt, die Bewegungen wurden eckiger. Aber dann wusste ich auch, dass es genug ist.

So viel Sonne gab’s vergangene Woche nicht

Ich habe auch überlegt, ob ich mir Mit-Schwimmer suchen soll. Allerdings weiß ich aus der Vergangenheit, dass ich in Begleitung dazu neige, kürzer zu schwimmen. Keine Ahnung, warum das so ist. Ich muss das alleine machen, ganz für mich. Deshalb schwimme ich nur am Ufer, wo ich stehen kann. Zur Not stelle ich mich hin und gehe zu Fuß an Land, sind ja nur ein paar Schritte.

Nach dem Schwimmen muss es schnell gehen. Ich bleibe solange wie möglich unter Wasser, denn das ist wärmer als die Luft. Besonders bei Ostwind! Dann das Handtuch um den Körper, die Schuhe anziehen und zu meinem „Lager“ gehen. So schnell wie möglich den Badeanzug ausziehen und die trockenen, warmen Sachen anziehen. Ich habe jetzt auch wieder eine Wärmflasche dabei. Und weil die während der Fahrt abkühlt, habe ich – haha – in einer Thermoskanne heißes Wasser dabei, das ich vor dem Schwimmen in die Wärmflasche fülle. So ist die schön warm und ich kann sie mir auf die Zehen legen. Die sind nämlich auch immer kalt. Außerdem ziehe ich so schnell wie möglich meine Handschuhe an. Die Finger sind das Hauptproblem und sobald filigrane Tätigkeiten erledigt sind, schlüpfe ich in die Handschuhe. (Weitere Tipps gibt’s hier.)

In einem Thermosbecher ist heißer Tee. Den Becher habe ich von meiner Schwester zu Weihnachten bekommen. Er ist inzwischen unverzichtbar.

Thermometer und Thermosbecher

Wenn es dann so ist wie am Montag, dass zwischen den Nebelschwaden die Sonne hervorspitzt, dann ist es perfekt. Denn dann spüre ich in mir das Kältekribbeln und den kalten Bauch und auf mir die Wärme der Sonne.

Frostkunst

Gestern hat es in München dann geschneit. Nicht wirklich viel, aber genug, um auf der Straße liegen zu bleiben. Klar, es ist ja seit Tagen ziemlich kalt. In der Stadt war der Schnee am Nachmittag wieder weg. Und so war ich einigermaßen guter Dinge, dass ich zum See radeln kann. Aber naja… in den nördlichen Stadtteilen lag noch Schnee und natürlich auf den schönen Radlstrecken. Zudem war es echt glatt. Dann habe ich mein Fahrrad geschoben. Sicher ist sicher. Zwischendrin konnte ich auch wieder radln. Aber auf den letzten zwei Kilometern zum Regattabadesee war es unmöglich. Eis und Schnee, es war zu Fuß schon schwierig. Dazu der kalte Ostwind, der über die Felder wehte. Irgendwann dachte ich: Das hat keinen Sinn. Ich bin noch nicht mal da, der Rückweg zu Fuß wird noch länger. Also lieber mal zum Feldmochinger See schauen. An dem war ich schon vorbei, er lag also mehr oder weniger auf dem Heimweg. Ich mag den See aber nicht besonders, obwohl er eigentlich am schnellsten zu erreichen wäre.

Also schiebe ich mein Rad zurück, steige auf und radle, als es die Straßenverhältnisse erlauben. Meine Laune ist im Keller. Entweder Winterdienst oder Hallenbad öffnen – so geht es nicht! Und auf den Feldmochinger See hab ich keine Lust, aber 500 Meter Umweg sind jetzt auch egal. Also schaue ich hin. Auch hier wieder eisige Wege. Am See selbst starre ich etwa 10 Minuten aufs Wasser. Beobachte die Enten. Wäge ab. Hab ich Lust? Schwimmen wäre schon schön. Jetzt, wo ich bei diesen widrigen Umständen schon mal hier bin. Aber der See ist so komisch. Warum? Ach, keine Ahnung. Und jetzt hier im Schnee auf der Wiese alles hinlegen und ausziehen? Wo mir eh schon so kalt ist? Und dann wieder anziehen? Abtrocknen? – Ihr seht schon: Ich hatte keine Lust. Und dann bin ich umgedreht und hab mich auf den Heimweg gemacht.

Bereut habe ich es nicht, dass ich nicht geschwommen bin. Aber ich frage mich, ob es das jetzt war mit Schwimmen. Wenn ich mit dem Radl nicht zum See komme, bin ich aufgeschmissen. Auto habe ich keines und mit den Öffentlichen sind die Seen zum einen nicht gut zu erreichen, zum anderen meide ich die Busse und Bahnen auch ohne Corona schon.

Ich hoffe nicht, dass es das mit dem Schwimmen und Radln war. Sonst muss ich am Ende noch zum Joggen anfangen … und darauf habe ich noch weniger Lust …


Schaurig im Kirchsee

Eines kann man dem Sommer 2019 nicht vorwerfen: Dass er langweilig oder einseitig ist. Es gibt alles von kühl-regnerisch bis megaaffenheiß!  Was aber auch dazugeführt hat, dass die Seen schwankende Temperaturen haben und für das Chlorhuhn das Freibad oft eine gute Alternative war. Und so kommt es, dass ich mein erstes „richtiges“ Freiwasserschwimmen erst am 9. August absolviert habe. Wasserfrosch Lutz hat eine Mitfahr- und Mitschwimmgelegenheit angeboten, die ich gerne angenommen habe. Seine Challenge 2019 ist beendet, es gibt freie Auswahl bei den Seen. Einziges Kriterium: Das Wasser sollte warm genug fürs Chlorhuhn sein, denn zum längeren Schwimmen fehlt mir der Neo. Und kurz im kalten Wasser – das gibt’s erst ab Oktober wieder.

Wissenswertes über den Kirchsee

 

Also fiel die Wahl auf den Kirchsee. Ein Moorsee im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, unweit meiner Heimat Tegernsee. Tatsächlich ist der Kirchsee eine Alternative für einige aus dem Tegernseer Tal, wenn der Tegernsee noch kühl ist. Denn Moorseen sind nicht so tief und deshalb schneller warm. Und groß ist der Kirchsee auch nicht. Die Lage ist idyllisch, Moorlandschaften mit Kiefern erinnern mich immer an Finnland oder Schweden. Nur dass hier im näheren Hintergrund das Kloster Reutberg und im hinteren Hintergrund der Wallberg, der über dem Tegernsee trohnt, zu sehen ist. Sehr schön, ich bin begeistert!

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Der Kirchsee mit Kloster Reutberg im Hintergrund. Nicht im Bild: der Wallberg

Wir machen uns bereit zum Schwimmen, setzen Kappe und Brille auf und schnallen die knallorangenen Bojen um. Da werden wir am Ufer schon von einem Knirps neugierig beäugt und auch gleich gefragt, was wir da haben. Später, als wir zurückkommen, will der Bub die Bojen noch ganz genau inspizieren. Jetzt geht’s aber erstmal ins Wasser, das angenehm warm ist. Wie auch in Finnland sind meine Füße bräunlich unter Wasser. Wir beschließen, einmal quer über den See zu schwimmen, um dann im Uhrzeigersinn am gegenüberliegenden Ufer entlang zu schwimmen. Die ersten paar Meter läuft es gut, ich habe ein gutes Wassergefühl und das Schwimmen fühlt sich gut an. Als wir in Ufernähe sind, machen wir ein paar Bilder, checken die Wassertemperatur: 26 Grad. Zum Teil fühlt es sich kälter an.

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Und dann, als ich weiterkraulen will, überkommt mich fast eine Panik. Der Blick in das tiefe schwarzbraune Wasser ist auf einmal gespenstisch. Zusätzlich hat sich eine dünne Schichtwolke vor die Sonne geschoben, so dass es unter Wasser noch etwas düsterer ist.

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Bis hierher ging es gut …

Ich muss mich total zusammenreißen, dass ich keine Panik bekomme. Das ist echt unangenehm, das hatte ich nicht mal beim Vollmondschwimmen im Chiemsee. Und da war es auch stockfinster unter Wasser. Aber das hier, das ist anders. Was tun? Ich schwimme erstmal Brust, Kopf unter Wasser, aber den Blick eher nach vorn als nach unten gerichtet. Das geht so einigermaßen.

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Moorleiche statt Chlorhuhn

Bei der nächsten Gelegenheit bespreche ich mich mit Lutz. Ich kann so nicht die ganze geplante Strecke schwimmen. Der Blick nach unten macht mir Angst. Ich verstehe es nicht so ganz, denn wenn ich im Tegernsee nach unten blicke, sehe ich auch nichts – außer grünem Wasser. Aber das hier ist anders – und leider so gar nicht meins.

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Solange ich nicht nach unten schauen muss, geht’s …

Es geht auch nicht weg. Wir beschließen, die Strecke abzukürzen. Ich schwimme weiterhin Brust und vermeide den Blick nach unten ins Dunkle. So geht’s einigermaßen. Aber so richtig Spaß macht es mir nicht. Das ist schade, denn eigentlich hatte ich mich gefreut, im See zu schwimmen. Am Ende war es ein guter Kilometer. Lutz ist nicht so ein „Schisser“ wie ich, hier könnt ihr seine Geschichte vom Kirchsee lesen.

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Unsere Schwimmstrecke: 1,29 Kilometer

Zurück an Land erwartet uns der Bub schon. Er wollte auch wissen, wie warm das Wasser ist und überhaupt. Und dann sag ich, dass es unheimlich ist, ins schwarze Wasser zu schauen. Der 6-Jährige weiß Bescheid: „Das ist doch klar, weil das ein Moorsee ist!“. Tja, da hat er Recht, der Kleine. Ich weiß auch nicht, was da los war mit mir. Vielleicht bin ich auch in letzter Zeit viel zu viel geschwommen. Am 8. August waren die 500 Kilometer voll. Das war mal meine Jahresleistung, ist aber schon vergangenes Jahr weit übertroffen worden. Ich bin halt ein Chlorhuhn.


Frühlingshafter Schwimmausflug

Es ist April, es ist Frühling, die Bäume werden grün, überall blüht es gelb, weiß, rosa – herrlich! Und die Seen werden wärmer. Auch fein!

In Untermenzing gibt’s diese tolle Farbkombi in einem Garten zu bewundern.

Ich bin letzte Woche und heute mal wieder beim See-Schwimmen gewesen. Und was soll ich sagen? Letzte Woche kam es mir noch recht kalt vor, ich bin nur einmal hin- und hergeschwommen. Kalt. Raus. Schön! Und heute? War’s irgendwie wärmer (Außentemperatur und Wetterbedingungen waren sehr ähnlich). Mein Thermometer habe ich heute nicht dabei gehabt, letzte Woche zeigte es 7 Grad Wassertemperatur an, das konnte ich nicht glauben.

Letzte Woche traf ich sogar zwei Enten am See …

Heute bin ich aber 5 Mal hin- und hergeschwommen. Ich bin sicherheitshalber ganz langweilig im Uferbereich geblieben. Dachte erst, dass ich eh nur einmal hin- und her schaffe. Dann aber ein zweites Mal und ein drittes. Und dann wäre es ja doof und unrund gewesen, nach vier Mal aufzuhören, also kam auch noch Runde 5 dazu. Es war kalt, aber angenehm. Es hat unter der Haut gekribbelt, die „Zwischenschicht“ hat sich ganz warm angefühlt. Das war toll. Und als ich rausgegangen bin, war es auch schön. Aber kein „Kick“ mehr, eher nur ein wohliges Gefühl. Ganz anders als im Eiswasser in Helsinki. Aber auch schön. Und das schöne Gefühl, dass der Frühling wohl endgültig da ist – und damit auch die Freibad-Saison, die ich heuer ganz besonders herbeisehne …

Der Langwieder See in schönem Grün, die Blätter an den Bäumen sind auch schon zu sehen …


Februar-Schwimmen

Heute war mal wieder ein guter Tag zum Eisschwimmen. Winterschwimmen. Februarschwimmen. Nennt es, wie ihr wollt … 😉

Es war sonnig, mit etwa 10 bis 12 Grad recht warm und kaum merklicher Ostwind. Der hatte mir gestern noch die Tour vermasselt, weil es bei etwa 4 Grad einfach nur kalt geblasen hat. Da war ich auch schon auf dem Weg zum See, habe dann aber spontan beschlossen, nicht zu schwimmen, sondern nur zu radeln. Aber heute war alles gut.

Beste Bedingungen!

Der See lag spiegelglatt vor mir, die Sonne scheint durch feine weiße Schleierwölkchen. Perfekt. Als ich ins Wasser gehe, merke ich aber, wie es sticht. Wie 1000 kleine Nadeln an den Füßen, das habe ich so echt selten wahrgenommen. Und es wird auch nicht besser, sondern ist richtig kalt. Aber ich bin entschlossen und tauche unter. Schwimme los. Ist das kalt. Wahnsinn. Ich bin tapfer, atme tief ein und schwimme weiter. Die 15 bis 20 Meter-Strecke kommt mir ewig vor. Es ist kalt, mein Herz schlägt wie verrückt. Ich zwinge mich, langsamer zu schwimmen. Drehe um, schwimme zurück. Natürlich immer am Ufer entlang, wo ich stehen kann. Und fasse einen Plan: Wenn ich am Ausgangspunkt ankomme, stelle ich mich hin und warte kurz. Weil ich ja erst letztes Mal wieder gedacht habe, dass es vielleicht beim zweiten Mal besser wäre. Also eine Pause machen.

Gedacht – getan. Das fällt mir nicht leicht, denn das Wasser ist natürlich trotzdem kalt, auch wenn es jetzt nur im Stehen ist und bis zum Bauch reicht. Zum Glück ist es windstill, der Uferwall hält den Ostwind ja ab. Ich merke, wie sich mein Puls beruhigt. Die Atmung wird ruhiger. Die Füße sind zwar kalt, aber es sticht nicht mehr so arg. Ich schaue aufs Thermometer: 6 Grad … naja. Fühlt sich kälter an. Deutlich kälter.

Im flachen Uferbereich ist das Wasser laut Thermometer 8 Grad warm. Naja. Glaube ich nicht …

Dann wage ich mich an Runde zwei. Es ist immer noch sehr, sehr kalt. Aber ich kann ruhiger schwimmen und schaffe es ein weiteres Mal hin und zurück. Dann aber nix wie raus. Ich bin krebsrot, es kribbelt voll schön!

Handtuch rum und auf dem Rücken die Sonnenstrahlen genießen. Herrlich. Wie viel Kraft die Sonne schon hat! Und jetzt durchfließt es mich auch wieder heiß-kalt-heiß-kalt. Herrlich! Ich ziehe mich an und bleibe noch ein bisschen am Ufer sitzen. Blicke auf den See, der jetzt wieder wellenlos vor mir liegt und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Das sind eigentlich die schönsten Winterschwimmtage: Wenn die Sonne schon etwas Kraft hat, aber das Wasser noch kalt ist.

So schee scho! Ein zweifacher Himmel am Langwieder See mit milchiger Sonne.

Und anscheinend entdecken immer mehr Menschen das Winter- oder Eisschwimmen für sich. Und zwar nicht unbedingt als Wettkampf wie Jochen Aumüller, Sabine Croci und Christof Wandratsch, sondern einfach so. Hier gibt’s ein kleines Facebook-Video.

Zum Abhärten, als Kick, zum Wachwerden … und dann ist mir eingefallen, dass mein erster zaghafter Versuch schon über vier Jahre her ist! Kinder, wie die Zeit vergeht.

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Ganz verkrampft – da geht natürlich nix! Aber das musste ich auch erst lernen …


Weihnachtsschwimmen

Seit drei Jahren gibt es bei mir eine neue Weihnachtstradition: schwimmen im Tegernsee. Heute war es sonnig und windstill, da gab’s keine Ausrede! Erst spazieren gehen zum Aufwärmen der Muskulatur, danach in den See.

Und siehe da! Der Tegernsee ist richtig voller Wasser! Oft hatte er gerade im Winter sehr wenig Wasser, doch der Regen der letzten Tage hat den Pegel steigen lassen. Nicht mal ein kleiner Kiesrand ist am Ufer. Das Wasser geht bis zur Wiese.

Und es ist trüb. Total trüb. Ich sehe gar nichts beim Reingehen. Was bissl blöd ist, weil ich weiß, dass da ein großer Stein ist. Irgendwo. Und an dem will ich mich nicht stoßen. Also muss ich ganz vorsichtig reingehen. Und kalt ist es natürlich auch. Laut Wasserwirtschaftsamt 5,4 Grad. Und ich war am 1. Dezember das letzte Mal schwimmen im See. Hui.

Ich stehe also bis zu den Oberschenkeln im Wasser. Will ich das jetzt? Oder ist es mir zu kalt? Oder zu blöd? Und dann kommen auch noch die zwei Schwäne. Mannomann! Aber zurück gehen müsste ich so oder so. Also nicht lange gefackelt, untertauchen und los. Boah. Kalt. Kalt. Kalt. Aber ich schwimme. Juhu. Kalt. Prima. Kalt.

Am Steg sieht man, wie hoch der Wasserstand ist.

Und dann umdrehen und zurück schwimmen. Kalt. Brrr. Und so eine Dreckbrühe. Normalerweise ist das Wasser im Winter so klar, dass ich total schön auf den Grund schauen kann. Aber hier und heute nur braun. Nicht schön. Und dann bin ich an Land. Ich bin überhaupt nichts mehr gewöhnt, sage ich zu meinem Papa, der wie immer mitgekommen ist und auch Fotos macht.

Hier sieht man, wie dreckig bzw. aufgewühlt das Wasser ist.

Als ich dann das Handtuch um mich schlinge und in der Sonne stehe, kribbelt es herrlich warm am Rücken. Ich spüre auch, wie die Sonne schön wärmt. Herrlich! Gut, dass ich doch geschwommen bin. Auch wenn es nur eine halbe Minute war. Aber ich war drin!


Ins kalte Wasser

Zum Glück! Ich war heute wieder im See. Nachdem ich letzte Woche so eine Art „Krise“ hatte und am Ufer des Langwieder Sees alles in Frage gestellt habe, ging’s heute wieder. Es ist zum einen etwas wärmer in München, zum anderen ist endlich kein fieser Ostwind mehr. Und so habe ich beschlossen, wieder zum See zu fahren und zu schauen, wie es läuft.

Es waren Wolken, die Sonne hatte sich dahinter versteckt. Es gab auch Wolkenlücken, aber die waren an anderer Stelle. Am See war’s ruhig. Ich habe meine Sachen ausgepackt und hergerichtet, mich mental darauf vorbereitet, zu schwimmen. Oder damit klarzukommen, dass es nicht klappt. Aber ich habe nichts in Frage gestellt.

Mit Wolken ist es weniger trist als bei Nebel. Selbst, wenn die Sonne hinter den Wolken bleiben mag …

Die Luft hatte so etwa 8 Grad. Ich gehe ins Wasser, das sich kalt an den Füßen anfühlt. Kälter als beim letzten Schwimmen. Ich tauche unter und schwimme los. Ist.Das.Kalt! Atemwölkchen bilden sich über der Wasseroberfläche. Am Hals schneidet das Wasser wie ein Messer, so kalt kommt es mir vor. Ich versuche ruhig zu atmen und zu schwimmen. Mich an die Kälte gewöhnen. Der Puls wird ruhiger, aber meine Hände und Füße werden kälter. Und dann auch die Arme. Es ist immer noch kalt, das Wasser am Hals schneidet weiterhin wie ein scharfes Messer aus Stahl. Inzwischen bin ich einmal hin- und hergeschwommen. Einmal schaffe ich noch, nehme ich mir vor. Ich merke, wie ich langsamer werde beim Schwimmen. Aber ich schwimme, langsam aber stet. Zurück schaffe ich auch. Naja. Fast. Ich kürze ab und gehe an Land. Ein Blick aufs Thermometer: 7 Grad ist das Wasser kalt. Beim letzten Mal waren es noch 10 Grad. Das ist schon ein Unterschied. Ich finde, man merkt, ob das Wasser über oder unter 10 Grad hat. Und die 5-Grad-Grenze merkt man dann auch nochmal.

Ich bin beim Abtrocknen und Umziehen so „beschäftigt“, dass ich überhaupt kein Kribbeln spüre. Keine Kalt-Warm-Wellen. Nix. Aber trotzdem geht’s mir gut. Ich friere nicht übermäßig, zittern eh nicht. Dazu war ich zu kurz im Wasser. Aber es war mir zu kalt, um länger zu schwimmen.

Auch ohne Kribbeln glücklich!

Vor allem aber freue ich mich, dass die „Krise“ von letzter Woche nur vorübergehend war und ich es geschafft habe, mich aufzuraffen, wieder zum See zu fahren und zu schwimmen. Wie ich es allerdings vor zwei Jahren geschafft habe, ganze sieben Minuten bei 7 Grad auszuhalten, ist mir schleierhaft. Bin ich am Ende doch ein Weichei? Eine Schön-Wetter-Eisschwimmerin? Oder ist das am Ende einfach egal?


Atemwölkchen und Messungen

Eigentlich muss ich ja nicht jedesmal was schreiben, wenn ich schwimmen war. Irgendwie ist es ja doch immer dasselbe – und dann doch wieder anders. Heute zum Beispiel gab’s wieder Ostwind, was immer kalt ist und vor allem beim Heimradln ätzend ist. Dafür war’s sonnig. Und es gab die ersten Atemwölkchen über dem Wasser. Das habe ich ja vor zwei Jahren zum ersten Mal gesehen und konnte es anfangs gar nicht glauben. Es ist einfach schön zu sehen, weil dann das Wasser endlich kälter wird.

Reingehen ist inzwischen so normal wie im Sommer. Freilich ist es kühl, aber irgendwie habe ich das jetzt so verinnerlicht, dass ich einfach gehe, bis das Wasser an den Oberschenkeln ist, dann tief durchatme und untertauche. Heute zum Beispiel war es anfangs gar nicht kalt. Erst mit der Zeit kam die Kälte. Vor einer Woche, als es so neblig war, war das ganz anders. Da musste ich die Backen aufblasen, um die Kälte aushalten zu können. Ein Bekannter von mir war so nett und hat mich mit seiner Spiegelreflexkamera fotografiert. Da sieht man das ganz gut. Auf den Handy-Fotos sieht man ja immer aus wie ein kleiner Punkt in einem riesigen Ozean!

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Wenn es sich anfangs recht kalt anfühlt, muss ich die Backen aufblasen, um die Kälte aushalten zu können. 

Außerdem habe ich ein neues „Spielzeug“: Ein GPS-Stick, der Routen aufzeichnen kann. Den habe ich spaßeshalber wasserdicht eingepackt und samt Thermometer hinter mir hergezogen. Damit ich endlich weiß, wie weit ich schwimme! Mittels Google Maps habe ich das zwar mal versucht auszumessen, aber naja. Ich bin halt neugierig. Deshalb habe ich auch das Thermometer dabei. Das hat heute 10 Grad angezeigt. Die Luft war deutlich kälter. Die Aufzeichnung der Schwimmstrecke kann ich immer erst daheim am PC anschauen. Es sieht lustigerweise so aus, als wäre ich an Land auf- und abgegangen, aber ich war definitiv im Wasser!

Schwimmstrecke-Langwieder See

Nein, ich bin nicht an Land geschwommen!

Nach vier mal hin und her war Schluss. Ich hätte wohl noch zwei mal mehr geschafft, aber nachdem ich am Freitag beim Heimradeln so dermaßen gefroren habe, wollte ich nichts riskieren. Ostwind. Kalte Finger und Füße. Das muss nicht noch mehr herausgefordert werden.

Zum Umziehen habe ich jetzt meinen Poncho wieder dabei. Den hat mir ja meine Freundin Diana genäht (weil ich ja nicht nähen kann) und der ist superpraktisch. Erstens weil er dunkelblau ist und damit Wärme absorbiert. Und zweitens weil er Wind- und Sichtschutz ist. Da kann ich mich in Ruhe umziehen. Meinen wohligen Kribbelschauer verpasse ich dadurch auch nicht, ich kann ihn vielmehr genießen!

Beim Heimradln sind die Finger und Zehen dann doch wirklich richtig kalt geworden. Der Ostwind ist einfach kein Freund des Eisschwimmers.


Herbstschwimmen mit Begleitung

Heute war wieder einer dieser schönen warmen Herbsttage. Die Luft an sich war warm, die Sonne hat es noch verstärkt. Aber selbst bei Schleierwolkenschicht blieb es warm. Ein guter Tag für einen Ausflug ans und ins Wasser.

Ich bin zum Karlsfelder See geradelt. Eine schöne Strecke, kaum länger als zum Langwieder See. Und der Oktober macht sich bemerkbar, die Blätter werden langsam bunt.

Am Karlsfelder See treffe ich mich mit einer meiner Dantebadbeckenrandfreundinnen. Sie heißt auch Petra und wir teilen nicht nur die Liebe zum Wasser und Schwimmen, sondern auch die Vorliebe für bunte Badeanzüge und lustige Kappen.

Petra ist auch eine prima Triathletin und nutzt die wohl letzte Chance für ein Schwimmtraining im See. Also so richtig schwimmen mit Kopf unter Wasser. Deshalb zieht sie auch ihren Neo an, während ich ja eher dem Kältegefühl entgegenfiebere als der Schwimmstrecke.

Ins Wasser geht’s gemeinsam. Es hat etwa 14 Grad und bis zu den Oberschenkeln fühlt es sich richtig warm an. Kurz nach dem Untertauchen merke ich aber die Kälte. Ich lasse es auf mich wirken, schwimme ruhig dahin. Wir bleiben beide in Ufernähe und schwimmen ratschend dahin. Herrlich! Keiner da außer uns, das Wasser ist klar und glatt, der Himmel weiß-blau und es ist nicht kalt. Schön!

Irgendwann wird’s natürlich schon kühl und ich gehe raus. Draußen an Land ist’s toll! Die warme Herbstluft, dazu das Kribbeln auf der Haut vom Wasser… Wahnsinn! Sooo schön!

Ich ziehe mich an, Petra krault jetzt noch ein paar Runden.

Die Männer aus ihrer Trainingsgruppe schlüpfen derweil in ihre Neos und starten dann. Sie schwimmen insgesamt 20 Minuten.

Am Ende hat jeder das gemacht, was er wollte und konnte. So unterschiedlich die Aktionen waren, es hat jedem Spaß gemacht und wir hatten einen ganz tollen Mittagsausflug!

Den Radio-Beitrag dazu gibt’s am Sonntag, 14. Oktober, auf B5aktuell im „Fitnessmagazin„, um 7.35 und um 17.05 Uhr. Natürlich auch als Podcast.

Außerdem hat mich das Radln zum Karlsfelder See (wie immer mit dem Stadtfahrrad) dazu motiviert, das Rennrad mal wieder aus dem Keller zu holen …


Start in die Eisschwimm-Saison

Eisschwimmen ist es natürlich noch nicht. Aber heute habe ich die Eisschwimm-Saison eingeläutet. Der Herbst ist da! Nicht nur auf dem Kalender, sondern auch in der Natur. Die letzten beiden Nächte waren kalt. Tag und Nacht sind im Moment in etwa gleich lang. Die Sonne steht recht schräg und verbreitet ein schönes, sanftes Licht. Ihr merkt schon: Ich mag den Herbst. Das milde Licht, die Kälte am Morgen. Das wohlige Gefühl, wenn die Sonne wärmt. Das man sehr zu schätzen weiß, weil es im Schatten kühl ist. Herrlich! Und es wird noch besser, wenn die Blätter orange, gelb und rot leuchten werden!

Heute früh war’s echt kalt. Ich dachte schon, dass ich Handschuhe zum Radeln anziehen muss. Aber es ging dann schon, die paar Meter in die Arbeit. Aber da war mir klar, was heute Nachmittag passiert: Herbstschwimmen. Im See. Yeah!

Und so starte ich an meinem freien Nachmittag mit dem Radl zum Langwieder See. Doch vorher muss ich noch meine Siebensachen packen und das Richtige anziehen. Das stellt mich jedes Jahr wieder auf eine Probe. Was ist passend? Was ist nicht zu warm zum Radln und doch warm genug, falls ich nach dem Schwimmen friere? Irgendwie kann ich das noch immer nicht richtig einschätzen. Ich entscheide mich für ein T-Shirt unter meiner Regenradljacke. Die Regenradljacke ist winddicht und hat ein Netz, so dass ich nicht schwitze und sie nicht nass an mir klebt (wie z.B. die Softshelljacke). Eine gute Entscheidung, wie ich unterwegs zufrieden feststelle.

Da waren noch einige Mini-Wellen, aber nachdem ich das Foto gemacht habe, war die Wasseroberfläche spiegelglatt!

Das Radln ist auch wieder schön. 45 Minuten Vorfreude, dazu ein blauer Himmel mit herbstlichen Schleierwolken. Am See angekommen, stelle ich zu meiner Freude fest, dass keiner da ist. Juhu! See für mich. So mag ich das. Decke hin, Rucksack drauf, hinsetzen. Genießen. Blick aufs Wasser, das ruhig vor mir liegt. Das milde Herbstsonnenlicht scheint mir entgegen. Die Bäume sind noch grün, nur einzelne Einzelblätter geben den modischen Vorreiter in sattem Gelb. Der Rest traut sich noch nicht und bleibt vorerst bei der Sommerfarbe grün.

Grün ist auch das Wasser, oder zumindest schimmert es grün. Denn eigentlich ist es durchsichtig und weil keiner da ist, der den Staub aufwirbelt, ist es glasklar. Ich mache mich zum Schwimmen bereit, spüre, wie die Sonne durch die Schleierwolken wärmt. Das Thermometer habe ich zwar dabei, beschließe aber, es nicht zu verwenden. Ist ja eigentlich auch egal, wie warm oder kalt das Wasser ist. Ich weiß aus zwei bzw. drei Wintern Eisschwimmen, dass ich bei jeder Temperatur ins Wasser gehen kann. Und dass die Dauer des Schwimmens von mehreren Faktoren abhängt, nicht nur von der Wassertemperatur.

Beim Reingehen merke ich, dass der Langwieder See trotz zweier kalter Nächte noch warm ist. Also nicht badewannenwarm, aber auch nicht kalt. Es kostet mich null Überwindung unterzutauchen. Ich schwimme los, Omabrust, weil ich das immer so mache im Herbst. Es ist herrlich! Diese Ruhe. Der See nur für mich, das Wasser angenehm kühl oder warm (sucht es euch aus). Und so schwimme ich zum anderen Ufer, zur Wasserwachtstation, die natürlich unter der Woche im Herbst nicht besetzt ist. Zug um Zug komme ich näher. Ich genieße das Gefühl, den See für mich allein zu haben. Das Wasser, das wärmer ist als vermutet. Ich gleite dahin, blicke mich um und spüre ein leichtes Kribbeln am Rücken. Ist es die Kühle des Wassers? Sind es die milchigen Sonnenstrahlen? Egal. Es ist einfach schön. Die richtige Entscheidung heute. Keine Welle kräuselt das Wasser, lediglich meine Schwimmzüge hinterlassen leichte Wogen. Beim Zurückschwimmen habe ich die Sonne hinter mir, mein Ziel vor mir. Ein paar Spaziergänger beobachten mich neugierig, ziehen dann aber weiter. Gut so. Ich möchte die Ruhe gern weiter genießen. Und nicht an Land gefragt werden, ob ich gerade schwimmen war. Oder wie kalt das Wasser ist.

Als ich an Land gehe, bin ich glücklich. Es hat soooo gut getan zu schwimmen. In der Natur, unter dem weißlich-blauen Herbsthimmel. In dem grünen klaren Wasser. Bei mir sein, die Stille genießen. Ich wickle mich in mein Handtuch, trockne mich ab und ziehe mich um. Raus aus dem nassen Badeanzug, rein in die trockenen Klamotten. Die Ruhe ist fast wie in Schweden. Da hatte ich den ganzen See ganz für mich allein, konnte nackt schwimmen. Als Erinnerung an dieses schöne Erlebnis gibt’s einen schwedischen Schokokeksriegel.

So mag ich das: mildes Herbstlicht dank Schleierwolken und Sonne.

Und den Blick auf den Langwieder See, der jetzt wieder spiegelglatt vor mir liegt. Und zu dem ich ab jetzt wieder regelmäßig zum Schwimmen kommen werde. Jegliche Gedanken, ob ich das mit dem Herbst-, Winter- und Eisschwimmen heuer wieder machen werde oder sein lasse, sind dahin. Freilich mache ich das wieder! Logo! Sooo schön wie das ist! Und wenn dann erst das Kribbeln und Bizzeln vom kalten Wasser wieder kommt! Ach, ich kann’s kaum erwarten!


Tegernsee-Schwimmen

36 Grad und es wird noch heißer… das ist der Soundtrack dieser Tage. Und davon verschont bleibt auch nicht das Wasser im Tegernsee. 24 Grad hatte der Tegernsee am Samstag, am Sonntag soll er sogar noch wärmer gewesen sein. Rekord!

Die Wolken sind nur Deko am Tegernsee.

Am Samstag war ich jedenfalls auch im Tegernsee schwimmen. Ich war in Kaltenbrunn, am nördlichen Ende des Sees. Am Strand und in Ufernähe war natürlich großer Betrieb, kein Wunder bei dem Wetter, an einem Samstag in den Ferien. Aber ich habe ein schattiges Platzerl gefunden und war dann ja eh erstmal weg. Mit meiner Boje wollte ich nach Holz schwimmen. Das habe ich schon zweimal gemacht. Beim Reingehen ist das Wasser trüb. Der Sand ist wegen der vielen Leute total aufgewühlt, man sieht gar nicht, wohin man tritt. Obwohl der See hier sehr lange sehr flach ist, schwimme ich bald möglichst los. Ich habe nämlich keine Lust, mir die Zehen an einem Stein anzuhauen, die hier auch im Wasser sind.

Anfangs ist das Wasser echt richtig warm. Wärmer als im Freibad, zumindest fühlt es sich so an. Dann wird’s tiefer (und grüner) und ich spüre, dass vor allem die Wasseroberfläche warm ist. Von unten kommen immer mal wieder kalte oder kühlere Strömungen. Das ist nicht schlimm oder unangenehm. Es ist schön, interessant. Da muss ich an Neoprenanzugschwimmer denken: Sie verpassen das!

Ich schwimme also ganz für mich im grünsten Wasser des Tegernsees. Und die Oberfläche ist auch noch spiegelglatt! So ruhig kenne ich den See nicht. Es ist traumhaft. Zug um Zug komme ich voran. Keine Eile, keine Hektik. Keiner, der mich knapp überholt oder den ich überholen muss. Nur ich und der See. Also, zumindest hier. Herrlich. Und so warm! Nicht zu warm, eher genau richtig!

Irgendwann sehe ich ein Segelboot in meiner Nähe. Ich schwimme Brust mit Kopf über Wasser, um mir einen Überblick zu verschaffen. Dann warte ich kurz ab. Der Segler ruft mir zu: „Ich habe Sie schon gesehen! Mit Ihrer Boje sind Sie ja gut gekennzeichnet!“ Ich bedanke mich und sage, dass das einer der Gründe für die Boje ist. Dass ich gesehen werde. Dann fährt er weiter und ich habe den See wieder für mich und schwimme weiter. Westwärts, zum Ufer in Holz. Ich lande dort aber nicht an, es ist nicht wirklich schön da. Schlammiger Boden, viel Müll und die Badestelle ist direkt am Parkplatz der Bundesstraße, die um den See führt. Deshalb drehe ich dann um und schwimme zurück.

Jetzt ist leichter Nordostwind aufgekommen. Also Gegenwind. Nicht schlimm, die Wellen kräuseln sich nur ganz leicht. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich nicht vorankomme. Das täuscht wahrscheinlich, weil das Ufer hinter mir noch recht nah ist, aber das Ufer vor mir, mein Ziel, noch nicht in Sichtweite ist. Das Chlorhuhn kann damit nicht wirklich gut umgehen. Schließlich ist mein Schwimmrevier sonst einfach 50 Meter lang und Anfang und Ende kann ich sehen. Aber ich habe inzwischen eine Taktik entwickelt, damit ich nicht in Panik gerate. Es ist ja alles immer eine Kopfsache. Ich schwimme einfach Brust. Lange Züge mit einer langen Gleitphase unter Wasser. Das beruhigt mich. Brustschwimmen kann ich einfach schon viel länger als Kraulen. Und hier im See macht das auch mal Spaß. Ich halte niemanden auf, keiner bekommt einen Tritt ab. Und so tauche ich also auf und ab, gleite dahin, stoße die Beine kräftig nach hinten. Und irgendwann kommt auch mein Ziel in Sicht.

Einfach toll, die Abendstimmung in Kaltenbrunn, wenn der Tegernsee der Länge nach vor einem liegt …

Ein sehr schöner Ausflug war das. Und obwohl ich fast eine Stunde unterwegs war, ist mir danach nicht kalt. So warm ist das Wasser! So warm ist die Luft auch im Schatten! Sommer halt!