Monatsarchiv: November 2016

Glattes Vergnügen

Vergnügen definiert ja jeder anders … ich weiß! Aber nach meinem Wellengang am Freitag war ich heute skeptisch, ob das mit dem Eisschwimmen klappen wird. Denn zum einen war es kalt, dafür sonnig. Aber auch windig. Und das war am Freitag das ärgste Problem: der Wind und die Wellen, die er verursacht hat. Heute also Westwind. Das habe ich beim Radln gemerkt, es ging nur schwer voran. Und dann, auf halber Strecke, beim Schloss Blutenburg, der erste Schock:

Der Weiher beim Schloss Blutenburg hat eine Eisschicht …


Ja, da ist Eis auf dem Wasser. Das ist nur so ein Tümpel, in dem Enten und Schwäne ihre Runden drehen, aber da ist Eis drauf. Fast der ganze Weiher ist bedeckt. Ohje – was, wenn auch mein Lußsee zugefroren ist? Immerhin war es die letzten Tage und vor allem Nächte richtig kalt. Mit diesen Gedanken radl ich weiter. An der Langwieder Seenplatte angekommen, bin ich erleichtert: Der Langwieder See ist offen, seine Oberfläche ist gekräuselt. Dann sehe ich rechts auch den Lußsee: offen! Yeah! Nur leicht gekräuselte Oberfläche. Also weder Wellen noch Eis! Juhu! Und sogar ein bisschen Sonne, dafür kaum Spaziergänger.

Zum Glück nur ein Schild und keine Eisdecke!

Vorfreude und von der Sonne geblendet…


Der Wind weht ganz leicht, er ist schon zu spüren, aber nicht schlimm. Ich gehe zum Wasser: Am Rand ist Eis. Juhu! Endlich verdient das, was ich mache, den Namen Eisschwimmen. 

Da ist Eis am Rand! Kein Grund, kalte Füße zu bekommen… 😉


Dann geht’s auch rein. Hui! Kalt! Es sticht richtig. Das Wasser fühlt sich eisig an. Ich muss ja sagen, dass ich echt stolz auf mich bin: Einfach rein, paar Schritte, zügig. Dann kurz durchschnaufen, Uhr an, Hände eintauchen, einen oder zwei weitere Schritte – untertauchen, losschwimmen. So easy! Wenn ich denke, wie schwer mir letztes Jahr das Reingehen gefallen ist. Und da waren die äußeren Umstände oft besser. Naja. Übung macht den Meister oder so …

So ruhig und idyllisch und alles meins!


Ich schwimme, aber es ist wirklich kalt. Vor allem die ersten 25 Sekunden ziehen sich und fühlen sich nicht gut an. Eigentlich wäre die natürliche Reaktion: raus! Aber ich weiß ja, wie das mit den magischen zwei Minuten ist, also schwimme ich tapfer am Ufer weiter. Und tatsächlich: Es wird besser. Der Körper gewöhnt sich an das Stechen, die warme Schicht unter der Haut ist jetzt aktiviert. Und ich halte durch! Vor allem, weil es sich gut anfühlt. Die Bewegungen laufen rund, ich genieße den Blick in die Sonne, wenn ich in die eine Richtung schwimme. Nach fünf Minuten muss es aber reichen. 

5’07 Minuten (Foto daheim gemacht, für das Gefrickel waren meine Finger zu kalt)


Inzwischen fühlt sich mein Körper auch etwas steif an. Und als ich mich hinstelle und rausgehen möchte, merke ich, wie kalt mein Körper ist. Manche Bewegungen fühlen sich fremd an. Als würde jemand mit einer Schnur an bestimmten Stellen ziehen, während ich ganz andere bewege. Schwer zu beschreiben.

Sonne blendet noch immer – und umziehen steht an …


Als ich an Land aufs Thermometer schaue, bin ich nicht sicher, ob das so zuverlässig funktioniert: Es zeigt 8 Grad Wassertemperatur an. Hm… ich hätte ja fünf Grad geschätzt. Wer mir also ein Weihnachtsgeschenk machen möchte: Ein zuverlässiges Digitalthermometer für niedrige Wassertemperaturen – das wär’s!

Ob das stimmt? 8 Grad? Gefühl sagt 5 Grad…


Umziehen klappt wie immer nur so mittelgut, mit den kalten Fingern ist das echt immer das Lästigste. Danach gibt’s warmen Tee, den ich vor lauter Warmzittern fast verschütte – so schüttelt’s mich. Doch ich genieße die letzten Sonnenstrahlen, die die tiefstehende Sonne durch die Schleierwolken schickt.

Sonne und kalt statt warm und grau!


Wind, Wetter, Wellen

Heute war es – mal wieder – grau und hochneblig. Dass ein fieser Ostwind weht, habe ich beim Radln zum Lußsee nicht wirklich gemerkt – ich bin nach Westen gefahren. Und beim Radln war mir sogar fast zu warm. Hat mich überrascht, denn es war kalt, unter 10 Grad schätze ich.


Am Lußsee angekommen, war ich überrascht: Der See hatte Wellen. Und zwar – für seine Verhältnisse – ziemlich hohe. Und am Rand war ein weißer Schaum. Komisch … 

Wellen und weißer Schaum


Die letzten Male lag der See ja spiegelglatt da und auch im Sommer hat dieser kleine Baggersee kaum Wellen. Doch der Wind war ziemlich stark. Das habe ich auch gemerkt, als ich mein „Lager“ aufgeschlagen habe. Mein T-Shirt wollte schon wegwehen. Also alles schnell „windsicher“ verstauen und dann ab ins Wasser. Boah! Eiskalter Wind! Aber ich will’s wissen. Das Wasser selbst kommt mir nicht so kalt vor und ich schaffe es auch schnell loszuschwimmen. Doch wegen der Wellen macht es wenig Spaß. Die klatschen seitlich an mich, als ich umdrehe, habe ich sie kurz fast im Gesicht … Sowas macht im Sommer bei normalen Bedingungen schon keinen Spaß. Also habe ich nach 3’48 Minuten aufgehört. Wassertemperatur etwa 8 Grad. 

Die blaue Linie wird immer kürzer…


An Land war der Wind dann wirklich ziemlich eisig, das hat noch weniger Spaß gemacht. Um mich aufzuwärmen, habe ich aber dieses Mal einen heißen Tee in der Thermoskanne und meine Wärmflasche mitgebracht. Damit konnte ich meine Finger auftauen und dann die Füße aufwärmen. Das hat gut getan.

Natürlich alles in blau …


Beim Heimfahren musste ich dann nach Osten – wenig Spaß bei recht starkem, kalten Gegenwind. Aber mei – so ist es manchmal, das Leben als radelnder Eisschwimmer.


Atemwölkchen

Jedes Mal, wenn ich zum Eis- oder Winterschwimmen gehe, gibt’s was, das ich mit euch teilen möchte. So auch gestern. Es war wieder einer dieser föhnigen Novembertage. Warm, etwa 15 bis 16 Grad Lufttemperatur. Ideal für radelnde Eisschwimmer wie mich. Denn so komme ich halbwegs warm nach Hause.

15 bis 16 Grad, das ist keine Lufttemperatur, bei der man Atemwölkchen sehen würde. Sieht man auch nicht. Also an Land. Aber im Wasser! Das war spannend. Das Wasser im Lußsee hatte die inzwischen gewohnten 9 bis 10 Grad. Und ich schwimme ja immer Oma-Brust, also Kopf über Wasser. Und als ich da so schwimme und atme, sehe ich: kleine Dampfwölkchen. Erst bin ich verwirrt. Dann sehe ich genauer hin. Tatsächlich. Das bin ich. Wie im tiefsten Winter sehe ich meinen Atem. Über dem Wasser ist die Luft also tatsächlich kälter als an Land – und deshalb ist mein Atem sichtbar. Spannend!

Das Schwimmen ging hervorragend. Die ersten Schocksekunden habe ich viel besser überstanden als beim letzten Mal. Und dann hat es richtig Spaß gemacht. Ich habe 10 Minuten ausgehalten. Das war das längste Schwimmen bisher. Sogar länger als im Oktober, als das Wasser noch wärmer war. Ich muss sagen, dass ich echt stolz auf mich bin!

Lästig ist nach dem Schwimmen allerdings das Umziehen. Meine Finger gehorchen mir nur bedingt, der Badeanzug ist nass, das Handtuch verrutscht … die Unterhose hat sich beim Anziehen auch noch eingerollt – also echt blöd. Und das alles im Freien. Ich habe ein Video aus Rovaniemi (am Polarkreis in Finnland) gesehen, da haben die eine Art Bundeswehrzelt mit Ofen drin, da kann man sich in Ruhe umziehen. Aber da gehört „Avantouinti“ auch fest dazu, während in Deutschland halt nur Fußball gespielt wird …


Die magischen zwei Minuten 

Ob man das heutige Schwimmen als Eis- oder Winterschwimmen bezeichnen kann, ist eine gute Frage. Es war nämlich recht warm, dank Föhn ca. 16 Grad Lufttemperatur. Und kalendarisch ist ja Herbst. Das Wasser hatte 9 Grad. Also: wie nennt man es?

Tolle Stimmung am Lußsee


Während ihr überlegt, erzähle ich vom Erlebnis. Beim Radln war es so warm, dass ich unterwegs eine Kleidungsschicht ablegen musste. Dee erste Schritt im Wasser war dafür richtig grausam! Es war echt kalt, Nadelstiche. Bbbrrrr! Der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser war doch ziemlich groß. Aber rein wollte ich. Tief durchatmen, konzentrieren, los. Kkkkaaalllttt!! Aber: Durchhalten. Ein banger Blick auf die Uhr – doch erst 24 Sekunden geschafft. Ohmann. Wie lange können 2 Minuten sein? Danach soll es besser werden. Und letztes Mal wurde es dann auch besser. Aber jetzt? Kalt. Grausam. Steif. Bäh! Weitermachen. 

Und dann: Meine Atmung wird besser. Die Bewegungen runder. Es macht: Spaß. Es ist: schön. Tatsächlich zeigt die Uhr etwas mehr als 2 Minuten an. Es stimmt. Die magische Grenze ist überschritten und ich fühle mich gut. Toll! Weiter! Noch einmal am Ufer hin und her. Es kribbelt warm direkt unter der Haut. Ich sehe meine Flipflops am Ufer. Das Ziel ist nah und kommt immer näher. Ich bin froh – und traurig. Dass es rum ist. Und dass ich es geschafft habe. 6 Minuten! 

An Land durchfluten mich warme und kalte Wellen. Darauf reiten Glücksgefühle. Herrlich!

Als ich angezogen bin, setzt auch das berühmte Wärmezittern ein. So heftig wie noch nie. Aber es hilft. Mir wird warm. Ich habe jetzt aber auch alle Schichten an. Bin nach einer kurzen Pause bereit zum Heimradln. Nur die Füße sind ein bisschen kalt. Aber nicht schlimm. Sehr schön. Ich will mehr!


Durchhalten!

Ich war heute wieder beim Winterschwimmen. Die ganze Radlfahrt habe ich mich darauf gefreut. Ich war richtig vorfreudig. Sonst denke ich mir ja oft, dass das ein totaler Schmarrn ist, den ich da mache. Aber heute nicht. Heute war ich voller Vorfreude – und gespannt, wie es wird. Dass ich reingehe, war irgendwie klar. Nach den wirklich kalten Tagen war es heute etwas wärmer.

Am Lußsee angekommen, zeigt der sich wie die letzten Male auch: grau und ruhig. Keine Fußgänger, oder nur einige wenige. Wolken am Himmel, leichter Wind lässt die letzten gelben Blätter an den Bäumen tanzen. Ich stelle mein Radl ab, lege meine Decke hin und richte meine Sachen her. Das Thermometer zeigt etwa 10 Grad Lufttemperatur an.

Und dann gehe ich zum Ufer und ab ins Wasser. Es ist echt kalt an den Füßen. Doch das kenne ich ja schon, letzte Woche war’s auch kalt. Das Reingehen ist kein Problem mehr. Ich gehe zügig bis zur „Badeanzuggrenze“, drücke auf die Stoppuhr und dann gehe ich weiter. Ich bin mental ja schon seit dem Vormittag darauf vorbereitet. Dann tauche ich unter und schwimme los. KALT! EISKALT! BBBRRRRR!!! Aber: Durchhalten. Ich weiß ja aus Erfahrung, dass es nach dem ersten Kälteschock geht. 30 Sekunden. Meine Hände sind knallrot. Nadelstiche am Nacken. Ohnein, mehr geht nicht. Oder doch? Ich habe kürzlich in einem Buch über Island gelesen, dass es nach den ersten zwei Minuten geht. (In einem Buch über Island geht’s natürlich auch mal ums Schwimmen im kalten Atlantik).

In dem Buch über Island darf Schwimmen im kalten Atlantik nicht fehlen …


Und tatsächlich: Mein Puls wird ruhiger, der Wärmepolster knapp unter der Haut ist aktiviert. Ich bemerke die Kälte noch, die Bewegungen fühlen sich hart und schwer und unrund an. Aber es geht immer besser. Ich schwimme ja immer in Ufernähe hin und her. Und auf dem Rückweg denke ich zwar zuerst ganz kurz: geschafft.

Kalte, rote Hände …


Aber dann merke ich, dass es jetzt runder läuft, mir die Bewegungen leicher fallen. Deshalb drehe ich nochmal um und schwimme noch ein bisschen in die andere Richtung, ziemlich weit sogar. Und dann drehe ich um und genieße jeden Zug bis zum Ziel. Auch, wenn ich merke, wie meine Arme kalt und etwas steifer werden und meine Füße auch eher wie Besenstiele anfühlen. Geschafft. Jetzt aber wirklich. Raus an Land, Handtuch rum – und ein Blick auf die Uhr: 5 Minuten 5 Sekunden. Yeah! Was für eine schöne Zeit.

Mein Super-Thermometer mit ganz genauer Temperaturangabe … *g


Und das Thermometer sagt 10 Grad Wassertemperatur. Es hat sich kälter angefühlt. Schön war’s auf jeden Fall.


Kurzes Vergnüngen

Heute früh waren in München die Dächer weiß, der erste Schnee blieb sogar in der Großstadt liegen. Und es war ganz schön kalt – logisch … Das krasse Gegenteil zu letztem Jahr. Da war’s im November so warm, dass ich meine ersten Eisschwimmversuche startete.

Heute habe ich im Büro den ganzen Tag gefroren. Ich friere normalerweise nicht so schnell, aber unsere Klimaanlage/Heizung ist ein schlimmes Ding … da wird’s ziemlich eklig kalt – oder auch mal heiß. Aber zur Zeit will sie lieber kalt. Und ich habe rumgescherzt, dass es beim Eisschwimmen wärmer ist. Das musste ich am Nachmittag dann doch ausprobieren.

Grau und kalt – der November macht seinem Ruf alle Ehre …


Obwohl es schon relativ spät war und die Sonne musste sich den Wolken geschlagen geben. Doch ich bin tapfer zum Lußsee geradelt. Es war kalt, vor allem an Händen und Füßen. Das kennt man ja, dass diese Körperstellen beim Radln schnell auskühlen.

Am See angekommen wollte ich es aber wissen. Natürlich! Das Wasserthermometer zeigte 7 Grad Lufttemperatur an, das kommt hin. Und das Wasser war kalt. Richtig kalt! Beim letzten Schwimmen hatte es noch 14 Grad, draußen schien die Sonne und ich war fast 7 Minuten im Wasser (nach dem Freitag mit 6’39 schaffte ich am Sonntag 6’50 Minuten). Und heute? Augen zu und durch. Zügig reingegangen, keine Füße mehr gespürt. Geschwommen. Puh! Richtig kalt. Meine Finger waren sogar unter Wasser so knallrot, dass sie fast geleuchtet haben. Und im Nacken (ich schwimme nach wie vor Oma-Brust) spüre ich die Nadelstiche des kalten Wassers. Das wärmende Gefühl unter der Haut mag sich nicht einstellen. Ich schwimme am Ufer entlang und drehe um. Der Rückweg kommt mir ewig lang vor. Ich könnte mich jederzeit hinstellen und rausgehen. Das mache ich zur Sicherheit so, weil ich allein unterwegs bin. Wieder an Land wird mir erstmal richtig heiß. Das tut gut. Vorteil des grauen Novemberwetters: Kaum Spaziergänger. So kann ich mich fix umziehen und muss nicht penibel darauf achten, dass mein Handtuch nicht runterfällt. Das tut’s dann auch prompt – aber: keiner hat’s gesehen. *g Ich ziehe mich an, was dank eisiger Finger immer schwieriger wird. Und Zehen – ja, die habe ich nicht mehr. Erst jetzt merke ich, dass ein ganz feiner, fieser Eiswind weht. Und der macht mir auf der Heimfahrt zu schaffen. Denn meine Hände werden trotz Handschuhen jetzt beim Radln richtig kalt und steif. Ich fühle mich wieder wie ein bisschen betrunken. Und auch die Füße werden zu Eisklumpen. Es ist nicht schön … Aber im Wasser, da war’s schöner. Insgesamt habe ich 1’41 Minuten ausgehalten. Ob das Thermometer 7 oder 9 Grad Wassertemperatur angezeigt hat, kann ich nicht mehr sagen. Aber nachdem der Tegernsee laut Internet etwa 9 Grad hat, würde ich dem Lußsee auch 9 Grad zutrauen. Es war auf jeden Fall viel kälter als beim letzten Schwimmen.

Was ich mich aber noch frage: Ich war die einzige am See, die einen Rucksack und eine Decke ausgebreitet hatte. Als ich am Zusammenräumen bin, kommen kurz hintereinander zwei Spaziergänger, jeweils mit Hund. Hund und Frauchen 1 halten noch etwa 30 Zentimeter Anstandsabstand zu meinem „Lager“, doch Herrchen und Hund 2 marschieren schon fast über meine Decke. Warum??? Ich verstehe das nicht! Ich belege auf diesem riesiegen Gelände etwa einen Quadratmeter – und genau da, genau da!! muss man direkt vorbei gehen? Da kann man auf dieser riesigen Wiese nicht einen Meter Anstandsabstand halten? Ich war an keiner Engstelle, die zu passieren gewesen wäre. Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich unerhört!