Monatsarchiv: Oktober 2017

Sommer im Oktober 

Der Sommer ist immer noch da. Also der Oktober-Sommer, den es heuer gibt. Schon eine ganze Woche ist es richtig warm, in der Sonne fast heiß. 

Ich wollte das natürlich wieder zum See-Schwimmen nutzen. Schließlich ist es auch schön, wenn es schön ist…

Laub auf dem Langwieder See

Zu meiner Überraschung ist am Langwieder See fast nichts los. Am Ufer sitzt eine Frau und liest. Der nasse Badeanzug neben ihr auf den Steinen verrät jedoch, dass sie eine von „uns“ ist. Oder zumindest, dass sie im Wasser war. 

Als ich reingehe, bitte ich sie, ob sie vielleicht einen Blick auf meine Decke hat, falls ein Hund kommt. So kommen wir bissl ins Gespräch und sie fragt, ob ich „so lange“ schwimme. Sie sei auch drin gewesen, aber nur zehn Züge hin und zehn zurück. 

Ich empfinde das Wasser überhaupt nicht kalt, ganz anders als letzte Woche. Mein Thermometer zeigt auch ziemlich lange 17 Grad an. Dann schwimme ich los, es ist fast wie im Sommer. Außer, dass ziemlich viel Laub auf der Wasseroberfläche schwimmt. Stört aber nicht weiter und so schwimme ich meine „Stammstrecke“ zur Wasserwacht und zurück. Zwischendurch schau ich aufs Thermometer: je nach Lage sind’s 15 bis 16 Grad. Sommer quasi…

Die Bäume sind schon kahl, die Sonne scheint und wärmt!


Wieder an Land, hat sich ein Mann zu der Frau gesellt. Er fragt, ob es mir nicht zu kalt war für so eine lange Strecke. Ich verneine. Er geht rein und schwimmt kurz

Ich ziehe mich um und genieße die Sonne, die hier so schön herscheint. Die Frau und auch der Mann gehen wieder. Kurz danach kommt der nächste. Rein, untertauchen und los. Erst ein paar Züge Kraul, dann Rücken altdeutsch. Er schwimmt aus meinem Blickfeld und kommt ziemlich lange nicht zurück. Dann aber doch. Nachdem er sich umgezogen hat, frage ich ihn, ob er öfter schwimmt. Ja, das ist ja grad gar nicht kalt, 18 Grad schätzt er. Er wäre auch gerne länger geschwommen, muss aber weiter. Letztes Jahr war er auch mal im Dezember, sagt er noch. Weil er da mal schauen wollte. Als ich ihm sage, dass ich den ganzen Winter war, ist er interessiert. Auf seine Frage, wie lange ich im Wasser war, sage ich, dass das natürlich kürzer war. Aber, dass es dafür schön kribbelt! Gekribbelt hat heute nix. Ist ja auch Sommer…


Goldener Tegernsee

Wer kann da widerstehen? Blauer Himmel, Sonnenschein, gelb-orange leuchtende Bäume und in der Mitte ein See – der Tegernsee.

Herbstfarben am Tegernsee

Gelb-blau ist Bayern zur Zeit…


 

Ich musste da natürlich schwimmen. Und es war natürlich herrlich. Eigentlich gar nichts Neues. Das Wasser hatte 13 Grad, es kostet mich in der Sonne ein kleines bisschen Überwindung zum Reingehen. Doch dann bin ich drin und schwimme los. Erstmal am Ufer entlang, weil ich auf Nummer sicher gehen möchte. Doch es ist so herrlich, klar und prickelig, dass ich beim Zurückschwimmen doch noch einen Schwenk mache und zum Segelschiff schwimme. Das Schiff selbst ist gar nicht mehr da, es ist schon in der Winterpause. Aber seine Boje hängt im Wasser und so schwimme ich dorthin. Von da habe ich auch einen schönen Blick über den See Richtung Norden, es ist traumhaft.

Meine Badestelle in schönster Herbststimmung

Beim Rausgehen ist mir dann sogar richtig heiß – nur ganz kurz. Aber es durchströmt mich eine Art Hitzewelle. Auf dem Steg genieße ich noch die warmen Sonnenstrahlen und das schöne Herbstambiente. So wie es aussieht, wird es die kommenden Tage noch sommerlich warm bleiben, so dass es noch einige Sonnenschwimmausflüge geben wird. Wenn auch nicht im Tegernsee …


Suomen Sauna – Sauna in Finnland: Allas Seapool Helsinki 

Ich wollte euch ja noch schreiben, wie es in der Sauna von Allas Seapool in Helsinki war. Den Bericht vom Schwimmen gibt’s hier. Geht eigentlich ganz schnell: schön war’s!

Allas Seapool im Hafen von Helsinki


Und ausführlicher: Es gibt drei Saunen da: eine für Männer, eine für Frauen und eine gemischte. Und in die gemischte geht man in Finnland in Badebekleidung. 

Die gemischte Sauna im Allas Seapool mit Blick aufs Meer


Ich war da ja auch wegen Interviews und habe Tiina getroffen. Sie hat Saunayoga erfunden. Das wird im Badeanzug und in einer lauwarmen Sauna bei etwa 50 Grad gemacht. Ich habe noch nie Yoga gemacht. Und dann ist mein erstes Mal in der Sauna. 

Es war aber echt schön. Erst muss man sich entspannen. Das dauert immer bissl, bis ich dann runter komme und bei der Sache bin. (Vor allem, wenn draußen ein Schwimmbecken wartet…). Zuerst haben wir uns gedehnt: Schultern, Arme, Rücken und dann die Beine. 

Danach gab‘s noch ein paar Kräftigungsübungen. Währenddessen ist es nie zu heiß, im Gegenteil: die Wärme tut gut und lockert die Muskeln. Erst gegen Ende freue ich mich auf die Abkühlung. 

13 Grad im Meerwasserpool


Und die gibt’s im Meerwasserpool bei 13 Grad. Herrlich! Die Sonne scheint und ich sehe auf den Marktplatz, das Rathaus und den Präsidentenpalast und im Hintergrund der weiße Dom von Helsinki! Ein Traum!

Beim Reingehen ist es schon kalt, aber dann geht’s prima! Ich schwimme insgesamt vier Bahnen, also 100 Meter insgesamt. Im Becken gibt’s eine Art Geländer, an dem man sich zur Not festhalten könnte. Das Wasser ist zwar leicht trüb, aber es ist gereinigt. 

Das Chlorhuhn im Meerwasserpool und im Hintergrund der „Zuckerwürfel“ von Alvar Aalto


Die andere Sauna ist richtig heiß. Das ist natürlich super. Und anders als in Deutschland kommt da kein Bademeister und macht eine Riesenshow zum Aufguss. Den Aufguss macht man in Finnland selbst. Man fragt die anderen, ob es ok ist und dann wirft man das Wasser auf die heißen Steine. Die Frage lautet übrigens: lisää löylyä? 

Löyly ist der Aufguss und auch der Geist der Sauna. Man lauscht ihm andächtig, wartet, bis das letzte Zischen verklungen ist. Oft ist der Löyly auch Gegenstand des Gesprächs. War er gut? Wie hat er sich angefühlt? Und so weiter. Allerdings eher in der privaten Sauna und nicht in der öffentlichen. 

Und wer denkt, dass die Finnen nicht reden, dem sei gesagt: Das stimmt so nicht. Denn als ich die gemischte Sauna betrete, spricht mich der Mann, der drinnen saß, gleich auf finnisch an. Ich sagte, dass ich nur wenig finnisch kann und schon waren wir im Gespräch. 

Ich habe bei meinem Besuch auch richtig Glück gehabt. Die Sonne schien und so konnte ich an der Holzwand sitzen und das Panorama genießen. Es war nicht viel los, kann mir aber vorstellen, dass es im Sommer sehr voll ist. 

Schönes Wetter und schöne Aussicht – perfekt zum Relaxen!


Und wer Eisschwimmen ausprobieren möchte, kann es im Allas Seapool tun. Denn der Meerwasserpool ist ganzjährig geöffnet, es gibt eine Aufsicht und im Winter sogar Mützen, damit der Kopf warm bleibt. 

Abendstimmung über Helsinki


Goldener Oktober

Der Herbst hat sich heuer etwas geziert – meistens war es kühl, grau und nass. Doch gestern hat er sich doch noch durchgerungen und einen „Goldenen Oktober“-Tag gezaubert. Mit blauem Himmel und gelben, roten und orangen Blättern an den Bäumen. Alles angestrahlt von der Sonne, die so schön schräg steht. Ein phantastisches Licht! Da musste ich natürlich zum See fahren und schwimmen.

Goldener Oktober


Beim Radeln wurde mir ganz schön warm, es hatte ja auch gut 20 Grad. Am Langwieder See hatte ich Glück: herrliche Ruhe an meinem Sonnenplatz. Nur ein paar Enten waren da, sonst niemand. Ich war gespannt, wie warm oder kalt das Wasser wohl ist. Am Samstag waren es ja 15 Grad, die sich super angefühlt hatten.

Herbststimmung am Langwieder See


Beim Reingehen erschrecke ich: Es fühlt sich eisig an. Wow. Was ist da passiert? Ein Blick aufs Thermometer zeigt: 15 Grad. Wie am Samstag. Doch am Samstag war es wolkig und kühl, die Luft hatte 14,8 Grad. Da fühlte sich das Wasser nicht nur wärmer an, es war ja tatsächlich wärmer als die Luft. Und jetzt – gleiche Wassertemperatur, aber warme Sonnenluft – und schon fühlt sich das Wasser kalt an. Und auch „härter“. Aber es wird nicht lange gefackelt, ich tauche unter und schwimme los. Noch immer fühlt es sich kalt an, es dauert ein paar Schwimmzüge, bis sich mein Körper daran gewöhnt. Und dann ist es wieder wunderschön. Ich schwimme der Sonne entgegen, auf dem Wasser kräuselt der Wind kleine Wellen. Hier und da schwimmt ein Herbstblatt. Ich bemerke das Kribbeln und Prickeln am Rücken – es ist diese Mischung aus kühlem Wasser und Sonnenschein. Das fühlt sich schon sehr besonders an. Ich wage mich auch weit hinaus, schwimme bis fast zum anderen Ufer. Das ist jetzt natürlich keine weite Strecke, aber in der herbstlichen Einsamkeit wird es wohl bald nicht mehr möglich sein, allein so weit zu schwimmen. Sicherheit geht vor, falls ich einen Krampf bekomme oder so, wäre es blöd. Doch noch kann ich das Schwimmen genießen. Und als ich umkehre, ist es sogar noch schöner, denn da habe ich die Sonne im Rücken.

An Land angekommen ist es schön warm, der leichte Wind hat sich gelegt. Ein wohliges Kribbeln macht sich bemerkbar. Das hält auch an, nachdem ich mich umgezogen habe und noch in der Sonne sitze. Ich genieße die Sonnenwärme und das Licht, während unter meiner Haut diese wohligen Schauer entlang ziehen. Das Gefühl ist echt schwer zu beschreiben. Es ist fast, als wäre da eine Art „Zwischenschicht“ unter meiner Haut. Oder auf der Haut-„innen“-Seite. Das Prickeln ist auch in der warmen Sonne deutlich zu spüren, die Lebensgeister tanzen unter der Haut. Es ist kein Kältezittern und überhaupt nicht unangenehm. Eher erfrischend, belebend.

Sonnenstrahlen und Hautprickeln


Vielleicht wollt ihr das ja mal selbst erleben? Dann einfach ausprobieren, hier habe ich meine persönlichen Tipps zum Winterschwimmen zusammengefasst.

 


Folter in Yväskylä 

Keine Angst, das wird keine SM-Geschichte. Oder doch? Ich war jedenfalls in Finnland, auf einer Pressereise und da ging’s nach Yväskylä. Dort war ich dann kurz im See schwimmen. 

Es gibt dort aber auch eine Schwimmhalle. Uimaallas! Und wir waren dort. Architekt war Alvar Aalto. Wer auch sonst? Er hat quasi alles in Yväskylä gebaut bzw. entworfen. So auch das Schwimmbad. 

Ein Schwimmbad von Alvar Aalto

Und jetzt kommt der Teil mit der Folter: Wir waren in der Schwimmhalle. Da war nämlich beim „City of Lights“-Event auch eine Lichtinstallation. 

Ein schönes 50-Meter-Becken und kaum Schwimmer…

… herrlich!


Auf den Bildern sieht das leider nicht so toll aus wie in echt. Das Licht hat immer wieder gewechselt, meist war es bläulich. 

Nummer 8


Wir hatten sogar das Glück, den Lichtkünstler Kari höchstenpersönlich zu treffen. Und was sagt der? Seine Lichtinstallation wirkt am besten, wenn man schwimmt! Und das hat uns vorher keiner gesagt! Also leider kein Schwimmen und auch zu wenig Zeit dafür. Sowas Blödes! Und dabei war das sooooo ein schönes Becken!


Das 25-Meter-Becken stammt von Aalto. Wer sich bissl mit ihm und seiner Arbeit auskennt, sieht es sofort. 


Wieder im Langwieder See 

Nach meinem Finnland-Ausflug bin ich wieder in Bayern. Und was haben Bayern und Finnland gemeinsam? Außer meiner Liebe und einer weiß-blauen Fahne? Seen! Unsere Seen sind zwar kleiner, aber zum Schwimmen reicht es.

Klein, aber zum Schwimmen ausreichend: der Langwieder See

Heute bin ich sogar in Gesellschaft. Diana kommt mit und schwimmt auch. Es ist noch bissl windig, aber immerhin kein Sturm mehr wie am Donnerstag. Und zwischendurch kommt die Sonne raus.

Am Langwieder See ist herrlichste (finnische) Ruhe, der See gehört uns! Ich schätze ihn schon vorm Reingehen auf 15 Grad, was mein Thermometer bestätigt. Reingehen klappt prima. Vor allem, weil unter Wasser kein Wind weht!

Im Gegensatz zu den Seen in Finnland noch richtig warm mit 15 Grad!

Das Schwimmen war traumhaft! Auf einmal breitet sich ein wohliges Kribbeln auf meinem Rücken aus, unterm Schwimmen. Es ist total schön und ich kann prima schwimmen! Die Wellen sind kaum spürbar, ich würde am liebsten ewig schwimmen! Doch die Vernunft mahnt zur Umkehr.

Ich mag nicht an Land!

An Land weht der Wind doch merklich, ich würde am liebsten im See bleiben. Aber hilft nix. Raus und umziehen. Ich spüre das Kribbeln unter der Haut und genieße es. Allerdings nicht zu lang, denn der Wind kühlt mich aus.

Die Luft ist kälter als das Wasser!

Deshalb packen Diana und ich unsere sieben Sachen und radeln heim. Schön war’s! Jetzt fängt die beste Zeit erst an!

Und für alle, die es auch gern ausprobieren wollen: Jetzt ist die beste Zeit. Die meisten Seen sind noch nicht wirklich kalt, so dass man sich langsam an die Kälte gewöhnen kann. Ich habe hier mal meine persönlichen Tipps zum Winterschwimmen zusammengestellt.


Uiminen suomen järvessä – Schwimmen in finnischen Seen

Ich war dieses Mal ziemlich lange in Finnland, da konnte ich natürlich auch viel schwimmen. Und weil es dort schon sehr herbstlich ist, war es fast schon Eisschwimmen. Jedenfalls war das Wasser ziemlich kühl. In der Ostsee war ich „nur“ im Meerwasserpool im Allas Sea Pool. Aber in Mittelfinnland war ich in drei Seen schwimmen. Mein erstes Mal schwimmen in einem finnischen See. Und da ist ja die Auswahl ziemlich groß: In Finnland gibt’s 187.888 Seen – gezählt wird erst ab einer Größe wie dem Bodensee. Es sind also wohl noch mehr Seen im „Land der 1000 Seen“. Und in dreien durfte ich schwimmen.

Endlich komme ich dem See näher!


Der erste See war in Jyväskylä. Am Donnerstag war leider keine Zeit zum Schwimmen, nur bissl schauen. Unser kleines, feines Hotel „Yöpuu“ lag auch etwas zu weit weg vom See, so dass ich es nicht mal kurz dazwischen quetschen konnte.

Es war eine organisierte Reise, aber am Freitag war etwas Zeit zwischen den Terminen, die ich zum Schwimmen nutzen wollte. Das Hotel „Paviljonki“ war direkt am See, die Dame von der Rezeption sagte mir, wo eine gute Badestelle ist und hat mir ein hoteleigenes Fahrrad ausgeliehen. In Jyväskylä gibt’s sogar zwei Seen: den Päijenne (zweitgrößter See Finnlands, zieht sich bis Lahti) und den Jyväsjärvi. Im Jyväsjärvi war ich beim Schwimmen. Ich komme an der Badestelle an, es ist ein kleiner Strand, der im Sommer wohl gut genutzt ist.

Im Herbst gehört mir der ganze Strand!


Es gibt eine hölzerne Umkleidekabine, die ich ganz für mich allein habe. So viel Luxus! Ich kann alles aufhängen.

Luxus: ich kann alles aufhängen

Meine kleine Luxuskabine …


Und dann geht’s ein paar Meterchen über die Wiese zum Sandstrand. Dort gehe ich ins Wasser. Es ist klar und frisch – und rötlich. Meine Füße und das Thermometer wirken „eingefärbt“. Ich gehe zügig rein, tauche unter und schwimme los.
Weil ich den See nicht kenne und es schon ganz schön frisch ist mit 12,5 Grad bleibe ich mal lieber in Ufernähe. Ich schwimme ein, zwei, drei Mal hin und her. Dann muss es genug sein.

12,5 Grad und leicht rötliches Wasser


Es ist ein grauer Nebelherbsttag, an Land ist es sogar kälter als im Wasser. Und der nächste Termin ruft. Aber ausprobiert haben wollte ich es dann doch – auch wenn ich Zeitdruck nicht mag. Nach dem Schwimmen stellt sich ein angenehmes Kribbeln ein, das mir kalt und warm durch den Körper jagt.

Idylle pur in Hankasalmi! Glasklares, spiegelglattes Wasser – in Trinkwasserqualität!


Am Tag danach habe ich erneut die Möglichkeit zum See-Schwimmen. Unser Trip führt uns nach Hankasalmi. Den dunkelsten Ort in Finnland. Weil es dort, ebenfalls in Mittelfinnland, wenig künstliches Licht gibt, ist es sogar möglich, Polarlichter zu sehen. Naja. Möglich. Theoretisch. Aber es ist bewölkt und abends regnet es sogar leicht. Tagsüber ist es neblig-nieselig grau, aber das „Ferienzentrum“ Lomakeskus Revontuli liegt direkt am See, da will ich natürlich trotzdem kurz schwimmen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um in den See zu kommen: Stege und Strände. Das Wasser ist unglaublich klar und hat sogar Trinkwasserqualität. Der See heißt „Iso Virmas“, also Großer Virmas. Still und spiegelglatt liegt er da vor mir. Übrigens waren bisher alle Seen, die ich gesehen habe (vom Bus aus z.B). sehr ruhig, keine Wellen, dafür schönste Spiegelungen.

Die Wasserpflanzen sind gut zu sehen …


Trotz mehrfacher Versuche will sich keiner aus meiner Gruppe mit mir ins Wasser wagen. Aber immerhin findet sich einer, der fotografiert. Sozusagen als Beweis. Das Wasser hier ist kälter: 10.8 Grad. Und es gibt wahnsinnig viele Wasserpflanzen. Ich muss also eine Stelle ohne Pflanzen finden. Erstens weil ich das unangenehm finde, wenn die mich kitzeln, andererseits weil es ziemlich viele sind, so dass ich tatsächlich Angst hätte, dass ich mich verheddere.

Bisher das kälteste Wasser: 10,8 Grad


Neben dem Steg ist es aber gut und ich gehe rein. Puh! Das ist echt kühl! Und das Wasser ist ziemlich lang ziemlich flach, so dass ich ganz schön weit gehen muss, bis es tief genug zum Schwimmen wird. Und dann tauche ich unter und schwimme. Puh. Echt kalt. Aber dann geht’s ganz gut. Ich schwimme zurück, halte Jan (dem Fotograf) das Thermometer hin, damit er es ablichten kann.

Schwimmen ist schön!


Dann wollte ich eigentlich aufhören und raus. Aber ich merke, dass es doch ganz schön war, deshalb schwimme ich nochmal los. Jetzt geht’s recht gut. Zweimal neben dem Steg hin und her, dann ist mir doch kalt und ich gehe raus.

Beim Abendessen bin ich der Held, alles wollen die „Beweisfotos“ sehen. Nach dem Abendessen war dann Sauna angesagt und ich habe nochmal versucht, die Gruppe zum Schwimmen zu überreden. Aber es half nichts: Auch nach der Sauna wollte keiner in den See zum Abkühlen. Ich schon. Und es war gut, dass ich tagsüber schon war. Denn so wusste ich, was mich in der Dunkelheit erwartet. Nach der Sauna hat das kalte Wasser echt richtig gut getan!

Blick auf den riesenlangen Päijenne-See


Am vorletzten Finnland-Tag sind wir wieder Richtung Süden gefahren – nach Lahti. Allerdings auf der Straße und mit dem Bus. Man könnte auch auf dem Päijenne-See mit dem Schiff bis Lahti fahren, denn der See verbindet Jyväskylä und Lahti miteinander.

In Lahti haben wir wieder eine Unterkunft direkt am See. Herrlich! Auch, wenn es wieder neblig-grau ist. Aber immerhin ohne Niesel. Und der See ist ebenfalls spiegelglatt. Es ist der „Vesijärvi“ – Wassersee. Er ist durch einen Kanal mit dem Päijenne-See verbunden.

Könnte Sommer sein (Sommer ist, was in deinem Kopf passiert) …


Auf dem Programm steht heute Kajak-Fahren mit Kirsi.

Lotta und ich im Zweier-Kajak in der finnischen Idylle


Ich teile mir ein Zweierkajak mit Lotta, die schöne Bilder macht. Wir schippern in der Gruppe eine gute Stunde auf dem See herum. Es ist wunderschön.

Für weitere Strecken nutze ich das Kajak … *g


Wir kommen an einer Inselgruppe vorbei und fahren in eine Bucht. Es ist so, wie ich mir Finnland vorgestellt habe. Idyllisch, ruhig. Die Bäume verlieren ihre gelben Blätter zum Teil schon, so dass wir die Mökkis (Sommerhäuschen) am Ufer sehen können. Das wäre ein Leben! Ein Mökki, direkt am See. Paddeln, schwimmen, Sauna und grillen! Naja, bis aufs Grillen machen wir das alles!

Der Vesijärvi ist wärmer als der See in Hankasalmi


Während wir paddeln, messe ich mit dem Thermometer die Wassertemperatur: 12 Grad. Wieder etwas wärmer. Der See ist nicht tief, verrät Kirsi: im Schnitt 6 Meter. Das ist nicht viel. Beim Paddeln sehen wir auch zahlreiche Wasserpflanzen. Zum einen, weil sie bis zur Oberfläche wachsen, zum anderen, weil auch hier das Wasser sehr klar ist.

Auf dem Bild sieht es dunkler und grauer aus als es in Wahrheit war …


Nach dem Paddeln nutze ich gleich noch die Gelegenheit zum Schwimmen. Mitkommen will wieder keiner, aber Estelle macht immerhin Fotos. Ich merke direkt, dass der See wärmer ist als der vom Tag zuvor. Oder mir ist einfach wärmer, weil wir uns beim Paddeln sportlich betätigt haben und ich aufgewärmt bin. Beim Reingehen schlagen mir Wellen entgegen. Irgendwo auf dem See ist ein Motorboot gefahren, und jetzt gelangen die Wellen ans Ufer. Ich weiß nicht, ob der See mich freudig begrüßt oder ob er mich eher vom Schwimmen abhalten will. Als die Wellen verebben, gehe ich rein. Und schwimme ein gutes Stück. Es ist herrlich! Gar nicht kalt, sondern richtig schön.

Schön war es im Vesijärvi!


Als ich rausgehe, will mir Estelle gleich das Handtuch reichen, aber ich brauche es erstmal nicht. Denn mir ist nicht kalt. Ich merke zwar, wie das Kribbeln durch den Körper wabert, aber ich friere nicht. Ich genieße. Die Warm-Kalt-Wellen durchströmen mich, ich muss lächeln. Das war soooo schön!

Kiesstrand und Herbstlaub, das beim Rausgehen raschelt!


Dann ist direkt im Anschluss Sauna angesagt. Herrlich! Und zum Abkühlen gehe ich  – wieder als Einzige – in den See. Langsam legt sich die Dämmerung über den Vesijärvi, es ist herrlich friedlich. Beim letzten Schwumm sage ich leise „Pfiati“ und bin etwas traurig.

Der Abschied fällt schwer …