Winterschwimmen am Fasaneriesee

Heute wollte ich mal wieder was Neues ausprobieren. Nachdem das Wetter wenig winterlich war und ich nicht so viel Zeit hatte, dachte ich mir: Ich könnte ja mal an einen anderen, näheren See radln. Der Feldmochinger- oder der Fasaneriesee im Münchner Norden sind nämlich näher. Der Weg dorthin hat zwar mehr Ampeln als zum Langwieder See, dafür sind es aber fünf Kilometer einfach weniger. Und außerdem ist „mein“ schöner, neuer Radlweg zerstört. Von höchster Stelle: vom Baureferat der Stadt München. Auf Höhe der Laimer Unterführung muss nämlich die zweite S-Bahn-Stammstrecke gebaut werden. Und dafür müssen Baumaschinen über den Radlweg fahren. Der Radlweg war erst 15 Monate (ja, Monate!) in Betrieb!

Das war 15 Monate ein schöner, geteerter Radlweg. Jetzt: Baustellenfahrzeugstraße!

Zum Radln nicht gut geeignet. Die Ausweichroute geht durchs Wohngebiet mit ein- und ausparkenden Autos. Yeah!

Aber ich schweife ab … also, das war halt einer der Gründe, warum ich heute in den Norden geradelt bin. Kurz vorm Ziel gabelt sich der Weg, und ich muss mich entscheiden, welcher der beiden Seen das Rennen macht. Ich entscheide mich spontan für den Fasaneriesee. Also rechts abbiegen und rüberrollen.

Am See selbst herrscht reger Betrieb. Es ist Mittwoch Nachmittag, die Sonne scheint (laut Wetterbericht im Radio das allerallerletzte Mal überhaupt …) und so sind einige Leutchen unterwegs. Dank geteerter Wege geht das auch mit dem Rollator … *g

Enten am Fasaneriesee

Es gibt dort eine Einstiegsstelle mit Treppe. Als ich vor zwei Jahren im Sommer mal da war, habe ich das schon gesehen. Leider im Halbschatten, dafür halt guter Zugang ins Wasser. Und dank Kopfsteinpflaster muss ich mein Lager nicht komplett in der Wiese aufschlagen (da ist es meistens nass, kalt und bazig). Als ich ankomme, schwimmen ziemlich viele Enten rum. Die stören mich nicht weiter. Noch nicht …

Ich mache mich also schwimm-fertig und stelle spaßeshalber meine Handy-Eieruhr auf 3 Minuten. Wenn es läutet, habe ich 3 Minuten geschafft, so meine Idee. Damit das realistisch ist, muss ich schnell machen. Also fix zwei Schritte zum See, dann zwei Schritte im flachen Wasser. Auf weichem Untergrund, der mit Laub bedeckt ist. Nicht so mein Favorite … naja. Hilft nix. Durchatmen, untertauchen, losschwimmen. Ui! Geht gut! Am Ufer entlang schwimme ich, immer schön im flachen Wasser. Falls was sein sollte. Ich sehe ein Schild am Ufer (das wohl darauf hinweist, dass man die Eisfläche nicht betreten soll). Das ist mein Ziel. Allerdings kommt es nicht wirklich näher. Im Gegenteil: Je länger ich schwimme, desto weiter entfernt erscheint es mir. Denn das kalte Wasser lässt meine Schwimmzüge langsamer werden. Aber mich hat der Ehrgeiz gepackt, deshalb gebe ich jetzt nicht auf. Und irgendwann bin ich auf Höhe des Schildes. Hier überprüfe ich die Wassertemperatur: 6,2 Grad. Aha. Wärmer als der Langwieder See. Der hatte ja 5,2 Grad. Ist aber auch größer.

Da sieht man die Einstiegsstelle und meine Schwimmstrecke.

Zurück geht’s dann erstaunlich gut. Ich spüre die Kälte, aber das ist schon ok. Die Sonne blendet mich etwas. Aber das Wasser ist glatt. Klar ist es allerdings nicht. Immer mal wieder schwimmen so kleine Batzen rum. Bäh! Und das im Winter! Immerhin riecht es nicht entenkackig (das hatte ich im Sommer am Lerchenauer See mal…).

Ich habe jetzt mein Ziel erreicht und gehe an Land. Und da steht auch schon ein älterer Herr, der mich entgeistert anschaut. Ich lege mir das Handtuch um.Höre das Handy – yes!! 3 Minuten geschafft!

Er steht noch immer da wie angewurzelt. Ich frage, ob er mir beim Umziehen zuschauen will. „Ich wollte Sie was fragne“, sagt er. Ich entgegne, dass ich mich jetzt bitte schnell und in Ruhe umziehen muss, danach beantworte ich alle Fragen. Er sagt: „Nur ganz kurz: Wie warm ist das Wasser?“. Ich informiere ihn und kann mich endlich umziehen. Leider ist die Badestelle direkt neben dem Weg, so dass ich zum ersten Mal seit Langem wieder „Publikumskontakt“ habe und ständig gefragt werde. Vielleicht sollte ich eine große Digitalanzeige mit der Temperatur aufstellen? Das scheint die Leute am meisten zu interessieren.

Als ich endlich wieder umgezogen bin, und beinahe verpasst hätte, das schöne Kribbeln zu fühlen, die Warm-heiß-kalt-Wellen, messe ich die Temperatur nochmal, um auch ein Foto machen zu können. Und schon sind die nächsten Leute da. Ein älteres Paar. Sie wollen auch wissen, wie warm das Wasser ist und ob ich reingehe. Ich sage: „Jetzt nicht mehr, ich war schon!“. Große Augen bei ihr. Er sagt, dass er das früher in der Sauna auch immer genossen hat, ins kalte Becken zu gehen. Das Kribbeln, die Erfrischung und überhaupt. Und weil ich jetzt ja wieder angezogen bin, ratschen wir drei. Es ist echt sehr nett, was die beiden zu erzählen haben. Von früher, als sie mit ihren Kindern zum Schlittschuhfahren an den Fasaneriesee gekommen sind. Als einmal der kleine Dackel im Eis eingebrochen ist, aber zum Glück im ganz flachen Wasser. So konnte er sich selbst befreien. Und über München und den Münchner Norden und und und. Sehr schön!

Am Ufer und da, wo ich geschwommen bin, hatte das Wasser 6,2 Grad.

Dann kommt der Herr von vorhin zurück. Er entschuldigt sich. Sagt, dass er gar nicht bedacht hat, dass ich mich natürlich erst mal umziehen muss. Damit ich nicht krank werde. Und dass er auch mal überlegt hat, das Schwimmen auch in der kalten Jahreszeit durchzuziehen. Aber im Oktober hat es ihm dann gereicht. Ich entschuldige mich ebenfalls, falls ich vorhin etwas ruppig war. Aber dass es eben erste Priorität hat, dass ich mich umziehe. Vor allem wegen der kalten Finger muss das fix gehen, damit ich noch was fühlen kann.

Wir alle verabschieden uns und wünschen uns einen schönen Nachmittag. Und das war’s auch! Trotz ratschen war ich kürzer unterwegs als sonst, wenn ich zum Langwieder See fahre.

Allerdings hatte ich beim Umziehen Entendreck unterm Badeanzug. Das gibt natürlich Minuspunkte für den Fasaneriesee. Vielleicht teste ich nächstes Mal den Feldmochinger See. Den kenne ich ja auch vom Sommer und Herbst und er ist nur einen Kilometer weiter als der Fasaneriesee.

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Weihnachts- und Neujahrsschwimmen

Ich bin natürlich auch dieses Mal meiner Weihnachtstradition treu geblieben und war im Tegernsee schwimmen. Am ersten und am zweiten Weihnachtsfeiertag bin ich zum See gegangen und habe ein paar Meterchen gemacht. Am ersten Feiertag wollte mein Thermometer nicht! Und dabei hatte ich doch erst kürzlich neue Batterien eingelegt. Es war ihm wohl zu kalt, denn als ich wieder an Land war, ging es wieder.

Tags drauf funktionierte es gleich und so weiß ich jetzt auch, wie kalt der Tegernsee war: 4,2 Grad. Und ich habe es eine Minute und vier Sekunden ausgehalten. Immerhin! An Land war es ja wenig weihnachtliches Wetter, eher frühlingshaft mit Sonne. So konnte ich mich auf der Terrasse an der warmen Hauswand aufwärmen. Herrlich!

Allerdings muss ich sagen, dass an meiner Schwimmstelle jetzt eine Baustelle ist. Da baut jemand in „bester Lage“ am See ein Haus – samt Tiefgarage. Ich will hier gar nicht neidisch sein, aber es ist schon bedenklich, wie viele Häuser im Tegernseer Tal neu gebaut werden, welche Wiesen auf einmal Bauland sind. Wird die schöne Landschaft, wegen der so viele Menschen kommen, irgendwann komplett zugebaut sein?

Baustelle in bester See-Lage

Da klafft ein riesiges Loch im Boden

Es gibt ja die Sage, dass der Teufel das Tal zerstören wollte. Er rollte einen großen Stein auf den Ringberg und wollte ihn in den See werfen. Die Flutwelle aus dem See soll die Landschaft zerstören. Doch der Stein kam ihm aus, rollte den Berg hinab und landete recht harmlos im Wasser. Seither ist es eine Insel, die Ringseeinsel.

Ich glaube, dass im Landratsamt jemand sitzt, der das Werk des Teufels vollenden möchte. Nicht mit einer Flutwelle, aber indem einfach die Landschaft zubetoniert wird, bis nichts Schönes mehr da ist …. Und die Frage ist auch, was bei Hochwasser passiert? Der See tritt ja gern mal ziemlich weit übers Ufer …

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Die Türklinke kann man grad noch erkennen, vom Steg und vom Zaun ist nichts mehr zu sehen. Hcohwasser am Tegernsee 2013

Neujahrsanschwimmen

Am Neujahrstag war’s in München ganz schön windig. Am Tegernsee zum Glück nicht bzw. nur ein bisschen. Ich bin wie auch 2017 zum Neujahrsanschwimmen der Wasserwacht Gmund gefahren. Da treffen sich die Vereinsmitglieder mittags, um das neue Jahr zu begrüßen. Umziehen kann man sich in der Wasserwachtshütte, da ist auch ein Ofen, der den Wachraum schön anheizt. Und dann sind da natürlich eine ganze Menge Leute! Vor allem die Jugendlichen haben sichtlich Spaß daran, in den kalten See zu gehen. Mit viel Getöse – wie hier im Video der Tegernseer Stimme – und Geschrei geht’s kurz rein und dann wieder raus.

Die Sonne versteckt sich noch hinter Wolken …

Ich bin eine kleine Runde geschwommen und dann auch wieder raus. Irgendwie denke ich danach immer: Mensch, das wäre doch länger gegangen! Vielleicht muss ich das einfach mal währenddessen denken? Und noch ein paar Meterchen dranhängen? Vor allem, wenn ich schon den Luxus habe, dass ich danach nicht halb eingefroren radln muss oder mich im Freien mit kalten Fingern umziehen muss.

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Die Gmunder Wasserwacht und das Chlorhuhn

… nach dem Anschwimmen zeigte sich der blaue Himmel.

Nächstes Mal. Jetzt ist das neue Jahr erstmal würdig begrüßt worden und nach dem Sturm der letzten Tage ergibt sich vielleicht bald die nächste „Trainingsmöglichkeit“.


498 – knapp daneben ist auch verpasst

Der 31. Dezember ist ja in unserer Kultur immer DER Stichtag. Für Jahresbilanzen. Für gute Vorsätze, für große Feiern und: für einen neuen Kalender. In den trage ich dann wieder meine Schwimmergebnisse ein, um nach weiteren 365 Tagen sagen zu können: Ich bin geschwommen. Und nicht nur das, sondern auch: Ich bin soundsoviele Kilometer geschwommen. Heuer waren es 498 Kilometer. Der niedrigste Wert seit den Aufzeichnungen. Sogar im Unfall-Jahr 2014 mit Zwangspause waren es mehr Kilometer (528). Habe ich deshalb mein Ziel verpasst? Äh… nein. Ich hatte nämlich keines. Bissl ärgerlich ist es trotzdem, dass die schöne, runde 500 um nur 2 Kilometer verfehlt wurde. Gezählt werden nur die Kilometer im Becken. Also sind es tatsächlich mehr als 500, weil ich – wenn heuer auch selten – auch im See geschwommen bin.

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279 Freibad-Kilometer waren es 2017 – die meisten wohl hier auf dieser Bahn

Ich habe die Bilanz noch etwas aufgeschlüsselt: Im Freibad-Becken wurden 279 Kilometer absolviert, das heißt, dass „nur“ 219 Kilometer auf die Wintersaison entfallen. Da der „Freibad-Winter“ aber viel länger ist als der Sommer, ergibt sich im Kalender ein Ungleichgewicht. Ich habe noch immer nicht herausgefunden, warum ich im Sommer lieber schwimme. Die naheliegendsten Begründungen: draußen und 50-Meter-Bahn müssen entfallen, denn in München kann man ja das ganze Jahr über draußen und sowohl draußen als drinnen auf einer 50-Meter-Bahn schwimmen. Vielleicht liegt’s am Licht? Also so allgemein? Keine Ahnung. Ich schwimme halt lieber im Freibad. Das ist nicht mit dem Winterwarmfreibad im Dante gleichzusetzen. Ich habe darüber auch schon „Fachgespräche“ mit anderen „Betroffenen“ geführt – denen geht’s ähnlich. Aber eine Erklärung haben auch die nicht. Eher so eine Art „Bauchgefühl“.

Dann habe ich mir meine Statistik nochmal angeschaut. Während ich im Winter zwei bis viermal pro Woche schwimmen gehe, kommt es im Sommer schon vor, dass ich jeden Tag gehe. Da mache ich dann auch mal einen Tag Pause (weil es zum Beispiel zu heiß ist und ergo kein Schwimmwetter), oder weil ich tatsächlich mal Pause mache. Die längste Reihe ohne Unterbrechung gab’s dann von Ende August bis Mitte September (=Ende der Freibadsaison): Da war ich an 15 (fünfzehn!) Tagen hintereinander schwimmen. Je drei Kilometer. Aber am letzten Tag, an Tag Nummer 15, konnte ich wohl nicht genug bekommen: Da waren es vier Kilometer. Dann war aber mal gut – und ich war ganze drei (!!) Tage am Stück nicht im Wasser! Und dann hat die „ruhige“ Zeit angefangen, mit nur zwei Schwimmtagen pro Woche. Zu mehr hatte ich einfach keine Lust.

Erschwerend kam dann ab Ende November die Bauphase II in der Olympiaschwimmhalle dazu: Das große Wettkampfbecken wird saniert, man schwimmt jetzt im Hochschulbecken, das kleiner ist (nur fünf statt acht Bahnen) und ohne Tageslicht. Weil alle fünf Bahnen geleint sind, kommt es da leider immer mal wieder zu  unschönen Begegnungen (ratschende Oma-Brustschwimmerinnen nebeneinander treffen auf hart trainierende Schwimmer), wobei keiner für den anderen Verständnis zu haben scheint („ich will hier ja auch nur schwimmen“ – denken sich beide Parteien und haben Recht – und doch wieder nicht).

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Das umgebaute Schwimmbecken vom Hochschulsport in der Olympiaschwimmhalle

Naja. So ist jedenfalls das Schwimmjahr 2017 zu Ende. Mit zwei Kilometern, die fehlen. Mit wenigen See-Kilometern heuer. Dafür mir vielen „Fremdgewässern“. Ich war im Atlantik, in der Adria, unter der Erde in einem alten Bergwerk, im Bled-See in Slowenien, in Italien im Lago Maggiore, in der Ostsee in Dänemark, Schweden und Finnland. In finnischen Seen. Im eisigkalten Chiemsee, im wärmer werdenden Langwieder See, der dann auch wieder kälter wurde. Und an Land bin ich quasi auch geschwommen: Ich habe eine Reportage übers Eisschwimmen gemacht und einen kurzen Beitrag zum Thema „Immer mehr Nichtschwimmer„. Da folgt im Frühsomer dann auch eine längere Reportage. Das Thema ist einfach zu wichtig. Schwimmen ist nicht nur schön, es ist wichtig. Lebensrettend. Und einfach eine Kulturtechnik wie lesen, rechnen, schreiben.

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Mein Privatpier in Stockholm – herrlich!

Perfektioniert haben es natürlich wir verrückten Hobby-Schwimmer, wie ich. Wir schwimmen, schreiben darüber, lesen davon und rechnen fleißig unsere Kilometer zusammen. Bis am Ende 498 rauskommt. Auch, wenn 500 schöner gewesen wäre …


Endlich Eisschwimmen

Zuletzt waren ja meine „Eisschwimm“-Ausflüge nicht so erfolgreich oder heldenhaft, wie ich das gerne hätte. Darüber habe ich letztes Mal geschrieben – und prompt einen aufmunternden und bestärkenden Kommentar bekommen. Sehr schön.

Das hat mich heute bestärkt, doch weiter zu machen. Und so bin ich zum Langwieder See geradelt. Während in München noch schönster Sonnenschein war, zogen ab der Autobahn Schleierwolken von Nordwesten rein. Deshalb war die Sonne am Langwieder See schon etwas eingetrübt. Dafür lag der See spiegelglatt da – es war eine ganz tolle Stimmung.

Ich habe mich umgezogen und bin reingegangen. Huihuihui! War das Wasser kalt! Echt kalt, nicht nur so kalt-kalt. Ich schaue aufs Thermometer: Es zeigt 6 Grad an. Es ist noch nicht lange genug im Wasser, ich kann direkt sehen, wie die Zahlen kleiner werden. Ich tauche unter, warte kurz ab, und schwimme los. Oma-Brust und im bauchtiefen Wasser, zur Sicherheit. Es ist kalt. Aber es geht. Keine Faust im Bauch, noch spüre ich Hände und Füße. Das bleibt aber nicht lange so, bald werden meine Hände eisig. Aber ich bin tapfer, schaue aufs Thermometer: 4,1 Grad – und schwimme weiter bzw. wieder zurück. Am Ufer entlang, an dieser Mini-Uferstelle. Und dann noch einmal hin und her. Und dann muss es reichen. Die Füße und Beine sind kalt, die Hände sind kalt. Die Kälte schmerzt im Körper. Und ich muss mich ja noch umziehen und heimradln. Also ist es jetzt gut.

Ich gehe an Land, sehe, wie oben am Weg vier Nordic-Walker ungläubig schauen. Sie bleiben dort, ich kann mich ungestört umziehen. Wieder leistet mir meine „mobile Umkleide“ wertvollste Dienste. Meine Zehen sind blau (übrigens auch daheim noch lange), ich spüre sie kaum. Aber ich fühle mich heute nicht wie ein „Mätämuna„, nicht wie jemand, der vorzeitig aufgegeben hat. So hatte ich mich am Samstag im Tegernsee gefühlt. Heute war das Wasser unter 5 Grad und damit „echtes“ Eisschwimmen. Und ich bin viermal hin- und hergeschwommen (etwa 4×18 Meter).

Ich genieße die ruhige Winterstimmung noch kurz mit meinem heißen Tee, dann packe ich meine Siebensachen zusammen und radl heim. Mit eiskalten Fingern und Füßen, die leider auf dem Radl noch kälter werden. Aber das kenne ich schon und daheim tauen sie dann alle irgendwann wieder auf. Ich bin stolz auf mich heute.


Eiskaltes Händchen

Die letzten Male war’s beim Eisschwimmen ziemlich kalt. Das Wasser hatte zwischen 5 und 6 Grad (je nach See und Tag). Das Reingehen klappt ja inzwischen prima.

Doch dann fangen die „Probleme“ an: Einmal fühlte es sich wie ein Schlag in die Magengrube an. Das hat angehalten, als ob mir jemand in den Magen drückt. Sehr unangenehm! Beim Rausgehen war mir dann auch bissl übel. Ich war aber nur kurz im Wasser, weil es so unangenehm war.

Das andere Mal habe ich nach kürzester Zeit eisige Hände. Der restliche Körper war ok. Aber da ich die Hände fast nicht mehr gespürt habe, bin ich gleich wieder aus dem Wasser. Ich war vielleicht eine Minute drin.

Das habe ich mir gegen die kalten Hände besorgt.

Das habe ich mir für bzw. gegen die kalten Finger besorgt: ein Taschenwärmer. Knicken und dann wird’s warm. Kam aber doch noch nicht zum Einsatz.

Ein anderes Mal war es relativ gut. Die Sonne schien, das Wasser hatte 5,4 Grad und ich bin etwa 80 Meter geschwommen. Dann habe ich gemerkt, wie meine Beine immer langsamer wurden. Ich schwimme ja grundsätzlich nur im flachen Wasser am Ufer, wo ich stehen kann. Deshalb ist es kein großes Thema und ich kann gleich rausgehen.

Etwas wellig am Langwieder See – und deshalb auch leichter Wind – oder andersrum!

Heute war ich endlich im besten See von allen, dem Tegernsee!

Herrlichste Winterstimmung am Tegernsee!

Hier ist richtig Winter mit Schnee und kühler Winterluft. Sehr schön! Das Wasser hat 5,1 Grad. Aber irgendwie bin ich zur Zeit ein Weichei (Mätämuna).

Ich habe es nur 20-30 Sekunden (!) ausgehalten, dann bin ich raus. Nix mit „magische zwei Minuten. Nix mit Durchhalten. Was ist da los?

Die Sonne kam erst am Spätnachmittag raus – um mir beim Schwimmen zuzusehen.

Einerseits ist es ja egal, wie lange ich schwimme. Andererseits muss ich daran denken, dass ich da letztes Jahr so viel tapferer war. Und jetzt geht da nix mehr. Hm. Was tun?


Jetzt tatsächlich: Umbau in der Olympiaschwimmhalle

Auf einmal ging es ganz schnell! Still, heimlich und leise wurde die zweite Umbauphase in der Olympiaschwimmhalle eingeleitet. Eigentlich sollte das Wettkampfbecken ja schon seit Mai renoviert werden. Da hatte ich mich im April noch groß verabschiedetverabschiedet. Dann war nach der „Sommerpause“, also der Freibadsaison, doch wieder bzw. noch alles beim Alten. Es gab wohl Schwierigkeiten bei der Renovierung des zweiten Beckens, deshalb lief der Betrieb erst mal wie gehabt in der Haupthalle weiter. Und keiner wollte sich festlegen, wann denn nun das Wettkampfbecken saniert werden kann.

Und jetzt ist seit Montag auf einmal alles anders: Wir schwimmen im Trainingsbecken. Das liegt etwas versteckt unter der Tribüne und ist kleiner. Es hat nur fünf statt acht Bahnen. Das heißt: Es wird noch enger. Und auch „schwieriger“, weil alle Bahnen geleint sind. Es fehlen die Bereiche für die „Normalschwimmer“, also diejenigen, die sich nicht zu den Sportschwimmern zählen. Sie wissen jetzt nicht wirklich, wohin sie „gehören“. Denn an den fünf Bahnen steht gar nichts. Das kann gut gehen, kann aber auch gehörig in die Hose gehen, wenn extrem langsame Oma-Brustschwimmer auf schnelle Sportschwimmer treffen.

Sieht heller aus als es tatsächlich ist, Tageslicht gibt’s nämlich keines …

Hier ist nicht nur der Geschwindigkeitsunterschied kritisch, sondern auch das fehlende Verständnis füreinander. Ich habe das ja auch schon oft erlebt, im Dante-Winterbad. Da schwimmen oft langsame Schwimmer auf den abgetrennten Bahnen und die starten zum Beispiel genau dann, wenn der schnellere Schwimmer zur Wende kommt. „Weil Sie mich ja schnell überholen“, denken sie. Dass es aber für alle Beteiligten einfacher wäre, wenn sie dem Schnelleren den Vortritt ließen, wissen sie nicht. Ich muss zugeben, dass ich das auch erst im Laufe meiner „Schwimmerkarriere“ gelernt habe. Und so mache ich das normalerweise auch: Wenn ich sehe, dass da ein schneller Schwimmer kommt, warte ich oder lasse ihn überholen. Dann ist der nämlich weg und ich kann in Ruhe weiterschwimmen.

Es bleibt abzuwarten, wie die Stadtwerke hier vorgehen. Aus zahlreichen Facebook-Konversationen wissen wir ja leider, dass sie von Schildern und Zurechtweisungen durch Bademeister nicht viel halten. Und es bleibt abzuwarten, wie die Sport- und Spaßschwimmer sich hier auf dem engen Raum sortieren.

Das Becken an sich schwimmt sich gut. Das Wasser ist griffig und ich hatte einen guten Flow. Vielleicht liegt es am Edelstahl?Auch, wenn ich mich anfangs erst „orientieren“ musste. Das habe ich immer, wenn ich in einem neuen Becken schwimme. Ich muss es erst „erkunden“ und zum Beispiel beim Rückenschwimmen ein Gefühl für die Länge der Bahn zu bekommen, welche „Ortsmarken“ verraten mir, wo ich gerade bin? Gibt’s Rückenfähnchen? Ja, die gibt’s – und die Leine ist am Ende rot. Also alles prima.

Schade ist nur, dass es sich jetzt anfühlt, als würde man im Keller schwimmen: Die Decke ist niedrig und Tageslicht gibt’s keines. Wie schön war es dagegen im Wettkampfbecken – mit der hohen Decke und den großen Fenstern. Hier hat die Sonne, gerade im Winter, wenn sie tief steht, schön reingescheint. „Bissl wie Karibik“ sah das manchmal aus, sagte mir noch eine Mitschwimmerin, mit der ich das erste Fazit gezogen habe.

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So schön lichtdurchflutet schwimmen wir in nächster Zeit leider nicht …

Mal sehen, wie das jetzt wird – in der „neuen“ Olympiaschwimmhalle.


Fieser Ostwind

Der Nebel hatte sich in München gegen Mittag gelichtet, wenn auch nicht komplett. Doch ich wollte das relativ gute Wetter nutzen, denn fürs Wochenende ist eher Regen angesagt. Und bei Regen macht Radln in Kombi mit See-Schwimmen wenig Spaß. Mir zumindest nicht. Also heute, trotz leichtem Ostwind.

Am Langwieder See selbst war der Nebel noch ziemlich präsent, es gab kaum Lücken. Doch eigentlich hat das was – so mystisch. Und es ist ruhiger als bei Sonnenschein. Der See liegt spiegelglatt vor mir, ich platziere mich ganz nah am Wasser.

Mystische Nebelstimmung am Langwieder See

Mystische Novembernebelstimmung am Langwieder See

Vom Radln bin ich gut angewärmt, außer meine Hände und Füße, die sind etwas kühl. Jetzt also nicht lange fackeln, Sachen für Danach herrichten, ausziehen, Thermometer schnappen und rein. Das Wasser ist wärmer als gedacht, das Reingehen klappt ganz ohne Probleme. Es kostet mich erstaunlicherweise nicht mal Überwindung. Aber beim Schwimmen merke ich doch, dass es kalt ist. Und weil ich letztes Mal beim Heimradln so gefroren habe, vor allem in den Fingern, will ich es dieses Mal nicht übertreiben. Ich schwimme also viermal hin und her. Ein Kontrollblick aufs Thermometer zeigt 8,8 Grad. Wie schön!

An Land ist es dann erstmal heiß. Also nicht draußen, sondern mir. Mein Körper heizt nach, weil ihn das Wasser ausgekühlt hat. Den fiesen, feinen Ostwind spüre ich jetzt aber. Flugs das Handtuch rumgewickelt, Badeanzug runter, T-Shirt drüber. Und dann kommt mein Geburtstagsgeschenk zum Einsatz: Mein Poncho! Da ich nicht nähen kann, war meine Freundin Diana so nett (die kann sowas nämlich!) und hat aus einem Stück Fleecestoff einen Poncho genäht. „Geht doch ganz einfach, einmal zusammennähen und oben einen Tunnel für den Gummizug – fertig“, sagt sie. Ja, da hat sie leicht reden. Schließlich ist ja alles, was man kann, ganz leicht. Und mein Glück, dass sie es kann, denn jetzt habe ich einen dunkelblauen Poncho, unter dem ich mich umziehen kann. Und der – das ist fast noch besser – den Wind etwas abhält. Bei dem Ostwind, der kaum merklich ist (der See hatte ja nicht mal Mini-Wellen), ist das ganz fein.

Als ich angezogen bin, trinke ich noch etwas heißen Tee aus meiner Thermosflasche. Denn jetzt ist es wieder soweit, dass ich den Tee brauche. Vor zwei Wochen noch war es richtig warm, da brauchte ich das nicht. Jetzt bin ich froh drum! (Hier gibt’s übrigens meine persönlichen Tipps zum Winterschwimmen.)

Und zum Abschluss mache ich noch ein Foto vom Thermometer. Und siehe da: Im Uferbereich ist das Wasser kälter als ein paar Schritte weiter, wo ich geschwommen bin. Es zappelt zwischen 8,1 und 8,4 Grad hin und her. Unterwegs (im bauchnabeltiefen Wasser) waren es 8,8 Grad. Ich hatte letzte Woche schon das Gefühl, dass das Thermometer unterwegs mehr angezeigt hat als dann beim Foto. Spannend!

Das Thermometer kann sich nicht recht entscheiden...

Das Thermometer kann sich nicht recht entscheiden …

Beim Heimradln merke ich diesen fiesen Ostwind umso deutlicher. Denn meine Radlstrecke geht fast nur ostwärts – und dann kommt zum Fahrtwind auch noch dieser kalte, kaum merkliche Wind. Echt fies!

Dennoch war das „Eisschwimmen“ – oder Herbstschwimmen – heute eine gute Idee. Ich war nämlich etwas angespannt, genervt oder wie man das auch bezeichnen möchte. Und das Schwimmen samt der Bewegung an der frischen Luft haben meine Laune deutlich verbessert. Und ich hätte beinahe noch gekniffen …