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Bilanz 2019: 834 Kilometer

Wow! 834 Kilometer bin ich heuer, 2019, geschwommen. Nur im Becken! Die paar Meterchen im See kann ich dieses Jahr getrost unter den Tisch fallen lassen.

So leer ist das Becken natürlich nur nach Betriebsschluss

Das „Wow“ ist so zu verstehen, dass ich „normalerweise“ etwa 500 Kilometer schwimme. Das wurde letztes Jahr schon getoppt: Da waren es dann 666 Kilometer. Und dieses Jahr hatte ich die 500 schon am Geburtstag, also im August, voll. Da waren dann auch die 666 nicht mehr als nur eine schöne Zahl. Wohin sollte die Reise also gehen? 700? Realistisch, aber nicht wirklich eine Herausforderung. Aber solange diese Marke das Ziel war, war die „700“ in der Olympiaschwimmhalle auch mein Schrank.

 

Unfassbar! Kaum Schwimmer da, aber mein Schrank ist besetzt!

Zum Glück nicht immer …

Doch das war dann auch geknackt und die Kilometerjagd ging weiter. „Jagd“ deshalb, weil es mir heuer – ironischerweise genau in dem Jahr, in dem ich weniger schwimmen wollte – ziemlich wichtig war, Kilometer zu sammeln. Keine Ahnung, warum das so war. Ich habe auch immer fleißig mitgerechnet, normalerweise schaue ich am Ende der Freibadsaison mal, wie viele Kilometer schon zusammengekommen sind, oder im November. Aber heuer war alles anders.

Das hat mit einem verrücken Plan im Mai zu tun: Da wollte ich tatsächlich jeden Tag schwimmen gehen. Also vom 1. bis 31. Mai – 31 Mal hintereinander. Das war mal schön, und mal weniger schön. Weil entweder viele Leute da waren oder ich nicht in meinen Flow gekommen bin. Und manchmal hat es sich angefühlt wie Arbeit – und ich war ja auch tatsächlich öfter schwimmen als arbeiten (Feiertage, Wochenenden – keine Ausnahmen, zumindest nicht im Mai). Und dann war es doch so gut, dass ich am 1. Juni gleich nochmal schwimmen gegangen bin. Hihi!

Ach, Freibad … bis wir uns wiedersehen, dauert es noch …

Die verlängerte Freibad-Saison bis 30. September hat ihr übriges getan, dass zahlreiche Kilometer hinzugekommen sind. Und als dann die Olympiaschwimmhalle wieder geöffnet hat, war es da bis zur offiziellen Eröffnung sehr ruhig. Und das musste ich natürlich nutzen. Schönes Schwimmen unter dem Zeltdach, wieder mit viel Platz. Tja und so ging das Jahr zur Neige und das Chlorhuhn ist geschwommen, geschwommen, geschwommen. Und anders als zum Beispiel im letzten Jahr hatte ich nie „Unlust“ verspürt. Klar, manchmal fiel es mir im Wasser schwer, der Flow hat sich nicht eingestellt oder so, aber ich hatte immer Lust hinzugehen. Kein „Zuviel“ vom vielen Schwimmen – eher im Gegenteil!

Ich habe einen neuen Schrank – weil er eine „8“ enthält und so schön zweideutig ist.

Allerdings muss ich auch eingestehen: Ich habe wirklich kaum etwas anderes gemacht. Ich war nicht im Urlaub (im April in Dresden und im Oktober in Antwerpen), aber im Sommer war ich hier. Beziehungsweise im Freibad. Und auch das See-Schwimmen habe ich vernachlässigt. Sowohl im Sommer als auch im Herbst und Winter. Irgendwie war mir das „Kacheln zählen“ im Edelstahlbecken lieber. Und so habe ich auch kaum etwas erlebt, in diesem Jahr 2019. Kein Radln in Dänemark oder Schweden, keine neuen Abenteuer in Estlandoder sonstwo. Das kann man schon mal machen, ist sicher gut für die Klimabilanz, aber so das Gelbe vom Ei war’s nicht im Rückblick.

Auf der anderen Seite der Bilanz steht aber auch, dass ich viele „Gemeinsame Kilometer“ geschwommen bin. Im Winter, als wir in der Olympiaschwimmhalle noch im Trainingsbecken geschwommen sind, waren meine Schimmfreunde Jakob und Cissi oft da. Auch, wenn die beiden viel besser und schneller schwimmen als ich, sind wir irgendwie gemeinsam geschwommen. Auch mit meiner Freundin Diana hat es 2019 wieder öfter geklappt, das wir uns zum Schwimmen getroffen haben. Im Sommer gab’s zahlreiche Freibad-Besuche mit Cissi, die mir ihr Lieblingsfreibad in Dachau gezeigt hat, aber auch Ausflüge nach Germering oder „daheim“ im Dante- oder Schyrenbad. Und auch, wenn immer behauptet wird, dass Schwimmen ein einsamer und wenig kommunikativer Sport ist, finde ich es schön, wenn ich nette Gesellschaft habe. Klar: Während des Schwimmens redet man nicht miteinander, aber der/die andere ist auch da und jeder kann seinen Plan schwimmen – und ist nie weit weg. Ganz anders als beim Radlfahren …

Als Fazit lässt sich sagen, dass ich das mit den vielen, vielen Kilometern mal ausprobiert habe – und mal sehen, was ich 2020 mache. Das ist ein Schaltjahr, also ein Tag mehr zum Schwimmen – oder für was anderes… mal sehen …


Letzter Abschied vom Freibad

So… jetzt ist wirklich Schluss mit Freibad! Das Schyrenbad in München hatte als erstes aufgemacht (ich war dabei!) und als letztes zugemacht. Ein Novum in München, dass das Freibad bis 30. September geöffnet hat. Normalerweise ist mit Schulanfang Mitte September Schluss. Vielleicht eine Verlängerung bei besonders gutem Wetter. Aber ohne wenn und aber bis 30. September – das ist neu. Und das hat mich gefreut. Und auch bissl gestresst… weil ich ja dachte, dass ich am 9.9. zum letzten Mal im Freibad schwimme. Und dann mein Leben wieder „normal“ wird. Aber so? Da „musste“ ich ja fast schwimmen. Nicht, dass das Freibad geöffnet hat und keiner kommt! Und an kühlen Regentagen war es wirklich so, dass kaum jemand da war, zum Teil war ich ganz allein. Und an den schönen Spätsommertagen – ja, da wollte ich mir das natürlich nicht nehmen lassen. So kam es, dass ich jetzt seit 12. August JEDEN Tag im Freibad war. Immerhin in unterschiedlichen Bädern, aber: JEDEN Tag drei Kilometer geschwommen. Und ich dachte schon, der Mai war krass, weil ich da ja jeden Tag im Freibad war. Das war der Plan und den habe ich umgesetzt. Jetzt war es kein Plan mehr, sondern der „normale Wahnsinn“. Zudem ich auf dem Weg zum Schyrenbad seit einer Woche an der Wiesn (aka Oktoberfest) vorbeiradeln muss. Keine angenehme Sache, dachte ich. Doch das ging besser als erwartet (am Wochenende habe ich das gemieden).

Naja. Und jetzt also Abschied Nummer 4 (nach Dante, Dachau und Germering). Bei Sonne, Wind und Wolken wollten dann auch noch andere Schwimmer den letzten Tag genießen, so dass ich leider nicht allein war. Daran hatte ich mich zwischenzeitlich schon gewöhnt, so dass mir sogar 2 bis 3 Mitschwimmer als viele Leute vorkamen.

Die Natur hat sich zu Beginn meiner Schwimmeinheit heute noch was ganz Tolles einfallen lassen: Es war ja recht windig (Auswirkungen des Sturmtiefs über Norddeutschland) und so fielen die gold-gelben Blätter nicht nur von den Bäumen, sondern ins Schwimmbecken. Und weil auch grad die Sonne gescheint hat, hat es ausgesehen, als würde man in einem Konfetti-Flitter-Regen schwimmen. Mann! Das war so toll! Leider kein Foto! Aber ihr müsst euch das so vorstellen: im hell-türkisen Wasser bricht sich nicht nur das Sonnenlicht, sondern die Blätter unterschiedlicher Bäume wirbeln umher. Dabei leuchten sie golden und gelb und irgendwie wirkt alles so „3D“. Einfach toll!

Nicht wirklich voll, aber wenn man so oft allein geschwommen ist, ist das hier: rappelvoll! 😉

Der Wind hat allerdings die Wasseroberfläche etwas aufgewühlt und abgekühlt, so dass ich nach meinen drei Kilometern ziemlich ausgekühlt bin und es dabei belasse. Keine Extra-Meter heute. Jetzt ist Schluss. Schluss mit Sommer, Sonne, Freiheit, Einsamkeit! Schade!

Ich habe auch noch Bilanz gezogen: Es waren sagenhafte 432 (was für eine tolle Zahl!!!) Kilometer in den verschiedenen Freibädern. Die meisten Fehltage hatte der Juni, ansonsten war ich fast jeden Tag. Stellt sich nur die Frage: Was mache ich morgen?


Abschied in Raten

Der wahrscheinlich längste Freibad-Sommer aller Zeiten verabschiedet sich in Raten. Nachdem ich mich schon von meinem Daheim-Bad, also dem Sommerbecken im Dante, verabschiedet habe und auch die Freibad-Saison in Dachau trotz Verlängerung vorbei ist, heißt es heute Abschied nehmen in Germering. Auch hier endet jetzt die Zeit im Freibad und das Schwimmen unter freiem Himmel. Auch hier wurde noch verlängert. Probleme mit dem Hallenbad. Haha. Die habe ich immer!

Toller Service! Damit die Leute schwimmen können, bleibt einfach das Freibad geöffnet.

Germering hat eigentlich ein recht attraktives Bad. Es gibt drei bis vier abgetrennte Schwimmerbahnen und meistens kann man in Ruhe schwimmen. Übrigens ist das Bad eine Entdeckung meiner ältesten Schwimmfreundin Diana. Mit ihr war ich zum ersten Mal vor einigen Jahren hier und auch heuer hat sie mich mit dem Auto mitgenommen. Voll der Luxus: mit dem Auto ins Freibad!

Diana wusste lustigerweise auch, dass die Sportfreunde Stiller hier ein Video gedreht haben!

Der Sprungturm ist in „Wellenreiten“ von den Sportfreunden Stiller zu sehen.

Heute und die letzten Male war ich aber mit dem Radl hier. Meine anderen Schwimmfreunde Cissi und Jakob haben nämlich wie ich kein Auto und so bleibt nur das Radl. Aber wenn man die Strecke mal kennt, ist es überhaupt kein Problem hierher zu radln. Genauso wie nach Dachau.

Irgendwie waren Cissi und ich die letzten beiden Wochenenden aber nicht so begeistert von Germering. Wir hatten zwar eine Bahn komplett für uns zwei, aber so richtig wollte sich die Freude darüber und die Freude am Schwimmen nicht einstellen. Woran liegt es? Daran, dass das Becken gefliest ist (und kein Edelstahl)? Daran, dass das Wasser doch ganz schön warm ist? 26 Grad und die Sonne scheint drauf – das ist schon was anderes als 23/24 Grad bei Wolken. Zumal wir kaltes Wasser ja mögen… hm. Ratlos ziehen wir unsere Bahnen und ich habe immer das Gefühl, dass ich kaum voran komme… irgendwie unbefriedigend.

Abendstimmung in Germering

Das war gestern und heute anders! Gestern war’s ziemlich windig, ich war vom Radln etwas ausgekühlt. Und wegen Wolken und Wind war auch das Wasser kühler. Ich schwimme Rücken, Kraul und Brust im Wechsel. Es fühlt sich gut an! Dann, weil ich ganz allein auf der Bahn bin, 1000 Meter Rücken. Herrlich! Den Himmel und die Wolken beobachten, die in einem Affenzahn über mich hinwegziehen. Dann die Sonne auf dem Bauch spüren. Toll!! Weil das Wasser relativ warm ist, schwimme ich im Bikini. Und heute auch. Mit dem Unterschied, dass der Himmel langweilig einfach nur blau ist.

Meine Aussicht beim Rückenschwimmen!

Aber das ist natürlich auch voll schön! Und dann wird mir bewusst, dass es das letzte Mal ist, dass ich im Freibad Rücken schwimmen werde. Ich genieße es. Obwohl andere Leute auf der Bahn sind (und überholen beim Rückenschwimmen blöd ist). Ich denke darüber nach, warum es heute „besser“ geht als letzte und vorletzte Woche. Zeitlich bin ich wohl so schnell wie immer. Aber es fühlt sich besser an. Meine Theorie: ich muss mich an das Becken gewöhnen. Beim ersten Mal in Dachau habe ich mich auch nicht so wohl gefühlt. Ich hatte das schon öfter, dass ich mich fremd fühle und dann nicht so gut schwimme. Also innerlich. Äußerlich sieht es wohl ähnlich aus.

Bissl was war schon los heute. Aber es war Platz für alle!

Und jetzt, wo ich mich an Germering gewöhnt habe, ist hier der letzte Tag. Die Freibad-Saison verabschiedet sich hier mit einem sehr sommerlichen Tag. Blauer Himmel, Sonne und richtig warm! Wenn die Bäume am Rand nicht schon das ein oder andere gelbe Blatt hätten, könnte man glatt meinen, es wäre Sommer! Doch auch die Sonne steht viel tiefer und macht ein sanftes Licht. Ein würdiger Abschied!

Übrigens bin ich nicht die Einzige, die traurig ist, dass der Freibadsommer vorbei ist. Schwimmkollege Lutz hat heute in Taufkirchen/Vils bei freiem Eintritt Abschied genommen.

Abschied von Sommer, Sonne, Bikini und Germering!

Fun-Fact: Neben dem Freibad in Germering ist die Eishalle. Da hat heute die Saison angefangen. So kann Eis-Schwimmen auch sein.

Und weil wir in Germering noch keine Eisdiele gefunden haben bzw. keine auf dem Weg liegt, gibt’s das After-swim-Eis daheim! Sogar aus Finnland! Jäätelö!


Eis-Schwimmen in Dachau

Der Freibad-Sommer verabschiedet sich heuer in Etappen. Das Dante-Sommerbad ist schon geschlossen, da war am Montag der letzte Tag. Ein paar Freibäder haben noch offen und in Dachau war heute der letzte Tag. Eigentlich wäre der schon am Freitag gewesen, aber weil die Dachauer nicht nur einen Wetterbericht haben, sondern offensichtlich auch ein Herz für Schwimmer, wurde die Saison bis einschließlich Sonntag verlängert. Voll toll!

Denn: Das Freibad in Dachau ist meine Entdeckung des Sommers. Wobei es ja nicht meine Entdeckung war, sondern die einer meiner Schwimmfreundinnen. Cissi liebt dieses Freibad und so kam es, dass wir im Juni endlich mal dort hingeradelt sind.

Cissi und ich in Dachau.

Am Tag vorher im Dante hat sie schon voller Vorfreude in den höchsten Tönen von dem Freibad geschwärmt – welche Becken es gibt, wie die Schwimmerbahnen sind, was der Kiosk bietet, dass es Sonnenliegen gibt undundund … ich war also gespannt!

Und dann sind wir hingeradelt. Etwa 20 Kilometer sind das. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Es war im Juni ein ganz toller Sonntagsausflug! Denn das Bad ist wirklich schön. Klar, es gibt ein 50-Meter-Schwimmbecken mit Wasser, Leinen und zwei Schwimmerbahnen. Aber auch die Liegewiese und die Bereiche zwischen den Becken (es gibt auch ein Kinderbecken und ein Becken mit Fünfmetersprungturm) ist schön: Hier stehen Blumentröge. So sind zwischen dem schönsten Türkis des Wassers farbige Farbtupfer. Toll sieht das aus.

Es ist nur eine Kleinigkeit, diese Blumenkästen, aber es macht echt was her, es sieht gleich viel schöner aus!

Und auch die Liegewiese ist mit so kleinen Hecken, die nicht mal hüfthoch sind, etwas aufgeteilt. Und dann natürlich die Sonnenliegen (darf man damit überhaupt in den Schatten?). Da kann man sich für 2 Euro Pfand (wie beim Einkaufswagen) gleich viel bequemer hinflätzen als einfach auf den Boden. Tolle Sache!

Darf man mit den Sonnenliegen auch im Schatten Platz nehmen? Und was ist bei bewölktem Himmel? 😉

Und auch der Kiosk ist liebevoll geführt und hat schöne Angebote. Der Kaffee schmeckt sehr gut, auch die Pommes und das Mykonos-Sandwich. Cissi hat dann bei einem späteren Besuch den griechischen Frappé für sich entdeckt. Und was erfahren wir zum Ende der Saison: Die Betreiber hören auf, nächstes Jahr macht das jemand anders. Schade!

Mykonos-Sandwich zur Stärkung nach dem Schwimmen. Pommes gab’s auch, die sind unter dem Brot versteckt!

Und ja, wir waren natürlich in erster Linie zum Schwimmen da. Das Wasser ist etwas kühler als anderswo, aber bei gut 30 Grad im Schatten ist das ideal. In den meisten Fällen konnten wir gut unsere Bahnen ziehen, denn der Bademeister hat ein Auge darauf, dass in den Bahnen auch nur Sportler schwimmen.

 

Ein kleines Schild schafft Klarheit!

Das etwas kühlere Wasser habe ich dann am Donnerstag zu spüren bekommen. Da war nach ein paar Tagen Schließung zum ersten Mal wieder geöffnet, das Wetter war herrlich und deshalb bin ich alleine nach Dachau geradelt. Ich stecke meinen Fuß also testweise ins verdächtig leere Becken und muss feststellen: kalt. Wow! Naja, alte Eisschwimmerin wie ich bin, schreckt mich das nicht ab und ich tauche ein, tauche unter und schwimme los. Es ist wirklich kalt. Bbbrrrr… naja. Erstmal drangewöhnen und dann wird’s schon. Hm. Es „wird“ leider nicht. Es ist kalt. Ich war auch nicht drauf vorbereitet. Wobei ich lustigerweise beim Radln noch gedacht habe, dass das Wetter (sonnig, warm, aber im Schatten kühl) genau das Wetter ist, bei dem die Eisschwimmsaison startet. Und dann bin ich quasi unfreiwillig beim Eisschwimmen. Und weil mir so kalt ist, beschließe ich, dass es nach zwei Kilometern genügen muss. Basta! Ich fiebere dem Ende so richtig entgegen. Und muss auch wieder feststellen, dass es beim Brustschwimmen noch kälter ist als beim Kraulen. Uaaaahhh… Endlich fertig. Ich setze mich auf den Startblock in die Sonne, um mich zu wärmen.

Alles meins, alles kalt! Einsig in Dachau – sozusagen …

Dann kommt auch meine Schwimmfreundin Petra, die wohnt nämlich in Dachau und wollte es sich nicht entgehen lassen, mit ihrer Kleinen nochmal ins Freibad zu kommen. Und so haben wir dann einen netten Nachmittag, bis die beiden wieder los müssen. Ich bleibe noch in der Sonne, denn das ist richtig schön. Und dann muss ich am Abend, als ich so schön aufgewärmt bin, den fehlenden Kilometer noch „nachschwimmen“. Ich hatte gehofft, dass das Wasser jetzt wärmer ist, aber – naja – war es nicht. Aber für nur einen Kilometer ging’s!

Am Freitag war ich dann aber auf alles vorbereitet! Also wieder aufs Radl, wieder nach Dachau. Dieses Mal habe ich einen Badeanzug ausgesucht, der auf der Bauchseite doppelten Stoff hat (ist wärmer, echt!) und ich hab mein Thermometer mitgenommen, weil mich interessiert, wie warm das Wasser ist. Ich meine, ich bin am Anfang der Saison im Schyrenbad bei 21 Grad auch geschwommen und da hat’s sogar mal geschneit. Und weil ich ja jetzt wusste, dass es kalt ist, war ich mental vorbereitet und wollte meine üblichen drei Kilometer schwimmen. Gesagt – getan! Also los. Schwimmen und schwimmen. Eins, zwei, drei … es geht gut, aber es ist kalt. Dafür bin ich allein. Perfekt. Und die Sonne scheint. So dass ich mir immer denke: Wenn du fertig bist, kannst dich schön in die Sonne setzen und aufwärmen. Das kann ich mir ja nicht vorreden, wenn ich im Regen schwimme. Es läuft gut. Nur die letzten paar Bahnen, da ist es echt hart. Aber die schaffe ich jetzt auch noch. Jawoll! Und dann bin ich fertig mit Schwimmen und glücklich und kalt und freu mich auf die Sonnenliege und das in-der-Sonne-liegen. Ein Blick aufs Thermometer, das die ganze Zeit im Wasser hing, zeigt: 23 Grad. Das kann ich kaum glauben, es hat sich kälter angefühlt. Eher wie 21 Grad.

Und das Beste natürlich zum Schluss: Auf dem Heimweg vom Freibad gibt’s eine Eisdiele, die ganz tolles Eis hat. Da muss ich natürlich anhalten. Egal, wie kalt mir ist (am Donnerstag mit Gänsehaut). Egal, wie wenig Zeit ich habe (am Freitag danach noch was vor). Die Eisdiele gehört zum Besuch im Freibad in Dachau dazu!

Und heute war bei schönem Sommerwetter tatsächlich der letzte Tag. Da waren Cissi und ihr Freund Jakob auch da. Und wir drei hatten einen schönen Tag mit nicht mehr so kaltem Wasser, Sonne und natürlich mit Eis! Eis-Schwimmen also – in einer ganz neuen Bedeutung!

Auf dem Heimweg gibt’s dann oft so eine schöne Abendstimmung!

Das letzte Freibad-Eis in Dachau!

Jetzt schwimmt keiner mehr – die Saison ist rum!

Die letzten Sonnenstrahlen vor dem Ende der Freibad-Saison …


Ende der 19er-Freibad-Saison

Kinder, wo ist die Zeit geblieben? Die Freibad-Saison hat doch gerade erst angefangen – und schon ist sie wieder vorbei! Ok… wenn man ehrlich ist, hat sie am 1. Mai angefangen und das ist auch schon wieder vier Monate (sogar noch etwas länger) her. Aber es fühlt sich am Ende für mich immer so an, als wäre es gerade erst losgegangen.

Die Freibad-Saison startet traditionell im Schyrenbad. Flucht nach vorne, wenn man so will …

Letztes Jahr war ich dann irgendwie auch „froh“, dass es vorbei ist. Als es da im September so schön war und die Saison verlängert wurde, dachte ich nur: ohje. Einen dieser „Extra“-Tage habe ich noch genutzt, dann bin ich eh nach Estland geflogen.

Heuer war das ganz anders. Ich hatte ja im Mai diesen verrückten Plan, jeden Tag schwimmen zu gehen. Das habe ich auch gemacht. Es war schön, schrecklich, toll, kalt, voll, warm – irgendwie alles. Und weil es dann doch so gut war, bin ich auch am 32. Mai (im Kalender steht da bei den meisten 1. Juni) nochmal gegangen. Also schlägt der Mai mit 31 Freibad-Tagen zu Buche.

Der Juni war dann etwas „vernünftiger“, mit 23 Freibad-Tagen. Ich hatte nämlich ursprünglich den Vorsatz, auch mal etwas anderes zu machen. Nicht nur immer schwimmen. Also, wenn jemand eine Alternative geboten hätte, die besser ist als Freibad (meist ist es so, dass Freibad besser ist als nix zu machen), hätte ich das auch gemacht. Und bei sieben „Fehltagen“ war es also tatsächlich so, dass ich beispielsweise mal radln war. Oder am See mit meiner Freundin. Nur planschen – ehrlich!

Der Moorsee im Ostallgäu wirkt mit den Kiefern fast, als wäre man in Finnland!

Kiefern rahmen den Elbsee im Ostallgäu

Der Juli hat gleich mit einem Gewitter-Tag angefangen. Also, es sah so aus, als würde hier in München gleich mittags die Welt untergehen – aber es ist wie bei Hunden, die bellen. Die beißen nämlich auch nicht und so war es zwar dunkelst grau und windig – sonst aber nix. Also habe ich dem Gewitter gleich am 1. Juli mal 3.000 Meter im Freibad abgetrotzt, bevor es dann wirklich losging (da war ich aber schon daheim). Und dann war im Juli irgendwie fast jeden Tag Freibad-Wetter. Also, kühl und grau – genau mein Ding. Oder es war so mega-heiß, dass man etwas anderes gar nicht in Betracht ziehen konnte – also: Freibad! Fazit des Juli: ein „Fehltag“. Im August waren dann zu meinem Geburtstag die 500 Kilometer voll und trotz zweier „Fehltage“ (ich muss das ja fast so nennen) gab’s 90 Kilometer, weil ich den einen Fehltag ja quasi „vorgeschwommen“ bin.

So sieht es doch gut aus, im Dante!

Gut, und jetzt also September. Morgen geht in Bayern die Schule los, deshalb ist der Montag traditionell der letzte Freibad-Tag. Es war kalt und grau. Übrigens schon seit Donnerstag. Zu meiner Überraschung war ich nicht die einzige im Freibad. Es schien, als würden mehrere Menschen diese letzten Freibad-Tage nutzen wollen. Und heute im Dante also der allerallerletzte Freibad-Tag. Und was passiert da am Himmel? Warum ist es unter Wasser auf einmal so hell? Tja .. die Wolken haben sich gelichtet. Und ich denk mir nur so: yeah! Sonne, du schaffst das! Komm, ich hab noch die Hälfte vor mir, da kannst du mir nochmal zuschauen und den Rücken wärmen. Aber … naja. Sie hat es nicht geschafft. Und statt wärmer wurde es kälter: ein fieser kalter Wind saust über die Wasseroberfläche, da kühlt das Chlorhuhn schnell aus. Und ist dann am Ende leider eher froh, dass die 3.000 Meter voll sind.

Etwas wehmütig verabschiede ich mich von meinem Becken, das unter der bleigrauen Wolkendecke liegt.

Bye-bye, Dante-Sommerbecken. Die Wolken waren noch zu stark für die Sonne; der gelb-orange Schneefangzaun liegt schon bereit, um das Becken vor den Winterbadegästen abzutrennen.

Und während ich diese Zeilen tippe, hat das Bad noch offen – bis 19 Uhr. Und jetzt ist die Sonne da. Sie scheint von einem blauen Himmel, der mit ein paar weißen Wattebauschwolken verziert ist. Ob die Sonne auch noch auf das Becken scheint, kann ich von hier nicht sehen. Es könnte gut sein, dass der große Baum seinen Schatten auf die Wasseroberfläche wirft. Noch eine knappe Stunde ist geöffnet – dann ist wieder „Winterbetrieb“ und man kann im Dante in sehr warmem Wasser im anderen Becken (Stadionbecken) seine Bahnen ziehen. Doch das ist nicht dasselbe. Und mir außerdem noch viel zu warm.

Und ja – auch im Umland hat noch das ein oder andere Bad geöffnet und in München sogar das Schyrenbad noch. Da werde ich wohl doch noch draußen schwimmen können. Aber es ist einfach nicht dasselbe …

Erstaunlicherweise dachten ja viele, dass dieser Sommer „nicht gut“ war. Aber anhand der „Schlecht-Wetter-Regel“, bei der die Freibäder in München zum Teil geschlossen sind, lässt sich sehen, dass es gar nicht so schlecht war. Denn diese Regelung kam nur im Mai zum Tragen. Und meine vorläufige Freibad-Kilometer-Bilanz ist: 369 Kilometer. Was für eine Zahl!


Regentropfenschwimmen

Das beste Freibad-Wetter ist das Wetter, an dem keiner kommen mag. Also, keiner außer mir und ein paar anderen Freaks: Wolken oder sogar Regen. Regen im Freibad, das war in den letzten beiden Sommern eher selten und auch heuer hatte ich oft das „Glück“, dass es nicht geregnet hat. Umso schöner war es diese Woche, als es sogar zweimal geregnet hat, als ich geschwommen bin.

Das Licht ist ein ganz besonderes: Unter Wasser ist es bläulich-türkis, das Edelstahlbecken reflektiert die kleinsten Lichtpartikel. Weil nur wenige Leute schwimmen, ist die Wasseroberfläche relativ glatt. Und dann fängt es an zu regnen. Es ist wie bei „Forrest Gump“: Es gibt ganz verschiedene Arten von Regen. Den ganz feinen Nieselregen, den man kaum bemerkt zum Beispiel. Oder die großen, schweren Tropfen. Die bemerkt man ganz deutlich, zum Beispiel spüre ich sie beim Kraulen auf meiner Schulter. Und ich kann sie von unten sehen, wie sie die Wasseroberfläche durchdringen. Wie sie, wenn sie schnell genug fallen, wieder nach oben spritzen. So, wie man es manchmal auf künstlerischen Bildern sehen kann. Ich konnte am Beckenrand sogar Wassertropfen beobachten, die für einen kurzen Moment auf der Wasseroberfläche liegen bleiben. Das ist mindestens so faszinierend wie die Schneeflocken, die ich im Winterfreibad im Dante beobachtet habe, wie sie erst unter Wasser langsam schmolzen und sich aufgelöst haben. Und überhaupt ist es so schön, dem Regen „von unten“ zuzusehen. Wenn genügend Tropfen auf die türkise Wasseroberfläche fallen, wirkt es wie ein Diamantglitzerhimmel, auf den ich von unten, also von unter Wasser, schaue. Ich muss zugeben, dass ich dann etwas vom Schwimmen abgelenkt bin, weil das einfach so schön aussieht.

Oder ein krasser Prasselregenschauer, der fast schon wehtut, wenn er auf die Schultern prallt. Und das Geräusch erst, das ist auch toll: platschplatschprasselplatsch!

Ebenfalls sehr schön: Rückenschwimmen bei Regen. Wenn die Tropfen mit einem dicken „Platsch“ direkt auf mein Gesicht fallen. Wenn ich direkt in den Himmel blicke, der bleigrau über mir hängt und zu weinen scheint. Auf mich, die hier schwimmt. Als hätte der Himmel Mitleid mit mir. Aber das muss er nicht haben – ich bin hier nicht einsam, ich bin allein. Und glücklich. Weil ich das Becken (fast) für mich allein habe, es nicht kalt ist und der Regen so schön aussieht. Und weil ich ja eh nass bin, beim Schwimmen.

Und bei Schauer-Wetter kommt mit etwas Glück dann auch wieder die Sonne raus und die Stimmung ist unter Wasser wieder eine andere. Hell und strahlend, aber nicht zu grell. Und ich spüre sogar unter der Wasseroberfläche, wie die Sonne wärmt. Das ist auch wunderschön, wenn das Wasser angenehm kühl ist und dann freu ich mich, dass sich die Sonne durch die Wolken mogelt, um mich aufzuwärmen. Denn nach zwei bis drei Kilometern wird’s schon kühl. Aber das macht nichts, ich schwimme einfach viel zu gern. Und warm ist mir bisher immer noch geworden!


Zum Geburtstag den 500. Kilometer

500 Kilometer – das ist schon eine Hausnummer! Das war meistens meine Jahresschwimmleistung, doch schon vergangenes Jahr wurde diese magische Grenze während der Freibad-Saison geknackt. Und heuer: schon am 8. August. Ok… ich habe ein bisschen „nachgeholfen“, denn als ich mal zusammengerechnet habe, wie viele Kilometer ich schon geschwommen bin, kam heraus, dass noch 12 fehlen, um die 500 rund zu machen (ich LIEBE runde Zahlen!). Und weil der 8. August mein Geburtstag ist, es bis dahin aber nur noch drei Schwimmtage waren, wäre die Rechnung mit drei Kilometern schwimmen nicht aufgegangen. Aber: 12 geteilt durch 3 Tage ist halt auch 4 Kilometer (anstatt 12 geteilt durch 3 Kilometer ist gleich 4 Tage). Und so habe ich mir gedacht, dass ich einfach jeweils einen Kilometer mehr schwimme, um mir selbst so ein verrücktes Geschenk machen zu können.

 

Do bin i dahoam: Dantesommerbecken!

Ich hatte ja eh schon gut vorgearbeitet. Der Mai war sehr gut für diese Bilanz, denn da war ich jeden Tag im Freibad. Im Juni habe ich mir ein paar „freie“ Tage gegönnt, doch schon nach einem Tag „ohne“ hat mir was gefehlt. Oder es hat eine Freundin/Freund gefragt, ob ich mitkommen mag ins Freibad. Logo!

 

„Kommst mit nach Germering?“ – wer kann da nein sagen?!

„In Freising gibt’s auch ein Freibad“ – ach, echt. Nix wie hin!

Und im Juli war es fast wie im Mai – jeder Tag Schwimmtag. Ok, einen Tag Pause gab’s, da war ich chillen und planschen in Starnberg.

 

Eher chillen und baden in Starnberg.

Und dann eben die magischen drei Tage mit den vier Kilometern. Zum Teil war es auch recht kühl und regnerisch, da war es im Wasser fröstelnd. Aber egal, wenn ich mir was vornehme, dann ziehe ich das auch durch. Erstaunlich, welchen Ehrgeiz ich da entwickeln kann. Und dann komme ich auch derart in meinen Schwimmflow, dass ich gar nicht merke, wie die Zeit vergeht und Bahn um Bahn abgeschwommen ist. Am Geburtstag selbst war ich dann zwar froh und glücklich, dass ich den 500. Kilometer geschwommen bin, aber meine Arme waren auch müde.

So macht Rückenschwimmen Spaß!

Und jetzt? Es ist noch einen Monat Freibad-Saison, das will ich natürlich nutzen. Und das macht mir einfach mehr Spaß als Freiwasser-Schwimmen. Besonders deutlich wurde mir das gestern im Kirchsee, einem Moorsee. Gruselig … oder bin ich einfach zu viel geschwommen? Gibt’s das überhaupt: zuviel??

Ich muss jetzt jedenfalls los … ins Freibad!