Monatsarchiv: Juli 2015

Ich liebe diese Tage …

… an denen es einfach läuft. Oder sagt man in meinem Fall: schwimmt? Wobei in der deutschen Sprache es ja nichts Gutes heißt, wenn jemand „ins Schwimmen kommt“… Sei’s drum. Es war heute einer dieser Tage …


Erstens war das Wetter und die Zeit anscheinend perfekt. Sonne, aber kalt und windig. Ergebnis: Wenig los in der Schwimmerbahn.

Es gibt Tage, da komme ich nicht rein, brauche ewig, um ein Wassergefühl zu entwickeln. Aber heute: unfassbar. Oder eigentlich eher: fassbar. Das Wasser hatte Balken. Oder Griffe. Jedenfalls etwas, das ich greifen konnte, um mich daran abzudrücken. Ich liebe das! Wenn es sich anfühlt, als hätte ich eine kleine Luftblase unter meinem Bauch, auf der ich mühelos dahintreibe. Als wären meine Beine so ein kleiner „Speedo-Motor“. Wenn jeder Kick mich wirklich weiterbringt, aber kaum Kraft kostet. Wenn meine Arme soooooo lang sind, dass ich nach ganz weit vorne greifen kann. Um dann den Griff zu finden, an dem ich mich kurz festhalte und dann nach vorne drücke. Bissl so wie ein Kletterer an der Kletterwand. So stelle ich mir Klettern jedenfalls vor.

Wenn die 50-Meter-Bahn sooo kurz erscheint, weil sie so schnell zuende ist. Wenn ich mir beim Zählen denke: Wie – schon Nummer 8 (oder 15 oder 28… egal!). Es geht raaaasseeend schnell! Zumindest fühlt es sich so an. Und für meine Verhältnisse war es das heute auch. Da bin ich dann ganz froh, wenn im „normalen“ Bereich ein paar ambitionierte Brustschwimmer sind, die ich überholen kann. Die schon relativ weit vorne sind. Und ich mir denke: Das schaffe ich noch vor der Wende! Und es dann wirklich schaffe. Oder wenn einer auf meiner Bahn ist und mit dem Wasser kämpft (keine Ahnung, warum er das tut. Das Wasser ist heute so gut zu uns!). Den überhole ich mit zwei Armzügen – die ja heute so endlos lang sind. Oder an der Wende. Weil sonst keiner da ist, wenden wir gleichzeitig. Und ich überhole mit der bloßen Kraft des Abstoßes!

Ohmann – diese Tage. Die sind es, aus denen die Schwimmsucht gemacht wird. Weil ich dieses Gefühl, dieses Gleiten, Fliegen, immer wieder haben will. Weil ich mich wie ein Delfin fühle, der durchs Wasser schießt. Weil mich das Wasser trägt. Und mir den Abdruck bietet, an dem ich mich nach vorne hangle. Wenn ich meine eigene Kraft spüre. Das war heute so schön, dass ich noch 1.000 Meter obendrauf gepackt habe. Wenn’s läuft, dann läuft’s! Herrlich!


Sight-Seeing, Seehunde und andere Ungeheuer

Schwimm-Kollege Lutz hat noch nicht alle seiner 25 Seen erschwommen, so dass ich nochmal mitschwimmen durfte. Auf dem Plan standen der Wörthsee und der Wesslinger See im Münchner Westen. Los ging’s am Wörthsee.

Los geht's bei

Los geht’s bei „0:00“ – das obligatorische Uhrenfoto

Und nachdem ich Lutz letztens hier so für seine präzise Vorbereitung gelobt hatte, hat er es gleich schleifen lassen – und so sind wir zwei komplett unvorbereitet. Am Wörthsee finden wir ein kleines Strandbad in einer Bucht, von der aus wir starten. Wir peilen das Ufer schräg gegenüber an.

Detail-Ansicht der Karte

Detail-Ansicht der Karte

Übersichtskarte Wörthsee

Übersichtskarte Wörthsee

Von ier geht's los ...

Von ier geht’s los …

Meine Boje ist an dem Tag noch nicht da, deshalb kann nur Lutz mit seiner Boje schwimmen, ich bin auf mich gestellt. Am Anfang der Schwimmstrecke sind ein paar Tretbote unterwegs, da wäre mir die Boje schon ganz recht gewesen, um gesehen zu werden. Passiert ist zum Glück nichts und wir schwimmen auf unser Ziel zu. Als Land in Sicht kommt, sehe ich einen kleinen Steg mit Treppe. Ich setze mich da kurz hin, Lutz ist mit Kurven-Zick-Zack-Schwimmen noch nicht fertig und so warte ich auf ihn. Währenddessen kommt eine Schwimmerin mit Hund, die auf den Steg will. Ich rücke ein Stück zur Seite und grüße freundlich. Sie sagt irgendwas, ich sage ihr, dass ich wegen der Ohrenstöpsel nichts verstanden habe. Und dass wir (Lutz ist jetzt auch da) gleich wieder wegschwimmen, wollten nur kurz Pause machen.

Lutz und Petra am Steg

Lutz und Petra am Steg

Wir machen ein paar Bilder, da kommt der Hund wieder. Frauchen ruft ihn zurück. Als wir die Kamera grad wieder verstaut haben und losschwimmen wollen, kommt der Hund wieder angeflitzt. Er will ins Wasser, wo wir auch schon stehen. Der Hund kommt zu mir, ich weiche zurück – er bleibt da. Dazu muss ich sagen, dass der Hund keinen aggressiven Eindruck gemacht hat, aber ich einfach kein Hundefreund bin. Und man weiß ja nie. Und ich kann ihn auch nicht wegstoßen. Ich rufe der Frau zu, dass sie ihren Hund zurückrufen soll. Sie ruft irgendwas, wegen der Ohrenstöpsel höre ich nicht so ganz, was es ist. Der Hund ist jetzt jedenfalls so nah bei mir, dass er mit seinen Pfoten an meinem Rücken ist, sogar kleine Kratzspuren hinterlässt. Inzwischen ist auch der Mann auf dem Steg aufgetaucht und die beiden führen sich auf, dass das Privatgrund sei (hat vorher keiner gesagt) und wir endlich verschwinden sollen. Ich sage: „Jetzt nehmen Sie endlich ihren blöden Hund da weg. Der See ist nicht Ihr Grundstück!“ Die beiden schimpfen und schimpfen und ich bin froh, dass ich dank der Ohrenstöpsel nicht alles hören kann. Lutz und ich sind jedenfalls startklar, die Brillen sitzen, die Kamera ist verstaut. Wir schwimmen und ich kann die beiden noch immer hören – also ihre Stimmen. Sowas Blödes! (Hier übrigens noch Lutz‘ Bericht dazu.)

Zurückschwimmen im Wörthsee

Zurückschwimmen im Wörthsee

Das Schwimmen an sich war aber echt schön! Es ging supergut, ich gewöhne mich schön langsam ans Schwimmen im See. Der See war die meiste Zeit echt ruhig, kaum Wellen. Und sowohl zum Hin- als auch zum Zurückschwimmen habe ich gute Punkte, an denen ich mich orientieren kann. Das hat’s ungemein erleichtert. Ich habe auch das Gefühl, dass ich gut vorankomme und mich auf meinen Armzug konzentrieren kann. Lutz verliere ich immer wieder, aber er ist mit Zick-Zack-Schwimmen beschäftigt und macht Fotos, damit die Blog-Leser auch was davon haben …

Den Ärger über den blöden Hund haben wir abgewaschen ...

Den Ärger über den blöden Hund haben wir abgewaschen …

Hin und zurück war’s fast ne Stunde. Das Wasser war warm, ich würde 24 bis 26 Grad schätzen. Echt schön zum Schwimmen. Und danach gab’s Pommes, Banane und Kuchen.

Dann haben wir uns noch ein bisschen ausgeruht, bevor wir zum Wesslinger See weitergefahren sind. Der Wesslinger See ist ziemlich klein, aber echt schön!

Klein, aber fein: Wesslinger See

Klein, aber fein: Wesslinger See

Auch hier haben wir eine schöne Stelle gefunden und dann beschlossen, dass wir einmal um den See, am Ufer entlang, schwimmen. Auf dem See gibt’s keine Boote, dafür unter Wasser viele Pflanzen. Manche etwas zu nah für meinen Geschmack … Die Schwimmrunde ist eine richtige Sight-Seeing-Tour: Alle paar Meter gibt’s am Ufer was Neues zu sehen. Erst Bäume, dann kommt ein Café mit Terrassee. Und auf einmal platscht es. Und platscht. Und platscht! Am Ufer steht ein Baum, der extra zum Raufklettern gewachsen ist. An ihm baumelt ein Seil mit Trapez. Und die ganze See-Jugend ist da versammelt. Kraxelt auf den Baum, schwingt am See und springt rein. Herrlich! Wir schauen ein bisschen zu, bevor wir weiterschwimmen. Jetzt sind wir schon am anderen Ende des Sees. Hier ist das Wasser an der Oberfläche unfassbar warm, fast schon heiß. Der See ist insgesamt sehr warm, geschätzt 26 Grad. Aber da fühlt es sich noch wärmer an. Habe ich noch nie erlebt. Interessant.

Auf der anderen Uferseite stehen kleine Hütten mit Steg davor. Auf einem liegt ein Pärchen. Ich frage, was das für Häuschen sind. „Badehäuschen“, lautet die Antwort. „Privat?“, frage ich, was bejaht wird. Manche haben schon tolle Dinge … Wir schwimmen weiter, an den Häuschen vorbei, weiter in die Bucht. Und da sind dann unter Wasser einige Pflanzen, ich schwimme regelrecht in einen Wald rein. Bemerke es am Waldrand, gebe Lutz Bescheid und schwimme außenrum. Aber hier sind immer wieder irgendwelche Pflanzen unter mir, die mir den Schwimmspaß, den ich trotz der beiden Seen und langen Strecke noch habe, ein bisschen verderben. Ich bin fast froh, irgendwann endlich aus der Bucht rauszusein.

Auf- und Abtauchen fürs Abschlussfoto im Wesslinger See

Auf- und Abtauchen fürs Abschlussfoto im Wesslinger See

Im Wesslinger See sind wir eine gute Dreiviertelstunde geschwommen – mit den Sight-Seeing-Pausen. Es war ein echt schöner Ausflug, trotz blöder Hunde (mit zwei Beinen) …

Petra schwimmt zum Spaß Delfin ...

Petra schwimmt zum Spaß Delfin …


Schwimmen von Holz nach Kaltenbrunn

Gestern Abend habe ich „meinen“ Tegernsee von der anderen Seite kennengelernt. Im wahrsten Sinn des Wortes!
Katrin, die ich aus der Facebook-Gruppe „Bist du heute schon geschwommen“ kenne, war so nett, mich bei ihrem wöchentlichen Tegernsee-Schwimm mitzunehmen.

Ich habe in Google-Maps mal versucht, unsere Strecke einzuzeichnen.

schwimmen-kaltenbrunn

An dem Parkplatz unterhalb von Holz haben wir uns getroffen. Katrin hatte noch zwei andere Mitschwimmer dabei: Jannik und Berti. Also waren wir zu viert. Und ich muss sagen: Es war echt schön! Der Tegernsee hat ja grad gute 20 Grad, vielleicht sogar 22 bis 23 Grad. So richtig schön, um im Badeanzug eine längere Strecke zu schwimmen.


Und dann ging’s auch schon los. Erstmal bissl weg vom Ufer, dann nach Norden. Da ist eine Schilfzone, die mit Bojen gekennzeichnet ist. An den Bojen entlang ging’s dann Richtung Kaltenbrunn.

Der See ist an dieser Stelle gar nicht tief. Das hat mich ein bisschen gewundert, weil er ja insgesamt sehr tief ist und das schon ein paar Meter vom Ufer entfernt. Aber hier eben nicht und so konnte ich fast die ganze Zeit den Grund sehen. Da wachsen kleine, niedrige Pflanzen im Kies. Und das Wasser ist klarer als am anderen Ende vom See, bei der Friedlwiese in der Nähe der Ringsee-Insel. Ich konnte Katrin und die anderen auch sehen, wenn sie etwas weiter entfernt waren.

Wir sind recht gemütlich geschwommen, mussten auch immer wieder die Wolken beobachten, die über die Berge von Westen her kamen. Das Wasser war entlang der Schilfzone abwechselnd warm und kalt. Ich kenne das ja eigentlich, dass mal eine kalte Stelle oder eine warme Strömung kommt. Aber hier war’s echt gemischt – fast wie bei einem gestrudelten Eis. Höchst interessant!

Wir sind dann an der Anlegestelle von der Schifffahrt vorbeigeschwommen und noch ein Stückchen weiter, jedoch nicht ganz bis zum Segelhafen. Und dann mussten wir das aaaalllleeesss zurückschwimmen. Ich muss sagen, da hatte ich schon ein bisschen Respekt davor. Wir sind bis dahin eine knappe halbe Stunde geschwommen. Wie gesagt, nicht schnell und auch mal ein paar Päuschen. Aber es war – wie ihr auf der Karte oben sehen könnt – schon eine ganz schön lange Strecke. Und die eben jetzt zurück. Mir war ein bisschen mulmig, aber nur ein ganz kleines bisschen.

Auf dem Rückweg habe ich dann auch meinen ersten Fisch gesehen! Ich bin ziemlich erschrocken, weil da auf einmal ein etwa 30 Zentimeter langer schwarzer Schatten vorbeigehuscht ist. Vorbei … unter mir hindurch! Aber der hat sich gar nicht für dieses seltsame bunte Wesen an der Wasseroberfläche interessiert. Wahrscheinlich hat er sich gedacht – und daheim dann erzählt: „Stell dir vor, da waren welche, die wollten so sein wie wir!“

Beim Zurückschwimmen hatte ich ein ähnliches Problem wie am Pilsensee: Das Ufer hatte nichts wirklich Markantes, woran ich mich hätte orientieren können. Dazu meine leichte Seeschwäche und ein klein wenig Beschlag auf der Brille. Im Becken macht das gar nix, im See ist es ein klein bisschen störend. Mit Mitschwimmern zum Glück kein allzu großes Problem.

Und irgendwann waren wir dann wieder am Ufer. Und es ist noch immer ein sehr erhebendes Gefühl, wenn man nach so einer langen Zeit wieder an Land geht. Es war insgesamt ein sehr schöner Abendschwimm in „meinem“ See, der das schönste See-Grün von allen hat – und mit netten Leuten!



Übrigens: als ich heute mit dem Auto an der Stelle vorbei kam, habe ich mir die Strecke vom Land aus angesehen. Ich muss sagen: beeindruckend! Die knapp 3km mal „ausgeklappt“ zu sehen. Im Becken kann man sich das gar nicht so vorstellen, wie lange das ist: 60 mal hin und her …


Schwimmen im Tegernsee

Nachdem ich mich ans Freiwasser-Schwimmen gewagt habe, wollte ich das natürlich auch in meinem Heimatsee, dem Tegernsee, machen. Die Stelle, an der ich immer schwimmen gehe, ist dafür gut geeignet. Es ist eine relativ ruhige Stelle – im doppelten Sinn: Wenig Leute, wenig Bootsverkehr und im Vergleich zu anderen Bereichen am See wenig Wind. Außerdem ist es in der Nähe der Ringseeinsel, es gibt also auch ein „Ziel“, zu dem man hinschwimmen und an dem man sich orientieren kann. Auf die Insel selbst darf man nicht, es ist Vogelschutzgebiet.

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So sieht’s von oben mit Google Earth aus. Ich starte am Ufer links oberhalb der Insel.

Am Samstag hatte ich das große Glück, dass mein bester Freund Björn und seine Freundin Sanne mit ihrem Faltboot auf dem Tegernsee unterwegs waren. Und so kam ich in den Genuss der Bootsbegleitung.

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Zur Insel hin ging’s recht fix, es sind etwa 300 Meter. Ich konnte schön kraulen, auch die Orientierung fällt mir schon bissl leichter als bei den ersten Versuchen. Unter Wasser sieht man im Tegernsee: nix! Nur grün. Und zwar seegrün der allerschönsten Variante. An der Insel ist der Grund dann aber ganz nah, auf ihrer Nordseite könnte man im Wasser stehen. Habe ich nicht gemacht. Aber es war interessant zu sehen, wie das Dunkelgrün zu hellgrün wird und auf einmal ist da Boden zu sehen. Und kleine Pflanzen!

Weil es so gut ging, sind wir weitergeschwommen. Also: Geschwommen bin natürlich nur ich. Die zwei waren ja im Boot. Aber sie hatten nichts dagegen, dass ich um die Insel herumschwimme, um an das andere Ufer zu schwimmen. Zur Popperwiese. Da waren wir früher in meiner Jugend oft beim Baden. Und irgendwie hat es mich immer gereizt, da mal hinzuschwimmen. Gesagt – getan. Und es war echt schön. Und doch ganz schön weit. Auf der Karte sieht man, dass das die weitere Strecke ist.

Je näher wir dem Ufer kamen, desto mehr Leute wurden es. Mittags, an einem der heißesten Sommerwochenenden in Bayern, war da natürlich einiges los. Aber kein Problem, es ist ja genügend Platz. Der See hatte an dem Tag wohl so 18 Grad. Angenehme Wassertemperatur, wie ich finde.

Nach einer kurzen Rast- und Ratschpause wollen wir zurück. Erstmal aus dem Gewusel aus Schwimmern, Planschern und Luftmatratzenkapitänen raus. Und dann: Wellen! Ziemlich große Wellen, die mir genau entgegenschlagen. Beim Hinschwimmen war mir nicht aufgefallen, dass der See unruhig gewesen wäre. Aber jetzt? Es war echt heftig. Ich konnte nicht wirklich kraulen. Es hat sich wie im Schleudergang angefühlt. Deshalb bin ich auf Brustschwimmen umgestiegen. Ich habe dann immer versucht, möglichst lange unter den Wellen durchzutauchen. Irgendwann sehe ich, dass von rechts ein Segelboot angerauscht kam. Das hatte natürlich Spaß am Wind. Meine Bootsbegleitung hat sich schützend vor mich gestellt. Als kleiner Schwimmer bin ich im Wasser einfach nicht zu sehen! Ich brauche dringend so eine Boje.

Als das Segelboot vorbei war, konnte ich weiterschwimmen. Ich kämpfe mich durch die Wellen, mache lange Züge, gleite unter Wasser. So habe ich zumindest das Gefühl, dass ich vorankomme. Irgendwann ist die Insel erreicht. Zur Abkürzung schwimme ich nicht außen an den Bojen vorbei, sondern kürze etwas ab und schwimme innerhalb. Ich hoffe, dass der Wind nachlässt. Doch: nix! Weiterhin machen die Wellen das Kraulen schier unmöglich. Ich schwimme weiter Brust. Ich drehe mich um, die Insel wird nicht kleiner! Vor mir das Ufer: kommt nicht näher! Die Bootshütte will nicht größer werden. Das Faltboot schaukelt in sicherer Entfernung neben mir. Es ist gut, dass es da ist. Dann fühle ich mich nicht so allein und verlassen. Ich muss zugeben, dass mir schon etwas mulmig wurde. Die Wellen haben mir meinen Weg echt erschwert. Aber ich halte durch. Schwimme weiterhin Brust. Dreh mich nicht mehr um, damit ich nicht sehen muss, dass die Insel noch immer genauso nah da ist.

Irgendwann sehe ich, dass das Ufer tatsächlich näher gerückt ist. Einzelne Schwimmer sind schon zu sehen. Es ist ein bisschen wie auf dem Meer: Wenn das Ufer näher kommt, kreisen die ersten Möwen ums Boot. Und so ist es hier auch. Und irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, sind wir da. Geschafft! Boden unter den Füßen! Mir ist jetzt ein bisschen kalt. Aber ich zittere vor allem wegen der Anstrengung und Erleichterung! Was mir wie eine Ewigkeit vorkam, waren in echt gerade mal 18 Minuten – sagt Björn, der beim Wegfahren auf seine Uhr geschaut hat. Wahnsinn. 18 Minuten im Becken ist ja nix!

Petras Schwimmen-Popperwiese

Björn hat ein GPS-Gerät auf dem Boot dabei. Das ist unsere gemeinsame Strecke. Es waren etwa 1,5 bis 1,6 Kilometer insgesamt.

Ein wirklich tolles Erlebnis!