Monatsarchiv: April 2017

Etwas wärmer und Sonne 

Ich wollte auch heute wieder im Freibad schwimmen. Obwohl es mir gestern danach wegen des kalten Wassers nicht so gut ging. Aber heute hat die Sonne geschienen und was soll man auch sonst mit seiner Zeit anstellen?

Die Wasserheizung läuft auf Hochtouren!

Das Wasser hatte heute laut Aushang 20 Grad. Immer noch frisch beim Reingehen. Dafür nur zu zweit auf der Bahn und Sonne satt von oben. Ich habe Ohrenstöpsel benutzt, damit nicht so viel kaltes Wasser ins Ohr kommt. Und ich bin nur gekrault, kein Lagewechsel.

Es lief gut. Was sag ich? Es war prima! Kühl, aber nicht schlimm. Ich habe meinen Rhythmus gefunden und die herrlichen Sonnenreflexionen am Edelstahlbeckenboden genossen. Ich bin nur 2.000 (statt der üblichen 3.000) Meter geschwommen. Mir war danach zwar kalt, aber mir war weder schlecht noch schwindelig.

So sieht schlechtes Wetter aus: blauer Himmel ohne ein Wölkchen und Sonne satt …

Übrigens war heute „schlechtes Wetter“ – zumindest laut Definition der Stadtwerke München, die die Bäder betreiben. Das hängt die Latte für gutes Wetter natürlich hoch …

Prognose für die Woche…


Kaltstart im Freibad

Ich habe es ja erst geglaubt, als ich vor der offenen Tür stand: Das Freibad hat geöffnet! Gestern lag in München Schnee, die letzten beiden Wochen war es ungewöhnlich kalt und scheußlich. Schneeregen und Schnee – ich hab den Winter gehört, wie er neidisch zum April gesagt hat: „So schöne Flocken möchte ich auch mal hinkriegen …“

Gestern morgen in München: Schnee!


Die Freibadsaison startet traditionell am 1. Mai. Weil das heuer ein Montag ist, haben die Stadtwerke München beschlossen, schon am 29. April zu öffnen – damit die Münchner das lange Wochenende im Freibad verbringen können. Das war Anfang April, als es wirklich schön und sommerlich warm war. Und weil in München die Freibäder bei „schlechtem Wetter“ geschlossen werden, habe ich fest damit gerechnet, dass die Eröffnung verschoben wird (wie letztes Jahr). Doch tatsächlich: Das Schyrenbad hat offen! Und das Wetter war gar nicht so schlecht: Sonne-Wolken-Mix, etwa 15 Grad Lufttemperatur. Vielen Dank an das Team vom Schyrenbad!

Musste mittags nach oben korrigiert werden: die Wassertemperatur

Die Wassertemperatur lag nur knapp drüber. Darauf weist ein Schild am Eingang hin. Als ich mittags kam, musste die Temperatur schon nach oben korrigiert werden. Immerhin.

Meine Füße sind schon auf dem Weg zum Becken so kalt, dass ich nichts mehr spüre. Aber mei – Eisschwimmer sind hart im Nehmen. Es sind drei, vier oder fünf Leute im Becken. Zwei davon im Neoprenanzug. Die Frauen schwimmen im Badeanzug und ich habe eine ganze Bahn nur für mich. Herrlich! Erster Wasserkontatk: Hui! Frisch! Fix reingleiten und untertauchen .. kalt! Jetzt weiß ich wenigstens, wofür das Eisschwimmen im Winter gut war. Kältegewöhnung für den Sommer im Freibad …

Nur was für die Harten…

Während der ersten Bahn merke ich, wie das Wasser nach und nach meinen Körper berührt und kühlt. Es kribbelt, es ist echt kalt. 19 Grad im Becken bei wolkigem Himmel, nix für Weicheier. Aber nach ein paar Bahnen geht’s, ich habe ich an die Temperatur gewöhnt. Rückenschwimmen klappt gut. Das Wasser ist griffig, ich fühle mich schnell. Dann im Wechsel Kraul und Rücken. Beim Kraulen merke ich, dass mir ein bisschen schwindelig ist. Nicht schlimm. Nach der Wende, also beim Lagenwechsel, fühle ich es am stärksten. Im Lauf der Bahn wird’s besser. Zwischenzeitlich hat sich eine Mitstreiterin auf die Bahn gewagt. Allerdings ist sie nach 500 Metern wieder weg und ich kann allein weiterschwimmen. Jetzt nur noch Kraul. Das Schwindelgefühl legt sich nach der ersten Wende. Ich komme gut voran, habe einen griffigen Abdruck, obwohl ich merke, dass die Finger kalt werden. Die Zehen fühle ich kaum noch. Aber das Schwimmgefühl stimmt. Es ist einfach schön! Und ich spüre deutlich, wenn die Sonne durch die Wolken bricht. Es ist gleich viel wärmer!

Das ist meine Bahn!

Zum Abschluss schwimme ich noch vier Bahnen Brust. Auch das fühlt sich gut an. Ich höre dennoch nach zwei Kilometern auf. Mir ist kalt, ich will es nicht übertreiben. An Land bemerke ich den Schwindel wieder. Ich will mich ein bisschen hinsetzen, aber es ist zu kalt, die Wolken haben wieder die Überhand gewonnen. Ich gehe zur Dusche, fühle mich seltsam. Bissl wie betrunken, nicht ganz ich selbst. Ich stehe neben mir. Und mir ist kalt. Als ich mein Handtuch und Duschgel aus dem Schränkchen hole, merke ich noch deutlicher, wie kalt mir ist. Ab in die warme Dusche. So ganz wohl ist mir nicht, aber ich friere. Muss mich wärmen. Klappt auch in der Dusche nicht gut. Und als ich mich danach umziehen will, setzt ein Kältezittern ein, das von ganz tief innen kommt. Heftiger als nach meinen See-Einheiten im Winter.

Und ich muss sagen, dass es mir nicht wirklich gut geht. Blümerant oder flau, jedenfalls nicht so, dass ich jetzt radln möchte. Deshalb gehe ich nochmal zum Becken, die Sonne schaut zwischendurch wieder durch die Wolken. Ich habe „Kurti“ mitgenommen, er darf eine Runde ins Wasser, um mir die Temperatur zu verraten.

19,1 Grad!

Langsam merke ich, wie sich das flaue Gefühl legt und ich wieder ich werde. Jetzt heißt es für heute Abschied nehmen vom Schwimmbecken. Beim nächsten Mal ist das Wasser wohl etwas wärmer. Außerdem werde ich Ohrenstöpsel mitnehmen, gegen den Schwindel. Ein Tipp von den Profi-Eisschwimmern. Und vielleicht etwas kürzer schwimmen – manchmal muss man vernünftig sein.

Warm anziehen nach dem (Eis-)Schwimmen


Adé, Olympiaschwimmhalle

Die Olympiaschwimmhalle in München ist was ganz Besonderes. Schwimmen unter dem berühmten Zeltdach der Olympischen Spiele 1972. Schwimmen in dem 50-Meter-Wettkampfbecken, in dem sich die Besten der Besten 1972 gemessen haben. Türkisblaue Kacheln, soweit das Auge reicht. Sonnenstrahlen, die durch die riesigen Glasscheiben fallen – und manchmal sogar beim Schwimmen blenden. Die hohe Decke verstärkt den Eindruck von Freiheit. Es ist nicht gedrückt wie in vielen Bädern, in denen die Decke knapp über dem Becken hängt. Nein, hier ist es luftig. Nicht stickig. Hell, lichtdurchflutet. Mit Blick auf den Olympiaberg und den Fernsehturm. Und blau, so schön blau!

So leer ist es selten … so blau aber immer!

Doch heute hieß es für mich: Abschied nehmen. Die Freibadsaison startet und damit geht’s raus an die frische Luft. Doch das ist nicht alles: Ab 9. Mai ist die Olympiaschwimmhalle dann auch erst mal für ein paar Wochen komplett geschlossen. Schon seit einem Jahr schwimmen wir in der Baustelle. Die Becken unter der Tribüne wurden saniert. Sie sind jetzt fertig.

Viel Licht von außen, so macht schwimmen in der Halle Spaß!

Ab Mai ist das Wettkampfbecken dran. Das seit über 40 Jahren zuverlässig seinen Dienst tut. Aber es hilft nichts, der Zahn der Zeit nagt auch hier, Sanierung tut Not – sagen die Stadtwerke. Ich persönlich kann das nicht beurteilen, ist auch nicht meine Aufgabe. Ich sage nur „Servus“ zu dem Becken, das mir immer das Gefühl gab, sportlicher zu sein als ich es bin. Selbst, wenn manchmal richtig gute und schnelle Schwimmer da waren, die doppelt so schnell wie ich durchs Wasser gepflügt sind. Irgendwie konnte man sich in deren Glanz sonnen. Das Schwimmen fühlt sich für mich im „Oly“ immer „ernsthafter“ an als im Dantebad. Die Atmosphäre von „Sport“ oder „Olympia“ hängt irgendwie in der Luft. Was übrigens nicht in der Luft hängt, war der typische Chlorgeruch. Ob’s an der hohen Decke liegt oder ob sich die Zusammensetzung seit meiner Kindheit geändert hat, weiß ich nicht.

Nach der Sanierung wird es nicht mehr dasselbe sein …


Die Stadtwerke sagen, dass bei der Sanierung nichts von dem Charme der Olympiaschwimmhalle verloren gehen soll. Ich hoffe es. Aber ich habe auch gehört, dass das Becken ein Edelstahlbecken wird. Und Edelstahl sieht definitiv anders aus als blaue Fliesen! Wir werden sehen, was sich tut. Ab Herbst, wenn die Freibad-Saison rum ist, wird es ohnehin eng im Oly – denn dann müssen wir im Trainingsbecken unter der Tribüne schwimmen. Im Dunklen. Auf fünf statt acht Bahnen. Das wird kuschlig – oder wuschig. Mal sehen… vielleicht werde ich dann von der Teilzeit- zur Vollzeit-Eisschwimmerin. Oder es kommt anders als man denkt …

 


Chlorhühnchen goes Atlantik

Das Chlorhühnchen ist ja schon seit einiger Zeit auf Abwegen. Statt nur im Chlorwasser schwimme ich auch immer öfter im See. Vor allem im Winter habe ich dem Eisschwimmen ausgiebig gefröhnt.

So wurde ich von Lissabon empfangen! Wahnsinnig schön…

Jetzt war ich in Lissabon. Und von da geht’s ratz-fatz mit dem Zug an den Atlantik. Lissabon selbst liegt – wusste ich auch nicht – gar nicht direkt am Meer, sondern an einem Fluss namens Tejo. Sehr schön, aber kein Meer.

Sieht hübsch aus, wie die Sonne am Tejo untergeht.

Eigentlich mag ich das Meer nicht sonderlich gerne. Meistens ist es so wellig, dass man nicht viel „anstellen“ kann. Ich hatte ja befürchtet, dass der große Atlantik mindestens so große Wellen macht wie das Mittelmeer. Aber: weit gefehlt! Ich habe eine schöne ruhige Stelle gefunden, an der das Wasser sehr ruhig war.

Ein schöner Strand in Cascais bei Lissabon

Kurti im Atlantik. Endlich wärmer…

Laut „Kurti“ hatte das Wasser 17 bis 18 Grad, also für Eisschwimmer kuschlig warm. Und so kam’s, dass ich ganz easy-peasy reingehen konnte. Selbst, als eine große, ruhige Welle kam und mich fast komplett nass gemacht hat, war das nicht unangenehm. Dann bin ich geschwommen. Mangels Schwimmbrille und wegen Salzwassers  nur Oma-Brust, aber das war richtig schön! Ich habe eine Boje angepeilt und bin dort hingeschwommen.

Große gleichmäßige Wellen waren ideal zum Schwimmen

Weil das Wetter so schön war und nach dem vielen Rumlaufen am Vortag ein ruhiger Strandtag als Belohnung gerade recht war, bin ich einige Stunden geblieben und war mehrfach im Wasser. Es war einfach traumhaft!

Eins muss die Eisschwimmerin jetzt aber wieder beachten: Das Wasser ist nicht mehr so kalt und auch an Land kann man es aushalten. Da ist ein Bikini – vor allem am Meer – hübscher als ein Badeanzug. Einziges Manko am Meer: Sandstrand. Ich mag keinen Sand, glaube auch nicht, dass sich das noch mal ändert in diesem Leben. Aber Wasser – das mag ich!

Überall Sand… hartnäckig hält er sich…


Wasser wieder wärmer als die Luft 

Nach den frühlingshaften Tagen war es heute wieder kühler und grauer. Aber immerhin kein Regen, also packten Bine und ich die Schwimmsachen und sind zum Langwieder See geradelt. 

Ich habe mich unterwegs noch gefragt, ob das jetzt eine gute Idee war. So kühl und greislig wie es war. 

Am See selbst war eine tolle Stimmung. Ruhig und beruhigend. Kein Mensch da. Nur auf dem Wasser war so bissl Schmodder. Egal. Es geht rein!

Ruhige Abendstimmung und der See gehört uns ganz allein!


„Kurti“ – so heißt das Thermometer jetzt – zeigte erst 13, dann 12,7 Grad an. Fühlte sich zu Beginn kälter an. Aber wie immer war es herrlich, sobald wir untergetaucht waren. Und dann sind wir zum ersten Mal miteinander zu der Stelle schräg gegenüber geschwommen. Der See war ganz glatt und hat eine tief dunkelgrüne Farbe. Fast mystisch! 

Wir sind zwar nur diese gut 3 Minuten geschwommen, aber das war herrlich! „Richtige Entscheidung“, lautet das Fazit beim Heimradln. Es tut einfach gut, am Feierabend noch im See zu schwimmen. Auch bei Wolken und kühlen Temperaturen. Die Luft hatte nämlich nur 11 Grad. 


Tegernsee-Schwimmen 

Ich wollte noch einmal im kalten Wasser schwimmen. Also bin ich zum Tegernsee gefahren. Doch auch hier hat die Sonne das Wasser erwärmt. Laut offizieller Messstelle 7,6 Grad. 

Auf dem Wallberg liegt noch etwas Schnee. Der See ist schon recht warm mit 9,5 Grad


Mein Thermometer zeigt sogar 9,5 Grad an, als ich schwimme. Es war leicht bewölkt und etwas windig, aber das Schwimmen lief prima! Die Bewegungen sind rund und nicht mehr so steif und hölzern wie im kalten Wasser (also bei Temperaturen unter 5 Grad). Und es stellt sich auch wieder das heiße Kribbeln ein. Ein irres Gefühl! Mir war fast heiß beim Schwimmen! 

Bissl über 4 Minuten bin ich geschwommen.


Nach ein paar Minuten merke ich, dass die Zehen kalt wurden. Aber ansonsten ganz prima! Und beim Rausgehen gab’s dann die magischen Heiß-Kalt-Wellen, die meinen Körper durchfluten. Ein Wahnsinnsgefühl. Und das im besten See von allen! Herrlich!