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Februar-Schwimmen

Heute war mal wieder ein guter Tag zum Eisschwimmen. Winterschwimmen. Februarschwimmen. Nennt es, wie ihr wollt … 😉

Es war sonnig, mit etwa 10 bis 12 Grad recht warm und kaum merklicher Ostwind. Der hatte mir gestern noch die Tour vermasselt, weil es bei etwa 4 Grad einfach nur kalt geblasen hat. Da war ich auch schon auf dem Weg zum See, habe dann aber spontan beschlossen, nicht zu schwimmen, sondern nur zu radeln. Aber heute war alles gut.

Beste Bedingungen!

Der See lag spiegelglatt vor mir, die Sonne scheint durch feine weiße Schleierwölkchen. Perfekt. Als ich ins Wasser gehe, merke ich aber, wie es sticht. Wie 1000 kleine Nadeln an den Füßen, das habe ich so echt selten wahrgenommen. Und es wird auch nicht besser, sondern ist richtig kalt. Aber ich bin entschlossen und tauche unter. Schwimme los. Ist das kalt. Wahnsinn. Ich bin tapfer, atme tief ein und schwimme weiter. Die 15 bis 20 Meter-Strecke kommt mir ewig vor. Es ist kalt, mein Herz schlägt wie verrückt. Ich zwinge mich, langsamer zu schwimmen. Drehe um, schwimme zurück. Natürlich immer am Ufer entlang, wo ich stehen kann. Und fasse einen Plan: Wenn ich am Ausgangspunkt ankomme, stelle ich mich hin und warte kurz. Weil ich ja erst letztes Mal wieder gedacht habe, dass es vielleicht beim zweiten Mal besser wäre. Also eine Pause machen.

Gedacht – getan. Das fällt mir nicht leicht, denn das Wasser ist natürlich trotzdem kalt, auch wenn es jetzt nur im Stehen ist und bis zum Bauch reicht. Zum Glück ist es windstill, der Uferwall hält den Ostwind ja ab. Ich merke, wie sich mein Puls beruhigt. Die Atmung wird ruhiger. Die Füße sind zwar kalt, aber es sticht nicht mehr so arg. Ich schaue aufs Thermometer: 6 Grad … naja. Fühlt sich kälter an. Deutlich kälter.

Im flachen Uferbereich ist das Wasser laut Thermometer 8 Grad warm. Naja. Glaube ich nicht …

Dann wage ich mich an Runde zwei. Es ist immer noch sehr, sehr kalt. Aber ich kann ruhiger schwimmen und schaffe es ein weiteres Mal hin und zurück. Dann aber nix wie raus. Ich bin krebsrot, es kribbelt voll schön!

Handtuch rum und auf dem Rücken die Sonnenstrahlen genießen. Herrlich. Wie viel Kraft die Sonne schon hat! Und jetzt durchfließt es mich auch wieder heiß-kalt-heiß-kalt. Herrlich! Ich ziehe mich an und bleibe noch ein bisschen am Ufer sitzen. Blicke auf den See, der jetzt wieder wellenlos vor mir liegt und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Das sind eigentlich die schönsten Winterschwimmtage: Wenn die Sonne schon etwas Kraft hat, aber das Wasser noch kalt ist.

So schee scho! Ein zweifacher Himmel am Langwieder See mit milchiger Sonne.

Und anscheinend entdecken immer mehr Menschen das Winter- oder Eisschwimmen für sich. Und zwar nicht unbedingt als Wettkampf wie Jochen Aumüller, Sabine Croci und Christof Wandratsch, sondern einfach so. Hier gibt’s ein kleines Facebook-Video.

Zum Abhärten, als Kick, zum Wachwerden … und dann ist mir eingefallen, dass mein erster zaghafter Versuch schon über vier Jahre her ist! Kinder, wie die Zeit vergeht.

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Ganz verkrampft – da geht natürlich nix! Aber das musste ich auch erst lernen …


Wenn die Zeit verfliegt …

Die Freibadsaison ist ja in vollem Gange. Seit gut sechs Wochen ist die schönste Zeit des Jahres am Laufen. Und es gab schöne Tage (mit wenig Leuten im Becken) und nicht so schöne Tage (an denen es „schönes Wetter“ war, mit vielen Leuten im Bad). Und dann gibt’s die Tage, an denen die Zeit nur so verfliegt. Weil das Schwimmen so schön ist. Und ich – egal, ob viele oder wenig Leute da sind – schwimme, schwimme, schwimme – und irgendwann denke: Waaaas? Das war’s jetzt schon? Hab ich mich auch nicht verzählt? Oder einen 10er ausgelassen? Nein. Blick auf die Uhr – ich bin schon eine Stunde im Wasser. Nur: Wo ist die Zeit geblieben? Mir kam es gar nicht lange vor.

Heute war wieder so ein Tag. Und es gab diese Tage in dieser Saison schon einige Male. Wow! Hatte ich im Winter und Frühling noch das Gefühl, dass ich keine Lust zum Schwimmen habe, ist jetzt das Gegenteil eingetreten. Ich will. Ich muss. Und was hilft da? Weiterschwimmen! Yes! Einfach einen Kilometer drauflegen. Schwimm 4 statt 3, sozusagen.

Wenn das so weitergeht, wird diesen Sommer mal wieder die magische 5 fällig! Das habe ich bisher zweimal gemacht. Und beide Male sind schon etwas länger her. Aber man weiß ja nie … und von wegen: aufhören, wenn’s am schönsten ist. Pff! Weitermachen. Weiterschwimmen. Wende, Zug um Zug, weiter geht’s …


Wieder im Langwieder See 

Nach meinem Finnland-Ausflug bin ich wieder in Bayern. Und was haben Bayern und Finnland gemeinsam? Außer meiner Liebe und einer weiß-blauen Fahne? Seen! Unsere Seen sind zwar kleiner, aber zum Schwimmen reicht es.

Klein, aber zum Schwimmen ausreichend: der Langwieder See

Heute bin ich sogar in Gesellschaft. Diana kommt mit und schwimmt auch. Es ist noch bissl windig, aber immerhin kein Sturm mehr wie am Donnerstag. Und zwischendurch kommt die Sonne raus.

Am Langwieder See ist herrlichste (finnische) Ruhe, der See gehört uns! Ich schätze ihn schon vorm Reingehen auf 15 Grad, was mein Thermometer bestätigt. Reingehen klappt prima. Vor allem, weil unter Wasser kein Wind weht!

Im Gegensatz zu den Seen in Finnland noch richtig warm mit 15 Grad!

Das Schwimmen war traumhaft! Auf einmal breitet sich ein wohliges Kribbeln auf meinem Rücken aus, unterm Schwimmen. Es ist total schön und ich kann prima schwimmen! Die Wellen sind kaum spürbar, ich würde am liebsten ewig schwimmen! Doch die Vernunft mahnt zur Umkehr.

Ich mag nicht an Land!

An Land weht der Wind doch merklich, ich würde am liebsten im See bleiben. Aber hilft nix. Raus und umziehen. Ich spüre das Kribbeln unter der Haut und genieße es. Allerdings nicht zu lang, denn der Wind kühlt mich aus.

Die Luft ist kälter als das Wasser!

Deshalb packen Diana und ich unsere sieben Sachen und radeln heim. Schön war’s! Jetzt fängt die beste Zeit erst an!

Und für alle, die es auch gern ausprobieren wollen: Jetzt ist die beste Zeit. Die meisten Seen sind noch nicht wirklich kalt, so dass man sich langsam an die Kälte gewöhnen kann. Ich habe hier mal meine persönlichen Tipps zum Winterschwimmen zusammengestellt.


Uiminen Suomessa – oder Schwimmen mit Ausblick 

Ich war mal wieder in Helsinki. Und wie ich ja letztes Jahr geschrieben habe, kann man hier ziemlich gut schwimmen. Ich war sehr gespannt auf die neue Attraktion „Allas Seapool“, direkt im Hafen von Helsinki. Das hab ich letztes Jahr noch als Baustelle gesehen. 


Aber jetzt ist es offen und ich musste da natürlich hin. Es ist ein Schwimmbad mit Sauna – oder anders rum. Jedenfalls sind die drei Becken direkt in der Ostsee. Sie schwimmen quasi auf einem Steg. 

Direkt im Hafen von Helsinki liegt der Allas Seapool

Schwimmbecken, Kinderbecken und Meerwasserpool

 

Wenn gerade ein Schiff in den Hafen  fährt, kann man gaaaanz leicht die Wellen spüren. Es gibt drei Becken: eins für Kinder (Lasten-Allas), eins mit Meerwasser (Merivesi) und eins zum Schwimmen. Allerdings nur 25 Meter lang. Tiina von Allas Seapool erklärt mir, dass ein 50-Meter-Becken zwar Platz gehabt hätte, aber zu schwer wäre. Der Pool ist auch nur 1,60 Meter tief. 

Es sind zwei Bahnen abgetrennt: Matka (Distance) und Nopea (Fast). Was genau der Unterschied sein soll, erschließt sich mir nicht so ganz. Nachdem auf beiden Bahnen je zwei Schwimmer sind, entscheide ich mich für die Matka-Bahn. Wir drei haben in etwa dasselbe Tempo, so dass es trotz der kurzen Bahn gut läuft. 

Der 25-Meter-Pool für Schwimmer, Aquajogger und Planscher…


Ungewohnt für mich, die nur auf der Langbahn unterwegs ist, dass ich so viel wenden muss. Aber ich bin im Urlaub und da ist eh alles anders. 

Es ist Montag Nachmittag, die Sonne über Helsinki scheint, das Wasser ist angenehm warm und griffig. Und das schönste ist, dass ich beim Schwimmen immer mal wieder den Dom von Helsinki sehe. Schwimmen mit Ausblick! Grandios! Vor allem beim Rückenschwimmen!

Vom Allas Seapool sieht man direkt auf den Dom und den Marktplatz von Helsinki!


Nach zwei Kilometern oder unfassbaren 80 Bahnen habe ich dermaßen Hunger, dass ich die Schwimmeinheit beende. Schließlich ist auch noch Sauna und der Meerwasserpool (sieht fast finnisch aus, das Wort!) wartet. 

Dort ist das Ostsee-Wasser drin. Es wird lediglich gereinigt, aber es wird nicht aufgewärmt. Es ist vielleicht ein oder zwei Grad wärmer als im Freien, aber das Thermometer zeigt 13 Grad. Juhuuuu!

Das Thermometer zeigt 13 Grad…


Aber dazu mehr in einem Eintrag zur Sauna


Der letzte Freibad-Tag

Irgendwie ging jetzt alles ganz schnell. Der letzte Freibad-Tag kam plötzlicher als Weihnachten und heute war es soweit. Und beim Schwimmen selbst ging’s auch irgendwie viel zu schnell. Viel zu schnell war mein normales Pensum von 3 Kilometern voll. Und das Becken – na, das war fast leer! Denn obwohl kein Freibad-Wetter ist, hatte das Freibad geöffnet. Seltsam, aber gut!

Kurzer Schockmoment: Der Absperrzaun ist schon aufgestellt, obwohl das Becken noch offiziell geöffnet ist!

Es ist nämlich ziemlich kühl, windig und grau heute in München. Ab und zu hat die Sonne mal kurz rausgeschaut, aber das war eher ein Zwinkern als ein Schauen. Egal, ab ins Wasser. Auch wenn ich die letzten 15 Tage nichts anderes gemacht habe. Ich war seit meiner Rückkehr aus Dänemark jeden Tag im Freibad. Weil das Ende ja nahte. Zwischendrin war es fast mal zu viel Freibad, aber dafür war der nächste Tag dann wieder besser. Und irgendwann konnte ich die verbleibenden Tage an einer Hand abzählen, das musste natürlich genutzt werden.

 

Schon die letzten 3 bis 4 Male war es so, dass ich (fast) allein im Bad war und so konnte ich mich nur auf mich konzentrieren. Keine Ausweichmanöver, kein Taktieren, keine überhöhte Geschwindigkeit, kein Überholen – einfach nur schwimmen. Und so komme ich in den schönsten Flow. Ich schwimme und schwimme und schwimme – und denke: nix. Ich zähle die Bahnen, das ist so monoton, dass es schon meditativ ist. Und schwupps – wieder zehn Bahnen voll. Und weiter geht’s mit Nummer 11, 21, 31, 41. Und ratz-fatz sind drei Kilometer (mit ein- und ausschwimmen) rum.

Heute war ich auch im Flow. Zuerst nicht so, aber dann setzte es ein. Ich denke manchmal, dass ich ein alter Diesel bin: der braucht auch, bis er warmgelaufen ist. Und dann tuckert er vor sich hin und läuft und läuft und läuft. Und ich tuckere – naja…- und schwimme. Hin und her und hin und her. Ich spüre das Wasser an mir vorbeirauschen, ich gleite. Meine Arme und Hände finden diese „Griffe“ unter Wasser, an denen ich mich festhalten und entlang hangeln kann. Ich spüre, wie mich das Wasser unter meinem Bauch trägt. Ich merke den Auftrieb. Aber ich denke nix. Ich bin einfach. Das erreiche ich nicht oft. Aber wenn es so ist, ist es einfach nur genial! Denn ich bin dabei nicht langsam. Ich bin aber regelrecht im Tunnel. Ich krieg kaum mit, was um mich herum passiert. Hin und wieder nehme ich zwar andere Schwimmer im restlichen Becken wahr, aber eher im Augenwinkel. Aber wenn jetzt plötzlich jemand in meiner Bahn auftauchen würde, ich würde mich zu Tode erschrecken. Weil ich so in mir und im Schwimmtunnel bin. Und wie gesagt, auch nicht gerade langsam unterwegs bin …

Für Olympia reicht es natürlich nicht, aber ich fühle mich schnell und ein Blick auf die Uhr zeigt, dass ich nicht getritschelt (für nicht-Bayern: getrödelt) habe. Außerdem bin ich am Beckenrand nach der Einheit, also nach 2.500 Metern, ganz schön am Schnaufen. Und ich bin glücklich! Erledigt, aber happy.

Heute waren wie gesagt die drei Kilometer schnell um. Viel zu schnell. Es ist doch der letzte Tag. Bis Mai (bis Mai!!!!) hat das Dante-Sommerbecken zu! Bis Mai! Das ist länger als ein halbes Jahr! Also, obwohl es bissl kühl ist, lege ich noch eins oben drauf. Ich überlege auch gar nicht lange, sondern schwimme einfach weiter. 1.000 Meter, 20 Bahnen, das geht schon noch. Und jetzt bitte genießen. Und nicht hetzen. Es ist der letzte Tag (der letzte!!!). Vor einer langen Durststrecke. (Ja, es wird auch im Winter geschwommen. Und ja, im Dante-Bad kann man im anderen Becken auch im Winter (ab morgen!) draußen schwimmen. Aber das ist einfach nicht dasselbe. Ich schwimme also weiter. Gleite. Drücke. Stoße mich ab. Genieße. Und schwimme. Und genieße. Die Leichtigkeit im Wasser, die Kraft meines Körpers zu spüren und zugleich diese Schwerelosigkeit. Und die Gedankenlosigkeit. Denn ich bin wieder oder immer noch im Tunnel und es wird nichts gedacht, nur Bahnen gezählt und genossen. Und schwupps sind auch die zusätzlichen 1.000 Meter rum. Dann muss Schluss sein, man soll schließlich aufhören, wenn es am schönsten ist!

Herbstlaub am und im Wasser. Dafür kaum Leute. Herrlich zum Schwimmen!

Ein letzter Blick aufs Becken, ein Abschiedsfoto und ein leises „pfiati, Dante-Sommerbad“, dann geht’s in die warme Dusche. Bevor die Eisschwimm-Saison dann startet …


Ostseeschwimmen 3 – Stockholm

Meine Reise an der Ostsee ging nach Fünen noch ein Stückerl weiter in den Norden: nach Stockholm. Dorthin bin ich mit dem Zug gefahren. Das hat zwar gedauert, war aber eine schöne Reise – und ich durfte nochmal über die Öresundbrücke fahren.

Die Öresundbrücke von oben …


Stockholm liegt ja auf vielen kleinen Inseln, ist also von der Ostsee umgeben. Das gibt der Stadt ein sehr angenehmes Flair.

Herrlichste Abendstimmung in Stockholm


Stockholm liegt auf vielen Inseln …

… deshalb ist immer und überall Wasser. Toll!


Das wollte ich natürlich nutzen, deshalb habe ich mich über AirBnB in einer Wohnung mit Privatstrand eingemietet. Das Haus von Karina ist 45 Minuten vom Stadtzentrum entfernt, dafür ist es in herrlichster Natur und auch der Privatpier ist mehr als herrlich!

Meine Unterkunft in Stockholm – das kleine Häuschen ist die Sauna

Privatpier!


Ich habe leider viel zu wenig Zeit gehabt in Stockholm, so dass ich nur am Sonntag Vormittag schwimmen gehen konnte. Aber dafür war es umso toller! Der Morgen war noch frisch, es hatte in der Nacht nur 7 bis 9 Grad. Die Ostsee lag spiegelglatt da, der Blick zu den Nachbarinseln war klar. Über eine kleine Leiter gehe ich ins Wasser, das angenehm warm ist, ich schätze 16 bis 18 Grad. Und dann schwimme ich! Oma-Brust, der Sonne entgegen, bis zu den Nachbarn. Ohmann, das ist doch ein Leben! Privatpier und einfach ausm Haus und ins Wasser! Dann schwimme ich zurück, die Morgensonne im Rücken, zu den anderen Nachbarn. Es ist soooo herrlich! Ich genieße es noch ein bisschen und dann geht’s zurück an Land. Hunger! Die Sonne scheint mir auf den Rücken, die Luft wird langsam wärmer.

Steiniges Ufer, glasklares Wasser, spiegelglatte Oberfläche – herrlich!


Für mein Frühstück stelle ich den Tisch und Stuhl im Garten in die Sonne mit Blick auf die Ostsee. So kann man leben!

Frühstück mit Aussicht!

PS: Am Samstag habe ich mich in Stockholm noch mit Mats Andersson getroffen. Der hatte 2002 „Ö till Ö“ – „SwimRun“ erfunden. Ab 2006 wurde aus dem Spaß- und Abenteuer-Event ein Rennen. Und auch in Bayern gibt’s das seit vorigem Jahr. Darüber haben wir uns ausführlich unterhalten – und dann noch ein Bild gemacht. Sehr interessante Geschichte!

Mats hat „Ö till Ö“ aus Spaß erfunden.