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Tegernsee-Schwimmen

36 Grad und es wird noch heißer… das ist der Soundtrack dieser Tage. Und davon verschont bleibt auch nicht das Wasser im Tegernsee. 24 Grad hatte der Tegernsee am Samstag, am Sonntag soll er sogar noch wärmer gewesen sein. Rekord!

Die Wolken sind nur Deko am Tegernsee.

Am Samstag war ich jedenfalls auch im Tegernsee schwimmen. Ich war in Kaltenbrunn, am nördlichen Ende des Sees. Am Strand und in Ufernähe war natürlich großer Betrieb, kein Wunder bei dem Wetter, an einem Samstag in den Ferien. Aber ich habe ein schattiges Platzerl gefunden und war dann ja eh erstmal weg. Mit meiner Boje wollte ich nach Holz schwimmen. Das habe ich schon zweimal gemacht. Beim Reingehen ist das Wasser trüb. Der Sand ist wegen der vielen Leute total aufgewühlt, man sieht gar nicht, wohin man tritt. Obwohl der See hier sehr lange sehr flach ist, schwimme ich bald möglichst los. Ich habe nämlich keine Lust, mir die Zehen an einem Stein anzuhauen, die hier auch im Wasser sind.

Anfangs ist das Wasser echt richtig warm. Wärmer als im Freibad, zumindest fühlt es sich so an. Dann wird’s tiefer (und grüner) und ich spüre, dass vor allem die Wasseroberfläche warm ist. Von unten kommen immer mal wieder kalte oder kühlere Strömungen. Das ist nicht schlimm oder unangenehm. Es ist schön, interessant. Da muss ich an Neoprenanzugschwimmer denken: Sie verpassen das!

Ich schwimme also ganz für mich im grünsten Wasser des Tegernsees. Und die Oberfläche ist auch noch spiegelglatt! So ruhig kenne ich den See nicht. Es ist traumhaft. Zug um Zug komme ich voran. Keine Eile, keine Hektik. Keiner, der mich knapp überholt oder den ich überholen muss. Nur ich und der See. Also, zumindest hier. Herrlich. Und so warm! Nicht zu warm, eher genau richtig!

Irgendwann sehe ich ein Segelboot in meiner Nähe. Ich schwimme Brust mit Kopf über Wasser, um mir einen Überblick zu verschaffen. Dann warte ich kurz ab. Der Segler ruft mir zu: „Ich habe Sie schon gesehen! Mit Ihrer Boje sind Sie ja gut gekennzeichnet!“ Ich bedanke mich und sage, dass das einer der Gründe für die Boje ist. Dass ich gesehen werde. Dann fährt er weiter und ich habe den See wieder für mich und schwimme weiter. Westwärts, zum Ufer in Holz. Ich lande dort aber nicht an, es ist nicht wirklich schön da. Schlammiger Boden, viel Müll und die Badestelle ist direkt am Parkplatz der Bundesstraße, die um den See führt. Deshalb drehe ich dann um und schwimme zurück.

Jetzt ist leichter Nordostwind aufgekommen. Also Gegenwind. Nicht schlimm, die Wellen kräuseln sich nur ganz leicht. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich nicht vorankomme. Das täuscht wahrscheinlich, weil das Ufer hinter mir noch recht nah ist, aber das Ufer vor mir, mein Ziel, noch nicht in Sichtweite ist. Das Chlorhuhn kann damit nicht wirklich gut umgehen. Schließlich ist mein Schwimmrevier sonst einfach 50 Meter lang und Anfang und Ende kann ich sehen. Aber ich habe inzwischen eine Taktik entwickelt, damit ich nicht in Panik gerate. Es ist ja alles immer eine Kopfsache. Ich schwimme einfach Brust. Lange Züge mit einer langen Gleitphase unter Wasser. Das beruhigt mich. Brustschwimmen kann ich einfach schon viel länger als Kraulen. Und hier im See macht das auch mal Spaß. Ich halte niemanden auf, keiner bekommt einen Tritt ab. Und so tauche ich also auf und ab, gleite dahin, stoße die Beine kräftig nach hinten. Und irgendwann kommt auch mein Ziel in Sicht.

Einfach toll, die Abendstimmung in Kaltenbrunn, wenn der Tegernsee der Länge nach vor einem liegt …

Ein sehr schöner Ausflug war das. Und obwohl ich fast eine Stunde unterwegs war, ist mir danach nicht kalt. So warm ist das Wasser! So warm ist die Luft auch im Schatten! Sommer halt!


Stockholm – Stadt im Wasser

Einige von euch haben es sicher schon bemerkt: Das Chlorhuhn hat einen Drang zum Norden. Nicht nur Finnland ist ein begehrtes Ziel, auch Schweden oder Dänemark habe ich schon besucht. Und weil mein Besuch in Stockholm letzten Sommer arg kurz war, bin ich dieses Jahr nochmal hin. Für etwas länger. Denn Stockholm ist eine Stadt im Wasser. Richtig! Nicht AM, sondern IM Wasser. Die Stadt ist auf 14 Inseln errichtet, hier treffen der Mälarensee und die Ostsee aufeinander. Wasser, Wasser, Wasser! Logo, dass das Chlorhuhn das nicht verpassen darf.

Stockholm ist eine Stadt auf 14 Inseln

Bei der Ankunft war es in Schweden fast doppelt so warm wie in Bayern. Während es daheim Nieselregen bei etwa 15 Grad gab, war in der schwedischen Hauptstadt Sommer mit Sonne und sagenhaften 28 Grad. Also war eine Erfrischung dringend nötig!

Ich war mit einer Freundin in Stockholm und sobald wir unseren Koffer in der AirBnB-Wohnung abgestellt hatten, ging’s ans Wasser. Praktischerweise war das gleich ums Hauseck, einmal über die Straße. Und dann sind wir am Ufer entlanggegangen, bis eine Badestelle kam.

Auf dem Bild sieht es trüber aus, als es war. Großstadtfeeling beim Schwimmen!

Das war jetzt kein Strand, eher so eine Art Promenade mit Leitern ins Wasser. Und da waren einige, die den Abend im kühlen Nass ausklingen ließen. Trotzdem war genügend Platz und Kathrin und ich haben unsere Rucksäcke abgestellt, uns flux umgezogen und sind dann ins Wasser. Ui… so schön warm! Und doch erfrischend. Wow! Schwimmen in Stockholm. Mehr oder weniger mitten in der Stadt!

Glückliche Wasserratten!

Bojen haben die Schwimmzone vom Schiffverkehr abgegrenzt. Hier wäre auch ein schönes Revier für Freiwasserschwimmer! Ein solcher taucht auch bald auf: Mit Neo und Boje, er will hier gleich trainieren. Aber vorher frage ich ihn ganz nett, ob er ein Foto von uns macht. Macht er, logo. Kein Problem.

Das Chlorhuhn ist auch im See in ihrem Element und happy!

Wir zwei Wasserratten sind selig. Soooo schön! Nach der ganzen Reiserei und Warterei ist der Abendschwumm die perfekte Belohnung. Wir können unser Glück gar nicht fassen. Es ist auch kein Salzwasser, in dem wir baden. Es ist Süßwasser. Wir waren in einem der „Arme“ vom Mälarensee.: am „Hornsberg Strand“.

Vor allem am nächsten Tag gibt’s nur ein Thema: Gut, dass wir gestern geschwommen sind!

23 Grad hatte das Wasser

Denn über Nacht kam ein ziemlich kalter und starker Nordwind auf, der die Temperaturen auf 17-18 Grad fallen ließ. Und weil’s so windig war, war’s auch recht ungemütlich, da stand uns nicht mehr die Laune nach schwimmen. Aber: Gut, dass wir gestern schwimmen waren!


Im Chiemsee – endlich

Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich zwar schon im Chiemsee geschwommen bin, aber nie unter „normalen“ Bedingungen. Zweimal im Eiswasser und einmal im Dunklen bei Vollmond. Aber tagsüber und bei normalen Temperaturen an Land und im Wasser? Fehlanzeige. Bis heute!

Auf dem Rückweg von einem Termin lasse ich mich am See absetzen. Lustigerweise ist es genau die Stelle, die ich vom ersten Eisschwimmen und vom Vollmond-Schwimmen kenne. In Bernau bei der Wasserwacht.

Den Ausblick kenne ich schon vom Eis- und Vollmondschwimmen.

Leider kommen dann aber Leute mit Hunden und da ich da eher schlechte Erfahrungen gemacht habe, packe ich meine Sachen gar nicht erst aus, sondern ziehe weiter zum Freibad-Strand. Der ist recht leergefegt, was zum einen an der Fußballnationalmannschaft liegt, die heute ein Spiel zu spielen hat. Zum anderen an den Wolken. So richtig warm ist es nicht. Aber auch nicht kalt und deshalb ist jetzt See-Zeit!

Der Strand vom Freibad in Bernau

Einen richtigen Freiwasser-Ausflug mit Boje und allem drum und dran mache ich nicht. Dazu bin ich heute zu kaputt und die Wolken machen mir schon bissl Sorgen. Außerdem habe ich mir keine Strecke rausgesucht. Also nur bissl Oma-Schwimmen. Als ich ins Wasser gehe, merke ich, dass es schön warm ist. Mein Badethermometer zeigt 25 Grad an, das Wasser ist hier flach. Sehr flach. Ich gehe und gehe und gehe – und es wird nicht tiefer! Irgendwann, ich bin schon fast zu Fuß an dem Schwimmfloß angekommen, wird es tiefer und ich kann schwimmen. Das Wasser ist dunkel, leicht wellig und seidig weich. Ganz anders als im Tegernsee, da ist es „härter“, steiniger. Ich schwimme zum Floß, daran vorbei und was ist das? Etwas kitzelt mich! Ohje. Wasserpflanzen. Die mag ich ja gar nicht… Ich schwimme noch etwas weiter. Das Wasser ist schön warm.

Am Kiosk habe ich dann noch das Schild mit der „offiziellen“ Temperatur gesehen. Wohl nicht im ganz flachen Wasser gemessen …

Später mache ich dann doch noch einen zweiten kurzen Schwumm. Die Wolken sahen zwischendurch ganz schön übel und dunkel aus, aber dann wurden sie wieder etwas lichter und so gibt’s zum Abschluss noch eine kleine Runde.

Da wurde es dann doch Zeit zu gehen …

Zu Fuß geht’s zum Bahnhof, ich finde einen schönen Weg. Durch eine Birkenallee geht’s zur Autobahn, dann unten durch. Danach sind’s nur noch ein paar Hundert Meter an der Straße und dann ist auch der Bahnhof schon da. Durchaus machbar, auch wenn es zwei Kilometer zu Fuß sind.

Durch diese Birkenallee geht’s vom See zum Bahnhof – oder andersrum!

Fazit: Es ist schön im Chiemsee und mit etwas Vorbereitung gibt’s vielleicht sogar mal einen Ausflug mit Boje.


Sommer-Test

Kurz nach dem Ende der Eisschwimmsaison ist jetzt Sommer. Im April. Also ich nenn das mal „Sommer-Test“. Da kann man schon mal sehen, ob es einem gefällt. Wenn’s warm ist und man ohne viel Zubehör zum See fährt.

Ich finde es gut! Vor allem, weil den meisten Menschen das Wasser noch zu kalt ist. Da liegen sie auf der Wiese und ich habe den See für mich. Also fast. Weil es ja immer ein paar „Verrückte“ gibt… 😉

Gestern war ich spontan am Starnberger See. Wie kalt oder warm das Wasser ist? Hm. Mein neues Badewannenthermometer meinte 17, die Messstelle in Starnberg 12. Meine Haut: 15 Grad. Jedenfalls warm. So dass ich einfach reingehen und schwimmen konnte. Herrlich. Trotzdem nur Oma-Brust, aber schön!! Und an Land ein gaaaanz zartes Kribbeln. Also, wenn man darauf achtet. Und wenn man es vom Winter kennt. Voll toll!

Der Starnberger See gehört den SUPlern und den mutigen Schwimmern.

Und das Beste: keine kalten Finger! Umziehen null Problemo. Und dann die Sonne, die einen schön aufwärmt. So dass man noch mal reingehen mag. Und nochmal.

Idyll mit Birke am Starnberger See

Zum Eisschwimmen wurde es nur, weil es nach dem Schwimmen ein Eis gab. Eis-Schwimmen also statt Eisschwimmen!

Und heute war ich dann am Waldschwaigsee. Das ist nicht so weit zum Radln wie der Starnberger See und nicht so voll wie am Langwieder und Lußsee.

Auch idyllisch, anderer See: Waldschwaigsee. Kleiner, aber dafür auch wärmer!

Und da war es echt wie im Sommer. Sonnen, lesen, schwimmen, sonnen, lesen, schwimmen! Das Wasser ist schon richtig warm (Thermometer: 20, Haut: 17/18). Und trotzdem danach ein schönes Kribbelgefühl auf der Haut. Ein leichter Schauer. Und weil es so sommerlich war, bin ich im Bikini geschwommen. Endlich wieder Wasser am Bauch spüren! Toll! Und an Land einfach von der Sonne trocknen. Ohne umziehen. Der Test-Sommer ist schön!


Erste Seequerung 2018

Nachdem der Frühling in München mit voller Wucht Einzug gehalten hat, kann man das Schwimmen im See schon gar nicht mehr als „Eisschwimmen“ oder „Winterschwimmen“ bezeichnen. Es ist schlicht zu warm dafür. Das stelle ich auch fest, als ich am Montag (nach dem herrlichen Sonnenscheinwochenende) an den Langwieder See fahre. Das Wasser ist noch recht frisch, etwa 11 Grad, aber ich bin nicht mehr die Einzige, die schwimmt. Gegenüber am anderen Ufer macht sich eine Frau bereit, hier bei mir stürzt sich ein junger Mann in die Fluten.

Saharastaubsonne über dem Langwieder See

Auch ich will wieder ins kühle Nass. Vom Radln ist mir ganz schön warm. Die Sonne ist hinter Saharastaubwolken etwas versteckt, warm ist es am Ufer trotzdem. Ich kann es kaum erwarten und gehe ins Wasser. Wie immer ist das Reingehen kein Problem. Nach dem Untertauchen und den ersten paar Zügen merke ich aber, dass es doch noch ganz schön kalt ist. Deshalb bleibe ich in Ufernähe, wo ich stehen kann – für den Fall der Fälle! (Macht übrigens Christof Wandratsch, DER Eisschwimmer schlechthin, auch, wenn er allein schwimmt. So steht’s zumindest im Interview im aktuellen „Schwimmsportmagazin„.)

Nach viermal hin und her ist es mir zu kühl und ich gehe raus. Draußen ist es herrlich. Mich durchströmt eine Hitzewelle, während die milchigen Sonnenstrahlen meine Haut von außen wärmen. Ein Mann kommt und will wissen, wie warm das Wasser ist. Ein kurzer Ratsch übers Schwimmen im See, dann muss ich mich aber umziehen.

Die Bäume tragen erstes zartes Grün

Ich genieße die Sonne noch ein bisschen und werde erneut angesprochen. Es ist Christoph, der erst kürzlich auf meinen Blog gestoßen ist und einen Kommentar geschrieben hat. Die Welt ist doch ein Dorf!

Am Mittwoch war ich dann nochmal am Langwieder See. Ich lasse mir etwas Zeit, nachdem ich angekommen bin. Die Theorie: Wenn ich mich vom Radln bissl erholt habe, kann ich das Schwimmen besser genießen und mein Körper empfindet das Wasser nicht so kalt.

Und genau so ist es. Das Wasser ist auch nach den ersten Schwimmzügen angenehm kühl, aber gut erträglich. Deshalb entschließe ich mich zur ersten Mini-Mini-Seequerung in diesem Jahr. Ich schwimme zu der anderen Uferstelle, die Route führt fast nur am Ufer entlang. Es ist ein großes Abenteuer, wie immer beim ersten Mal. Da ich kein Thermometer dabei habe, kann ich die Temperatur nur schätzen: 13 Grad vielleicht.

Da links hinter dem Ast, da ist das Ziel der Mini-Mini-Seequerung …

Das Schwimmen klappt prima, mir wird unterm Schwimmen richtig warm. Der Warmflash durchströmt mich quasi unterwegs. Leider sind auch am Mittwoch (wie schon am Montag) komische Entendreckbatzen im Wasser, das ist etwas unschön.

An Land genieße ich die milchigen Sonnenstrahlen noch ein bisschen, dann muss ich leider wieder aufbrechen. Aber ein schöner Feierabendschwimm, das kommt demnächst sicher auch. Weil’s einfach schön ist!


Winterschwimmen am Fasaneriesee

Heute wollte ich mal wieder was Neues ausprobieren. Nachdem das Wetter wenig winterlich war und ich nicht so viel Zeit hatte, dachte ich mir: Ich könnte ja mal an einen anderen, näheren See radln. Der Feldmochinger- oder der Fasaneriesee im Münchner Norden sind nämlich näher. Der Weg dorthin hat zwar mehr Ampeln als zum Langwieder See, dafür sind es aber fünf Kilometer einfach weniger. Und außerdem ist „mein“ schöner, neuer Radlweg zerstört. Von höchster Stelle: vom Baureferat der Stadt München. Auf Höhe der Laimer Unterführung muss nämlich die zweite S-Bahn-Stammstrecke gebaut werden. Und dafür müssen Baumaschinen über den Radlweg fahren. Der Radlweg war erst 15 Monate (ja, Monate!) in Betrieb!

Das war 15 Monate ein schöner, geteerter Radlweg. Jetzt: Baustellenfahrzeugstraße!

Zum Radln nicht gut geeignet. Die Ausweichroute geht durchs Wohngebiet mit ein- und ausparkenden Autos. Yeah!

Aber ich schweife ab … also, das war halt einer der Gründe, warum ich heute in den Norden geradelt bin. Kurz vorm Ziel gabelt sich der Weg, und ich muss mich entscheiden, welcher der beiden Seen das Rennen macht. Ich entscheide mich spontan für den Fasaneriesee. Also rechts abbiegen und rüberrollen.

Am See selbst herrscht reger Betrieb. Es ist Mittwoch Nachmittag, die Sonne scheint (laut Wetterbericht im Radio das allerallerletzte Mal überhaupt …) und so sind einige Leutchen unterwegs. Dank geteerter Wege geht das auch mit dem Rollator … *g

Enten am Fasaneriesee

Es gibt dort eine Einstiegsstelle mit Treppe. Als ich vor zwei Jahren im Sommer mal da war, habe ich das schon gesehen. Leider im Halbschatten, dafür halt guter Zugang ins Wasser. Und dank Kopfsteinpflaster muss ich mein Lager nicht komplett in der Wiese aufschlagen (da ist es meistens nass, kalt und bazig). Als ich ankomme, schwimmen ziemlich viele Enten rum. Die stören mich nicht weiter. Noch nicht …

Ich mache mich also schwimm-fertig und stelle spaßeshalber meine Handy-Eieruhr auf 3 Minuten. Wenn es läutet, habe ich 3 Minuten geschafft, so meine Idee. Damit das realistisch ist, muss ich schnell machen. Also fix zwei Schritte zum See, dann zwei Schritte im flachen Wasser. Auf weichem Untergrund, der mit Laub bedeckt ist. Nicht so mein Favorite … naja. Hilft nix. Durchatmen, untertauchen, losschwimmen. Ui! Geht gut! Am Ufer entlang schwimme ich, immer schön im flachen Wasser. Falls was sein sollte. Ich sehe ein Schild am Ufer (das wohl darauf hinweist, dass man die Eisfläche nicht betreten soll). Das ist mein Ziel. Allerdings kommt es nicht wirklich näher. Im Gegenteil: Je länger ich schwimme, desto weiter entfernt erscheint es mir. Denn das kalte Wasser lässt meine Schwimmzüge langsamer werden. Aber mich hat der Ehrgeiz gepackt, deshalb gebe ich jetzt nicht auf. Und irgendwann bin ich auf Höhe des Schildes. Hier überprüfe ich die Wassertemperatur: 6,2 Grad. Aha. Wärmer als der Langwieder See. Der hatte ja 5,2 Grad. Ist aber auch größer.

Da sieht man die Einstiegsstelle und meine Schwimmstrecke.

Zurück geht’s dann erstaunlich gut. Ich spüre die Kälte, aber das ist schon ok. Die Sonne blendet mich etwas. Aber das Wasser ist glatt. Klar ist es allerdings nicht. Immer mal wieder schwimmen so kleine Batzen rum. Bäh! Und das im Winter! Immerhin riecht es nicht entenkackig (das hatte ich im Sommer am Lerchenauer See mal…).

Ich habe jetzt mein Ziel erreicht und gehe an Land. Und da steht auch schon ein älterer Herr, der mich entgeistert anschaut. Ich lege mir das Handtuch um. Höre das Handy – yes!! 3 Minuten geschafft!

Er steht noch immer da wie angewurzelt. Ich frage, ob er mir beim Umziehen zuschauen will. „Ich wollte Sie was fragen“, sagt er. Ich entgegne, dass ich mich jetzt bitte schnell und in Ruhe umziehen muss, danach beantworte ich alle Fragen. Er sagt: „Nur ganz kurz: Wie warm ist das Wasser?“. Ich informiere ihn und kann mich endlich umziehen. Leider ist die Badestelle direkt neben dem Weg, so dass ich zum ersten Mal seit Langem wieder „Publikumskontakt“ habe und ständig gefragt werde. Vielleicht sollte ich eine große Digitalanzeige mit der Temperatur aufstellen? Das scheint die Leute am meisten zu interessieren.

Als ich endlich wieder umgezogen bin, und beinahe verpasst hätte, das schöne Kribbeln zu fühlen, die Warm-heiß-kalt-Wellen, messe ich die Temperatur nochmal, um auch ein Foto machen zu können. Und schon sind die nächsten Leute da. Ein älteres Paar. Sie wollen auch wissen, wie warm das Wasser ist und ob ich reingehe. Ich sage: „Jetzt nicht mehr, ich war schon!“. Große Augen bei ihr. Er sagt, dass er das früher in der Sauna auch immer genossen hat, ins kalte Becken zu gehen. Das Kribbeln, die Erfrischung und überhaupt. Und weil ich jetzt ja wieder angezogen bin, ratschen wir drei. Es ist echt sehr nett, was die beiden zu erzählen haben. Von früher, als sie mit ihren Kindern zum Schlittschuhfahren an den Fasaneriesee gekommen sind. Als einmal der kleine Dackel im Eis eingebrochen ist, aber zum Glück im ganz flachen Wasser. So konnte er sich selbst befreien. Und über München und den Münchner Norden und und und. Sehr schön!

Am Ufer und da, wo ich geschwommen bin, hatte das Wasser 6,2 Grad.

Dann kommt der Herr von vorhin zurück. Er entschuldigt sich. Sagt, dass er gar nicht bedacht hat, dass ich mich natürlich erst mal umziehen muss. Damit ich nicht krank werde. Und dass er auch mal überlegt hat, das Schwimmen auch in der kalten Jahreszeit durchzuziehen. Aber im Oktober hat es ihm dann gereicht. Ich entschuldige mich ebenfalls, falls ich vorhin etwas ruppig war. Aber dass es eben erste Priorität hat, dass ich mich umziehe. Vor allem wegen der kalten Finger muss das fix gehen, damit ich noch was fühlen kann.

Wir alle verabschieden uns und wünschen uns einen schönen Nachmittag. Und das war’s auch! Trotz ratschen war ich kürzer unterwegs als sonst, wenn ich zum Langwieder See fahre.

Allerdings hatte ich beim Umziehen Entendreck unterm Badeanzug. Das gibt natürlich Minuspunkte für den Fasaneriesee. Vielleicht teste ich nächstes Mal den Feldmochinger See. Den kenne ich ja auch vom Sommer und Herbst und er ist nur einen Kilometer weiter als der Fasaneriesee.


Chlorhühnchen goes Atlantik

Das Chlorhühnchen ist ja schon seit einiger Zeit auf Abwegen. Statt nur im Chlorwasser schwimme ich auch immer öfter im See. Vor allem im Winter habe ich dem Eisschwimmen ausgiebig gefröhnt.

So wurde ich von Lissabon empfangen! Wahnsinnig schön…

Jetzt war ich in Lissabon. Und von da geht’s ratz-fatz mit dem Zug an den Atlantik. Lissabon selbst liegt – wusste ich auch nicht – gar nicht direkt am Meer, sondern an einem Fluss namens Tejo. Sehr schön, aber kein Meer.

Sieht hübsch aus, wie die Sonne am Tejo untergeht.

Eigentlich mag ich das Meer nicht sonderlich gerne. Meistens ist es so wellig, dass man nicht viel „anstellen“ kann. Ich hatte ja befürchtet, dass der große Atlantik mindestens so große Wellen macht wie das Mittelmeer. Aber: weit gefehlt! Ich habe eine schöne ruhige Stelle gefunden, an der das Wasser sehr ruhig war.

Ein schöner Strand in Cascais bei Lissabon

Kurti im Atlantik. Endlich wärmer…

Laut „Kurti“ hatte das Wasser 17 bis 18 Grad, also für Eisschwimmer kuschlig warm. Und so kam’s, dass ich ganz easy-peasy reingehen konnte. Selbst, als eine große, ruhige Welle kam und mich fast komplett nass gemacht hat, war das nicht unangenehm. Dann bin ich geschwommen. Mangels Schwimmbrille und wegen Salzwassers  nur Oma-Brust, aber das war richtig schön! Ich habe eine Boje angepeilt und bin dort hingeschwommen.

Große gleichmäßige Wellen waren ideal zum Schwimmen

Weil das Wetter so schön war und nach dem vielen Rumlaufen am Vortag ein ruhiger Strandtag als Belohnung gerade recht war, bin ich einige Stunden geblieben und war mehrfach im Wasser. Es war einfach traumhaft!

Eins muss die Eisschwimmerin jetzt aber wieder beachten: Das Wasser ist nicht mehr so kalt und auch an Land kann man es aushalten. Da ist ein Bikini – vor allem am Meer – hübscher als ein Badeanzug. Einziges Manko am Meer: Sandstrand. Ich mag keinen Sand, glaube auch nicht, dass sich das noch mal ändert in diesem Leben. Aber Wasser – das mag ich!

Überall Sand… hartnäckig hält er sich…