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Ostseeschwimmen 3 – Stockholm

Meine Reise an der Ostsee ging nach Fünen noch ein Stückerl weiter in den Norden: nach Stockholm. Dorthin bin ich mit dem Zug gefahren. Das hat zwar gedauert, war aber eine schöne Reise – und ich durfte nochmal über die Öresundbrücke fahren.

Die Öresundbrücke von oben …


Stockholm liegt ja auf vielen kleinen Inseln, ist also von der Ostsee umgeben. Das gibt der Stadt ein sehr angenehmes Flair.

Herrlichste Abendstimmung in Stockholm


Stockholm liegt auf vielen Inseln …

… deshalb ist immer und überall Wasser. Toll!


Das wollte ich natürlich nutzen, deshalb habe ich mich über AirBnB in einer Wohnung mit Privatstrand eingemietet. Das Haus von Karina ist 45 Minuten vom Stadtzentrum entfernt, dafür ist es in herrlichster Natur und auch der Privatpier ist mehr als herrlich!

Meine Unterkunft in Stockholm – das kleine Häuschen ist die Sauna

Privatpier!


Ich habe leider viel zu wenig Zeit gehabt in Stockholm, so dass ich nur am Sonntag Vormittag schwimmen gehen konnte. Aber dafür war es umso toller! Der Morgen war noch frisch, es hatte in der Nacht nur 7 bis 9 Grad. Die Ostsee lag spiegelglatt da, der Blick zu den Nachbarinseln war klar. Über eine kleine Leiter gehe ich ins Wasser, das angenehm warm ist, ich schätze 16 bis 18 Grad. Und dann schwimme ich! Oma-Brust, der Sonne entgegen, bis zu den Nachbarn. Ohmann, das ist doch ein Leben! Privatpier und einfach ausm Haus und ins Wasser! Dann schwimme ich zurück, die Morgensonne im Rücken, zu den anderen Nachbarn. Es ist soooo herrlich! Ich genieße es noch ein bisschen und dann geht’s zurück an Land. Hunger! Die Sonne scheint mir auf den Rücken, die Luft wird langsam wärmer.

Steiniges Ufer, glasklares Wasser, spiegelglatte Oberfläche – herrlich!


Für mein Frühstück stelle ich den Tisch und Stuhl im Garten in die Sonne mit Blick auf die Ostsee. So kann man leben!

Frühstück mit Aussicht!

PS: Am Samstag habe ich mich in Stockholm noch mit Mats Andersson getroffen. Der hatte 2002 „Ö till Ö“ – „SwimRun“ erfunden. Ab 2006 wurde aus dem Spaß- und Abenteuer-Event ein Rennen. Und auch in Bayern gibt’s das seit vorigem Jahr. Darüber haben wir uns ausführlich unterhalten – und dann noch ein Bild gemacht. Sehr interessante Geschichte!

Mats hat „Ö till Ö“ aus Spaß erfunden.


Eisschwimm-Training

Gestern, Freitag, wurde es wieder wärmer. Seit der „Wiesn“ war es in München echt richtig kalt, zapfig sozusagen. Doch gestern hat sich der Föhn auf den Weg zu uns gemacht und trotz Wolken war’s schön warm. Beste Gelegenheit also, um das Eisschwimm-Training aufzunehmen.Während ich zum Lußsee radl, denke ich aber auch wieder über Sinn- und Unsinnhaftigkeit des Unternehmens nach. „Wow, toll! und Vorfreude“ wechseln sich mit „So ein Schmarrn! Für paar Minuten im Wasser anderthalb Stunden radln“ ab.

Dann denke ich wieder, dass es ja auch Leute gibt, die „SwimRun“ betreiben: Laufen und schwimmen im Wechsel – laufen mit Neo, schwimmen mit Turnschuhen. Das habe ich letzte Woche im Allgäu angeschaut.Fürs Fitnessmagazin auf B5aktuell habe ich zwei Teams begleitet. Wer mag, findet hier mehr Infos.Und da war es richtig kalt und grau und scheußlich! Also – das Wetter. Die Veranstaltung war schön, die Stimmung familiär, nicht ellenbogenwettkampfmäßig.

Grau in Grau am Rottachsee im Allgäu beim 1. Allgäuer SwimRun

Eines der Teams, die ich begleitet habe: matschbar – Charlotte und Philipp

Annika und Tobi sind die „Leopardenenten“

Wem Schwimmen nicht reicht oder Triathlon zu langweilig ist …


Aber zurück zum Lußsee. Ich komme an, gehe dieses Mal an den Kiesstrand. Es sind dank Wolken kaum Leute unterwegs. Das gibt mir die nötige Ruhe. Und zum Glück keine Hunde, die in meinen Sachen wühlen, während ich im Wasser bin. Ich bin heute auch allein, ohne Mitstreiter, hier. Aber nachdem das Wasser ja noch nicht wirklich kalt ist und ich auch nur da schwimmen will, wo ich noch stehen kann, sollte das kein Problem sein.

Auch grau, aber nicht kalt: der Lußsee

Na, Sonne? Kommst noch raus und schaust mir zu?


Nach dem Radln ist mir zwar warm, aber ich bin auch bisschen nass geschwitzt und an den Fingern war mir kalt. Ob ich es wohl schaffe zu schwimmen? Umziehen, Thermometer an den Badeanzugträger befestigen, zum Wasser gehen (vorher noch ein Foto machen, logo!).

Selfie-Skepsis oder Wasser-Angst?


Es klappt ganz gut mit dem Reingehen. Die Luft ist warm, das Wasser auch. Es hat 15 Grad, wie mein Thermometer später zeigt. Und ich tauche unter und schwimme. Doch dann ist mir ein bisschen arg kalt an den Füßen. Ich gehe raus – die Sonne kämpft sich ein bisschen durch die Wolken.

Da! Die Sonne schaut durch ein kleines Wolkenfenster mit Gardinen – und wärmt ein bisschen.


Ich stehe da, schaue aufs Wasser und denke: So schlimm war’s doch gar nicht. Nochmal rein? Nein, das ist doch doof. Oder doch? Hm – hm – hm … Ich lege das Handtuch zurück und gehe nochmal zum Wasser. Und rein – und schwimme. Es ist jetzt viel besser als beim ersten Mal. Ich schwimme 25 Züge Omabrust am Ufer entlang und dann drehe ich um, zurück sind’s dann paar Züge mehr. Weil ich erst rausgehen will, wenn es gar nicht mehr anders geht.Und da fällt mir auf, dass ich alleine um einiges weiter und länger schwimme als in Begleitung. Warum? Ist doch seltsam. Andersrum wäre es logischer. Zum einen ist jemand da, falls was passiert. Zum anderen wäre jemand da, den man beeindrucken möchte. Oder herausfordern. Oder zeigen, was man schafft … und ich? Schwimme länger und mehr, wenn ich nur für mich bin …

Noch Fragen? 15 Grad machen glücklich!


Zurück an Land lege ich mir das Handtuch um die Schultern, die Sonne scheint ganz leicht durch die Wolken und wärmt ein bisschen. Und ich spüre es wieder: das Kribbeln unter der Haut. Dieses wohlige Gefühl von Leben, das mich nach diesem Kaltwasserschwumm durchflutet. Bissl schade, dass ich das jetzt mit keinem teilen kann, sondern nur für mich genieße.