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Start in die Eisschwimm-Saison

Eisschwimmen ist es natürlich noch nicht. Aber heute habe ich die Eisschwimm-Saison eingeläutet. Der Herbst ist da! Nicht nur auf dem Kalender, sondern auch in der Natur. Die letzten beiden Nächte waren kalt. Tag und Nacht sind im Moment in etwa gleich lang. Die Sonne steht recht schräg und verbreitet ein schönes, sanftes Licht. Ihr merkt schon: Ich mag den Herbst. Das milde Licht, die Kälte am Morgen. Das wohlige Gefühl, wenn die Sonne wärmt. Das man sehr zu schätzen weiß, weil es im Schatten kühl ist. Herrlich! Und es wird noch besser, wenn die Blätter orange, gelb und rot leuchten werden!

Heute früh war’s echt kalt. Ich dachte schon, dass ich Handschuhe zum Radeln anziehen muss. Aber es ging dann schon, die paar Meter in die Arbeit. Aber da war mir klar, was heute Nachmittag passiert: Herbstschwimmen. Im See. Yeah!

Und so starte ich an meinem freien Nachmittag mit dem Radl zum Langwieder See. Doch vorher muss ich noch meine Siebensachen packen und das Richtige anziehen. Das stellt mich jedes Jahr wieder auf eine Probe. Was ist passend? Was ist nicht zu warm zum Radln und doch warm genug, falls ich nach dem Schwimmen friere? Irgendwie kann ich das noch immer nicht richtig einschätzen. Ich entscheide mich für ein T-Shirt unter meiner Regenradljacke. Die Regenradljacke ist winddicht und hat ein Netz, so dass ich nicht schwitze und sie nicht nass an mir klebt (wie z.B. die Softshelljacke). Eine gute Entscheidung, wie ich unterwegs zufrieden feststelle.

Da waren noch einige Mini-Wellen, aber nachdem ich das Foto gemacht habe, war die Wasseroberfläche spiegelglatt!

Das Radln ist auch wieder schön. 45 Minuten Vorfreude, dazu ein blauer Himmel mit herbstlichen Schleierwolken. Am See angekommen, stelle ich zu meiner Freude fest, dass keiner da ist. Juhu! See für mich. So mag ich das. Decke hin, Rucksack drauf, hinsetzen. Genießen. Blick aufs Wasser, das ruhig vor mir liegt. Das milde Herbstsonnenlicht scheint mir entgegen. Die Bäume sind noch grün, nur einzelne Einzelblätter geben den modischen Vorreiter in sattem Gelb. Der Rest traut sich noch nicht und bleibt vorerst bei der Sommerfarbe grün.

Grün ist auch das Wasser, oder zumindest schimmert es grün. Denn eigentlich ist es durchsichtig und weil keiner da ist, der den Staub aufwirbelt, ist es glasklar. Ich mache mich zum Schwimmen bereit, spüre, wie die Sonne durch die Schleierwolken wärmt. Das Thermometer habe ich zwar dabei, beschließe aber, es nicht zu verwenden. Ist ja eigentlich auch egal, wie warm oder kalt das Wasser ist. Ich weiß aus zwei bzw. drei Wintern Eisschwimmen, dass ich bei jeder Temperatur ins Wasser gehen kann. Und dass die Dauer des Schwimmens von mehreren Faktoren abhängt, nicht nur von der Wassertemperatur.

Beim Reingehen merke ich, dass der Langwieder See trotz zweier kalter Nächte noch warm ist. Also nicht badewannenwarm, aber auch nicht kalt. Es kostet mich null Überwindung unterzutauchen. Ich schwimme los, Omabrust, weil ich das immer so mache im Herbst. Es ist herrlich! Diese Ruhe. Der See nur für mich, das Wasser angenehm kühl oder warm (sucht es euch aus). Und so schwimme ich zum anderen Ufer, zur Wasserwachtstation, die natürlich unter der Woche im Herbst nicht besetzt ist. Zug um Zug komme ich näher. Ich genieße das Gefühl, den See für mich allein zu haben. Das Wasser, das wärmer ist als vermutet. Ich gleite dahin, blicke mich um und spüre ein leichtes Kribbeln am Rücken. Ist es die Kühle des Wassers? Sind es die milchigen Sonnenstrahlen? Egal. Es ist einfach schön. Die richtige Entscheidung heute. Keine Welle kräuselt das Wasser, lediglich meine Schwimmzüge hinterlassen leichte Wogen. Beim Zurückschwimmen habe ich die Sonne hinter mir, mein Ziel vor mir. Ein paar Spaziergänger beobachten mich neugierig, ziehen dann aber weiter. Gut so. Ich möchte die Ruhe gern weiter genießen. Und nicht an Land gefragt werden, ob ich gerade schwimmen war. Oder wie kalt das Wasser ist.

Als ich an Land gehe, bin ich glücklich. Es hat soooo gut getan zu schwimmen. In der Natur, unter dem weißlich-blauen Herbsthimmel. In dem grünen klaren Wasser. Bei mir sein, die Stille genießen. Ich wickle mich in mein Handtuch, trockne mich ab und ziehe mich um. Raus aus dem nassen Badeanzug, rein in die trockenen Klamotten. Die Ruhe ist fast wie in Schweden. Da hatte ich den ganzen See ganz für mich allein, konnte nackt schwimmen. Als Erinnerung an dieses schöne Erlebnis gibt’s einen schwedischen Schokokeksriegel.

So mag ich das: mildes Herbstlicht dank Schleierwolken und Sonne.

Und den Blick auf den Langwieder See, der jetzt wieder spiegelglatt vor mir liegt. Und zu dem ich ab jetzt wieder regelmäßig zum Schwimmen kommen werde. Jegliche Gedanken, ob ich das mit dem Herbst-, Winter- und Eisschwimmen heuer wieder machen werde oder sein lasse, sind dahin. Freilich mache ich das wieder! Logo! Sooo schön wie das ist! Und wenn dann erst das Kribbeln und Bizzeln vom kalten Wasser wieder kommt! Ach, ich kann’s kaum erwarten!


Mondfinsternisschwimmen

Ein wirklich warmer, ja heißer, Sommertag verabschiedet sich in eine laue Nacht. Die Sonne ist hinter den Bergen verschwunden und schickt letzte Strahlen in den Abendhimmel. Einige Wölkchen leuchten hell. Darunter liegt der Tegernsee.

Spiegelglatt. Dunkel. Die Schatten der umliegenden Berge zeichnen sich schwarz auf der dunkelblauen Oberfläche ab. Die Lichter aus Tegernsee hinterlassen lange Streifen auf dem Wasser. Es ist kitschig-schön.

Mit der Nachbarin meiner Eltern mache ich einen abendlichen Schwimmausflug im Restlicht des Tages. Unsere Schritte ins Wasser zerstören die makellose Oberfläche. Das Wasser ist noch schön warm vom Tag. Und dann schwimmen wir. Oma-Brust, um alles sehen zu können. Ich sauge die Atmosphäre regelrecht ein. Diese Ruhe. Diese Stimmung. Der mächtige Wallberg vor uns. Die Segelboote spiegeln sich im Wasser. Nur unsere Wellen rollen ans Ufer.

Und immer ein erwartungsfreudiger Blick zum Himmel über dem Wallberg. Denn dort wird er gleich erscheinen. Der Vollmond. Der den Tegernsee silbern glitzern lässt. Und der heute ja rot sein wird. Wegen dieser Jahrhundertmondfinsternis.

Es ist eher Zufall, dass ich am Tegernsee bin. Spontan wegen des Sommerwetters. Und dann sowas. Muss ich mir anschauen. Aber: nix passiert! Ach, noch zu früh. Wir schwimmen zurück. Ich vorsichtshalber Rücken, um den Blick nicht abwenden zu müssen. Aber: nix.

Wieder an Land und umziehen. Nichts tut sich. Wir haben weder Handy noch Uhr dabei. Also abwarten. Und die Abendstimmung genießen. Es wird langsam dunkler. Hinter den Bergen, in Österreich, blitzt es. Wetterleuchten. Mystisch! Mond? Fehlanzeige. Sind wohl doch Wolken am Himmel. Halt nicht überall, nur an der entscheidenden Stelle. Da ist sooooo viel Platz am Himmel. Und wo sind die Wolken? Ausgerechnet, aggrat, da, wo dieser Jahrhundertmond kommen soll. Gemein! Aber es ist jammern auf hohem Niveau. Die Abendstimmung ist auch so mega und unbeschreiblich. Wenn halt das Warten nicht wäre. Diese Erwartungshaltung, dass ja doch noch was fehlt. Etwas, das seit Wochen fest versprochen war.

Aber der Mond mag nicht. Er will seine Ruhe haben und bleibt hinter den Wolken. Irgendwann beschließen wir heimzugehen.

Auf der Terrasse meiner Eltern: auch kein Mond. Eher Finsternis ohne Mond. Dafür Roséwein, immerhin die Farbe passt. Hinter den Bäumen kann man auch nicht sehen, ob sich nicht doch noch was tut. Naja. Es ist auch so ein schöner Abend.

Und plötzlich sehe ich ihn! Zwischen den Blättern, recht dunkelrosa. Der Mondfinsternismond! Tadaaaa! Da isser!! Als schon alle aufgegeben und zusammengepackt und heimgegangen sind. Da kommt er.

Ich gehe zum See runter, weil die Bäume die Sicht versperren. Und da steht der Mond in rot/rosa über dem Wallberg. Und daneben-drunter ein kleiner rötlicher Punkt. Der Mars! Sowas! Unglaublich! Kommt das doch noch hinter den Wolken hervor. Ich bin fasziniert!

Und etwas später schau ich noch mal. Denn jetzt ist die Mondfinsternis eigentlich rum. Aber die“Show“ geht weiter. Denn links leuchtet der Mond jetzt so hell, dass es fast blendet. Die Erde gibt quasi den Mond frei, der Schatten verschiebt sich. Mal wirkt es, als könnte ich die Veränderung direkt sehen. Dann wieder, als ob sich nichts tut.

Fazit: Es war ein faszinierender Abend mit schwimmen in der Finsternis und einem Mond mit Verspätung und Schatten!


Eiszauber

Der Dauerfrost hat ganz zauberhafte Welten gemacht. Der Tegernsee hat eine Eisschicht! Und das musste ich dann natürlich anschauen.

Der Tegernsee ist zugefroren, das Eis ist durchsichtig

In Abwinkl nahe der Ringseeinsel ist der See zugefroren. Das sieht nicht nur wahnsinnig toll aus. Es entsteht eine ganz andere Klangkulisse. Es ist sehr still. Der See liegt starr und macht keinen Mucks. Das fällt ja sonst nicht auf, aber bissl Geräusche macht so ein Gewässer immer. Jetzt nicht.

Eine ganz besondere Stimmung herrscht dank der Eisschicht auf dem Tegernsee

Außerdem ist das Eis spiegelglatt und durchsichtig. Der Tegernsee hatte wohl wenig Wasser, als er zugefroren ist, denn die Uferlinie ist weit innen. Durch die Eisschicht kann man die Steine sehen und die Tiefe erahnen. Ich traue mich aber nicht auf die Eisfläche. Wer weiß, wie stabil die ist? Also nur vom Ufer beobachten.

Das Eis ist glasklar und durchsichtig. Und die Welle hat den Stein eingeeist.

Ich spaziere weiter. An der Bootsanlegestelle ist der See nur noch teilweise gefroren. Und hier klingt es anders. Ein Gluckern durchbricht die Eisesstille. Die Enten haben Spaß an der Eiskante.

Blick von der Anlegestelle Abwinkl Richtung Ringsee

An den Pfosten der Schiffsanlegestelle hört die Eisfläche auf.

Weil es ja nicht nur kalt, sondern auch windig war, sieht man an den Stegen noch, wie das Wasser hochgeschlagen hat und dann festgefroren ist.

Die Stegpfosten haben „Söckchen“, der Ostwind hat Wellen gemacht, die dann Schicht für Schicht festgefroren sind.

Noch ein Stückchen weiter klingt es wieder anders. Ein Klirren und Klackern, wie bei Eiswürfeln im Cocktailglas. Hier schwimmen nämlich kleine Eisstücke umher.

Und noch eine Ecke weiter gibt’s einen anderen Sound: Die Wellen sind ganz klein und schlüpfen unter den Eisrand am Ufer. Ein Gluckern und Klirren. Wunderschön!

Unter der Eisschicht am Ufer gluckert das Wasser, das in leichten Wellen ans Ufer schlägt.

Eisschwimmen war ich noch nicht. Dieses Mal habe ich nur die Eisstimmung genossen. Ein seltenes kurzes Vergnügen!

(Leider sind die Videos kopfüber, sorry!)


Einstellig!

Der November macht heuer seinem Ruf alle Ehre. Er ist oft neblig-grau-feucht. Heute zum Glück nur neblig und grau, ohne Feucht. Das muss natürlich genutzt werden, deshalb auf zum See!

Beim Radln fällt mir mal wieder auf, wie schön die Bäume bzw. deren gelbes, rotes und oranges Laub im Novembergrau leuchtet. Ganz so, als wollte sich die Natur so für das Grau entschuldigen. Und diese schöne Ruhe, die über dem Land liegt. So auch am See. Keiner da, außer den Enten. Herrlich!

Novembergrau und herrliche Ruhe


Fix bin ich umgezogen und gehe ins Wasser. Ich habe schon damit gerechnet, dass es kälter ist als am Sonntag bei meinem letzten Besuch. Schließlich hat es geregnet, am Alpenrand fiel sogar Schnee und die Nächte waren kalt. Als ich mit den Füßen im Wasser stehe, fühlt es sich war kalt an, aber nicht so kalt wie erwartet oder befürchtet. Ich schwimme los. Und weil ich allein bin und auf Nummer Sicher gehen möchte, bleibe ich im Uferbereich.

Dass das eine gute Entscheidung war, merke ich nach der ersten Schock-Minute. Es ist kalt. Hui! Also doch kalt. Ich denke mir: einmal hin und einmal zurück, das reicht dann. Und dann fällt mir ein, dass es ja die „magischen zwei Minuten“ gibt, also beschließe ich, viermal hin- und her zu schwimmen. Ich kann auch meine Atemwölkchen über dem spiegelglatten Wasser beobachten. Ach, wie schön. Und doch gar nicht so kalt im Wasser. Also, warm ist es natürlich nicht, aber mein Körper hat sich jetzt daran gewöhnt, es kribbelt heiß am Rücken und meine Schwimmbewegungen werden ruhiger. Ach, zwei Mal geht noch! Ach, was! Ich mache die zehn „Bahnen“ voll. Mit „krummen“ Zahlen hab ich’s nicht so. Google Maps verrät mir daheim, dass die Entfernung etwa 18 Meter einfach sind. Also bin ich 180 Meter geschwommen.

Dann geht’s raus. Und da ist es kalt. Denn das vergisst man (also in dem Fall ich) bei dem schönen Wetter der letzten Male gern, dass es draußen dann kalt ist. 

Abendstimmung um 16 Uhr am Freitag…


… fast spätsommerlich und warm am Samstag Mittag


Also fix umziehen, zum Glück ist keiner da, der stört oder mich mit Fragen löchert. Puh. Und dann ist mir kalt. Richtig kalt. Kein Wärmezittern, aber kkkkaaaaallllttt! Eisige Zehen, eisige Finger. Ein Schluck heißer Tee aus der Thermoskanne. Aber dann will ich nur noch eins: heim, heim, heim – wo’s warm ist. Weil auch das habe ich erfolgreich verdrängt: Ich muss noch 45 Minuten auf dem Radl ausharren. Mit kalten Füßen und vor allem mit kalten Händen. Die nicht warm werden, weil sie den Lenker festhalten. Im Gegenteil, sie werden noch kälter und steifer. Ohmann. War das letztes Jahr auch so schlimm? Oder ist es nur jetzt, auf dem Radl, so schlimm?

Scheint so, denn jetzt, daheim am Computer, nach einer warmen Dusche und einer großen Tasse Tee, habe ich das „Schlimme“ schon fast wieder vergessen.

Ich erinnere mich an die Ruhe im See, die spiegelglatte Oberfläche, meine Atemwölkchen. Ich erinnere mich daran, wie sich mein Körper ans kalte Wasser gewöhnt hat und ich ruhiger schwimme. Wie mich der Ehrgeiz wieder packt, dass ich doch noch mal und nochmal hin- und herschwimme. Das war bis jetzt nämlich nicht so. Ich bin geschwommen und wieder rausgegangen. Weil man ja auch länger hätte schwimmen können. Aber nicht müssen. Weil es relativ „uninteressant“ war. Aber jetzt, wo’s wieder „ernst“ wird, da packt mich der Ehrgeiz. Vielleicht muss ich auch endlich die Batterie in meiner Uhr wechseln lassen, damit ich wieder sehe, wie lange ich im Wasser war. Heute kann ich es nur schätzen. Ach ja, das Wasser hatte zwischen 9,8 und 10,0 Grad – das Thermometer konnte sich beim Schwimmen nicht recht entscheiden!

Das Thermometer schwankte zwischen 9,8 und 10,0 Grad


Folter in Yväskylä 

Keine Angst, das wird keine SM-Geschichte. Oder doch? Ich war jedenfalls in Finnland, auf einer Pressereise und da ging’s nach Yväskylä. Dort war ich dann kurz im See schwimmen. 

Es gibt dort aber auch eine Schwimmhalle. Uimaallas! Und wir waren dort. Architekt war Alvar Aalto. Wer auch sonst? Er hat quasi alles in Yväskylä gebaut bzw. entworfen. So auch das Schwimmbad. 

Ein Schwimmbad von Alvar Aalto

Und jetzt kommt der Teil mit der Folter: Wir waren in der Schwimmhalle. Da war nämlich beim „City of Lights“-Event auch eine Lichtinstallation. 

Ein schönes 50-Meter-Becken und kaum Schwimmer…

… herrlich!


Auf den Bildern sieht das leider nicht so toll aus wie in echt. Das Licht hat immer wieder gewechselt, meist war es bläulich. 

Nummer 8


Wir hatten sogar das Glück, den Lichtkünstler Kari höchstenpersönlich zu treffen. Und was sagt der? Seine Lichtinstallation wirkt am besten, wenn man schwimmt! Und das hat uns vorher keiner gesagt! Also leider kein Schwimmen und auch zu wenig Zeit dafür. Sowas Blödes! Und dabei war das sooooo ein schönes Becken!


Das 25-Meter-Becken stammt von Aalto. Wer sich bissl mit ihm und seiner Arbeit auskennt, sieht es sofort. 


Südsee-Schwimmen 

Nur kein Neid! Mit Südsee meine ich „nur“ das südliche Ende des Tegernsees. Denn da war ich heute schwimmend unterwegs. 


Schon vor zwei Wochen habe ich eine neue Route ausprobiert. Ich bin zu Fuß zur Schiffsanlegestelle gegangen, um von dort zu meinem Strand zu schwimmen. T-Shirt und Flipflops habe ich in die Boje gepackt und los ging’s. Aber die Strecke war kürzer als gedacht. Nach 12 Minuten war ich da. Und in der Boje war alles trocken! Voll toll!


Naja. Und weil die Strecke eben nicht so lang ist, bin ich sie heute hin- und zurück geschwommen. Der Tegernsee war total glatt. Keine Wellen! Super Bedingungen zum Schwimmen. Ich bin auch sofort in meinen Rhythmus gekommen und es geht gut voran. Der Himmel war noch bewölkt, aber von Westen her klarte es auf. Ich konnte beim Schwimmen sehen, wie der Himmel immer blauer wurde und die Sonne sich durchkämpfte. Das Wasser war kühl, aber nicht schlimm. 19,5 Grad zeigte das Thermometer an. 

Ich komme an der Anlegestelle an, schau mich kurz um und schwimme zurück. Jetzt ist die Sonne da, auch unter Wasser ist es heller. Ein helles Dunkelgrün. Zauberhaft. Sonnenstrahlen, die sich unter Wasser brechen. Einfach toll. An den Segelbooten vorbei und dann bin ich auch schon da. 


In Ufernähe gibt’s dann auch was zu sehen. Denn das Wasser ist klar und meine neue Schwimmbrille lässt mich viel sehen. Der See fällt hier nämlich schnell steil ab. Das sieht super aus, weil das bewaldet ist und so fühle ich mich beim Drüberschwimmen wie jemand, der mit dem Flugzeug über Berge fliegt. Ich gleite über die bewaldeten Unterwasserhügellandschaft. Von dunkelgrün wird es heller und schließlich sind nur noch die Steine zu sehen und ich bin an Land. 

Am Nachmittag unternehme ich den Ausflug noch mal. Jetzt ist das Wasser wärmer, es hat 20,5 Grad und ist noch immer wellenlos. Aber dann kommt das Ausglugsschiff. Es legt zwar nicht an, ist aber rasant unterwegs und macht Riesenwellen! Erst platscht es nur, aber dann kommt’s! Ich fühle mich kurz wie in der Waschmaschine. Dann halte ich mich an meiner Boje fest und schaukle auf den Wellen auf und ab. 


Und dann geht’s auch wieder. Es ist ebenfalls wieder schön! Der Tegernsee ist einfach der beste See von allen!

Belohnung danach… 😉


Der letzte schöne Tag …

Ach, wie oft sagt man das so dahin: Der letzte schöne Tag … Und dann kommen doch noch viele, schöne Tage. Kennt man ja. Letztes Jahr war es zum Beispiel im November so. Es war sonnig und warm, da habe ich mit dem Experiment „Eisschwimmen“ angefangen. Heute ist zwar noch September, aber ich bleibe einfach dran, am „Eisschwimmen“. Das man jetzt als solches noch gar nicht bezeichnen kann. Weil es ein richtig schöner, warmer Herbsttag war. Und weil der Lußsee laut meinem Thermometer 20 Grad hatte.

Im Vergleich zum Sommer hat der Lußsee viel Wasser, es geht bin in die Wiese.


Das Wasser war herrlich! Schön und klar – und leicht türkis, ein bisschen Karibik im Nordwesten von München!

Ich war, wie am Starnberger See am Mittwoch, nicht die einzige, die sich ins Wasser getraut hat.Interessanterweise sind es meist ältere Leute, die im Herbst noch schwimmen. Und mittendrin ich Jungspund … *g

Gleich geht’s los …


Ich wage mich rein, es geht dank der warmen Wassertemperatur flott. Und dann schwimme ich erst ein bisschen in die eine Richtung, dann in die andere. Das Wasser ist klar, ich sehe den Grund deutlich unter mir. Ich bleibe in Ufernähe, damit ich zur Not einfach aufstehen und gehen kann. Aber das ist nicht nötig. Es ist einfach herrlich, gar nicht kalt! Am Ende waren es etwas mehr als 300 Meter Oma-Brust.

Nach dem Schwimmen schnell in trockene Klamotten – und dann Sonne tanken!


Als ich wieder an Land bin, merke ich doch, dass es nicht mehr Sommer ist. Es ist kühl, die Sonne steht tief. Außerdem ist es ganz schön windig. Deshalb ziehe ich mich fix um und genieße dann noch die Sonne. Sie wärmt mich. Denn jetzt, an Land, spüre ich, wie sich die Kälte angenehm in meinem Körper ausbreitet – und die Lebensgeister wieder tanzen!

So schee kon’s sei …


Vollmondschwimmen im Chiemsee

Normalerweise ist Wasser blau-türkis (Freibad) oder grün-blau (See), doch dieses Mal war es schwarz! Denn ich war beim Vollmondschwimmen im Chiemsee. Der Tag bzw. Abend hätte nicht perfekter sein können: Ein Sommertag, wie er im Buche steht, mit blauem Himmel, angenehmer Sommerhitze und Sonne.

Ankunft am Strandbad Bernau

Dieser Tag neigt sich dem Ende zu, als Lutz (mit dem ich 2015 einige Seen erschwommen habe), Herbert und ich am Chiemsee ankommen. Die Abendsonne steht um halb 9 relativ tief am Horizont und taucht alles in ein mildes, goldenes Licht.


Jetzt ist die Sonne gleich weg …

Wir sind in Bernau, am Badehaus. Genau hier war ich im Januar, um mit Jochen Aumüller Eisschwimmen zu gehen. Da war das Wetter grau, nieselig und kalt. Und der See auch. Jetzt hatte der Chiemsee 20 Grad. Er liegt ruhig und glatt vor uns, nur leichte Mini-Wellen rollen im Kies aus. Am Ufer: Eine bunte Truppe aus Schwimmern, Triathleten, Kindern und SUPlern. Mittendrin: Jochen Aumüller, der vor einem Jahr mit seinem Freund Christoph zum Vollmondschwimmen ging. Auch im Winter waren die beiden, denn Jochen ist Eisschwimmer.

Vom Badehaus in Bernau: Der Sonnenuntergang über dem Chiemsee.


Während wir warten, dass es dunkel wird, verteilt Jochen schonmal die Knicklichter, die wir uns später am Kopfband der Schwimmbrille befestigen. Die Sonne ist inzwischen untergegangen, es ist fast kitschig, so rosa-orange und der See, der einfach nicht schöner sein könnte. Neoprenanzüge werden angezogen, Bojen aufgeblasen, eine freudige Erregung ist in der Luft. Immer mal wieder umdrehen, Richtung Berge schauen, ob der „Hauptact“ denn schon da ist. Noch ist er nicht zu sehen. Jochen erklärt inzwischen die Strecke. An Bojen, die ohnehin im See sind, hat er Knicklichter befestigt. „Wir schwimmen erst bissl raus, da ist die erste Boje. Dann in einem Linksbogen weiter. Haltet euch links, ich habe vorhin gesehen, dass da viele Wasserpflanzen sind. Da weichen wir bissl aus.“ Ohje – Chlorhühnchen und Wasserpflanzen ist schon bei Tageslicht so eine Sache …

Dann, endlich, zeigt sich zwischen den Bergen hinter uns der Mond. Ein großer, vanillegelber Vollmond. Wie im Bilderbuch. Kitsch pur. Und gegenüber, auf der anderen Seeseite, noch immer dieses Rosa der untergegangenen Sonne. Letzte Einweisungen von Jochen: „Jeder hat ein Knicklicht, das bitte am Kopfband befestigen. Immer zu zweit bleiben, jeder schaut auf seinen Mitschwimmer. Damit ja keiner verloren geht. Wir haben zwei SUPs dabei und ich mache den Besenwagen.“ Jetzt noch ein Gruppenfoto von den „Glühwürmchen“ und dann kann’s losgehen.

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Die „Glühwürmchen“ sind startklar. Manche mit, manche ohne Neoprenanzug.

Der Abend hat eine gewisse Kühle gebracht, das Wasser ist angenehm, aber frisch. Lutz, Herbert und ich schwimmen ohne Neo. Jochen natürlich auch, der ist aber Eisschwimmer. Das Reingehen klappt gut, ein wenig Resttageslicht ist noch da. Doch das Wasser ist bereits schwarz. Beim Schwimmen meine ich aber unter Wasser die ein oder andere Pflanze zu sehen. Oder ist es Einbildung?

Rufe schallen über den See: „Herbert?“ – „Hier!“ „Lutz?“ – „Hier!“. Mit zunehmender Dunkelheit wird es schwierig, sich zu orientieren. Da das Knicklicht am Hinterkopf befestigt ist, sehe ich die anderen kaum, als sie sich zu mir umdrehen. Das Gesicht leuchtet nicht. Nachteil auch: Meine Schwimmbrille ist getönt, das verdunkelt zusätzlich. Und dann ist sie am Rand auch noch bissl angelaufen, so dass ich richtig wenig sehe. Immerhin: Den Mond kann ich jetzt, als wir weiter vom Ufer weg sind, bestens sehen. Er schaut uns zu. Ich schwimme viel Brust. Nicht, weil ich nicht kraulen kann oder will, sondern weil ich so mehr sehen kann. Vom Mond, vom Himmel, der noch ein bisschen hell ist.

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Die Kamera war mit der Situation überfordert. Mein Tipp: Einfach selbst mal ausprobieren!

Vorm Losschwimmen gab uns Jochen mit auf den Weg: “ Genießt das Schwimmen. Es ist kein Wettkampf. Haltet inne, schwimmt auch mal Rücken. Ratscht miteinander und schaut euch den Mond und die Sterne an.“ Und genau das machen wir. Es ist eine sehr einmalige Stimmung. So ruhig, das Wasser plätschert ganz leise. Der Großteil der Gruppe ist weiter vorn, nur unser Dreier-Team schwimmt um mich herum. Dann kraule ich auch wieder. Unter mir: schwarz. Das einzige, das ich sehe, ist meine Hand. Die aussieht wie von einem Wassergeist, weil sie so weißlich leuchtet. Hin und wieder ziehe ich auch Luftblasen unter Wasser, das ist zwar wenig effektiv, sieht aber toll aus!

Insgesamt war die Strecke, die Jochen für uns geplant hat, 1,5 Kilometer lang. (Das Chlorhühnchen rechnet: Ah, das sind 30 Bahnen im Freibad.) Wem’s zu lang oder kalt wird, darf gern abkürzen. Allerdings nicht allein zurückschwimmen. Ich merke, wie mir langsam kalt wird, deshalb biegen Herbert und ich ab. Am Ufer sind ziemlich viele Lichter, es ist schwierig, sich zu orientieren. Aber wir sind auf dem richtigen Weg und irgendwann habe ich auch wieder Boden unter den Füßen und wir hören die Stimmen der anderen, die nicht mitgeschwommen sind.

Mir ist kalt. Und zwar so richtig. Aber es war schön. Es war zauberhaft. Es war kein bisschen angsteinflößend. Es hat sich ganz anders angefühlt als tagsüber. Kurz nach uns kommen auch die anderen an, die die ganze Strecke geschwommen sind. Alle sind sich einig: Das war der Hammer!

Und ich habe am Ende noch ein kleines Déjà-vu: Jochen kommt aus dem Wasser und sagt: „Ich glaub, ich schwimme gleich nochmal. Weil’s so schön war.“ Und ich stehe angezogen und zitternd mit meinem Mikrofon vom BR vor ihm, um seine Eindrücke für meinen Radiobeitrag aufzunehmen. „Irgendwie frierst du immer, wenn du hier bist“, sagt er. Ja, das stimmt. Schön war’s trotzdem! Wie auch im Januar!

Übrigens: Der nächste Vollmond ist am Donnerstag, 18. August!