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Olympiaschwimmhalle wieder offen

Gestern war die offizielle Wiedereröffnung der Olympiaschwimmhalle in München. Drei Jahre wurde renoviert, drei Jahre war je ein Teil der Halle gesperrt. Es gab neue Wege, neue Perspektiven und andere Schwimmbecken. Im ersten Teil der Bauarbeiten war das Trainingsbecken unter der Tribüne gesperrt. Das hatte zur Folge, dass die Studenten und andere, die eigentlich dort schwammen, im großen Wettkampfbecken ihre Bahnen zogen. Dann kam Teil zwei des Umbaus – das Wettkampfbecken war gesperrt, alle Schwimmer mussten in das kleine Trainingsbecken unter der Tribüne. Das Becken hat nur fünf Bahnen, da wurde es oft eng, vor allem, weil alle Bahnen geleint waren. Aber auch, weil oft Bahnen gesperrt waren, weil die Uni ja weiterhin ihr Schwimmtraining abhalten musste.

Beengte Verhältnisse im Trainingsbecken während der Umbau-Phase im Oly

In der ganzen Zeit des Umbaus hatte ich ganz vergessen, wie schön und großräumig die Olympiaschwimmhalle ist. Denn das Trainingsbecken ist unter der Tribüne, es fühlt sich an wie in einem Keller. Es ist auf derselben Ebene wie die anderen Becken, aber die Decke ist eben sehr niedrig. Man hat überhaupt nichts von der Außenwelt mitbekommen: Sonne? Regen? Schnee? Weltuntergang? Hätte alles passieren können, während ich meine Bahnen ziehe. Das fand ich schon schade, hier so unter Tage zu sein.

Deshalb bin ich letztes Jahr im Herbst auch recht oft im Dantewinterwarmfreibad gewesen. Ich möchte hier auch mal meine Hochachtung für die Bademeister aussprechen, die ja nicht nur eine Stunde hier unten im Dunklen saßen, sondern ihren kompletten Dienst über knapp zwei Jahre im Keller abgeleistet haben.

Und noch etwas ist mir aufgefallen: Zwei meiner Schwimmfreunde hätte ich ohne den Umbau im Oly wohl nie kennengelernt: Jakob und Cissi, die schnell und schön schwimmen, sind mir irgendwann im Wettkampfbecken aufgefallen und wir sind ins Gespräch gekommen. Im Laufe der Zeit haben wir und oft gesehen, oft geredet und irgendwann sogar Telefonnummern ausgetauscht. So wurde aus der Bekanntschaft im Umbau-Oly über die Zeit eine Freundschaft, die im Sommer zu Schwimmausflügen in die Freibäder im Umland geführt hat und nun schon über viele gemeinsame Schwimmkilometer besteht. Ohne den Umbau hätten die beiden wohl immer im Hochschulbecken ihre Bahnen gezogen, während ich im Wettkampfbecken (so heißen die beiden Becken nun mal) geschwommen wäre. Ein sehr schöner Nebeneffekt des Umbaus.

Und dann war es irgendwann im Sommer 2019 soweit: Man munkelte, dass das Wettkampfbecken und auch das Trainingsbecken geöffnet sind. Für mich war das im Sommer noch gänzlich uninteressant – ich war bis 30. September im Freibad. Am 1. Oktober war ich „nur“ kurz Herbstschwimmen im See, das Wetter war einfach zu gut für die Halle. Und so kam es, dass ich am 2. Oktober das erste Mal wieder im „Oly“ war. Der Eingang ist noch der Baustelleneingang und so bin ich auch erstmal in die Sammelumkleide gegangen, die während des Umbaus mein Refugium war. Logo hatte ich auch hier „meinen“ Schrank! Doch der Weg von der Sammelumkleide zum großen Becken ist weit. Ich hab mich dann noch gewundert, warum das so ist und warum das früher anders war. Bis mir dann eingefallen ist, dass der Eingang noch an anderer Stelle ist. So gibt’s bzw. gab’s neue Wege – und auch eine neuen Schrank. Dazu später mehr.

Jetzt erstmal das Becken und die Halle. Die Fensterfront aus Glas muss noch gemacht werden, deshalb ziert hier ein schönes buntes Bild die Baustellenfassade.

Die Glasfassade muss noch erneuert werden. Währenddessen ziert dieses Bild die Holzwand.

Aber wie groß das Schwimmbecken ist! Acht Bahnen (statt fünf im Trainingsbecken). Und die Höhe erst! Wie viel Platz gibt es rund um das Becken. Und wie schön ist es unter dem geschwungenen Zeltdach. So luftig! Und ein Teil der Glasfassade ist frei, so dass man zumindest ein bisschen was von der Außenwelt mitbekommt. Manchmal scheint sogar die Sonne aufs Becken.

So leer ist es nur bei Betriebsschluss. Aber wie schön es ist, sieht man hier natürlich am besten. Und träumen wird man ja dürfen …

Ich sauge die neue alte Atmosphäre auf und freue mich. Es ist einfach schön, wieder im Oly zu sein. Dass das Becken jetzt aus Edelstahl ist und nicht mehr gefliest, ist schade. Aber ich habe mich beim Schwimmen im Trainingsbecken schon an das Edelstahl gewöhnt, so dass es mir gar nicht so neu vorkommt. Und ein paar Fliesenstücke vom alten Oly habe ich ja daheim!

Fliesen aus dem alten Oly-Schwimmbecken von 1972

Es schwimmt sich auch echt gut. Vor allem am Anfang kam mir das Becken groß und unübersichtlich vor. Im Trainingsbecken mit seinen fünf Bahnen hat man viel schneller gesehen, wer sonst noch da ist. Oder im Freibad, wenn eh nur eine Bahn für die Schwimmer abgetrennt ist. Da sieht man gleich, wer heute auch schwimmt. Aber bei acht Bahnen, von denen sechs geleint sind – da kann man schon mal den Überblick verlieren. Nachteil der vielen Bahnen: Es gibt nur einen eher kleinen Teil für die „Nichtschwimmer“ und nach wie vor ist es nicht gewollt, dass die Bahnen irgendwie „eingeteilt“ werden. Es kann jeder da schwimmen, wo er/sie es für richtig hält. Wenn man Pech hat, verirrt sich auf jede der sechs Bahnen ein langsamer Brustschwimmer, der schwer zu überholen ist. Oder man hat Glück und kann seine Bahn einmal auch mit einem richtigen Profi teilen – als ich mit Alexandra Wenk auf der Bahn geschwommen bin.

Und dann ist da ja noch die Frage nach dem Schränkchen. Von der Sammelumkleide war mir der Weg zum Becken und den Duschen zu weit. Außerdem sind in der Sammelumkleide jetzt auch wieder vermehrt Schulklassen, die zum Schwimmunterricht da sind. Da war es an der Zeit, dass ich mir eine neue Umkleide und einen Schrank suche. Nehme ich die alte „824“ wieder? Irgendwie scheinen die Schränkchen neu nummeriert zu sein, denn die Lage von „824“ ist nicht ideal.

Welches Schrankerl darf’s denn sein?

Hm… was nehme ich dann? Ich teste verschiedene Schränkchen auf ihre Lage und auf die damit verbundenen Wege. Und lande am Ende bei „700“. Ja – ein Schränkchen ohne eine „8“! Sowas!

Tadaa! Die 700 macht das Rennen – quasi 007 von hinten!

Aber die 700 ist ein guter Schrank. Kaum andere Leute da, nah an der Dusche und nah am Becken. Und: der einzige Kleiderbügel weit und breit im Oly ist auch fast immer da, wo ich ihn lasse. Nur ein paar Mal musste ich suchen, bis ich ihn wieder gefunden habe. Angeblich gibt’s 500 Kleiderbügel, aber wo die sich verstecken, habe ich noch nicht herausgefunden…

 

Der einzige Kleiderbügel im Oly – entweder im Schrankerl oder in der Umkleide!


Ende der 19er-Freibad-Saison

Kinder, wo ist die Zeit geblieben? Die Freibad-Saison hat doch gerade erst angefangen – und schon ist sie wieder vorbei! Ok… wenn man ehrlich ist, hat sie am 1. Mai angefangen und das ist auch schon wieder vier Monate (sogar noch etwas länger) her. Aber es fühlt sich am Ende für mich immer so an, als wäre es gerade erst losgegangen.

Die Freibad-Saison startet traditionell im Schyrenbad. Flucht nach vorne, wenn man so will …

Letztes Jahr war ich dann irgendwie auch „froh“, dass es vorbei ist. Als es da im September so schön war und die Saison verlängert wurde, dachte ich nur: ohje. Einen dieser „Extra“-Tage habe ich noch genutzt, dann bin ich eh nach Estland geflogen.

Heuer war das ganz anders. Ich hatte ja im Mai diesen verrückten Plan, jeden Tag schwimmen zu gehen. Das habe ich auch gemacht. Es war schön, schrecklich, toll, kalt, voll, warm – irgendwie alles. Und weil es dann doch so gut war, bin ich auch am 32. Mai (im Kalender steht da bei den meisten 1. Juni) nochmal gegangen. Also schlägt der Mai mit 31 Freibad-Tagen zu Buche.

Der Juni war dann etwas „vernünftiger“, mit 23 Freibad-Tagen. Ich hatte nämlich ursprünglich den Vorsatz, auch mal etwas anderes zu machen. Nicht nur immer schwimmen. Also, wenn jemand eine Alternative geboten hätte, die besser ist als Freibad (meist ist es so, dass Freibad besser ist als nix zu machen), hätte ich das auch gemacht. Und bei sieben „Fehltagen“ war es also tatsächlich so, dass ich beispielsweise mal radln war. Oder am See mit meiner Freundin. Nur planschen – ehrlich!

Der Moorsee im Ostallgäu wirkt mit den Kiefern fast, als wäre man in Finnland!

Kiefern rahmen den Elbsee im Ostallgäu

Der Juli hat gleich mit einem Gewitter-Tag angefangen. Also, es sah so aus, als würde hier in München gleich mittags die Welt untergehen – aber es ist wie bei Hunden, die bellen. Die beißen nämlich auch nicht und so war es zwar dunkelst grau und windig – sonst aber nix. Also habe ich dem Gewitter gleich am 1. Juli mal 3.000 Meter im Freibad abgetrotzt, bevor es dann wirklich losging (da war ich aber schon daheim). Und dann war im Juli irgendwie fast jeden Tag Freibad-Wetter. Also, kühl und grau – genau mein Ding. Oder es war so mega-heiß, dass man etwas anderes gar nicht in Betracht ziehen konnte – also: Freibad! Fazit des Juli: ein „Fehltag“. Im August waren dann zu meinem Geburtstag die 500 Kilometer voll und trotz zweier „Fehltage“ (ich muss das ja fast so nennen) gab’s 90 Kilometer, weil ich den einen Fehltag ja quasi „vorgeschwommen“ bin.

So sieht es doch gut aus, im Dante!

Gut, und jetzt also September. Morgen geht in Bayern die Schule los, deshalb ist der Montag traditionell der letzte Freibad-Tag. Es war kalt und grau. Übrigens schon seit Donnerstag. Zu meiner Überraschung war ich nicht die einzige im Freibad. Es schien, als würden mehrere Menschen diese letzten Freibad-Tage nutzen wollen. Und heute im Dante also der allerallerletzte Freibad-Tag. Und was passiert da am Himmel? Warum ist es unter Wasser auf einmal so hell? Tja .. die Wolken haben sich gelichtet. Und ich denk mir nur so: yeah! Sonne, du schaffst das! Komm, ich hab noch die Hälfte vor mir, da kannst du mir nochmal zuschauen und den Rücken wärmen. Aber … naja. Sie hat es nicht geschafft. Und statt wärmer wurde es kälter: ein fieser kalter Wind saust über die Wasseroberfläche, da kühlt das Chlorhuhn schnell aus. Und ist dann am Ende leider eher froh, dass die 3.000 Meter voll sind.

Etwas wehmütig verabschiede ich mich von meinem Becken, das unter der bleigrauen Wolkendecke liegt.

Bye-bye, Dante-Sommerbecken. Die Wolken waren noch zu stark für die Sonne; der gelb-orange Schneefangzaun liegt schon bereit, um das Becken vor den Winterbadegästen abzutrennen.

Und während ich diese Zeilen tippe, hat das Bad noch offen – bis 19 Uhr. Und jetzt ist die Sonne da. Sie scheint von einem blauen Himmel, der mit ein paar weißen Wattebauschwolken verziert ist. Ob die Sonne auch noch auf das Becken scheint, kann ich von hier nicht sehen. Es könnte gut sein, dass der große Baum seinen Schatten auf die Wasseroberfläche wirft. Noch eine knappe Stunde ist geöffnet – dann ist wieder „Winterbetrieb“ und man kann im Dante in sehr warmem Wasser im anderen Becken (Stadionbecken) seine Bahnen ziehen. Doch das ist nicht dasselbe. Und mir außerdem noch viel zu warm.

Und ja – auch im Umland hat noch das ein oder andere Bad geöffnet und in München sogar das Schyrenbad noch. Da werde ich wohl doch noch draußen schwimmen können. Aber es ist einfach nicht dasselbe …

Erstaunlicherweise dachten ja viele, dass dieser Sommer „nicht gut“ war. Aber anhand der „Schlecht-Wetter-Regel“, bei der die Freibäder in München zum Teil geschlossen sind, lässt sich sehen, dass es gar nicht so schlecht war. Denn diese Regelung kam nur im Mai zum Tragen. Und meine vorläufige Freibad-Kilometer-Bilanz ist: 369 Kilometer. Was für eine Zahl!


Jahresbilanz 2018 – 666 Kilometer

31. Dezember – Zeit für die Jahresbilanz. Rückblick auf ein verrücktes Schwimmjahr mit einem sehr ansehlichen Kilometerstand: 666 Kilometer. Und ja, das ist kein Zufall! Nachdem ich ja schon während der Freibad-Saison die 500 Kilometer (mein durchschnittliches Jahresendergebnis) erreicht hatte, war die Frage, was noch möglich ist und wohin die Reise geht. Also, wohin war ja eigentlich klar: 50 Meter hin und 50 Meter zurück. Von Beckenrand zu Beckenrand. Aber wie oft noch? Gönn ich mir eine Pause? Welches Ziel ist realistisch, ambitioniert und doch machbar? 600 Kilometer – das wäre doch zu schaffen. Also war das angedacht.

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Die Fische müssen ins Wasser!

Im Herbst, als es noch so schön und warm war, aber die Freibäder geschlossen hatten, hat mich ein paar Mal der „Rappel“ gepackt und ich wollte nicht schwimmen. Im Dante-Winterfreibad war mir das Wasser zu warm (und mutmaßlich zu viel los, bei bestem Spätsommer/Frühherbstwetter) und in der Olympiaschwimmhalle bei eingeschränktem Platzangebot und dank Umbauphase  (laut Stadtwerken noch bis Ende Februar, ab Mitte März 2019 wieder Normalbetrieb) im Keller ohne Tageslicht – nein. Ich bin frei, dachte ich, und nutze die Sonne. Einmal war ich schon auf halbem Weg ins Oly, doch dann bin ich umgekehrt, heimgeradelt und habe die Schwimmsachen gegen Radlsachen getauscht. Freiheit! Ich „muss“ nicht schwimmen! Ich kann machen, was ich will! Hehe… und schon am nächsten Tag hatte ich doch wieder Lust auf schwimmen, in der kellerartigen Olympiaschwimmhalle. So bin ich halt. Ohne schwimmen geht’s nicht. Das Schwimmen ist ein großer Bestandteil in meinem Leben geworden, seit ich vor einigen Jahren einen Kraulkurs besucht habe. Zwei gute Freundinnen habe ich in den beiden Kursen kennengelernt. Und vom vielen Schwimmen kenne ich auch viele Leute, manche besser andere nur flüchtig. Und so ist es immer auch ein bisschen wie „heimkommen„, wenn ich ins Dante gehe. Man kennt sich, man ratscht. Sei es in der Umkleide oder am Beckenrand. Und natürlich kenne ich auch die Kassenkräfte, Bademeister und die Putzfrau.

Im November, als es grau und neblig war, hatte ich dann noch weniger Lust auf die dunkle Olympiaschwimmhalle und bin ins Dante-Winterfreibad gegangen. Jetzt, wo es draußen kälter war, war das Wasser auch nicht zu warm. Ich hatte oft Glück und konnte meine Bahnen weitgehend ungestört ziehen. Als ich dann kürzlich in der Olympiaschwimmhalle war, wurde ich vom Bademeister gleich gefragt, wo ich war. „Da trainierst du immer so fleißig und dann bist du auf einmal nicht mehr da“, sagt er und grinst. Ich entgegne, ob mich meine Freundin (die er auch kennt) nicht „abgemeldet“ habe und dass ich „fremdgegangen“ bin, im Dante. Aha, alles klar. So ist das …

Naja. Und dann waren die 600 Kilometer doch auch schon vor Ablauf des November voll. Was nun? 700 – das ist Wahnsinn. 100 Kilometer in einem Monat mit Weihnachten (also Nicht-Schwimm-Zeiten)? Das schaffe ich nicht. 650? Hm… das wäre machbar, aber dann müsste ich mich ranhalten. Und ich mag’s eigentlich nicht, wenn ich zu viel Druck habe. Weil ich ja vor allem zum Schwimmen gehe, weil ich es gerne mache. Dann erwies sich der Dezember als gnädig, ich hatte oft Glück, dass viele Schwimmer auf Weihnachtsfeiern mussten oder Geschenke einkaufen oder was-weiß-ich zu erledigen hatten. Ich hatte nur ein Ziel: schwimmen … Und dann waren die 650 Kilometer auch schon vor Heiligabend geschafft, genauer: 651. Dann kam der 2. Weihnachtsfeiertag mit diesen unglaublichen und schönen fünf Kilometern am Stück. Und im Hinterkopf wusste ich auch schon, dass der 29. Dezember kommt, an dem 50×100 geschwommen werden sollten. Also auch die noch drauf, macht 10 Kilometer. Dann fehlten nur noch läppische fünf Kilometer für die magischen, teuflischen 666 Kilometer. Die habe ich dann aufgeteilt abgefertigt. Am Ende, gestern, fehlten noch 2 Kilometer. Ich schwimme ja normalerweise immer 3 Kilometer. Da hat es sich fast so angefühlt, als würde ich mich gar nicht richtig nass machen für diese „kurze“ Strecke. Die „paar“ Bahnen … soll ich extra deshalb hingehen? Den vollen Eintritt zahlen, wenn ich doch gar nicht die volle Strecke schwimme? Hm… Spätschwimmen mit vergünstigtem Eintritt? Danach in die Sauna? Oder einfach „kurz“ ins Oly (günstiger als Dante)? Oder ist’s mir egal? (wer von euch denkt jetzt: „die spinnt“?) Dann habe ich mich kurzentschlossen auf ins Oly gemacht und bin diese 40 Bahnen geschwommen. Ich war relativ entspannt, weil es ja nur „ein bisschen“ war. Und dann habe ich die letzten 50 Meter ein kleines bisschen zelebriert. Weil ich wusste, dass es jetzt vollbracht ist. Ein gutes Gefühl!

Vergangenes Jahr war ich nicht so motiviert. Da standen am Ende 498 Kilometer auf der Uhr. Hätten auch „nur“ zwei gefehlt. Aber da war es mir egal.

Und nun noch ein Rückblick auf das Schwimmjahr: Angefangen hat es im Januar eher gemäßigt. Eine Mischung aus der 2017er Unlust und den „Gute-Vorsätze“-Bahn-Blockierern. Der Februar, obwohl kürzer, hatte eine höhere Kilometerzahl. Besonders krass war der Mai mit 84 Kilometern. Der Freibaderöffnungsmonat ruft bei mir immer eine ganz besondere Euphorie hervor. Ich war fast jeden Tag schwimmen. Entweder, weil gutes Wetter war (will man nutzen) oder weil schlechtes Wetter war (muss man nutzen). Nur drei „Fehltage“ gab’s im Wonnemonat. Und so ging’s im Juni weiter. Auch der Juli, urlaubsbedingt mit Abwesenheiten, war glanzvoll. Und auch im August. Denn trotz Supersommerwetter war es im Freibad oft überraschend ruhig. Vielleicht, weil die Seen auch schon schön warm waren. Im See war ich aber erstaunlich selten. Der „schwächste“ Schwimmmonat war der Oktober mit gerade mal 36 Kilometern. Da war wohl eine gewisse Sättigung durch die Freibadsaison und das gute Radlwetter schuld.

Und jetzt ist das Jahr eben rum. Das Schwimmen aber nicht. Es geht schon morgen weiter – getreu dem Motto: Neues Jahr, alte Bahnen!


Nichts ist, wie es scheint …

Ich muss mich nochmal zum Thema „schlechtes Wetter“ äußern. Denn da gibt’s noch ein paar Aspekte, die in dem anderen Artikel noch nicht behandelt wurden.

Am Mittwoch war ja bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel „schlechtes Wetter“, also bis auf ein Freibad alle geschlossen. Besonders ärgerlich ist aus Sicht der Schwimmer, dass auch das Freibad-Becken im Dante-Bad geschlossen ist. Das Bad an sich hat ja geöffnet. Aber im Stadion-Becken ist uns Schwimmern das Wasser zu warm. Es hat 27 Grad. Das ist bei Regen schon warm, wenn dann – wie am Mittwoch – die Sonne draufscheint, ist es wirklich unerträglich. Vor allem, wenn man etwas schneller schwimmt. Und das sage schon ich, die nicht die schnellste Schwimmerin ist. Obwohl wir die Stadtwerke in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen haben, dass das warme Wasser keine Option für sportliche Schwimmer ist, wird uns diese „Ausweichmöglichkeit“ gebetsmühlenartig angeboten. Dass es im Stadion-Becken aber ohnehin schon viele Schwimmer gibt, zu denen wir uns – bei Sonnenschein! – gesellen sollen, grenzt an Ignoranz.

Jetzt könnte man denken, dass das der Gipfel der Frechheit ist. Weit gefehlt! In einer Facebook-Kommentardiskussion wurde uns doch glatt vorgeschlagen, in die Außenbecken der Hallenbäder zu gehen! Zum Schwimmen!

außenbecken

Hallenbadaußenbecken als Alternative

Die Außenbecken der Hallenbäder haben Sprudelliegen, Massagedüsen und einen Strömungskanal. Beste Voraussetzungen für ein Schwimmtraining. Aber diese Aussage zeigt auch ganz deutlich, welchen Rang die sportlichen Schwimmer bei den Bäder-Betreibern haben: keinen! Vielleicht sollte man sich zusammentun und tatsächlich im Spaßbecken mehrere Einheiten Delfin absolvieren. Oder mit Paddels und Flossen schwimmen. Und alles ummähen, was da rumplanscht …

 

Auch auf die „extra eingerichteten Schwimmerbahnen“ wird gerne verwiesen. Zum Glück mit dem Zusatz, dass es nicht in den Händen der Betreiber liegt, „wer da schwimmt“. Dabei wäre es ein Leichtes, hier für eine gewisse Ordnung zu sorgen. Gerade, wenn es mehrere Bahnen gibt, könnte man nach Geschwindigkeit sortieren. Denn dann läuft es auch bei zehn Schwimmern noch rund und gleichmäßig. Mir ist es schon oft passiert, dass in der Olympiahalle bei vier Schwimmerbahnen auf jeder ein „Störer“ war. Der viel zu langsam war (noch langsamer als ich) oder – meist viel ärgerlicher – keine Ahnung vom Schwimmen auf der Bahn hatte.

Doch zurück zum Sommer und zum schlechten Wetter. Denn in einer Pressemitteilung zur Neugestaltung der Freibädöffnungszeiten wurde zum einen freudig mitgeteilt, dass die Bäder jetzt länger offen haben: von 10 bis 19 Uhr (statt von 9 bis 18 Uhr). Rechnen Sie ruhig nach – das ist nicht länger, sondern verschoben (bissl wie bei der Sommerzeit-Uhrumstellung). Und es soll planbarer sein, wann die Freibäder offen sind. So stand zum Beispiel am Sonntag fest, dass am Mittwoch schlechtes Wetter ist. Allerdings hat sich die Prognose geändert und es war am Montag schon abzusehen, dass es am Mittwoch sonnig sein wird und auch wärmer als 17 Grad (auch so eine SWM-Grenze). Spontan könne man aber nicht mehr auf die Wetteränderung reagieren, teilen die Facebook-Beauftragten der SWM mit. So: Von Montag bis Mittwoch kann man nicht spontan reagieren.

spontan

Wer heute (Freitag) auf die SWM-Seite schaut, sieht noch immer (Stand 11 Uhr) die Öffnungszeiten von Mittwoch bis heute. Irgendwann im Laufe des Vormittags wird wohl entschieden, wie die Bäder ab morgen offen haben.

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„Vorschau“ der Öffnungszeiten: Freitag, 11 Uhr ist nur noch der heutige Tag eine Art Vorschau …

Aha. Das geht dann spontan? Weil von heute auf morgen ja mehr Zeit ist als von Montag bis Mittwoch? Ich habe im Kalender geschaut: Zwischen Montag und Mittwoch liegt ein ganzer Tag, er hat sogar einen Namen: Dienstag. Zwischen Freitag und Samstag liegt kein einziger Tag, in meinem Kalender folgt auf den Freitag direkt der Samstag. Vielleicht brauche ich einen neuen Kalender?

wochentage

Abfolge der Wochentage aus einem Lehrwerk für Kinder …

Naja. Jedenfalls ist das sehr vorausschauend, denn wer jetzt sein Schwimmtraining planen möchte, kann das irgendwann ab Mittag tun. Denn es macht schon einen Unterschied, ob man zum Schyrenbad an der Isar fährt oder zum Dante-Bad am Westfriedhof. Gerade für Schwimmer aus dem Norden der Stadt ist das mit dem Verkehr (ein weiteres spannendes Thema in München) eine ziemlich lange Anreise. Ob sich da der Badbesuch zeitlich noch lohnt?

weg

Google Maps zeigt, wie weit es von einem Bad zum anderen ist. Bei flüßigem Verkehr …

Die Stadtwerke begründen diese Politik übrigens mit Personalmangel und dass es schwierig sei, einen Zweischichtbetrieb zu ermöglichen, weil ihnen der „Münchner Arbeitsmarkt“ nicht genügend Saisonarbeitskräfte zur Verfügung stellt. Die Olympiaschwimmhalle ist derzeit (bis Ende Mai) wegen Revision geschlossen. Was ist mit den Mitarbeitern, die hier normalerweise am Beckenrand stehen? Und was ist mit den Mitarbeitern aus dem Cosimabad, das seit geraumer Zeit geschlossen ist? Und was ist mit den Mitarbeitern der Freibäder, die noch gar nicht geöffnet haben (Ungerer, Prinzregenten, Maria Einsiedel, Bad Georgenschwaige)? Können die nicht im Dante-Bad aushelfen, wenn „schlechtes Wetter“ ist? Und so eine zusätzliche Wasserfläche schaffen, nachdem das 50-Meter-Becken in der Olympiaschwimmhalle (acht Bahnen!) geschlossen hat?

Und wie sieht es bei anderen Betrieben aus, die vom Wetter abhängig sind? Biergärten? Gaststätten mit größeren Außenbereichen? Die müssen doch auch kurzfristig reagieren und Leute einteilen. Das weiß man als Saisonkraft doch, dass es hier wetterabhängig auch mal kurzfristig mehr – oder weniger – Arbeit gibt. Derart unflexibel wie die SWM hier reagieren, erinnert an schlimmste Behördenmentalität.

Aha. Außerdem erlaube die Gewerkschaft die 12-Stunden-Schichten nicht mehr. Aha. Da kann sich jetzt jeder selbst seine Gedanken machen, ob es gut oder schlecht ist, dass Rettungsschwimmer nicht mehr 12 Stunden (bei Hitze!) am Beckenrand stehen müssen und aufmerksam sein müssen. Ganz davon abgesehen, dass sie dann auch keine Zeit mehr haben, ihr Leben außerhalb der Arbeit zu organisieren (einkaufen ect.).


Schlechtes Wetter macht schlechte Stimmung

Heute ist in München schlechtes Wetter! Lassen Sie sich nicht täuschen, wenn Sie aus dem Fenster schauen und blauen Himmel sehen. Und vielleicht beim Blick nach oben von der Sonne geblendet werden. Es ist: schlechtes Wetter!

Nicht verwirren lassen: sieht zwar aus wie schönes Wetter – ist aber schlechtes Wetter!


 Und das liegt nicht an den dekorativen Wölkchen, die den blauen Himmel zieren. Und es liegt auch nicht an meiner falschen Wahrnehmung. Schlechtes Wetter ist, was die Stadtwerke München als Betreiber der Bäder bestimmen. Und zwar zum einen mehrere Tage im Voraus, doch aktuell zeigt die „Vorschau“ nur noch einen „Rückblick“.

freibad

Schlechtes Wetter (Regen) war nur am Montag. Am Dienstag war es bewölkt und kühl, heute scheint die Sonne von einem blauen Himmel!

Ich wollte diesen Text eigentlich nicht schreiben. Weil ich die Menschen nicht dazu animieren möchte, bei schlechtem Wetter ins Freibad zu gehen. Aber ich muss abwägen, denn das, was sich die Stadtwerke München als Betreiber der Bäder leisten, ist zum Kotzen.

Finde den Fehler…

Es gibt acht Freibäder in der Landeshauptstadt. Die ja bekanntlich wächst und wächst und wächst. Weitere Bäder gibt’s nicht, es ziehen wohl nur Nichtschwimmer in die bayerische Landeshauptstadt. Und anscheinend wohnen hier auch nur Nichtschwimmer. Aber ich schweife ab …

Es gibt hier eine sogenannte „Schlechtwetterregelung“. Die besagt, dass dann nur der Stadionbereich im Dante (Wassertemperatur 27 Grad) und das Schyrenbad geöffnet haben. Letztes Jahr hatte auch noch das Bad Georgenschwaige geöffnet, aber das hat momentan noch geschlossen und wenn es öffnet, hat es an „Schlechtwettertagen“ alibimäßig von 9 bis 12 Uhr offen.

Geschlossen hat bei dieser Regelung zum Beispiel das Freibadbecken im Dantebad. Das verstehe, wer will – meine Mitschwimmer und ich verstehen es nicht. Denn das Bad hat geöffnet, an der Kasse ist jemand. Es ist eine Putzkraft für die Duschen da, es ist jemand da, der die Aufsicht am Stadionbecken hat. Wer nicht da ist: Ein (ein!!!) Bademeister, der auf das Sommerbecken achtet. Die Kinderbecken können ja gern geschlossen werden, der Schneefangzaun als Barriere sorgt dafür, dass kein Strolch hinrennt. Wenn er oder sie sich bei „schlechtem Wetter“ überhaupt ins Freibad verirrt.

Wer aber gern kommen würde, wären wir Schwimmer. Weil wir in einer überfüllten Stadt wie München gern antizyklisch schwimmen und die Ruhe bei schlechtem Wetter im Bad genießen. Die wenigen Schwimmer im Becken sind meist rücksichtsvoll, man ist eine Art eingeschworene Gemeinde. Aber für die Badbetreiber zählt das nicht. Man verweist uns auf das warme Wasser im Stadionbecken oder lässt uns durch die halbe Stadt fahren, um im Schyrenbad zu schwimmen. (Übrigens ist genau vor drei Jahren aus genau dem Grund mein schwerer Radlunfall passiert – mit gebrochenem Kiefer und ausgeschlagenen Zähnen – weil ich auf dem Heimweg vom Schyrenbad gestürzt bin. Aber das nur am Rande…)

Im Schyrenbad ist es schön, da sind die Angestellten bei Regen auch nett. Aber im Duschraum ist es dampfig-kühl, die Umkleiden sind überdacht, aber im Freien. Das ist schon kühl. Wir beschweren uns gar nicht, wir nehmen das in Kauf. Im Dante hätten wir aber eine Dusche im Haus, eine Umkleide ebenfalls drinnen. Aber ein Bademeister, der eingespart wird, das macht eine gute Bilanz am Ende des Jahres.

Was ebenfalls verrück ist: die Schlechtwetterregel an sich. Denn was „gutes“ und was „schlechtes“ Wetter ist, ist ja Definitionssache. 18 Grad und Sonnenschein: schlechtes Wetter. Außerdem gilt die Prognose drei bis vier Tage im Voraus – sollte sich die Sonne spontan entscheiden, doch über München zu lachen: Pech gehabt. Freibad geschlossen.

In den Umlandgemeinden wird das übrigens anders gehandhabt: Da haben die Bäder geöffnet – egal, welches Wetter ist. Nur bei Gewitter muss man aus dem Wasser. Das ist ja auch selbstverständlich.

Freibad Unterhaching


Ich frage mich, ob die Museen im Gegenzug bei „gutem“ Wetter geschlossen werden? Geht ja eh keiner hin, sind ja alle im Freibad. Oder dürfen die Kunstliebhaber antizyklisch die Ruhe (und Kühle!) im Museum genießen? Dürfen sie sich an Bildern und Statuen, an der Geschichte Münchens oder des Biers erfreuen, während draußen die Sonne scheint und das Thermometer über 25 Grad anzeigt? Käme jemand auf die Idee, ein Museum bei Hitze zu schließen? Nein – da wird sogar geworben: Kommen Sie rein, hier ist es kühl und nicht überlaufen.

Nur uns Schwimmern, die auch mal in Ruhe ihre Bahnen ziehen wollen, ist das nicht vergönnt. Oder nur sehr eingeschränkt. Weil es halt auch bei Regen oder kühlen Temperaturen voll wird im Bad, wenn nur eins oder zwei für alle Münchner geöffnet hat. So wie am Sonntag im Schyrenbad. Da war nämlich auch schlechtes Wetter (Dauerregen, deshalb keine Anführungszeichen), aber es waren ziemlich viele Leute da.

Aber was will man erwarten, von Leuten, die nicht schwimmen und nur im Büro sitzen? Wie sollen sie wissen, was sie draußen verpassen? Außerdem scheint ein Freibad vor allem wegen der Liegewiese da zu sein. Denn in der Vergangenheit wurde diese Politik mit dem Argument „Liegewiesen sind zu nass“ oder „Liegewiese gut besucht“ verteidigt. Liegewiesen gibt’s in München wahrlich genügend und auch überall. Aber ein Schwimmbecken, das gibt’s nur im Freibad.