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32. Mai

Heute ist der 32. Mai. Das ist kein Tippfehler… oder vielleicht ein kleiner. Man könnte nämlich auch sagen, dass es heute das 32. Mal war. Dass ich schwimmen war. Am Stück! Seit das Freibad am 1. Mai aufgemacht hat, war ich jeden Tag schwimmen. Das wollte ich mal ausprobieren. Letztes Jahr war ich fast den ganzen Mai schwimmen, es gab 3 Tage „frei“. Aber jetzt eben das Experiment.

Ihr könnt euch ja vorstellen, dass es soooo schlecht nicht sein konnte, wenn ich auch heute, laut Kalender der 1. Juni, schon wieder schwimmen war.

Angefangen hat es natürlich gut. Mit viel Vorfreude auf die Freibad-Saison. Und es war toll! Obwohl im Schyrenbad das Wasser an den ersten beiden Tagen recht frisch war. Dafür war das Wetter gut. Das sollte ja nicht so bleiben. Und so bin ich im Regen durch die ganze Stadt geradelt, um ein paar ruhige Bahnen ziehen zu können. Bis auf 2 Tage konnte ich auch meine Standardstrecke von 3.000 Metern schwimmen. Aber die „fehlenden“ 500 Meter wurden bei nächster Gelegenheit nachgeholt. Muss ja alles seine Ordnung haben!

Manchmal war’s auch echt kalt. Aber dafür war ich ungestört. Und ich kam mir recht schnell vor. Ich habe einfach (fast) die ganze Strecke durchgekrault. Zu kkkkaaaalllt zum Nachdenken oder Pause machen! Weiter immer weiter!

Dann flux über die Wiese laufen zur Dusche. Die ist zwar warm, aber der Raum nicht. Es ist eher offen, so dass es kühl ist. Und die Umkleide ist ebenfalls offen. Nur ein Dach drüber (immerhin!). So bin ich dann halb verfroren heimgeradelt und war froh, wenn ich angekommen bin.

Aber es gab auch schöne Tage. An denen ich trotzdem fast allein geschwommen bin, die Sonne hinter den Wolken hervorgelugt hat und es nicht so kalt war. Oder eine meiner Schwimmfreundinnen dabei war. Jede eine Bahn für sich… toll!

Oder ein Tag mit Sonne im Dante. Da war dann gleich ganz viel los. Aber kein Problem, ich kannte alle 4 Mitschwimmer!

Dann war der Tag mit dem Dauerregen. Da hatte ich Glück, denn als ich unterwegs war, hat es fast gar nicht geregnet. Die Isar hatte aber schon beim Hinfahren viel Hochwasser, knapp zwei Stunden später, hatte sie sich einen Weg über die Wiese gebahnt, um den Radweg auf der rechten Seite zu fluten. Das war schon spannend, wie schnell das ging!

An einem anderen Tag habe ich im Schyrenbad ein vierblättriges Kleeblatt entdeckt! Einmal kurz nach unten geschaut und da war es!

Und natürlich gab’s die Tage, an denen ich mir dachte: gut, wenn es vorbei ist und ich Pause machen kann. Und beim Schwimmen die ersten 10-20 Bahnen nicht vorbeigehen wollten. Und dann die letzten 10 auch… die zogen sich… und ich war flügellahm und eigentlich froh, dass es nur noch 2 Tage sind. Der Feiertag und der Freitag. Yeah. Ende in Sicht.

Da lief es im Wasser dann prima! Wie am Schnürchen. Als ob ich nicht die letzten 30 Tage geschwommen wäre.

Und dann eben heute. Sonne, Samstag, warm … und nichts anderes vor. Hm. Ob ich es wage? Eigentlich wäre es verschenkt, nicht schwimmen zu gehen. Vor allem, wenn nächste Woche wirklich Hochsommer ist. Dann geht nämlich nichts mehr. Dann ist Schluss mit lustig und allein in Ruhe und so… also gut. Für 2 klitzekleine Kilometerchen geh ich schwimmen.

Und dann bin ich da. Und es ist recht ruhig. Glück gehabt. Ich lass mich ins Wasser gleiten. Es ist angenehm kühl. Ich spüre das Kribbeln der Wasserblasen an meinem Bauch. Ich trage nämlich einen Bikini, weil es schönes Wetter ist. Ohmann, ist das schön. Und von wegen flügellahm, ich fühle mich gut und schnell.

Dann ist auf einmal Chaos, viele Leute, die recht unterschiedlich schwimmen. Das mag ich eh nicht und nachdem ich jetzt immer allein war, ist es noch blöder. Gut, dass ich nur 2 Kilometer machen will und das gleich erledigt ist.

Und dann? Dann löst sich das Chaos auf und ich denke… hm. Das kann ich jetzt so nicht beenden. Jetzt, wo wieder Ruhe und Ordnung ist. Da muss ich ja fast… genau! Und so war das dann auch. Und am Ende waren es dann doch 3 Kilometer. Zur Belohnung, weil es ich ja gestern mein Ziel erreicht habe.

Morgen ist jedenfalls Schwimmpause. Ganz, ganz sicher!


5.000 Meter – 100 Bahnen

Kürzlich hatte ich Glück: Ich war schwimmen und ich war fast alleine. 50 Meter hin, 50 Meter zurück – und nur für mich. So mag ich das, da komme ich in einen Flow. Aber nicht nur eine freie Bahn sind für das perfekte Schwimmerglück nötig. Es muss einfach passen. Dass man sich gut fühlt. Dass man sich fit fühlt. Dass der Kopf frei ist. Dass der Körper mitmacht. Und so ein Tag war das. Ich merke schon bei den ersten vier Kraulbahnen: Heute ist ein guter Tag. Ich schwimme. Ich gleite. Ich fliege. Was? Schon die ersten 10 Bahnen fertig? Wow. Weiter geht’s. Auf und ab. Hin und her. Es kommt ein Mitschwimmer, wir begegnen uns und stören uns nicht weiter. Ich bin im Flow. Es läuft wie am Schnürchen, auf und ab. Hin und her. Und bevor ich meine gewöhnliche Einheit von 3.000 Metern erreicht habe, beschließe ich, mein Glück zu nutzen und heute einen draufzusetzen. Vier Kilometer. Das ist mehr als normal, aber machbar. Habe ich schon öfter gemacht und geschafft. Ist gut, trotzdem eine kleine Herausforderung. Mein Kopf ist frei. Ich denke an nichts. Außer an die Zahlen, die immer größer werden mit jeder geschwommenen Bahn. 41, 42, 43 … immer weiter, immer hin und her. Mein Mitschwimmer ist inzwischen fertig. Ich bin wieder allein. Auf und ab. Unter mir etwa 1,80 Meter nur Wasser, ein bläulich schimmerndes Edelstahlbecken, darauf eine schwarze Linie, die am Ende ein „T“ wird. Und schon wieder zum „T“ wird, die nächsten 50 Meter sind geschwommen. Wende und zurück. Ich gleite, ich fliege. Ich bin eine Maschine. Eine Nähmaschine. Eine Lok. Bin ich das, die da schwimmt?

Wenn es so gut läuft, fühlt es sich auch gut an. Von außen betrachtet sehe ich wahrscheinlich aus wie immer: eine mittelmäßige Freizeitschwimmerin. Aber innen, da fühlt es sich großartig an. Da bin ich Michael Phelps. Oder Katie Ledecky. Die haut auch einfach so mal 1.500 Meter raus, ohne Anstrengung. Und so fühle ich mich. Ohne Anstrengung. Leicht wie ein Fisch, nur atmen muss ich noch. Aber auch das läuft automatisch. Ich bin im Tunnel. Ich will ewig weiterschwimmen. Und so beschließe ich – noch bevor das neue Ziel, vier Kilometer, erreicht ist – dass heute so ein Tag ist. So ein ganz besonderer Tag. Der Tag, an dem ich fünf Kilometer schwimme. Das ist was Besonderes. Das habe ich ein oder zweimal bisher gemacht. Und immer spontan im Becken entschieden. Wenn ich mich gut fühle, wenn die äußeren Umstände passen. So wie heute. Und deshalb sind jetzt also fünf Kilometer das Ziel. 100 Bahnen im 50-Meter-Becken. Eine Hausnummer. Was für andere ein Marathon oder der Mount Everest ist – für mich sind es heute diese 100 Bahnen. Ob ich den Schwimmstil wechsle? Zur Abwechslung? Nein. Es ist ja grad soooo schön. Kraulen ohne Kraftanstrengung. Ohne Nachdenken. Ohne Hetze. Ohne Taktik, weil außer mir kaum jemand da ist. Zwischenzeitlich kommt jemand, schwimmt ein bisschen mit mir und geht wieder. Das ist schon witzig, wenn man so lange schwimmt. Die Leute kommen und gehen. Und ich bin immer noch da. Meine Bahn. Yeah. Und ich werde auch nicht müde. Die Arme sind fit, sie werden nicht schwer. Die Atmung läuft geschmeidig, ich bin nicht außer Puste. Klar, ich strenge mich auch nicht an. Pressiert ja nicht, ich habe Zeit. Und ich genieße diese Zeit. Meine Zeit. Mit mir im Wasser. Im Reinen. Im Flow. Ich bin im Tunnel und krieg von der Außenwelt nichts mit. Wenn mir jetzt jemand entgegenkommen würde, würde ich mich total erschrecken. Zum Glück kommt keiner und ich kann meinen Rausch genießen …

Bisschen Respekt hab ich schon vor dieser Strecke. Aber der größte Teil ist geschafft. Noch fehlen 400 Meter, acht Bahnen. Das ist nicht viel. Auf und ab. Hin und her. Noch sechs Bahnen, noch vier, was?? Nur noch zwei. Ob ich nicht…? Sechs Kilometer, das wäre doch was … nein! Vernünftig sein. Aufhören, wenn’s am schönsten ist. Und es ist tatsächlich noch schön. Ich schwimme noch zwei Bahnen altdeutsch Rücken und zwei Bahnen Brust zum Auslockern. Und dann sind’s am Ende 100 Bahnen. 100 lange Bahnen. 100 mal 50 Meter! Fünf Kilometer. 5.000 Meter. So weit ist mein Weg mit dem Radl ins Bad nicht. Also hin und zurück vielleicht. Das ist echt eine Strecke. Ich komme nicht umhin: Ich bin stolz auf mich. Dass ich das jetzt so durchgezogen habe. Und mich noch immer gut fühle. Keiner muss mich beatmen oder aus dem Becken tragen. Ich bin ganz entspannt und ziemlich glücklich. So eine lange Strecke und das in einem Jahr, in dem ich ohnehin schon so viel geschwommen bin. Aber irgendwie macht es halt immer noch Spaß.

Am nächsten Tag habe ich übrigens keinen Muskelkater oder so bekommen. Ich habe mich lediglich etwas müde gefühlt. Als ob ich zu wenig geschlafen hätte oder ein Bier zu viel getrunken hätte. Aber das war am Nachmittag auch wieder gut. Trotzdem war ich am Folgetag mal nicht schwimmen. Da habe ich noch das gute Gefühl vom Vortag genossen!


Herbstschwimmen mit Begleitung

Heute war wieder einer dieser schönen warmen Herbsttage. Die Luft an sich war warm, die Sonne hat es noch verstärkt. Aber selbst bei Schleierwolkenschicht blieb es warm. Ein guter Tag für einen Ausflug ans und ins Wasser.

Ich bin zum Karlsfelder See geradelt. Eine schöne Strecke, kaum länger als zum Langwieder See. Und der Oktober macht sich bemerkbar, die Blätter werden langsam bunt.

Am Karlsfelder See treffe ich mich mit einer meiner Dantebadbeckenrandfreundinnen. Sie heißt auch Petra und wir teilen nicht nur die Liebe zum Wasser und Schwimmen, sondern auch die Vorliebe für bunte Badeanzüge und lustige Kappen.

Petra ist auch eine prima Triathletin und nutzt die wohl letzte Chance für ein Schwimmtraining im See. Also so richtig schwimmen mit Kopf unter Wasser. Deshalb zieht sie auch ihren Neo an, während ich ja eher dem Kältegefühl entgegenfiebere als der Schwimmstrecke.

Ins Wasser geht’s gemeinsam. Es hat etwa 14 Grad und bis zu den Oberschenkeln fühlt es sich richtig warm an. Kurz nach dem Untertauchen merke ich aber die Kälte. Ich lasse es auf mich wirken, schwimme ruhig dahin. Wir bleiben beide in Ufernähe und schwimmen ratschend dahin. Herrlich! Keiner da außer uns, das Wasser ist klar und glatt, der Himmel weiß-blau und es ist nicht kalt. Schön!

Irgendwann wird’s natürlich schon kühl und ich gehe raus. Draußen an Land ist’s toll! Die warme Herbstluft, dazu das Kribbeln auf der Haut vom Wasser… Wahnsinn! Sooo schön!

Ich ziehe mich an, Petra krault jetzt noch ein paar Runden.

Die Männer aus ihrer Trainingsgruppe schlüpfen derweil in ihre Neos und starten dann. Sie schwimmen insgesamt 20 Minuten.

Am Ende hat jeder das gemacht, was er wollte und konnte. So unterschiedlich die Aktionen waren, es hat jedem Spaß gemacht und wir hatten einen ganz tollen Mittagsausflug!

Den Radio-Beitrag dazu gibt’s am Sonntag, 14. Oktober, auf B5aktuell im „Fitnessmagazin„, um 7.35 und um 17.05 Uhr. Natürlich auch als Podcast.

Außerdem hat mich das Radln zum Karlsfelder See (wie immer mit dem Stadtfahrrad) dazu motiviert, das Rennrad mal wieder aus dem Keller zu holen …


Start in die Eisschwimm-Saison

Eisschwimmen ist es natürlich noch nicht. Aber heute habe ich die Eisschwimm-Saison eingeläutet. Der Herbst ist da! Nicht nur auf dem Kalender, sondern auch in der Natur. Die letzten beiden Nächte waren kalt. Tag und Nacht sind im Moment in etwa gleich lang. Die Sonne steht recht schräg und verbreitet ein schönes, sanftes Licht. Ihr merkt schon: Ich mag den Herbst. Das milde Licht, die Kälte am Morgen. Das wohlige Gefühl, wenn die Sonne wärmt. Das man sehr zu schätzen weiß, weil es im Schatten kühl ist. Herrlich! Und es wird noch besser, wenn die Blätter orange, gelb und rot leuchten werden!

Heute früh war’s echt kalt. Ich dachte schon, dass ich Handschuhe zum Radeln anziehen muss. Aber es ging dann schon, die paar Meter in die Arbeit. Aber da war mir klar, was heute Nachmittag passiert: Herbstschwimmen. Im See. Yeah!

Und so starte ich an meinem freien Nachmittag mit dem Radl zum Langwieder See. Doch vorher muss ich noch meine Siebensachen packen und das Richtige anziehen. Das stellt mich jedes Jahr wieder auf eine Probe. Was ist passend? Was ist nicht zu warm zum Radln und doch warm genug, falls ich nach dem Schwimmen friere? Irgendwie kann ich das noch immer nicht richtig einschätzen. Ich entscheide mich für ein T-Shirt unter meiner Regenradljacke. Die Regenradljacke ist winddicht und hat ein Netz, so dass ich nicht schwitze und sie nicht nass an mir klebt (wie z.B. die Softshelljacke). Eine gute Entscheidung, wie ich unterwegs zufrieden feststelle.

Da waren noch einige Mini-Wellen, aber nachdem ich das Foto gemacht habe, war die Wasseroberfläche spiegelglatt!

Das Radln ist auch wieder schön. 45 Minuten Vorfreude, dazu ein blauer Himmel mit herbstlichen Schleierwolken. Am See angekommen, stelle ich zu meiner Freude fest, dass keiner da ist. Juhu! See für mich. So mag ich das. Decke hin, Rucksack drauf, hinsetzen. Genießen. Blick aufs Wasser, das ruhig vor mir liegt. Das milde Herbstsonnenlicht scheint mir entgegen. Die Bäume sind noch grün, nur einzelne Einzelblätter geben den modischen Vorreiter in sattem Gelb. Der Rest traut sich noch nicht und bleibt vorerst bei der Sommerfarbe grün.

Grün ist auch das Wasser, oder zumindest schimmert es grün. Denn eigentlich ist es durchsichtig und weil keiner da ist, der den Staub aufwirbelt, ist es glasklar. Ich mache mich zum Schwimmen bereit, spüre, wie die Sonne durch die Schleierwolken wärmt. Das Thermometer habe ich zwar dabei, beschließe aber, es nicht zu verwenden. Ist ja eigentlich auch egal, wie warm oder kalt das Wasser ist. Ich weiß aus zwei bzw. drei Wintern Eisschwimmen, dass ich bei jeder Temperatur ins Wasser gehen kann. Und dass die Dauer des Schwimmens von mehreren Faktoren abhängt, nicht nur von der Wassertemperatur.

Beim Reingehen merke ich, dass der Langwieder See trotz zweier kalter Nächte noch warm ist. Also nicht badewannenwarm, aber auch nicht kalt. Es kostet mich null Überwindung unterzutauchen. Ich schwimme los, Omabrust, weil ich das immer so mache im Herbst. Es ist herrlich! Diese Ruhe. Der See nur für mich, das Wasser angenehm kühl oder warm (sucht es euch aus). Und so schwimme ich zum anderen Ufer, zur Wasserwachtstation, die natürlich unter der Woche im Herbst nicht besetzt ist. Zug um Zug komme ich näher. Ich genieße das Gefühl, den See für mich allein zu haben. Das Wasser, das wärmer ist als vermutet. Ich gleite dahin, blicke mich um und spüre ein leichtes Kribbeln am Rücken. Ist es die Kühle des Wassers? Sind es die milchigen Sonnenstrahlen? Egal. Es ist einfach schön. Die richtige Entscheidung heute. Keine Welle kräuselt das Wasser, lediglich meine Schwimmzüge hinterlassen leichte Wogen. Beim Zurückschwimmen habe ich die Sonne hinter mir, mein Ziel vor mir. Ein paar Spaziergänger beobachten mich neugierig, ziehen dann aber weiter. Gut so. Ich möchte die Ruhe gern weiter genießen. Und nicht an Land gefragt werden, ob ich gerade schwimmen war. Oder wie kalt das Wasser ist.

Als ich an Land gehe, bin ich glücklich. Es hat soooo gut getan zu schwimmen. In der Natur, unter dem weißlich-blauen Herbsthimmel. In dem grünen klaren Wasser. Bei mir sein, die Stille genießen. Ich wickle mich in mein Handtuch, trockne mich ab und ziehe mich um. Raus aus dem nassen Badeanzug, rein in die trockenen Klamotten. Die Ruhe ist fast wie in Schweden. Da hatte ich den ganzen See ganz für mich allein, konnte nackt schwimmen. Als Erinnerung an dieses schöne Erlebnis gibt’s einen schwedischen Schokokeksriegel.

So mag ich das: mildes Herbstlicht dank Schleierwolken und Sonne.

Und den Blick auf den Langwieder See, der jetzt wieder spiegelglatt vor mir liegt. Und zu dem ich ab jetzt wieder regelmäßig zum Schwimmen kommen werde. Jegliche Gedanken, ob ich das mit dem Herbst-, Winter- und Eisschwimmen heuer wieder machen werde oder sein lasse, sind dahin. Freilich mache ich das wieder! Logo! Sooo schön wie das ist! Und wenn dann erst das Kribbeln und Bizzeln vom kalten Wasser wieder kommt! Ach, ich kann’s kaum erwarten!


Sommer-Test

Kurz nach dem Ende der Eisschwimmsaison ist jetzt Sommer. Im April. Also ich nenn das mal „Sommer-Test“. Da kann man schon mal sehen, ob es einem gefällt. Wenn’s warm ist und man ohne viel Zubehör zum See fährt.

Ich finde es gut! Vor allem, weil den meisten Menschen das Wasser noch zu kalt ist. Da liegen sie auf der Wiese und ich habe den See für mich. Also fast. Weil es ja immer ein paar „Verrückte“ gibt… 😉

Gestern war ich spontan am Starnberger See. Wie kalt oder warm das Wasser ist? Hm. Mein neues Badewannenthermometer meinte 17, die Messstelle in Starnberg 12. Meine Haut: 15 Grad. Jedenfalls warm. So dass ich einfach reingehen und schwimmen konnte. Herrlich. Trotzdem nur Oma-Brust, aber schön!! Und an Land ein gaaaanz zartes Kribbeln. Also, wenn man darauf achtet. Und wenn man es vom Winter kennt. Voll toll!

Der Starnberger See gehört den SUPlern und den mutigen Schwimmern.

Und das Beste: keine kalten Finger! Umziehen null Problemo. Und dann die Sonne, die einen schön aufwärmt. So dass man noch mal reingehen mag. Und nochmal.

Idyll mit Birke am Starnberger See

Zum Eisschwimmen wurde es nur, weil es nach dem Schwimmen ein Eis gab. Eis-Schwimmen also statt Eisschwimmen!

Und heute war ich dann am Waldschwaigsee. Das ist nicht so weit zum Radln wie der Starnberger See und nicht so voll wie am Langwieder und Lußsee.

Auch idyllisch, anderer See: Waldschwaigsee. Kleiner, aber dafür auch wärmer!

Und da war es echt wie im Sommer. Sonnen, lesen, schwimmen, sonnen, lesen, schwimmen! Das Wasser ist schon richtig warm (Thermometer: 20, Haut: 17/18). Und trotzdem danach ein schönes Kribbelgefühl auf der Haut. Ein leichter Schauer. Und weil es so sommerlich war, bin ich im Bikini geschwommen. Endlich wieder Wasser am Bauch spüren! Toll! Und an Land einfach von der Sonne trocknen. Ohne umziehen. Der Test-Sommer ist schön!


Erste Seequerung 2018

Nachdem der Frühling in München mit voller Wucht Einzug gehalten hat, kann man das Schwimmen im See schon gar nicht mehr als „Eisschwimmen“ oder „Winterschwimmen“ bezeichnen. Es ist schlicht zu warm dafür. Das stelle ich auch fest, als ich am Montag (nach dem herrlichen Sonnenscheinwochenende) an den Langwieder See fahre. Das Wasser ist noch recht frisch, etwa 11 Grad, aber ich bin nicht mehr die Einzige, die schwimmt. Gegenüber am anderen Ufer macht sich eine Frau bereit, hier bei mir stürzt sich ein junger Mann in die Fluten.

Saharastaubsonne über dem Langwieder See

Auch ich will wieder ins kühle Nass. Vom Radln ist mir ganz schön warm. Die Sonne ist hinter Saharastaubwolken etwas versteckt, warm ist es am Ufer trotzdem. Ich kann es kaum erwarten und gehe ins Wasser. Wie immer ist das Reingehen kein Problem. Nach dem Untertauchen und den ersten paar Zügen merke ich aber, dass es doch noch ganz schön kalt ist. Deshalb bleibe ich in Ufernähe, wo ich stehen kann – für den Fall der Fälle! (Macht übrigens Christof Wandratsch, DER Eisschwimmer schlechthin, auch, wenn er allein schwimmt. So steht’s zumindest im Interview im aktuellen „Schwimmsportmagazin„.)

Nach viermal hin und her ist es mir zu kühl und ich gehe raus. Draußen ist es herrlich. Mich durchströmt eine Hitzewelle, während die milchigen Sonnenstrahlen meine Haut von außen wärmen. Ein Mann kommt und will wissen, wie warm das Wasser ist. Ein kurzer Ratsch übers Schwimmen im See, dann muss ich mich aber umziehen.

Die Bäume tragen erstes zartes Grün

Ich genieße die Sonne noch ein bisschen und werde erneut angesprochen. Es ist Christoph, der erst kürzlich auf meinen Blog gestoßen ist und einen Kommentar geschrieben hat. Die Welt ist doch ein Dorf!

Am Mittwoch war ich dann nochmal am Langwieder See. Ich lasse mir etwas Zeit, nachdem ich angekommen bin. Die Theorie: Wenn ich mich vom Radln bissl erholt habe, kann ich das Schwimmen besser genießen und mein Körper empfindet das Wasser nicht so kalt.

Und genau so ist es. Das Wasser ist auch nach den ersten Schwimmzügen angenehm kühl, aber gut erträglich. Deshalb entschließe ich mich zur ersten Mini-Mini-Seequerung in diesem Jahr. Ich schwimme zu der anderen Uferstelle, die Route führt fast nur am Ufer entlang. Es ist ein großes Abenteuer, wie immer beim ersten Mal. Da ich kein Thermometer dabei habe, kann ich die Temperatur nur schätzen: 13 Grad vielleicht.

Da links hinter dem Ast, da ist das Ziel der Mini-Mini-Seequerung …

Das Schwimmen klappt prima, mir wird unterm Schwimmen richtig warm. Der Warmflash durchströmt mich quasi unterwegs. Leider sind auch am Mittwoch (wie schon am Montag) komische Entendreckbatzen im Wasser, das ist etwas unschön.

An Land genieße ich die milchigen Sonnenstrahlen noch ein bisschen, dann muss ich leider wieder aufbrechen. Aber ein schöner Feierabendschwimm, das kommt demnächst sicher auch. Weil’s einfach schön ist!


Frühlingsschwimmen

Der Frühling ist da. Endlich. Am Dienstag war Frühlingsanfang bei Minusgraden, aber heute gab’s Sonne und es war windstill. Perfekt zum Eisschwimmen. Oder Frühlingsschwimmen.

Ich muss sagen, dass meine Motivation ziemlich gesunken ist, seit der Radlweg nicht mehr benutzbar ist und ich über eine blöde Ampel und durch eine Straße mit Parkplätzen fahren muss. Dennoch habe ich mich heute aufgerafft und bin zum Langwieder See gefahren. Bevor die ganzen Sonntagsausflügler kommen…

Am Langwieder See war es dann noch ruhig und der See selbst lag spiegelglatt da. Herrlich! Und mir war vom Radln warm.

Also umziehen und rein ins kühle Nass. Mein digitales Thermometer hat grad keine Batterien und deshalb ist das alte analoge mitgekommen. Es zeigt aber je nach Blickwinkel alles von 5 bis 10 Grad an.

An den Füßen und Beinen ist es nicht kalt. Sogar eher angenehm. Ich gehe zügig weiter und tauche unter. Kühl, aber gut. Als ich schwimme, kommt die Kälte. Ich bin ja in Ufernähe, wo ich stehen kann. Also alles gut. Aber kalt!

Ich schwimme weiter. Und zurück. Und nochmal hin. Und dann muss ich mich ganz schön zusammenreißen, um auch noch zurück zum Anfang zu schwimmen. Es ist nämlich echt kalt. Aber das will ich jetzt durchziehen und deshalb schaffe ich es auch.

Dann nix wie raus und das Handtuch rumgewickelt. Schön! Die Sonne wärmt. Von innen ein Hitzeschwall. Toll! Es durchflutet mich richtiggehend. Ein Wahnsinn!

Auch, nachdem ich wieder angezogen bin, fühlt es sich noch toll an. Ich kann das jetzt gar nicht wirklich beschreiben. Es war einfach toll! Erfrischt. Ein regelrechter Kick!

Dann radle ich heim und bin sehr glücklich und froh, dass ich trotz des blöden Radlwegs zum See gefahren bin!