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Kollision

Seit ich regelmäßig schwimmen gehe, ist mir klar, dass es irgendwann passieren wird: eine Kollision. Damit meine ich nicht das leichte Berühren durch andere Schwimmer beim Überholen, sondern so richtig. Dass es an einem ruhigen Abend mit nur einem weiteren Schwimmer auf meiner Bahn (und ebenso ruhig auf den Nachbarbahnen) passiert, damit habe ich nicht gerechnet.

Die Ironie an der Sache ist gleich doppelt: Denn zum einen wollte ich den Nachmittag meiden, weil es die letzten Male einfach sehr gut besucht war. Viel Trubel, in dem man zwar relativ gut schwimmen konnte, aber ich kann mich da einfach nicht entspannen oder auf mein Schwimmen konzentrieren. Ständig habe ich Angst, dass mir jemand reinschwimmt, ein Überholvorgang meinerseits einen anderen Schwimmer behindert oder weitere Schwimmer dazu kommen und das „System“ durcheinanderbringen.

So leer ist es selten – gekracht hat’s trotzdem …

Also wählte ich den Samstag Abend. Da kann man oft Glück haben und in Ruhe schwimmen, während die anderen Menschen Essenseinladungen folgen, tanzen gehen oder im Kino sitzen. So auch kürzlich. Herrlichste Ruhe, pro 50-Meter-Bahn nur ein bis drei Schwimmer. Wir waren zu zweit. Ich musste an der Leine kurz pausieren, weil ich dachte, dass sich mein Schlüssel löst und ins über zwei Meter tiefe Wasser sinkt. Und weil ja niemand da war (außer einem Mitschwimmer), habe ich es riskiert und mich an der Leine festgehalten, um nach dem Schlüssel zu sehen (der am Fuß befestigt ist). Ich sehe auch, wie der andere näher kommt – und ich sehe, dass außer mir weit und breit niemand ist. Platz zum Ausweichen war also da und zwar reichlich. Und dann tut’s einen Schlag auf meinen Kopf. Aua! Aber sowas von! Das war richtig hart. Und der Schwimmer? Schwimmt einfach weiter, als ob nichts gewesen wäre! Geht’s noch? Die junge Frau auf der Nachbarbahn ist inzwischen bei mir angekommen, bleibt stehen und fragt, ob alles ok ist. Ich muss verneinen, denn der Schlag war ziemlich hart. Er hat mich an der Schläfe getroffen.

Ich tauche jedoch auf ihre Seite der Leine und schwimme dort zurück. Sicher ist sicher. Inzwischen ist der Mann wieder auf meiner Höhe, ich versuche ihn anzuhalten. Keine Chance! Also schwimme ich erstmal zurück zum Beckenrand. Und irgendwie ist mir komisch. Dann beschließe ich, dass ich doch raus muss aus dem Wasser und den Bademeister um Hilfe bitte. Normalerweise mache ich das nicht, entweder ist mir eine Sache nicht so wichtig oder ich halte den „Übeltäter“ selbst an und bitte um etwas mehr Rücksicht.

Der Bademeister hat alles gesehen (bleibt aber trotzdem auf seiner Bank sitzen) und fragt, wie es mir geht. Ich muss mich tatsächlich setzen, irgendwie ist mir jetzt flau. Ob es der Ärger ist oder tatsächlich der Schlag, kann ich nicht einschätzen. Er bietet aber an, den Mann aufzuhalten. Und ein weiterer Schwimmer ist am Beckenrand und fragt, ob er helfen kann. Ich sage, dass er ja versuchen könnte, den Schwimmer aufzuhalten, mir ist es nicht gelungen. Und tatsächlich hält er ihn an, als er wendet (oder eher unter Wasser umdreht). Verdutzt, weil er in seinem Ablauf gestört wird, blickt er den Mann im Wasser an, dann zum Bademeister, weil der ihn jetzt anspricht. Ob er nicht gemerkt hätte, dass er mich am Kopf getroffen hat und dass so eine Schwimmbrille nicht nur die Augen schützt, sondern auch dafür da ist, dass man sieht, was auf der Bahn ist. Nein, er habe mich nicht gesehen. Die Brille sei angelaufen und er sieht nur, wenn jemand schwimmt, weil es dann Blasen gibt. Dann meint er noch, dass er meine Hand berührt hat, als ich auf der anderen Bahn geschwommen bin. Jetzt bin ich komplett verwirrt, weil er mich ein paar Bahnen vorher so knapp überholt hat, dass sein Arm in meinen Arm eingefädelt ist (auch da gab’s keinen Anlass, so nah neben mir zu schwimmen). Aber daran kann er sich gar nicht erinnern. Statt sich zu entschuldigen, beteuert er weitere dreimal, dass er mich nicht gesehen hat (Standardausrede von Autofahrern gegenüber Radlern). Irgendwann ringt er sich zu einer Art Entschuldigung durch, die ich „annehme“, damit sich diese blöde Situation auflöst.

Ich muss mich noch ein bisschen ausruhen und schwimme dann lieber auf der Bahn mit der Frau. Sie erkundigt sich nochmal, wie es mir geht und sagt, dass der Mann sie auch schon erwischt hat, über die Leine. Ah, da klärt sich was für mich!

Ich will weiterschwimmen, es sind noch immer kaum Leute im Becken und ich denke, dass es wieder geht. Aber leider ist es nicht so. Mir wird schwummrig, als ich kraule. Ich versuche es langsamer, aber es wird nicht besser. Also nochmal kurz Pause. Ein sehnsüchtiger Blick auf das türkise, glatte Wasser und meine einzige Mitschwimmerin. Ich probiere es mit Rückenschwimmen. Das geht. Langsam zwar, aber immerhin. Ich versuche, den Vorfall zu vergessen. Will mich an dem eigentlich ruhigen Schwimmabend erfreuen, aber so ganz will es mir nicht gelingen. Zum einen, weil ich mich noch immer etwas unwohl fühle, zum anderen, weil mich diese Dreistigkeit ärgert. Ja, man kann mal jemanden übersehen. Ja, es kann mal zu einem Zusammenstoß oder so kommen. Aber dann einfach weiterzuschwimmen, als wäre nichts gewesen? Das geht nicht! Im Straßenverkehr wäre das Fahrerflucht. Und ich glaube dem Mann auch nicht, dass er es nicht gemerkt hat. Der wollte einfach weiterschwimmen, sein Ding durchziehen. Das fand ich dreist.

Auch einen Tag später spüre ich an der Schläfe noch etwas, wenn ich die Stelle berühre.


Olympiaschwimmhalle wieder offen

Gestern war die offizielle Wiedereröffnung der Olympiaschwimmhalle in München. Drei Jahre wurde renoviert, drei Jahre war je ein Teil der Halle gesperrt. Es gab neue Wege, neue Perspektiven und andere Schwimmbecken. Im ersten Teil der Bauarbeiten war das Trainingsbecken unter der Tribüne gesperrt. Das hatte zur Folge, dass die Studenten und andere, die eigentlich dort schwammen, im großen Wettkampfbecken ihre Bahnen zogen. Dann kam Teil zwei des Umbaus – das Wettkampfbecken war gesperrt, alle Schwimmer mussten in das kleine Trainingsbecken unter der Tribüne. Das Becken hat nur fünf Bahnen, da wurde es oft eng, vor allem, weil alle Bahnen geleint waren. Aber auch, weil oft Bahnen gesperrt waren, weil die Uni ja weiterhin ihr Schwimmtraining abhalten musste.

Beengte Verhältnisse im Trainingsbecken während der Umbau-Phase im Oly

In der ganzen Zeit des Umbaus hatte ich ganz vergessen, wie schön und großräumig die Olympiaschwimmhalle ist. Denn das Trainingsbecken ist unter der Tribüne, es fühlt sich an wie in einem Keller. Es ist auf derselben Ebene wie die anderen Becken, aber die Decke ist eben sehr niedrig. Man hat überhaupt nichts von der Außenwelt mitbekommen: Sonne? Regen? Schnee? Weltuntergang? Hätte alles passieren können, während ich meine Bahnen ziehe. Das fand ich schon schade, hier so unter Tage zu sein.

Deshalb bin ich letztes Jahr im Herbst auch recht oft im Dantewinterwarmfreibad gewesen. Ich möchte hier auch mal meine Hochachtung für die Bademeister aussprechen, die ja nicht nur eine Stunde hier unten im Dunklen saßen, sondern ihren kompletten Dienst über knapp zwei Jahre im Keller abgeleistet haben.

Und noch etwas ist mir aufgefallen: Zwei meiner Schwimmfreunde hätte ich ohne den Umbau im Oly wohl nie kennengelernt: Jakob und Cissi, die schnell und schön schwimmen, sind mir irgendwann im Wettkampfbecken aufgefallen und wir sind ins Gespräch gekommen. Im Laufe der Zeit haben wir und oft gesehen, oft geredet und irgendwann sogar Telefonnummern ausgetauscht. So wurde aus der Bekanntschaft im Umbau-Oly über die Zeit eine Freundschaft, die im Sommer zu Schwimmausflügen in die Freibäder im Umland geführt hat und nun schon über viele gemeinsame Schwimmkilometer besteht. Ohne den Umbau hätten die beiden wohl immer im Hochschulbecken ihre Bahnen gezogen, während ich im Wettkampfbecken (so heißen die beiden Becken nun mal) geschwommen wäre. Ein sehr schöner Nebeneffekt des Umbaus.

Und dann war es irgendwann im Sommer 2019 soweit: Man munkelte, dass das Wettkampfbecken und auch das Trainingsbecken geöffnet sind. Für mich war das im Sommer noch gänzlich uninteressant – ich war bis 30. September im Freibad. Am 1. Oktober war ich „nur“ kurz Herbstschwimmen im See, das Wetter war einfach zu gut für die Halle. Und so kam es, dass ich am 2. Oktober das erste Mal wieder im „Oly“ war. Der Eingang ist noch der Baustelleneingang und so bin ich auch erstmal in die Sammelumkleide gegangen, die während des Umbaus mein Refugium war. Logo hatte ich auch hier „meinen“ Schrank! Doch der Weg von der Sammelumkleide zum großen Becken ist weit. Ich hab mich dann noch gewundert, warum das so ist und warum das früher anders war. Bis mir dann eingefallen ist, dass der Eingang noch an anderer Stelle ist. So gibt’s bzw. gab’s neue Wege – und auch eine neuen Schrank. Dazu später mehr.

Jetzt erstmal das Becken und die Halle. Die Fensterfront aus Glas muss noch gemacht werden, deshalb ziert hier ein schönes buntes Bild die Baustellenfassade.

Die Glasfassade muss noch erneuert werden. Währenddessen ziert dieses Bild die Holzwand.

Aber wie groß das Schwimmbecken ist! Acht Bahnen (statt fünf im Trainingsbecken). Und die Höhe erst! Wie viel Platz gibt es rund um das Becken. Und wie schön ist es unter dem geschwungenen Zeltdach. So luftig! Und ein Teil der Glasfassade ist frei, so dass man zumindest ein bisschen was von der Außenwelt mitbekommt. Manchmal scheint sogar die Sonne aufs Becken.

So leer ist es nur bei Betriebsschluss. Aber wie schön es ist, sieht man hier natürlich am besten. Und träumen wird man ja dürfen …

Ich sauge die neue alte Atmosphäre auf und freue mich. Es ist einfach schön, wieder im Oly zu sein. Dass das Becken jetzt aus Edelstahl ist und nicht mehr gefliest, ist schade. Aber ich habe mich beim Schwimmen im Trainingsbecken schon an das Edelstahl gewöhnt, so dass es mir gar nicht so neu vorkommt. Und ein paar Fliesenstücke vom alten Oly habe ich ja daheim!

Fliesen aus dem alten Oly-Schwimmbecken von 1972

Es schwimmt sich auch echt gut. Vor allem am Anfang kam mir das Becken groß und unübersichtlich vor. Im Trainingsbecken mit seinen fünf Bahnen hat man viel schneller gesehen, wer sonst noch da ist. Oder im Freibad, wenn eh nur eine Bahn für die Schwimmer abgetrennt ist. Da sieht man gleich, wer heute auch schwimmt. Aber bei acht Bahnen, von denen sechs geleint sind – da kann man schon mal den Überblick verlieren. Nachteil der vielen Bahnen: Es gibt nur einen eher kleinen Teil für die „Nichtschwimmer“ und nach wie vor ist es nicht gewollt, dass die Bahnen irgendwie „eingeteilt“ werden. Es kann jeder da schwimmen, wo er/sie es für richtig hält. Wenn man Pech hat, verirrt sich auf jede der sechs Bahnen ein langsamer Brustschwimmer, der schwer zu überholen ist. Oder man hat Glück und kann seine Bahn einmal auch mit einem richtigen Profi teilen – als ich mit Alexandra Wenk auf der Bahn geschwommen bin.

Und dann ist da ja noch die Frage nach dem Schränkchen. Von der Sammelumkleide war mir der Weg zum Becken und den Duschen zu weit. Außerdem sind in der Sammelumkleide jetzt auch wieder vermehrt Schulklassen, die zum Schwimmunterricht da sind. Da war es an der Zeit, dass ich mir eine neue Umkleide und einen Schrank suche. Nehme ich die alte „824“ wieder? Irgendwie scheinen die Schränkchen neu nummeriert zu sein, denn die Lage von „824“ ist nicht ideal.

Welches Schrankerl darf’s denn sein?

Hm… was nehme ich dann? Ich teste verschiedene Schränkchen auf ihre Lage und auf die damit verbundenen Wege. Und lande am Ende bei „700“. Ja – ein Schränkchen ohne eine „8“! Sowas!

Tadaa! Die 700 macht das Rennen – quasi 007 von hinten!

Aber die 700 ist ein guter Schrank. Kaum andere Leute da, nah an der Dusche und nah am Becken. Und: der einzige Kleiderbügel weit und breit im Oly ist auch fast immer da, wo ich ihn lasse. Nur ein paar Mal musste ich suchen, bis ich ihn wieder gefunden habe. Angeblich gibt’s 500 Kleiderbügel, aber wo die sich verstecken, habe ich noch nicht herausgefunden…

 

Der einzige Kleiderbügel im Oly – entweder im Schrankerl oder in der Umkleide!


Abschied in Raten

Der wahrscheinlich längste Freibad-Sommer aller Zeiten verabschiedet sich in Raten. Nachdem ich mich schon von meinem Daheim-Bad, also dem Sommerbecken im Dante, verabschiedet habe und auch die Freibad-Saison in Dachau trotz Verlängerung vorbei ist, heißt es heute Abschied nehmen in Germering. Auch hier endet jetzt die Zeit im Freibad und das Schwimmen unter freiem Himmel. Auch hier wurde noch verlängert. Probleme mit dem Hallenbad. Haha. Die habe ich immer!

Toller Service! Damit die Leute schwimmen können, bleibt einfach das Freibad geöffnet.

Germering hat eigentlich ein recht attraktives Bad. Es gibt drei bis vier abgetrennte Schwimmerbahnen und meistens kann man in Ruhe schwimmen. Übrigens ist das Bad eine Entdeckung meiner ältesten Schwimmfreundin Diana. Mit ihr war ich zum ersten Mal vor einigen Jahren hier und auch heuer hat sie mich mit dem Auto mitgenommen. Voll der Luxus: mit dem Auto ins Freibad!

Diana wusste lustigerweise auch, dass die Sportfreunde Stiller hier ein Video gedreht haben!

Der Sprungturm ist in „Wellenreiten“ von den Sportfreunden Stiller zu sehen.

Heute und die letzten Male war ich aber mit dem Radl hier. Meine anderen Schwimmfreunde Cissi und Jakob haben nämlich wie ich kein Auto und so bleibt nur das Radl. Aber wenn man die Strecke mal kennt, ist es überhaupt kein Problem hierher zu radln. Genauso wie nach Dachau.

Irgendwie waren Cissi und ich die letzten beiden Wochenenden aber nicht so begeistert von Germering. Wir hatten zwar eine Bahn komplett für uns zwei, aber so richtig wollte sich die Freude darüber und die Freude am Schwimmen nicht einstellen. Woran liegt es? Daran, dass das Becken gefliest ist (und kein Edelstahl)? Daran, dass das Wasser doch ganz schön warm ist? 26 Grad und die Sonne scheint drauf – das ist schon was anderes als 23/24 Grad bei Wolken. Zumal wir kaltes Wasser ja mögen… hm. Ratlos ziehen wir unsere Bahnen und ich habe immer das Gefühl, dass ich kaum voran komme… irgendwie unbefriedigend.

Abendstimmung in Germering

Das war gestern und heute anders! Gestern war’s ziemlich windig, ich war vom Radln etwas ausgekühlt. Und wegen Wolken und Wind war auch das Wasser kühler. Ich schwimme Rücken, Kraul und Brust im Wechsel. Es fühlt sich gut an! Dann, weil ich ganz allein auf der Bahn bin, 1000 Meter Rücken. Herrlich! Den Himmel und die Wolken beobachten, die in einem Affenzahn über mich hinwegziehen. Dann die Sonne auf dem Bauch spüren. Toll!! Weil das Wasser relativ warm ist, schwimme ich im Bikini. Und heute auch. Mit dem Unterschied, dass der Himmel langweilig einfach nur blau ist.

Meine Aussicht beim Rückenschwimmen!

Aber das ist natürlich auch voll schön! Und dann wird mir bewusst, dass es das letzte Mal ist, dass ich im Freibad Rücken schwimmen werde. Ich genieße es. Obwohl andere Leute auf der Bahn sind (und überholen beim Rückenschwimmen blöd ist). Ich denke darüber nach, warum es heute „besser“ geht als letzte und vorletzte Woche. Zeitlich bin ich wohl so schnell wie immer. Aber es fühlt sich besser an. Meine Theorie: ich muss mich an das Becken gewöhnen. Beim ersten Mal in Dachau habe ich mich auch nicht so wohl gefühlt. Ich hatte das schon öfter, dass ich mich fremd fühle und dann nicht so gut schwimme. Also innerlich. Äußerlich sieht es wohl ähnlich aus.

Bissl was war schon los heute. Aber es war Platz für alle!

Und jetzt, wo ich mich an Germering gewöhnt habe, ist hier der letzte Tag. Die Freibad-Saison verabschiedet sich hier mit einem sehr sommerlichen Tag. Blauer Himmel, Sonne und richtig warm! Wenn die Bäume am Rand nicht schon das ein oder andere gelbe Blatt hätten, könnte man glatt meinen, es wäre Sommer! Doch auch die Sonne steht viel tiefer und macht ein sanftes Licht. Ein würdiger Abschied!

Übrigens bin ich nicht die Einzige, die traurig ist, dass der Freibadsommer vorbei ist. Schwimmkollege Lutz hat heute in Taufkirchen/Vils bei freiem Eintritt Abschied genommen.

Abschied von Sommer, Sonne, Bikini und Germering!

Fun-Fact: Neben dem Freibad in Germering ist die Eishalle. Da hat heute die Saison angefangen. So kann Eis-Schwimmen auch sein.

Und weil wir in Germering noch keine Eisdiele gefunden haben bzw. keine auf dem Weg liegt, gibt’s das After-swim-Eis daheim! Sogar aus Finnland! Jäätelö!


32. Mai

Heute ist der 32. Mai. Das ist kein Tippfehler… oder vielleicht ein kleiner. Man könnte nämlich auch sagen, dass es heute das 32. Mal war. Dass ich schwimmen war. Am Stück! Seit das Freibad am 1. Mai aufgemacht hat, war ich jeden Tag schwimmen. Das wollte ich mal ausprobieren. Letztes Jahr war ich fast den ganzen Mai schwimmen, es gab 3 Tage „frei“. Aber jetzt eben das Experiment.

Ihr könnt euch ja vorstellen, dass es soooo schlecht nicht sein konnte, wenn ich auch heute, laut Kalender der 1. Juni, schon wieder schwimmen war.

Angefangen hat es natürlich gut. Mit viel Vorfreude auf die Freibad-Saison. Und es war toll! Obwohl im Schyrenbad das Wasser an den ersten beiden Tagen recht frisch war. Dafür war das Wetter gut. Das sollte ja nicht so bleiben. Und so bin ich im Regen durch die ganze Stadt geradelt, um ein paar ruhige Bahnen ziehen zu können. Bis auf 2 Tage konnte ich auch meine Standardstrecke von 3.000 Metern schwimmen. Aber die „fehlenden“ 500 Meter wurden bei nächster Gelegenheit nachgeholt. Muss ja alles seine Ordnung haben!

Manchmal war’s auch echt kalt. Aber dafür war ich ungestört. Und ich kam mir recht schnell vor. Ich habe einfach (fast) die ganze Strecke durchgekrault. Zu kkkkaaaalllt zum Nachdenken oder Pause machen! Weiter immer weiter!

Dann flux über die Wiese laufen zur Dusche. Die ist zwar warm, aber der Raum nicht. Es ist eher offen, so dass es kühl ist. Und die Umkleide ist ebenfalls offen. Nur ein Dach drüber (immerhin!). So bin ich dann halb verfroren heimgeradelt und war froh, wenn ich angekommen bin.

Aber es gab auch schöne Tage. An denen ich trotzdem fast allein geschwommen bin, die Sonne hinter den Wolken hervorgelugt hat und es nicht so kalt war. Oder eine meiner Schwimmfreundinnen dabei war. Jede eine Bahn für sich… toll!

Oder ein Tag mit Sonne im Dante. Da war dann gleich ganz viel los. Aber kein Problem, ich kannte alle 4 Mitschwimmer!

Dann war der Tag mit dem Dauerregen. Da hatte ich Glück, denn als ich unterwegs war, hat es fast gar nicht geregnet. Die Isar hatte aber schon beim Hinfahren viel Hochwasser, knapp zwei Stunden später, hatte sie sich einen Weg über die Wiese gebahnt, um den Radweg auf der rechten Seite zu fluten. Das war schon spannend, wie schnell das ging!

An einem anderen Tag habe ich im Schyrenbad ein vierblättriges Kleeblatt entdeckt! Einmal kurz nach unten geschaut und da war es!

Und natürlich gab’s die Tage, an denen ich mir dachte: gut, wenn es vorbei ist und ich Pause machen kann. Und beim Schwimmen die ersten 10-20 Bahnen nicht vorbeigehen wollten. Und dann die letzten 10 auch… die zogen sich… und ich war flügellahm und eigentlich froh, dass es nur noch 2 Tage sind. Der Feiertag und der Freitag. Yeah. Ende in Sicht.

Da lief es im Wasser dann prima! Wie am Schnürchen. Als ob ich nicht die letzten 30 Tage geschwommen wäre.

Und dann eben heute. Sonne, Samstag, warm … und nichts anderes vor. Hm. Ob ich es wage? Eigentlich wäre es verschenkt, nicht schwimmen zu gehen. Vor allem, wenn nächste Woche wirklich Hochsommer ist. Dann geht nämlich nichts mehr. Dann ist Schluss mit lustig und allein in Ruhe und so… also gut. Für 2 klitzekleine Kilometerchen geh ich schwimmen.

Und dann bin ich da. Und es ist recht ruhig. Glück gehabt. Ich lass mich ins Wasser gleiten. Es ist angenehm kühl. Ich spüre das Kribbeln der Wasserblasen an meinem Bauch. Ich trage nämlich einen Bikini, weil es schönes Wetter ist. Ohmann, ist das schön. Und von wegen flügellahm, ich fühle mich gut und schnell.

Dann ist auf einmal Chaos, viele Leute, die recht unterschiedlich schwimmen. Das mag ich eh nicht und nachdem ich jetzt immer allein war, ist es noch blöder. Gut, dass ich nur 2 Kilometer machen will und das gleich erledigt ist.

Und dann? Dann löst sich das Chaos auf und ich denke… hm. Das kann ich jetzt so nicht beenden. Jetzt, wo wieder Ruhe und Ordnung ist. Da muss ich ja fast… genau! Und so war das dann auch. Und am Ende waren es dann doch 3 Kilometer. Zur Belohnung, weil es ich ja gestern mein Ziel erreicht habe.

Morgen ist jedenfalls Schwimmpause. Ganz, ganz sicher!


Fremdschwimmen in der eigenen Stadt: Südbad

Die nächsten beiden Wochen werden schwer für mich. Die Olympiaschwimmhalle, mein Winterquartier sozusagen, ist wegen Revision geschlossen. Normalerweise findet das zur Freibadsaison statt, da krieg ich das nicht mit. Aber wegen des großen Umbaus musste das jetzt stattfinden. Ohmann. Was tun? Eigentlich ist das Dantebad eine gute Ausweichmöglichkeit, aber bei den frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein ist mir da das Wasser einfach zu warm. Und mutmaßlich ist es dort auch gut besucht. Ich habe auch schon überlegt, gar nicht schwimmen zu gehen. Aber irgendwie fühlt sich das auch nicht gut an. Ich weiß, ich bin ein verrückter Junkie! Aber als ich letzte Woche im Olympiabad mit anderen Schwimmern geredet habe, ging es ihnen genauso. Und übrigens nicht nur denen, die richtig gut schwimmen, sondern auch diejenigen, die eher so vor sich hinschwimmen. Zwei Wochen ohne, das ist ganz schön hart.

Also habe ich mir einen Plan überlegt. Ich fahre ins Südbad. Fahrtstrecke ist vertretbar und ja, es hat nur eine 25-Meter-Bahn. Aber immerhin sind zwei Bahnen abgetrennt. Und durch die große Glasfront soll die Sonne auch schön ins Becken scheinen. Das verspricht die Webseite und als ich dort ankomme, ist es genau so. (Fotos darf man ja nicht machen, ihr müsst also auf die Homepage der Stadtwerke gehen)

Allerdings wirkt das Becken auf mich wie im Miniaturwunderland. So klein. So kurz. Fast niedlich. Ich weiß, das klingt voll arrogant, aber ich habe echt das große Glück, sommers wie winters im 50-Meter-Becken zu schwimmen. Das letzte Mal auf 25-Meter, das war in Helsinki, im Allas Seapool. Naja. Jetzt war die Wahl eben zwischen zu warm und zu kurz. Ich habe zu kurz gewählt und stelle schnell fest, dass es zum einen wirklich eine kurze Bahn ist. Zweimal ramme ich auch fast die Wand. Könnte auch an der Sonne liegen, die die Sicht etwas verblendet hat. Und ich stelle fest, dass vier Leute auf der Kurzbahn ganz schön viel sein können. Überholen ist eine Herausforderung, weil die Bahn einfach schnell zu Ende ist. Ich habe Glück, zwei der drei Mitschwimmer sind recht rücksichtsvoll, machen eine kurze Pause an der Wende und lassen mich vor. Der dritte konnte wohl seine und meine Geschwindigkeit nicht gut einschätzen oder hat nicht aufgepasst, wasweißich, jedenfalls war der bissl unangenehmer. Aber auch nur kurz.

Im Großen und Ganzen hat es ganz gut geklappt. Und ich habe mal wieder festgestellt, wie anders es sich anfühlt, woanders zu schwimmen. Gar nicht so: „mein Bad, meine Bahn, weg da!“. Eher so: Wir schwimmen hier jetzt gemeinsam. Oder fast so bissl: Ich bin hier Gast. Irgendwie war’s entspannter. Kennt ihr das auch? Dass man so innerlich zu „meine Bahn“ neigt, wenn man immer „daheim“ schwimmt?

Die Sonne hat jedenfalls tatsächlich schön durch die große Glasfront geschienen, das war schön. Denn im Olympiabad bin ich zur Zeit ja nur „unter Tage“, da kriegt man von der Welt nichts mit. Und als ich fertig war mit schwimmen, sehe ich tatsächlich einen der Olympiabad-Dantesommerbad-Schwimmer hier. Wir grinsen uns an. Geredet haben wir in all den Jahren noch nie. Aber heute. Weil wir ja Leidensgenossen sind. Und deshalb ratschen wir jetzt kurz – übers Schwimmen und dass es schon blöd ist, dass das Oly grad zu ist.

Zum Abschluss meines Fremdschwimmausflugs gönne ich mir noch ein bisschen Relaxen im Außenbecken. Die Sonne scheint durch die Schleierwolken, das Wasser ist warm und sprudelt und ich döse ein bisschen vor mich hin. Sehr fein! Eigentlich waren die zwei Stunden heute fast wie ein kleiner Urlaub.

Immerhin ein Bild von außen: Das Südbad in München Sendling.

Samt An- und Abreise, weil ich eigentlich auch nie durch Untersendling radle. Schade eigentlich. Ist schön da. Und das Bad ist mitten in der Stadt, zwischen den Wohnhäusern und Wirtschaften. Nicht so ab vom Schuss wie das Dante und Oly. Vielleicht mache ich da nächste Woche nochmal einen Ausflug. Mit anschließendem Essen in einer der Wirtschaften, an denen ich heute nur vorbei geradelt bin. Denn wie heißt es so schön auf meiner Bäderkarte: „Ihre Auszeit vom Alltag!“. Genau so habe ich mich heute gefühlt.

Ihre Auszeit vom Alltag – aber wenn Schwimmen Alltag ist?!


500 Kilometer vor Ende der Freibad-Saison

Hui! Was ist da heuer los? Ich habe meine Schwimmkilometer zusammengerechnet und es sind schon 500. Im September! Die Freibad-Saison ist noch nicht vorbei und ich bin schon am Jahresziel? Was ist da los?

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„Meine“ Bahn im Dantebad …

Einiges. Ich hatte seit Beginn der Freibad-Saison eine unglaubliche Lust zum Schwimmen. Allein Mai war ich fast jeden Tag im Becken. Und auch im Juni gab’s kaum eine Pause. Es war einfach soooo schön! „Zwangspausen“ gab’s, wenn ich im Urlaub war. Oder an den äußerst heißen Wochenenden. Aber da war ich im See. Hehe…

Sonnenuntergang in Herrsching am Ammersee

Obwohl es in den Sommerferien richtig, richtig heiß war, mit Temperaturen über 30 Grad, war ein vernünftiges Schwimmen im Freibad möglich. Erstaunlich! Aber das lag wohl daran, dass Ferien waren und viele Münchner nicht in der Stadt waren. Oder im See, denn die vielen Seen um München waren auch sehr, sehr warm. Und ich war im Dantebad und habe Bahn um Bahn gezogen.

Warum mir das Schwimmen heuer wieder so viel Spaß macht, kann ich gar nicht genau sagen. Letztes Jahr fiel es mir zum Teil schwer, da habe ich im ganzen Jahr nicht mal 500 Kilometer erreicht. Vielleicht liegt es heuer daran, dass es im Herbst und Winter schwierig wird. Die Olympiaschwimmhalle ist noch im Umbau-Modus, das heißt: fünf Bahnen statt 13. Das Wettkampfbecken mit acht Bahnen wird gerade umgebaut, wir schwimmen im Becken vom Hochschulsport, das fünf Bahnen breit ist. Und natürlich vorrangig von der Uni genutzt wird. Wenn das Semester im Oktober startet, wird’s wohl eng. Das habe ich wohl im Hinterkopf gehabt. Ich bin sozusagen „vorgeschwommen“. Aber das allein kann’s nicht sein.

Da geht’s im Herbst wieder hin: Olympiaschwimmhalle, ohne Tageslicht. Aber immerhin mit 50-Meter-Bahn.

Eigentlich ist es auch egal. Es hat viel Spaß gemacht und ein paar Freibad-Tage gibt’s ja noch. Die werden noch genutzt. Denn der Umstieg in die Halle ist im Herbst besonders schlimm. Dann werde ich von den vielen, vielen Freibad-Tagen zehren. Vom Schwimmen in der Sonne genauso wie von den Regenschwimmtagen.


Start in die Freibad-Saison

Wie unterschiedlich die Welt sein kann: die Leute, deren Gedanken und auch das Wetter.

Während es letztes Jahr einen regelrechten Kaltstart in die Freibad-Saison gab, war es heuer richtig sommerlich! 28 Grad waren vorhergesagt, das hat sogar die Stadtwerke überzeugt und deshalb hat das Schyrenbad heute schon geöffnet. Statt am 1. Mai.

Letztes Jahr war der Freibad-Start auch Ende April – aber es war kalt. Trotzdem war’s schön!

Ich habe überlegt, ob ich an so einem schönen Sommertag überhaupt ins Freibad gehen soll. Da wird es sicher voll sein. Vor allem, weil es das einzige Freibad ist, das geöffnet hat. Und Sonntag und seit Tagen schon angekündigt, dass es heute Sommer ist. Das sind die Zutaten für Chaos im Bad.

Andererseits will ich gern am ersten Tag gehen. Und so habe ich mich darauf eingestellt, dass es voll wird und schwimmen wohl eher mäßig wird.

Vorm Bad: eine Schlange von Leuten. Einige höre ich sagen: ich hätte nicht gedacht, dass es so voll wird. Und ich denke: wo lebst du denn? Denkt ihr, ihr seid die einzigen, die einen Wetterbericht hören oder zum Fenster rausschauen und die Sonne sehen? Logo zieht’s bei dem Wetter alle ins Freibad.

Naja. Dank Bäderkarte kann ich fix durchs Drehkreuz und bin drin. Liegewiese: voll. Logo. Umziehen und ab zum Becken. Auch gut besucht. Und die abgetrennten Bahnen sind jetzt weiter rechts. So dass es mit der Bahn am Rand 3 abgetrennte Bahnen gibt. In jeder schwimmen ca. 8 Leute und ziemlich ungeordnet. Ich verschaffe mir einen Überblick und entscheide mich für Bahn 2.

Ich muss mich bissl zurechtfinden, doch dann geht’s erstaunlich gut. Das Wasser kam mir etwas kühler vor, aber das macht nichts. Es ist sehr angenehm.

Und dann endlich wieder schwimmen. Also im Freien. Ohne zu warmes Wasser wie im Dante und trotzdem nicht so kalt wie im See. Und irgendwie kommt mir die Bahn im Schyrenbad nicht vor wie 50 Meter. Viel zu schnell ist die Wende da und es geht weiter. Hin und her. Vor und zurück. Herrlich. Also teilweise. Manchmal ist es schon blöd, weil ich überholen muss, nicht wirklich Platz ist (genau dann kommt Gegenverkehr) oder jemand anders überholt und ich bin der Gegenverkehr. Aber im Großen und Ganzen läuft es besser als erwartet. Und dazu Sonne!

Ich bleibe nach dem Schwimmen noch ein bisschen da. Aber da sind es mir dann doch zu viele Menschen. Außerdem gibt’s bei Freunden von mir Spargel und ich bin eingeladen. Jipppie! Essen und ich muss nicht kochen. Danach essen wir noch ein Eis. Und was hat die Eisdiele im Angebot? Seepferdchen-Eis!!! Logo, dass das in meine Waffel kommt.