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Der Sinn des Lebens …

Heute war wieder ein grauer Nebeltag in München. Und leichter Ostwind. Typische Hochdrucklage im November. Eigentlich kein Wetter zum Eisschwimmen. Oder halt Eisschwimmen und dann beim Heimfahren frieren. Ich bin trotzdem los. „Stell dich nicht so an.“ „Du warst schon bei scheußlicherem Wetter oder kälterem Wasser schwimmen.“ „Wenn man erstmal da ist, ist’s auch schön!“. So motiviere ich mich, packe meine Sachen und radle los. Es ist kalt, grau, feucht. Aber draußen nicht so schlimm wie drinnen befürchtet. Ich bin guter Dinge.

 

Als ich am See ankomme, ist es auch hier grau-in-grau. Die Wasseroberfläche ist spiegelglatt, der Hügel schützt vor dem leichten Ostwind. Ich lege meine Decke hin, packe meine Sachen aus und setzte mich hin. Schaue aufs Wasser. Das stille graue Wasser schaut zurück. Es ist nicht einladend. Überhaupt nicht. Mir ist auch bissl kalt, es hat wohl 4 Grad. Ich sitze ziemlich lang auf meiner Decke und starre auf den See, der da vor mir liegt. Erst denke ich gar nix. Dann denke ich: Stell dich nicht so an. Dann: Ich habe jetzt überhaupt keine Lust. Und wenn man keine Lust hat, soll man auch nicht. Oder ist das nur eine faule Ausrede? Innerer Schweinehund und so … Dann stelle ich die Sinnfrage: Ist es sinnvoll, das zu tun? Beim Rauskommen fluchen, weil es dann an Land so kalt ist? Beim Heimfahren gegen den Ostwind frieren? Keine Finger und Füße mehr spüren? Ist es wirklich soooo schön, im kalten Wasser zu schwimmen? Will ich das? Will ich das jetzt den ganzen Winter durchziehen? Ist es das Ende, wenn ich heute nicht schwimme? Oder ist es einfach ok, es ganz sein zu lassen? Das Heimradeln ist doch oft ätzend. Mit klammen Fingern und tauben Füßen. Und so sitze ich da und starre und bin schon ganz starr. Bewegungsunfähig, aber nicht wegen der Kälte. Der See starrt unfreundlich, abweisend, grau und kalt zurück. Und nun? Kommen die ganz großen Fragen: nach dem Sinn des Lebens und überhaupt. Und ob ich nicht doch lieber in den Urlaub fahren sollte? Was anderes sehen? Raus aus dem Trott? Außerdem muss jetzt eine Entscheidung her. Denn wärmer wird’s definitiv nicht. Also ausziehen und schwimmen oder Sachen packen und heimradeln. Und damit umgehen, dass ich nicht geschwommen bin. Mich nicht dazu aufraffen konnte, obwohl ich schon alle Vorbereitungen getroffen habe.

Ich habe mich fürs Zusammenpacken entschieden. Kein Schwimmen heute. Nicht mal ausgezogen habe ich mich. Nur die Schuhe. Aber die Socken schon nicht mehr.

Beim Heimradeln ist es trotzdem kalt. Arschkalt. Ich komme mit klammen Fingern und tauben Füßen daheim an. Immerhin keine nassen Sachen, die ich zum Trocknen aufhängen muss …

Und jetzt? Keine Ahnung …


Ich bin wieder in meinem Element

Nachdem ich die wirklich warmen und schönen Herbsttage vor allem zum Rennradln genutzt habe, habe ich jetzt das Rennrad genutzt, um zum Herbstschwimmen zu kommen. Das ist eine prima Sache, weil’s nämlich schneller geht und mehr Spaß macht.

Am Freitag bin ich sogar eine Variante der Strecke gefahren. Da war’s auch recht warm und als ich am Langwieder See angekommen bin, habe ich mich total aufs Wasser gefreut. Nicht etwa, weil ich verschwitzt war. Sondern einfach auf das Gefühl. Reingehen, schwimmen, genießen. Schauen, wie lange ich durchhalte.

Sonne, leichte Wellen und recht warmes Wasser: der Freitag am Langwieder See

Das Wasser kam mir auch nicht kalt vor. Ich bin zügig reingegangen, hatte aber kein Thermometer dabei. Geschätzt hätte ich es auf 15-16 Grad. Ich schwimme los, es ist kühl, aber nicht schlimm. Es hätte mich schon gereizt, rauszuschwimmen. Oder zu dem schräg gegenüberliegenden Ufer. Aber allein. Eher nicht. Nicht, dass es doch kälter ist als gedacht und dass was passiert. Lieber auf Nummer Sicher und bissl „doof“ am Ufer hin- und herschwimmen. „Viermal, das schaffst du“, denke ich. Und als ich die vier „Bahnen“ hinter mich gebracht habe, merke ich, dass das Wasser gar nicht kalt ist. Es ist eher so, dass es wärmer wurde beim Schwimmen. Auf meinem Rücken fühlt es sich warm an. Also schwimme ich weiter. Brav am Ufer, nach Bahn acht denke ich: „Die zehn machst jetzt voll!“ Gedacht – getan. Dann aber raus, schließlich will ich nicht übertreiben und muss auch noch heimradln.

Am Ufer überkommt mich dann dieses wohlige Kribbeln. Obwohl es ja noch gar nicht kalt ist, durchfluten mich diese Kalt-Warm-Wellen. Es ist herrlich. Wie habe ich es vermisst! Weniger vermisst habe ich allerdings, was unter meinem Badeanzug zum Vorschein kommt: Sand und sogar eine Minischnecke. Ich war wohl zu lange im Wasser, da hat sie es sich gleich bequem gemacht. Naja. Schnell weggeschnippt, abgetrocknet, angezogen.

Schee war’s!

Und während ich noch dasitze und die Sonne genieße, kommen zwei Bekannte: Ruth und Robert, die ich letztes Jahr hier kennengelernt habe. Die auch im Herbst schwimmen und einfach schauen wollten, wie lange es klappt. Leider habe ich sie dann letztes Jahr nicht mehr gesehen. Aber just am Freitag, als ich zum See geradelt bin, habe ich an die beiden gedacht. Und schon sind sie da! Bis November haben sie durchgehalten, dann war’s Wasser zu kalt. Ich finde auch, dass es einen Unterschied macht, ob das Wasser über oder unter 10 Grad hat. Das ist so eine Grenze. Genau wie die 5-Grad-Marke. Das ist auch nochmal eine andere Nummer – und unter 5 Grad zählt es dann tatsächlich als Eisschwimmen.

Die beiden schwimmen also auch ihre Runde und wir ratschen noch ein bisschen. Sehr schön, das hat mich echt gefreut, die beiden doch wieder zu treffen.

Heute war ich auch nochmal schwimmen. Bei ganz besonderem Licht. Über München ist eine graue Wolkendecke, es gibt diffuses Dämmerlicht. Nicht dieses fade Licht, wenn es wolkig ist, sondern eher wie morgens oder abends in der Dämmerung. Das kommt wohl daher, dass der Himmel im Süden blau ist. Was sag ich: blau? Hellblau. Türkishellblau. Unfassbar schön. Und dieses Blau schiebt sich langsam nördlich. Oder besser, die warme, trockene Föhnluft schickt die Wolken weg. Sie schiebt sie nach Norden. Heute konnte ich das beim Radln schon prima beoabachten.

Da hinten schiebt der Föhn den blauen Himmel an – oder die Wolken weg. Ansichtssache!

Warm war’s aber nicht. Etwa 11 Grad. Leichter Ostwind, den man aber nur als Gegenwind-Verstärker gemerkt hat. Der See lag spiegelglatt vor mir. Dieses Prä-Föhn-Dämmerlicht hat eine ganz besondere Stimmung gezaubert. Die Birken haben golden geleuchtet. Und auch die anderen gelben Blätter sahen eher aus wie kleine Lampen an den Bäumen. Es war surreal. Ihr müsst euch das jetzt vorstellen, weil es auf den Fotos nicht so rüberkommt. Da ist es einfach duster und grau.

Das Handy kann die tolle Lichtstimmung nicht einfangen. Immerhin sieht man, wie spiegelglatt das Wasser ist.

Das Wasser kam mir dann aber deutlich kälter vor als am Freitag. Schon beim Reingehen an den Füßen habe ich es gespürt. Wieder ohne Thermometer. Ich dachte ja, dass es mir egal ist, wie warm das Wasser ist. Aber ehrlich gesagt bin ich zu neugierig und werde es nächstes Mal wieder mitnehmen. Ich tauche unter, es ist kalt. Kälter als beim letzten Mal. Ich schwimme einmal hin und her. Puh! Aber ich will auch kein Jammerlappen sein und sage mir, dass vier „Bahnen“ schon gehen. Also nochmal hin und her. Und dann raus. Es ist kalt. Ganz anders als am Freitag. An Land bin ich auch froh, mich in mein dunkelblaues Handtuch zu wickeln und den nassen Badeanzug ausziehen zu können. Dieses Mal auch ohne Mitbringsel aus dem See. Gekribbelt hat’s natürlich schon. Und das war wieder toll. Die Lebensgeister tanzen unter der Haut Samba, ich fühle mich erfrischt und belebt. Und freue mich schon aufs nächste Mal.

Der Busch rechts im Bild hat in Wirklichkeit gelb geleuchtet. Also nix grau-in-grau wie auf dem Bild.

Für alle, die es auch reizt, habe ich hier nochmal meine persönlichen Tipps zum Herbst-, Winter- oder Eisschwimmen zusammengefasst.


Herbstschwimmen mit Begleitung

Heute war wieder einer dieser schönen warmen Herbsttage. Die Luft an sich war warm, die Sonne hat es noch verstärkt. Aber selbst bei Schleierwolkenschicht blieb es warm. Ein guter Tag für einen Ausflug ans und ins Wasser.

Ich bin zum Karlsfelder See geradelt. Eine schöne Strecke, kaum länger als zum Langwieder See. Und der Oktober macht sich bemerkbar, die Blätter werden langsam bunt.

Am Karlsfelder See treffe ich mich mit einer meiner Dantebadbeckenrandfreundinnen. Sie heißt auch Petra und wir teilen nicht nur die Liebe zum Wasser und Schwimmen, sondern auch die Vorliebe für bunte Badeanzüge und lustige Kappen.

Petra ist auch eine prima Triathletin und nutzt die wohl letzte Chance für ein Schwimmtraining im See. Also so richtig schwimmen mit Kopf unter Wasser. Deshalb zieht sie auch ihren Neo an, während ich ja eher dem Kältegefühl entgegenfiebere als der Schwimmstrecke.

Ins Wasser geht’s gemeinsam. Es hat etwa 14 Grad und bis zu den Oberschenkeln fühlt es sich richtig warm an. Kurz nach dem Untertauchen merke ich aber die Kälte. Ich lasse es auf mich wirken, schwimme ruhig dahin. Wir bleiben beide in Ufernähe und schwimmen ratschend dahin. Herrlich! Keiner da außer uns, das Wasser ist klar und glatt, der Himmel weiß-blau und es ist nicht kalt. Schön!

Irgendwann wird’s natürlich schon kühl und ich gehe raus. Draußen an Land ist’s toll! Die warme Herbstluft, dazu das Kribbeln auf der Haut vom Wasser… Wahnsinn! Sooo schön!

Ich ziehe mich an, Petra krault jetzt noch ein paar Runden.

Die Männer aus ihrer Trainingsgruppe schlüpfen derweil in ihre Neos und starten dann. Sie schwimmen insgesamt 20 Minuten.

Am Ende hat jeder das gemacht, was er wollte und konnte. So unterschiedlich die Aktionen waren, es hat jedem Spaß gemacht und wir hatten einen ganz tollen Mittagsausflug!

Den Radio-Beitrag dazu gibt’s am Sonntag, 14. Oktober, auf B5aktuell im „Fitnessmagazin„, um 7.35 und um 17.05 Uhr. Natürlich auch als Podcast.

Außerdem hat mich das Radln zum Karlsfelder See (wie immer mit dem Stadtfahrrad) dazu motiviert, das Rennrad mal wieder aus dem Keller zu holen …


Nordsee-Baden

Das Chlorhuhn und das Meer, das ist so eine Sache … Ich glaube, das wird auch nix mehr mit uns. Ich war kürzlich an der Nordsee. Nicht in Deutschland, denn da ist immer Ebbe, wenn ich mal da bin. Sondern in Schweden. Am Kattegat. Ich bin den Kattegattleden geradelt. Der führt von Helsingborg im Süden bis nach Göteborg, immer an der Westküste entlang. Und natürlich fast immer am Meer, also der Nordsee entlang. Am zweiten Radltag war die Nordsee wütend oder zumindest hat sie gewütet. Es war ein heftiger Wind und dadurch gab’s heftige Wellen. Fürs Radln kein großer Spaß (kann man hier im neuen Radl-Blog lesen), fürs Schwimmen noch weniger.

Sieht schön aus, ist aber krass laut!

Nach 65 Kilometern Tagestour, zum Teil mit krassem Gegenwind, bin ich in Båstad angekommen. Ein Örtchen direkt am Meer, auch mein Hotel liegt direkt am Meer. Ich kann von meinem Zimmer im Bademantel losmarschieren und bin gleich am Sandstrand. Sand, das ist auch so eine Sache bei mir. Ich verstehe gar nicht, was alle immer mit ihren Sand-Stränden haben. Da hast den Sand überall (wirklich überall) und der geht auch nicht mehr weg. Ich bin also froh, dass ich nur Badelatschen und einen Bademantel anhabe, da hält sich das mit dem Sand-Souvenir in Grenzen.

Muscheln am Strand und die Pier geht ganz schön weit raus. Und da draußen ist es immer noch flach …

Der Wind bläst, ist zum Glück aber nicht kalt. Nur: wohin mit dem Bademantel (in dem auch meine Schlüsselkarte ist)? Ich sehe kleine Holzhüttchen mit Veranda. Keiner da, deshalb erlaube ich mir, meine Schuhe und den Bademantel hier in ein windgeschützes Eckchen zu legen. Und dann mache ich mich auf zum Strand, eine Minidüne hinunter und dann über den warmen Sand zum Wasser. Tausende und tausende Muscheln liegen hier. Und die Wellen rauschen ans Ufer. Das Wasser scheint flach zu sein, aber ich sehe nicht, was unter mir ist. Ich will ungern in scharfe Muschelkanten treten, deshalb entscheide ich mich für den Weg über die Pier. Sie führt relativ weit raus, am Ende ist eine Leiter. Über die gehe ich ins Wasser. Also, erstmal mit den Füßen. Es ist warm, trotz des Windes. Aber was ist unter mir? Wie tief? Wasserpflanzen? Ungeheuer? Es dauert ewig, bis ich mich entscheide einzutauchen. (Beim Eisschwimmen bin ich da viel zielstrebiger).

Und naja. Was soll ich sagen? Wasser halt. Zum Glück nicht tief. Je nach Wellental oder -berg geht mir das Wasser bis zu den Oberschenkeln oder zum Bauch. Schwimmen? Keine Chance. Es gibt auch keine Wellenpause. Es ist entweder hoch oder tief, aber nie ruhig. Und kräftig sind die Wellen! Ich tauche ein paar Mal ein, lasse mich hin- und herschwappen. Spaß sieht anders aus. Das ist nicht meine Welt. Ich stelle mich wieder hin und da wirft mich so eine Welle von hinten fast um! Zaxndi! Do legst di nieda!

Ich kraxle die Leiter wieder rauf, gehe über die Pier zurück zum Strand, von da zurück zum Holzhüttchen – und bin trocken. Der Wind hat mich trocken geweht!

Jetzt gehe ich erstmal in die Sauna des Hotels. Die hat eine riesige Glasfront mit Blick auf den Strand und das Wasser und ich bin der einzige Gast. Herrlich.

Sauna mit Tageslicht und Aussicht

Einen weiteren Nordsee-Versuch gab’s im Verlauf der Reise noch. In Steninge. Da übernachte ich in einem Hostel – und das war so schön da, das muss ich jetzt erst loswerden. Kennt ihr das, wenn ihr an einen Ort kommt und euch sofort wohl fühlt? Und willkommen? So war das im Vandrarhem Steninge! Catarina und Per betreiben dieses Hostel direkt an der Küste und am Kattegattleden. Und Catarina hat mich sofort herzlichst begrüßt, fast wie eine Freundin. Sie strahlt einfach sowas Herzliches, Gastfreundliches aus, das kann man nur schwer beschreiben, das muss man erleben. Es gibt einfach Leute, die zum Gastgeber geboren sind. Und eigentlich ursprünglich einen ganz anderen Beruf ausgeübt hatten. Das ist bei Catarina so und das war auch bei Marianne in Boxholm so. Die ist auch so eine Frau, bei der man sich sofort „dahoam“ fühlt und umsorgt, aber nicht so übermuttermäßig. Sondern einfach willkommen. Als Gast.

Per ist Weltmeister im Haferbreimachen. Er und Catarina betreiben das Vandrarhem Steninge.

Ich habe beim Weiterradln dann lange drüber nachgedacht, warum das bei Catarina und Marianne so anders ist als in einem (großen) Hotel. Da sind die Leute ja auch zuvorkommend und nett (schließlich ist man ja zahlender Gast). Aber das ist so ein „professionelles“ Nett, so, so … ich weiß nicht … nicht von Herzen. Sondern weil es halt dazu gehört, der Job es erfordert und man ja Dienstleister ist. Während das Nett-Sein im Vandrarhem Steninge und im Hotell Sommarhagen tatsächlich von Herzen kam. Weil die Betreiberinnen (zumindest habe ich das so empfunden) mit Herzblut bei der Sache sind. Und vielleicht auch, weil es ihr Hotel/Hostel ist. Sie haben es aufgebaut, die Gäste kommen zu ihnen – und wohl auch wegen ihnen – genau hierher. Sie sind nicht nur Angestellte, die ihren Job machen (bitte nicht falsch verstehen, ich habe hohen Respekt vor Jobs in der Hotellerie/Gastronomie; und die meisten machen den Job gut!). Es ist aber deren Projekt, deren „Baby“ und das merkt man.

So, jetzt aber zum Strand. Denn dahin hat mich Catarina dann auch gleich geschickt, der ist nämlich einfach auf der anderen Straßenseite.

 

Das ist ein Naturstrand, das heißt, die Algen werden nicht entfernt. Das Wasser ist trüb und wellig. Es gibt auch hier eine Leiter zum Reingehen. Ich spreche mit einer Frau, die gerade ihre Schwimmrunde beendet hat. Sie macht mir Mut: Das Wasser ist sauber, das Aufgewühlte ist nicht schlimm. Ich könne stehen, Wasserpflanzen gibt’s auch keine und wenn ich zwischen der Leiter und der Pier (die zu einer Insel führt) schwimme, ist es „safe“.

Ich wage mich also ins Wasser und schwimme ein bisschen hin und her. Weil der Strand in einer Bucht ist, sind die Wellen hier nicht so heftig wie in Båstad. Aber so richtig Schwimmen ist das auch nicht. Eher baden und sich treiben lassen. Für den Abschluss einer Radltour ganz schön. Als ich dann in der Dusche den Bikini ausziehe, sehe ich, dass in ein „Mitbringsel“ abbekommen habe. Der Schlamm hat sich in den Nähten gesammelt. Das sieht nicht schön aus, lässt sich aber zum Glück ganz leicht ausspülen.

Und später gibt’s hier einen wirklich schönen Sonnenuntergang zu sehen. Ich kann meinen Blick kaum abwenden, so schön ist es, der Sonne beim Untergang zuzusehen. Wie sie langsam aber sicher ins Meer fällt, ein Sonnenbad sozusagen.

Schon schön, so ein Sonnenuntergang über dem Meer!

Jetzt nimmt die Sonne ein Bad – ein Sonnenbad!

Als ich bei meinem vorigen Schwedentrip in Göteborg war (das ich übrigens sehr empfehlen kann), bin ich mit dem Schiff auf die Schären gefahren. Das ist eine feine Sache, einfach so mit dem öffentlichen Nahverkehr in eine Inselwelt zu fahren. Schon die Fahrt war Urlaub. Und es ist wirklich schön da im Schärengarten vor Göteborg.

Mit der Tram zur Endhaltestelle und dann aufs Schiff.

Hinaus in den Schärengarten von Göteborg. Für nur 9 Euro (Tagesticket)!

Ich bin bis zur Endstation gefahren und da ein bissl rumspaziert.

Dann habe ich mich in einem sehr gemütlichen Fleckerl Strand niedergelassen, dem Meer gelauscht und mein Buch gelesen.

Mein idyllisches Platzerl – ganz für mich allein!

Später bin ich dann weitermarschiert und habe eine schöne Badestelle gefunden. Mit großen, runden Felsen, auf denen ich mir ein Platzerl gesucht habe. Und einem Steg samt Leiter, um ins Wasser zu kommen.

Auf den Felsen war’s schön warm!

Auch hier war die Nordsee Anfang Juli schön warm, etwa 22 Grad. Und es war wellenarm, weil es in einer Bucht war. Ach, hätte man hier schön schwimmen können. Glasklares Wasser, kaum Wellen – aber irgendwas hat immer an meinen Füßen gekitzelt. Komische Wasserpflanzen, ohje! Chlorhuhnalarm. Ich bin dann nur vom Steg zu meinen Steinen und zurückgeschwommen.

Wasserpflanzen ohne Ende …

… die beim Schwimmen kitzeln.

Genug (Nerven)Kitzel fürs Chlorhuhn. Ich hab mich dann an Land wie ein Seehund auf die warmen Steine zum Trocknen gelegt. Mit vom Salzwasser pappiger Haut. Da waren mir die Seen in Schweden schon um einiges lieber!


Einstellig!

Der November macht heuer seinem Ruf alle Ehre. Er ist oft neblig-grau-feucht. Heute zum Glück nur neblig und grau, ohne Feucht. Das muss natürlich genutzt werden, deshalb auf zum See!

Beim Radln fällt mir mal wieder auf, wie schön die Bäume bzw. deren gelbes, rotes und oranges Laub im Novembergrau leuchtet. Ganz so, als wollte sich die Natur so für das Grau entschuldigen. Und diese schöne Ruhe, die über dem Land liegt. So auch am See. Keiner da, außer den Enten. Herrlich!

Novembergrau und herrliche Ruhe


Fix bin ich umgezogen und gehe ins Wasser. Ich habe schon damit gerechnet, dass es kälter ist als am Sonntag bei meinem letzten Besuch. Schließlich hat es geregnet, am Alpenrand fiel sogar Schnee und die Nächte waren kalt. Als ich mit den Füßen im Wasser stehe, fühlt es sich war kalt an, aber nicht so kalt wie erwartet oder befürchtet. Ich schwimme los. Und weil ich allein bin und auf Nummer Sicher gehen möchte, bleibe ich im Uferbereich.

Dass das eine gute Entscheidung war, merke ich nach der ersten Schock-Minute. Es ist kalt. Hui! Also doch kalt. Ich denke mir: einmal hin und einmal zurück, das reicht dann. Und dann fällt mir ein, dass es ja die „magischen zwei Minuten“ gibt, also beschließe ich, viermal hin- und her zu schwimmen. Ich kann auch meine Atemwölkchen über dem spiegelglatten Wasser beobachten. Ach, wie schön. Und doch gar nicht so kalt im Wasser. Also, warm ist es natürlich nicht, aber mein Körper hat sich jetzt daran gewöhnt, es kribbelt heiß am Rücken und meine Schwimmbewegungen werden ruhiger. Ach, zwei Mal geht noch! Ach, was! Ich mache die zehn „Bahnen“ voll. Mit „krummen“ Zahlen hab ich’s nicht so. Google Maps verrät mir daheim, dass die Entfernung etwa 18 Meter einfach sind. Also bin ich 180 Meter geschwommen.

Dann geht’s raus. Und da ist es kalt. Denn das vergisst man (also in dem Fall ich) bei dem schönen Wetter der letzten Male gern, dass es draußen dann kalt ist. 

Abendstimmung um 16 Uhr am Freitag…


… fast spätsommerlich und warm am Samstag Mittag


Also fix umziehen, zum Glück ist keiner da, der stört oder mich mit Fragen löchert. Puh. Und dann ist mir kalt. Richtig kalt. Kein Wärmezittern, aber kkkkaaaaallllttt! Eisige Zehen, eisige Finger. Ein Schluck heißer Tee aus der Thermoskanne. Aber dann will ich nur noch eins: heim, heim, heim – wo’s warm ist. Weil auch das habe ich erfolgreich verdrängt: Ich muss noch 45 Minuten auf dem Radl ausharren. Mit kalten Füßen und vor allem mit kalten Händen. Die nicht warm werden, weil sie den Lenker festhalten. Im Gegenteil, sie werden noch kälter und steifer. Ohmann. War das letztes Jahr auch so schlimm? Oder ist es nur jetzt, auf dem Radl, so schlimm?

Scheint so, denn jetzt, daheim am Computer, nach einer warmen Dusche und einer großen Tasse Tee, habe ich das „Schlimme“ schon fast wieder vergessen.

Ich erinnere mich an die Ruhe im See, die spiegelglatte Oberfläche, meine Atemwölkchen. Ich erinnere mich daran, wie sich mein Körper ans kalte Wasser gewöhnt hat und ich ruhiger schwimme. Wie mich der Ehrgeiz wieder packt, dass ich doch noch mal und nochmal hin- und herschwimme. Das war bis jetzt nämlich nicht so. Ich bin geschwommen und wieder rausgegangen. Weil man ja auch länger hätte schwimmen können. Aber nicht müssen. Weil es relativ „uninteressant“ war. Aber jetzt, wo’s wieder „ernst“ wird, da packt mich der Ehrgeiz. Vielleicht muss ich auch endlich die Batterie in meiner Uhr wechseln lassen, damit ich wieder sehe, wie lange ich im Wasser war. Heute kann ich es nur schätzen. Ach ja, das Wasser hatte zwischen 9,8 und 10,0 Grad – das Thermometer konnte sich beim Schwimmen nicht recht entscheiden!

Das Thermometer schwankte zwischen 9,8 und 10,0 Grad


Dampf-See

Oh Mann, heute war’s kalt! Richtig kalt! Neblig und etwa 0 bis 2 Grad Lufttemperatur. Beim Radln wurden die Finger in den Handschuhen schon ordentlich kalt. Und als ich hinter der Blutenburg über die Felder fahre, sehe ich den Reif auf den Wiesen. 


Ob ich tatsächlich schwimmen werde, stelle ich ernsthaft in Frage. Der Lußsee dampft, als ich dort ankomme. Außer mir sind zum Glück kaum Leute da. Der Kies ist ebenfalls zum Teil mit Reif bedeckt, auch die Wiese hier. 

Der Lußsee hat den Nebel hier zu verantworten!


Und mein Thermometer hat keine Temperaturanzeige mehr. Oder fast nicht. Die kleine blaue Linie hat sich fast versteckt. 

Die kleine blaue Linie ist kaum zu sehen…


Aber was bedeutet ein dampfendes Gewässer? Das Wasser ist wärmer als die Luft! Und das muss ich dann doch testen. 

Zeugnis der kalten Nacht…

Auf dem Bild sieht man leider nicht, wie der See dampft…


Also rein. Und losschwimmen. Kalt. Atem über dem Wasser zu sehen. Bbbrr. 15 Sekunden. Ohje! Ah, es geht besser. Nach einer Minute umdrehen und zurück schwimmen. Och, bissl geht noch. Also noch mal hin und zurück, allerdings nicht mehr so weit. Ich weiß, dass ich noch einen Heimweg vor mir habe. Nach gut 3 Minuten geht’s raus. Wow! Kalt! Flipflops anziehen war auch schon mal einfacher… 

Wassertemperatur etwa 3 Grad?


Es weht auch ein fieser, feiner Ostwind. Merke ich beim Umziehen. Das klappt relativ gut. Heißen Tee. Kaum Zittern. Heimradln. Ohje! Da bläst mir der Wind kaum merklich, aber kontinuierlich entgegen. Ist. Das. Kalt! Wahnsinn! Ich will nur noch heim! Das Radln ist schlimmer als alles andere. Und endlich daheim, ist mir nicht nur kalt. Mir ist bissl schlecht. Mein Auge und mein Mund sind bissl eingefroren vom Fahrtwind. Ohje!

Fazit: Eisschwimmen ist toll. Wasser, das dampft, fühlt sich gut an. Aber: zum Radln ist es zu kalt!