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Erster 1. Mai ohne Freibad

Heute bin ich traurig. Richtig traurig. Denn der 1. Mai ist „mein“ Feiertag. Ja, klar, das ist in ganz Deutschland und vielen Ländern Europas ein Feiertag. Aber heuer – dank Corona – eben nicht „meiner“. Denn normalerweise öffnen am 1. Mai die Freibäder. Aber was ist schon normal in diesen Tagen, Wochen, Monaten? Seit Mitte März sind die Bäder geschlossen, Schutz vor Ansteckung. Sollte mal zwei Wochen dauern, jetzt sind es sechs Wochen.

Dicke Wolken und Wasser – das wäre das ideale Freibadwetter für mich.

So lange nicht schwimmen – das gab’s nicht, seit ich regelmäßig meine Bahnen ziehe. Nicht mal 2014 nach meinem Radlunfall. Da lag ich im Krankenhaus und musste mich auch danach auskurieren, aber nach drei Wochen durfte ich wieder schwimmen. Das hatte zwar wenig mit „Schwimmen“ zu tun, war aber unglaublich wichtig für meine seelische Gesundheit.

Und genau die ist heute überhaupt nicht gut. Weil ich inzwischen einen Lichtblick brauche. Eine Perspektive. Und ja, mir geht’s neutral betrachtet, nicht schlecht. Ich habe Arbeit, kann Rennrad fahren, meine Familie und Freunde sind gesund. Ich habe weder pflegebedürftige Eltern noch Kinder, die daheim lernen müssen und auch ihre Freunde nicht sehen können.

Über 100 Kilometer mit dem Rennrad – das geht nur dank guten Trainings …

Und dennoch schlägt mir die Corona-Situation heute ganz besonders aufs Gemüt. Weil keiner weiß, wie es weitergeht. Und ob die Bäder überhaupt öffnen dürfen. Dabei hat sich der Bäderverband schon Gedanken gemacht, wie man ein Hygienekonzept umsetzen kann. Es ist die Rede davon, dass man die Duschen sperrt und dass Eintrittskarten vorab gekauft werden müssen, wie bei einem Konzert, zum Beispiel. Das wäre doch ok. Duschen kann man auch daheim (hab ich die letzten sechs Wochen getestet, geht prima) und wenn weniger Leute im Becken sind, ist es eh entspannter. Das kenne ich ja nur zu gut. Und selbst wenn das bedeutet, dass man nur zweimal pro Woche seine Bahnen ziehen kann (statt sieben Tage die Woche), dann ist das noch immer besser als jetzt.

Normalerweise wäre ich heute freudig aufgewacht. Es ist nämlich das perfekte Freibadwetter: Wolken, ab und zu Regen, mit etwa 16 Grad nicht zu kalt und definitiv kein Wetter, das die Massen ins Bad lockt. Aber nein – nix ist. Als ich mir dann dachte, dass ich doch mit dem Rennrad eine Runde drehe und vielleicht auf dem Rückweg kurz in einen See springe, fängt es just zu regnen an, als ich aus der Haustür trete. Dazu dunkle Wolken, keine Ahnung, ob es bei den paar Tropfen (der Himmel weint!) bleibt, oder ob es wie vorhergesagt, stärker zu regnen anfängt.

Das wäre Plan B gewesen, aber bei Regen radlen und nasse Klamotten am See – naja. Muss nicht sein.

Ich packe also das Rad zurück in den Keller und beschließe, stattdessen spazieren zu gehen. Da kommt doch glatt die Sonne wieder raus! Ich bin etwa eine Stunde unterwegs: Die Sonne kommt raus, wärmt. Dicke Wolken schieben sich drüber, es wird kühl und dunkler. Irgendwann fallen ein paar Tropfen. Ich werde traurig. Denn genau das hätte ich jetzt gern im Wasser erlebt. Wie schön ist es, wenn man schon etwas ausgekühlt ist und dann die warmen Sonnenstrahlen auf dem Rücken spürt! Wie schön ist es, wenn es auf einmal unter Wasser leuchtend hell wird, das Edelstahlbecken die Sonnenstrahlen reflektiert! Und wie interessant ist der Wechsel hin zum Dunkel! Und dann sieht man auf bzw. unter der Wasseroberfläche, wie es leicht regnet, wie die Tropfen eine Delle in die Oberfläche machen und sich dann im Wasser aufzulösen scheinen. Nie habe ich intensiver als beim Schwimmen wahrgenommen, dass sich die Lichtintensität während des Regens verändert. Es wird heller, doch trotzdem regnet es noch. Wie schön ist es zu wissen, dass man schon zwei Kilometer geschafft hat und das Wasser warm genug ist, dass auch der letzte Kilometer noch geht! Wie schön ist der Gedanke an die warme Dusche nach dem Schwimmen! Das nasse Gras unter den Füßen zu spüren, auf dem Weg zurück zur Umkleide. Wie egal ist das Wetter im Freibad, denn die Klamotten sind im Trockenen! Wie sehr vermisse ich das gerade!

Meine Sehnsucht nach dem Schwimmen – und damit nach einem Stück Normalität – ist unermesslich. Das Rennradfahren ist schön, keine Frage. Ich war und bin froh um die Abwechslung. Doch so ohne Freibad ist es keine Abwechslung mehr. Da können die Touren noch so schön sein …

Auf einer meiner Touren hat der Raps trotz Wolken sehr gelb geleuchtet.

Mäh!


Wasser marsch!

Jetzt ist es soweit: Kein Wasser. Zumindest nicht im Freibad und nicht in absehbarer Zeit. Ich hatte es ja fast befürchtet. Manno! Jetzt, wo das Wetter so schön ist. Jetzt, wo die Sehnsucht echt groß ist! Fünf Wochen an Land! Das muss man sich mal vorstellen! Fünf mal sechs Tage ohne Wasser. 30 Tage! Hallo?? Das hatte ich nicht mal nach meinem Unfall. Und da war immerhin Besserung in Sicht. Und jetzt? Vor lauter Panik und Angst bleiben Sportstätten geschlossen. Sogar Stege an den Seen sind gesperrt. Hoch ansteckend, so ein paar Holzplatten auf dem Wasser. Unfassbar.

Hochansteckend, so ein Steg!

Ja, schon klar – die Ansteckung geht von den Menschen aus, die hier in Horden rumsitzen. Aber haben wir in den letzten fünf Wochen nicht alle gelernt, dass es wichtig ist, Abstand zu halten? Ich hoffe doch, dass die meisten Mitmenschen das inzwischen wissen und sich nicht eng an eng aneinander quetschen (was ich persönlich ja schon immer besser fand, aber als „seltsam“ galt).

Alles meins, keiner da!

Das Radln macht nach wie vor Spaß, meine Ortskenntnis im nördlichen Outback von München erhöht sich. Zum Glück spielt das Wetter noch mit. Denn Radln ist sehr wetterabhängig, ganz anders als Schwimmen. Allerdings stelle ich auch Parallelen fest: Inline-Skater sind die Brustschwimmer des Radlfahrers: schwer einzuschätzen, gehören irgendwie nicht dazu und sind immer im Weg. Vorteil vom Radlfahren: Man hat eine Klingel, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch der Schein trügt, nicht immer wird man gehört. Immerhin sind die „Hindernisse“ überholt und tauchen nicht nach 50 Metern wieder auf … Galgenhumor!

Bayern wie im Klischee: der Starnberger See, im Hintergrund die Alpen im Dunst

Heute habe ich es nicht mehr ausgehalten ohne Schwimmen. Deshalb bin ich vormittags zum Starnberger See gefahren. Vorteil von Corona: Weniger Autoverkehr, immerhin. Und am See zum Glück nur ein anderer Mensch. Ich halte ja, siehe oben, eh gern Abstand. Also kein Problem. Der Steg ist zwar gesperrt, ins Wasser kommt man trotzdem.

Bestes Wasser!

Das ist angenehm klar und kühl, aber nicht zu kalt. Ich gehe rein, es ist echt schön! Weil ich vom Radln etwas aufgehitzt bin, warte ich ein bisschen, dann tauche ich unter. Schööööön! Ich schwimme Oma-Brust, einmal um den Steg herum. Das Wasser ist kühl, ich merke, wie mein Atem schneller geht. Aber es ist gut auszuhalten, außerdem könnte ich hier überall stehen, das Wasser ist flach. Und so schwimme ich die paar Meterchen um den Steg. Beim Rausgehen ist mir ganz wohlig, und als ich das Handtuch um mich wickle, kribbelt es. Es ist nicht so heftig wie im Winter, dafür ist das Wasser schon zu warm und auch die Luft ist fast schon sommerlich. Aber es ist schön! Ich genieße den Blick aufs Wasser und die Alpen, die im Dunst zu erkennen sind.

Schön war’s! (Und irgendwann schaffe ich es auch, ein gutes Selfie zu knipsen!)

Dann ist es schon wieder Zeit zum Aufbruch. Beim Radln ist mir nicht kalt, aber ich fühle mich erfrischt. Gestärkt. Es ist zwar nicht mit dem Bahnenschwimmen im Schwimmbad zu vergleichen, aber sehr schön.

Auf die Freibad-Saison möchte ich dennoch nicht verzichten. Es wäre wirklich unglaublich, wenn wir heuer überhaupt nicht ins Freibad könnten!

Diesen Spruch von Benjamin Franklin sollten wir uns alle zu Herzen nehmen. Es gibt keine Vollkaskoversicherung fürs Leben …


Fisch mit Fahrrad

Drei Wochen ohne Wasser. Drei Wochen ohne Schwimmen. Drei Wochen ohne Chlor. Drei Wochen duschen zuhause. Klingt dramatisch – ist es aber gar nicht! Ich muss zugeben, ich bin selbst erstaunt. Zum einen, weil die Dusche daheim funktioniert (ok… daran habe ich auch nicht gezweifelt), zum anderen, weil es mir eigentlich ganz gut geht damit.

Natürlich vermisse ich das Schwimmen, meine Routine, den Flow und das Treffen von Freunden und Bekannten. Aber ich habe mich erstaunlich schnell an die neue Situation gewöhnt. Das frühlingshafte Wetter hat daran sicher einen großen Anteil. Und zum Glück dürfen wir in Bayern ja (anders als in Italien zum Beispiel) raus an die frische Luft und Sport machen. Und das bietet sich ja an, wenn die Sonne scheint und kaum Wind weht. Schon in der ersten Woche habe ich das Rennrad aus dem Keller geholt und die ein oder andere Runde gedreht. Da hat es sich aber noch nach „Trotz“ angefühlt, ich wollte es mir schön reden, dass ich mal nicht in die Halle „muss“, sondern tatsächlich das Frühlingswetter nutze. Zwischendrin war’s dann wieder ziemlich kalt, mit Nachtfrost und eisigem Ostwind tagsüber. Aber jetzt ist der Frühling da und ich muss sagen, dass ich ganz zwang- und trotzlos das Rennradfahren genieße.

Ich lasse mir den Fahrtwind um die Nase wehen, ich freue mich über die wärmenden Sonnenstrahlen, ich rieche die Frühlingsluft (und kaum Abgase, weil tatsächlich weniger Verkehr ist) und freue mich an der bunten Blütenpracht. Ich rolle dahin und fühle mich fast ein bisschen wie im Urlaub. Denn die alte „Zeitrechnung“ ist größtenteils aufgehoben: Es gibt keinen heftigen Feierabendverkehr, den ich meiden will. Und wie auch im Urlaub dauert es zwei, drei Tage, bis ich mich an den anderen Tagesablauf gewöhne und es genießen kann. Einziger Unterschied: Im Urlaub will ich aus meinem Trott gerissen werden, jetzt wurde ich sozusagen staatlich verordnet aus dem Trott gerissen. Es tut mir gut. Ich kann es genießen – eine neue Form von Freiheit. Ironischerweise. Denn gerade das ist ja eingeschränkt: unsere Freiheit.

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Im Hallenbad hätte ich das nicht gesehen!

Aber wenn ich ehrlich bin, war es manchmal schon zwanghaft, das mit dem Schwimmen. Und einfach Routine, wie zur Arbeit gehen. Das macht man ja auch, ohne es zu hinterfragen. Vielleicht habe ich das auch mal gebraucht, um zu sehen, dass ich nichts verpasse, wenn ich mal nicht schwimmen gehe. Dass auch andere Sachen Spaß machen, dass Schwimmen nicht per se das „bessere Angebot“ ist.

Ok, jetzt ist es natürlich auch „unnatürlich“, denn ich kann ja gar nicht schwimmen gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es SICHER ganz leer ist, wenn ich grad mal nicht im Bad bin. (Ich weiß, dass es ganz leer ist.. hihi). Es ist schwer in Worte zu fassen. Aber ich bin froh, dass ich für mich einen Weg gefunden habe, mit der neuen und seltsamen Situation umzugehen. Sorgen mache ich mir natürlich schon, vor allem darum, wie es „nach Corona“ weitergeht. Wird es viele Arbeitslose geben? Werden liebe Menschen schwer krank werden? Was ist mit unserer Demokratie? Freiheit? Sicherheit? Reisen? Wann wird es wieder „normal“ werden? Und natürlich auch: Werden die Bäder wieder öffnen? Denn ganz ehrlich: Die Freibadsaison steht vor der Tür, ein Sommer ganz ohne Schwimmen, das ist schwer vorstellbar!

Aber wie heißt es so schön: Von allen Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten nicht eingetroffen.“ Das ist von Sven Hedin, einem schwedischen Entdeckungsreisenden. Stand mal auf meinem Kalender. Und das ist doch ein gutes Motto – gerade jetzt.


Das Chlorhuhn an Land …

Das Corona-Virus hat uns weiterhin im Griff. Inzwischen sind nicht nur die Schwimmbäder geschlossen, fast das komplette öffentliche Leben ist lahmgelegt. Keine Cafés, Kneipen, Restaurants, keine Freunde treffen und natürlich kein Schwimmen. Das ist schon hart. Hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht. Aber mir fehlt das Schwimmen, die Routine, das Wasser, der Flow. Ja, der Flow fehlt mir am meisten!

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Ohmann… das fehlt mir!

Beim Schwimmen geht’s ja nicht nur ums Wasser. Ich liebe es einfach, wenn ich so dahin schwebe, mich gleichzeitig leicht und kraftvoll fühle. Wenn ich meinen Rhythmus gefunden habe und Bahn um Bahn durchs Becken ziehe. Um mich herum nur Wasser, das alle Geräusche dämpft und so schön gurgelt. Das ist beruhigend. Vor allem, wenn ich allein schwimmen kann. Das Glück habe ich hin und wieder. Und gerade jetzt merke ich, dass es das ist, was mir fehlt. Dieses Gefühl von „Sicherheit“. Wenn ich einen blöden Tag hatte und ins Wasser gehe, fällt vieles von mir ab. Mein Kopf wird frei, die Gedanken drehen sich nicht mehr, sie ordnen sich. Ich kann abschalten oder auf neue Ideen kommen. Oder Dinge von einer anderen Seite sehen. Das wäre gerade jetzt, in dieser schwierigen und unsicheren Zeit so wichtig. Aber: Es geht nicht. Und ja, das ist mir auch klar.

Was macht das Chlorhuhn stattdessen? Es versucht sich im Leben an Land. Als es vergangene Woche so schön frühlingshaft und warm war, bin ich mit dem Rennrad gefahren. Und es war schön! Ich habe mich sogar bei dem Gedanken ertappt, dass es gar nicht so schlecht ist, dass das Bad geschlossen hat, so mache ich wenigstens was anderes. Es hat gut getan, an der Sonne zu sein, den Fahrtwind zu spüren. Es war bissl wie im Urlaub. Da geht mir das Schwimmen auch nicht ab. Da mache ich andere Sachen und natürlich ist die Gesamtsituation eine andere. Und ich kann mich aufs Schwimmen freuen, denn wenn ich wieder daheim bin, kann ich ja wieder ins Bad. Aber jetzt? Weiß es keiner.

Frühling am Feldmochinger See – beim Radeln gesehen

Hübsch und blau, aber kein Schwimmbecken … 

Am Samstag war dann Nieselregen, da wollte ich nicht radfahren. Aber da ich samstags oft mit Freunden schwimmen gehe, war es doppelt hart. Weil wir weder schwimmen gehen können, noch ein Alternativprogramm starten können.

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Die Olympiaschwimmhalle vermisst uns Stammschwimmer sicher auch!

Wäre Eisschwimmen eine Option? Hm, ja, vielleicht. Das Wetter hat mir da auch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es wehte ein starker und eisiger Ostwind. Ich bin mit meinem normalen Stadtfahrrad geradelt, es war ja sonnig. Aber es war wirklich kalt und unangenehm, da hatte ich überhaupt keine Lust zum Eisschwimmen. Dazu kommt, dass ich heuer nicht besonders oft im kalten Wasser war. Und für „richtiges“ Schwimmen ist das Eisschwimmen kein Ersatz. Es ist etwas ganz anderes. Es ist ein Kick, eine Herausforderung, aber einen Flow gibt’s da nicht. Mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt.

Ich denke mal, dass es euch anderen, die auch gern und oft schwimmen, ähnlich geht. Vielleicht helfen ja die Schwimmbuch-Tipps über die Trockenzeit? Viele lokale Buchläden, die zur Zeit geschlossen sind, bieten trotzdem einen Online-Versand an. Ihr könnt also doppelt Gutes tun: für euch und für den Buchladen.

Weiteres „Opfer“ von Corona: Der Sauna-Tag in Helsinki. Ich war eh schon unentschlossen, ob ich in diesen Zeiten überhaupt wegfahren soll (war da noch erlaubt), aber es hat sich irgendwie nicht richtig angefühlt. Und dann haben sich die Ereignisse überschlagen, der Sauna-Tag wurde abgesagt. Glück im Unglück. Da habe ich natürlich auch keine Zimtschnecken bekommen, dafür hat mir meine Freundin Diana eine gebacken und mit ins Dantebad gebracht.

Zimtschnecke fürs Chlorhuhn

Und heute gab’s bei meinem Bäcker auch wieder eine Zimtschnecke., eine Spezialanfertigung. Im Sortiment gibt’s die nämlich nicht. Aber der Junior fand Zimtschnecken bei einem Urlaub in Schweden auch toll, darüber haben wir mal geredet und er hatte im Januar schon mal eine „Test-Schnecke“ gebacken. Das Ganze ist dann wegen der Krapfen etwas eingeschlafen, aber heute bekam ich eine neue Version zum Probieren! Es gibt also auch Lichtblicke in dieser echt blöden Zeit!

Zimtschnecke von meinem Bäcker!


Zweimal kalt zum Winteranfang

Ich muss gestehen: Ich bin nicht mehr so eifrig beim Eisschwimmen wie die letzten Jahre. Ich habe mich auch ein bisschen zur „Schönwettereisschwimmerin“ entwickelt. Wenn Ostwind ist: keine Lust, viel zu kalt beim Heimfahren. Bei Nebel: ebenso. Regen: geht gar nicht, Schnee ebenso. Und Westwind – da bin ich kürzlich umgedreht, weil ich auf dem Radl kaum vorangekommen bin und mir dachte, dass mir dann am See die Wellen ins Gesicht platschen und an Land mein Zeug wegweht. Ihr seht schon: Wenn man keine rechte Lust hat, ist jede Ausrede recht. Und als ich das letzte Mal schwimmen war, habe ich ganz seltsames Kälte-Kopfweh bekommen …

Aber dann gibt’s die Tage, an denen ich doch wieder Lust verspüre. Ich an den See radeln will, um im kalten Wasser zu schwimmen. Hätte ich gestern schon gern gemacht, aber das Wetter hat sich nicht an die Vorhersage gehalten – es hat bis Nachmittag geregnet. Als es dann endlich aufgehört hat, war die Zeit zu knapp, um zum See zu fahren. Es sind ja grad die kürzesten Tage und es wird früh dunkel. Also nur ein kleiner Spaziergang, am Nymphenburger Schlosskanal. In herrlichster Abendlichtstimmung und mit spiegelglattem Wasser. Da habe ich die Lust aufs Eisschwimmen ganz deutlich gespürt! Oh, wie schön wäre es, jetzt da reinzugehen, unterzutauchen und zu schwimmen!

Abendstimmung am Nymphenburger Schlosskanal

Und weil es heute Vormittag tatsächlich nur bewölkt war, kein Regen, kein Wind, habe ich meine Siebensachen eingepackt und bin zum Langwieder See geradelt. Eine andere Strecke als gewöhnlich, irgendwie war mir nach Abwechslung. Als ich am See ankomme, liegt er spiegelglatt und einsam vor mir. Yeah! Die Freude wird kurz getrübt, denn als ich meine Decke ausgebreitet habe, kommt ein Paar mit einem riesigen Schäferhund. Natürlich ohne Leine (ich glaube, man kann in München keine Hundeleinen kaufen) und dann muss der Hund natürlich erstmal ins Wasser. Ich beobachte die Szene kritisch, denn ich kenne das schon: Der nasse Riesenhund läuft zu mir – obwohl sonst genügend Platz ist. Ich habe Glück, der Hund weiß was sich gehört und bleibt bei seinen Haltern. Und die gehen dann auch wieder.

Jetzt wird’s ernst! Ich ziehe mich aus, es ist kühl (etwa 5-7 Grad) und mir ist vom Radln warm. Dann gehe ich ins Wasser. Oh! Kalt! Brrr! Aber klar, was habe ich erwartet. Ich schaffe es recht schnell, unterzutauchen und loszuschwimmen. Im flachen Wasser nur, zur Sicherheit. Und es ist kalt. Es ist richtig kalt. Auf der glatten Wasseroberfläche sehe ich meinen Atem. Ich merke, wie ich sehr schnell atme, unruhig bin. Weil es echt kalt ist. Ich drehe um, schwimme zurück. Es geht nicht. Ich muss hier raus. Dann stehe ich am Ufer, das Handtuch um mich gewickelt. Und warte ab. Höre in mich rein. Merke, wie der Puls und der Atem ruhiger werden. Ah, das ist gut.

Vielleicht gehe ich jetzt doch nochmal rein? Weil ich mir ja schon öfter gedacht habe, dass es vielleicht doch länger gegangen wäre. Wenn der erste Schock überwunden ist. Bisher habe ich das nie gemacht. Aber heute schon. Ich lege also das Handtuch auf meinen Platz und gehe erneut ins Wasser. Es ist immer noch kalt. Saukalt! Aber ich bin ruhiger und kann noch einmal im flachen Wasser am Ufer hin- und herschwimmen. Dann muss ich doch raus. Es ist zu kalt. Ich bin es einfach nicht mehr gewöhnt. Meine Muskeln vibrieren vor Kälte. Ich bin knallrot! Und meine Zehen sind so steif, dass ich kaum in meine Flip-Flops komme. Ich bin auch ein Depp! Genau deshalb habe ich eigentlich Schlappen ohne Zehentrenner, für die eisigen Tage. Die hätte ich mal einpacken sollen. Jetzt ist es zu spät, irgendwie geht’s, dass ich die zwei Schritte in zur Decke gehen kann. Die Schuhe will ich vor allem deshalb anziehen, damit meine Füße nicht schmutzig werden. Weil kalte, nasse Füße sich nicht gut von Schmutz befreien lassen. (Weitere Tipps zum Eisschwimmen gibt’s hier.)

Passende Badekappe zum Eisschwimmen, nur die Flipflops sind ungeeignet.

Dann abtrocknen, Badeanzug runter, T-Shirt an. Unterhose an. Socken, Hose, Pulli, Schal, Jacke, Mütze statt Badekappe. Mann, ist mir kalt. Es kommt nicht mal ein Kribbeln oder so, es ist einfach nur kalt. Ich trinke von meinem heißen Tee aus der Thermosflasche, das tut gut. Dann packe ich zusammen und radle heim. Beim Radeln sind natürlich meine Finger kalt und fast steif, meine Füße sind Eisklumpen. Hm… irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt. Aber irgendwie war’s trotzdem schön!


Start in die Wintersaison

Als ich am Langwieder See ankomme und ein Foto machen will, denke ich mir: Das hast du doch schon 100mal fotografiert. Den See. Den Himmel mit und ohne Wolken. Die Bäume mit grünen Blättern, dann mit gelben und irgendwann ohne Laub. Aber das ist ja das Schöne: Es ist inzwischen vertraut. Das Schwimmen im See im Herbst, Winter und Frühling mache ich inzwischen auch schon ein paar Jahre und deshalb kenne ich auch diese Stelle am See schon recht gut. Und auch, wenn es immer dasselbe ist, ist es immer wieder anders.

Heute ist es recht windig, von Westen her weht es über den See. Der macht leichte Wellen, die Autobahn dröhnt übers Wasser. Ich lasse mich davon nicht stören, freue mich lieber, dass die Sonne trotz Wolkenschicht noch wärmt und gehe ins Wasser. Das ist frisch, aber nicht kalt. Untertauchen und schwimmen ist kein Problem. Mein Thermometer zeigt zwar stur 20 Grad an, aber das glaube ich nicht. Eher 16 Grad. Es bitzelt ein kleines bisschen, aber kein Kribbeln. Dazu ist es zu warm. Ich drehe eine kleine Runde, dann gehe ich wieder raus. Ich fühle mich erfrischt. Total toll!

Dann bleibe ich noch ein bisschen am Ufer. Und siehe da! Eine zweite Frau kommt! Wir ratschen ein bisschen, dann schwimmt sie los. Auch sie meint, dass das Wasser etwa 16 Grad hat und dass sie öfter hier ist.

Ich sehe ihr noch nach, dann radl ich zurück. Ich habe nämlich Hunger!


Der Sinn des Lebens …

Heute war wieder ein grauer Nebeltag in München. Und leichter Ostwind. Typische Hochdrucklage im November. Eigentlich kein Wetter zum Eisschwimmen. Oder halt Eisschwimmen und dann beim Heimfahren frieren. Ich bin trotzdem los. „Stell dich nicht so an.“ „Du warst schon bei scheußlicherem Wetter oder kälterem Wasser schwimmen.“ „Wenn man erstmal da ist, ist’s auch schön!“. So motiviere ich mich, packe meine Sachen und radle los. Es ist kalt, grau, feucht. Aber draußen nicht so schlimm wie drinnen befürchtet. Ich bin guter Dinge.

 

Als ich am See ankomme, ist es auch hier grau-in-grau. Die Wasseroberfläche ist spiegelglatt, der Hügel schützt vor dem leichten Ostwind. Ich lege meine Decke hin, packe meine Sachen aus und setzte mich hin. Schaue aufs Wasser. Das stille graue Wasser schaut zurück. Es ist nicht einladend. Überhaupt nicht. Mir ist auch bissl kalt, es hat wohl 4 Grad. Ich sitze ziemlich lang auf meiner Decke und starre auf den See, der da vor mir liegt. Erst denke ich gar nix. Dann denke ich: Stell dich nicht so an. Dann: Ich habe jetzt überhaupt keine Lust. Und wenn man keine Lust hat, soll man auch nicht. Oder ist das nur eine faule Ausrede? Innerer Schweinehund und so … Dann stelle ich die Sinnfrage: Ist es sinnvoll, das zu tun? Beim Rauskommen fluchen, weil es dann an Land so kalt ist? Beim Heimfahren gegen den Ostwind frieren? Keine Finger und Füße mehr spüren? Ist es wirklich soooo schön, im kalten Wasser zu schwimmen? Will ich das? Will ich das jetzt den ganzen Winter durchziehen? Ist es das Ende, wenn ich heute nicht schwimme? Oder ist es einfach ok, es ganz sein zu lassen? Das Heimradeln ist doch oft ätzend. Mit klammen Fingern und tauben Füßen. Und so sitze ich da und starre und bin schon ganz starr. Bewegungsunfähig, aber nicht wegen der Kälte. Der See starrt unfreundlich, abweisend, grau und kalt zurück. Und nun? Kommen die ganz großen Fragen: nach dem Sinn des Lebens und überhaupt. Und ob ich nicht doch lieber in den Urlaub fahren sollte? Was anderes sehen? Raus aus dem Trott? Außerdem muss jetzt eine Entscheidung her. Denn wärmer wird’s definitiv nicht. Also ausziehen und schwimmen oder Sachen packen und heimradeln. Und damit umgehen, dass ich nicht geschwommen bin. Mich nicht dazu aufraffen konnte, obwohl ich schon alle Vorbereitungen getroffen habe.

Ich habe mich fürs Zusammenpacken entschieden. Kein Schwimmen heute. Nicht mal ausgezogen habe ich mich. Nur die Schuhe. Aber die Socken schon nicht mehr.

Beim Heimradeln ist es trotzdem kalt. Arschkalt. Ich komme mit klammen Fingern und tauben Füßen daheim an. Immerhin keine nassen Sachen, die ich zum Trocknen aufhängen muss …

Und jetzt? Keine Ahnung …


Atemwölkchen und Messungen

Eigentlich muss ich ja nicht jedesmal was schreiben, wenn ich schwimmen war. Irgendwie ist es ja doch immer dasselbe – und dann doch wieder anders. Heute zum Beispiel gab’s wieder Ostwind, was immer kalt ist und vor allem beim Heimradln ätzend ist. Dafür war’s sonnig. Und es gab die ersten Atemwölkchen über dem Wasser. Das habe ich ja vor zwei Jahren zum ersten Mal gesehen und konnte es anfangs gar nicht glauben. Es ist einfach schön zu sehen, weil dann das Wasser endlich kälter wird.

Reingehen ist inzwischen so normal wie im Sommer. Freilich ist es kühl, aber irgendwie habe ich das jetzt so verinnerlicht, dass ich einfach gehe, bis das Wasser an den Oberschenkeln ist, dann tief durchatme und untertauche. Heute zum Beispiel war es anfangs gar nicht kalt. Erst mit der Zeit kam die Kälte. Vor einer Woche, als es so neblig war, war das ganz anders. Da musste ich die Backen aufblasen, um die Kälte aushalten zu können. Ein Bekannter von mir war so nett und hat mich mit seiner Spiegelreflexkamera fotografiert. Da sieht man das ganz gut. Auf den Handy-Fotos sieht man ja immer aus wie ein kleiner Punkt in einem riesigen Ozean!

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Wenn es sich anfangs recht kalt anfühlt, muss ich die Backen aufblasen, um die Kälte aushalten zu können. 

Außerdem habe ich ein neues „Spielzeug“: Ein GPS-Stick, der Routen aufzeichnen kann. Den habe ich spaßeshalber wasserdicht eingepackt und samt Thermometer hinter mir hergezogen. Damit ich endlich weiß, wie weit ich schwimme! Mittels Google Maps habe ich das zwar mal versucht auszumessen, aber naja. Ich bin halt neugierig. Deshalb habe ich auch das Thermometer dabei. Das hat heute 10 Grad angezeigt. Die Luft war deutlich kälter. Die Aufzeichnung der Schwimmstrecke kann ich immer erst daheim am PC anschauen. Es sieht lustigerweise so aus, als wäre ich an Land auf- und abgegangen, aber ich war definitiv im Wasser!

Schwimmstrecke-Langwieder See

Nein, ich bin nicht an Land geschwommen!

Nach vier mal hin und her war Schluss. Ich hätte wohl noch zwei mal mehr geschafft, aber nachdem ich am Freitag beim Heimradeln so dermaßen gefroren habe, wollte ich nichts riskieren. Ostwind. Kalte Finger und Füße. Das muss nicht noch mehr herausgefordert werden.

Zum Umziehen habe ich jetzt meinen Poncho wieder dabei. Den hat mir ja meine Freundin Diana genäht (weil ich ja nicht nähen kann) und der ist superpraktisch. Erstens weil er dunkelblau ist und damit Wärme absorbiert. Und zweitens weil er Wind- und Sichtschutz ist. Da kann ich mich in Ruhe umziehen. Meinen wohligen Kribbelschauer verpasse ich dadurch auch nicht, ich kann ihn vielmehr genießen!

Beim Heimradln sind die Finger und Zehen dann doch wirklich richtig kalt geworden. Der Ostwind ist einfach kein Freund des Eisschwimmers.


Ich bin wieder in meinem Element

Nachdem ich die wirklich warmen und schönen Herbsttage vor allem zum Rennradln genutzt habe, habe ich jetzt das Rennrad genutzt, um zum Herbstschwimmen zu kommen. Das ist eine prima Sache, weil’s nämlich schneller geht und mehr Spaß macht.

Am Freitag bin ich sogar eine Variante der Strecke gefahren. Da war’s auch recht warm und als ich am Langwieder See angekommen bin, habe ich mich total aufs Wasser gefreut. Nicht etwa, weil ich verschwitzt war. Sondern einfach auf das Gefühl. Reingehen, schwimmen, genießen. Schauen, wie lange ich durchhalte.

Sonne, leichte Wellen und recht warmes Wasser: der Freitag am Langwieder See

Das Wasser kam mir auch nicht kalt vor. Ich bin zügig reingegangen, hatte aber kein Thermometer dabei. Geschätzt hätte ich es auf 15-16 Grad. Ich schwimme los, es ist kühl, aber nicht schlimm. Es hätte mich schon gereizt, rauszuschwimmen. Oder zu dem schräg gegenüberliegenden Ufer. Aber allein. Eher nicht. Nicht, dass es doch kälter ist als gedacht und dass was passiert. Lieber auf Nummer Sicher und bissl „doof“ am Ufer hin- und herschwimmen. „Viermal, das schaffst du“, denke ich. Und als ich die vier „Bahnen“ hinter mich gebracht habe, merke ich, dass das Wasser gar nicht kalt ist. Es ist eher so, dass es wärmer wurde beim Schwimmen. Auf meinem Rücken fühlt es sich warm an. Also schwimme ich weiter. Brav am Ufer, nach Bahn acht denke ich: „Die zehn machst jetzt voll!“ Gedacht – getan. Dann aber raus, schließlich will ich nicht übertreiben und muss auch noch heimradln.

Am Ufer überkommt mich dann dieses wohlige Kribbeln. Obwohl es ja noch gar nicht kalt ist, durchfluten mich diese Kalt-Warm-Wellen. Es ist herrlich. Wie habe ich es vermisst! Weniger vermisst habe ich allerdings, was unter meinem Badeanzug zum Vorschein kommt: Sand und sogar eine Minischnecke. Ich war wohl zu lange im Wasser, da hat sie es sich gleich bequem gemacht. Naja. Schnell weggeschnippt, abgetrocknet, angezogen.

Schee war’s!

Und während ich noch dasitze und die Sonne genieße, kommen zwei Bekannte: Ruth und Robert, die ich letztes Jahr hier kennengelernt habe. Die auch im Herbst schwimmen und einfach schauen wollten, wie lange es klappt. Leider habe ich sie dann letztes Jahr nicht mehr gesehen. Aber just am Freitag, als ich zum See geradelt bin, habe ich an die beiden gedacht. Und schon sind sie da! Bis November haben sie durchgehalten, dann war’s Wasser zu kalt. Ich finde auch, dass es einen Unterschied macht, ob das Wasser über oder unter 10 Grad hat. Das ist so eine Grenze. Genau wie die 5-Grad-Marke. Das ist auch nochmal eine andere Nummer – und unter 5 Grad zählt es dann tatsächlich als Eisschwimmen.

Die beiden schwimmen also auch ihre Runde und wir ratschen noch ein bisschen. Sehr schön, das hat mich echt gefreut, die beiden doch wieder zu treffen.

Heute war ich auch nochmal schwimmen. Bei ganz besonderem Licht. Über München ist eine graue Wolkendecke, es gibt diffuses Dämmerlicht. Nicht dieses fade Licht, wenn es wolkig ist, sondern eher wie morgens oder abends in der Dämmerung. Das kommt wohl daher, dass der Himmel im Süden blau ist. Was sag ich: blau? Hellblau. Türkishellblau. Unfassbar schön. Und dieses Blau schiebt sich langsam nördlich. Oder besser, die warme, trockene Föhnluft schickt die Wolken weg. Sie schiebt sie nach Norden. Heute konnte ich das beim Radln schon prima beoabachten.

Da hinten schiebt der Föhn den blauen Himmel an – oder die Wolken weg. Ansichtssache!

Warm war’s aber nicht. Etwa 11 Grad. Leichter Ostwind, den man aber nur als Gegenwind-Verstärker gemerkt hat. Der See lag spiegelglatt vor mir. Dieses Prä-Föhn-Dämmerlicht hat eine ganz besondere Stimmung gezaubert. Die Birken haben golden geleuchtet. Und auch die anderen gelben Blätter sahen eher aus wie kleine Lampen an den Bäumen. Es war surreal. Ihr müsst euch das jetzt vorstellen, weil es auf den Fotos nicht so rüberkommt. Da ist es einfach duster und grau.

Das Handy kann die tolle Lichtstimmung nicht einfangen. Immerhin sieht man, wie spiegelglatt das Wasser ist.

Das Wasser kam mir dann aber deutlich kälter vor als am Freitag. Schon beim Reingehen an den Füßen habe ich es gespürt. Wieder ohne Thermometer. Ich dachte ja, dass es mir egal ist, wie warm das Wasser ist. Aber ehrlich gesagt bin ich zu neugierig und werde es nächstes Mal wieder mitnehmen. Ich tauche unter, es ist kalt. Kälter als beim letzten Mal. Ich schwimme einmal hin und her. Puh! Aber ich will auch kein Jammerlappen sein und sage mir, dass vier „Bahnen“ schon gehen. Also nochmal hin und her. Und dann raus. Es ist kalt. Ganz anders als am Freitag. An Land bin ich auch froh, mich in mein dunkelblaues Handtuch zu wickeln und den nassen Badeanzug ausziehen zu können. Dieses Mal auch ohne Mitbringsel aus dem See. Gekribbelt hat’s natürlich schon. Und das war wieder toll. Die Lebensgeister tanzen unter der Haut Samba, ich fühle mich erfrischt und belebt. Und freue mich schon aufs nächste Mal.

Der Busch rechts im Bild hat in Wirklichkeit gelb geleuchtet. Also nix grau-in-grau wie auf dem Bild.

Für alle, die es auch reizt, habe ich hier nochmal meine persönlichen Tipps zum Herbst-, Winter- oder Eisschwimmen zusammengefasst.


Herbstschwimmen mit Begleitung

Heute war wieder einer dieser schönen warmen Herbsttage. Die Luft an sich war warm, die Sonne hat es noch verstärkt. Aber selbst bei Schleierwolkenschicht blieb es warm. Ein guter Tag für einen Ausflug ans und ins Wasser.

Ich bin zum Karlsfelder See geradelt. Eine schöne Strecke, kaum länger als zum Langwieder See. Und der Oktober macht sich bemerkbar, die Blätter werden langsam bunt.

Am Karlsfelder See treffe ich mich mit einer meiner Dantebadbeckenrandfreundinnen. Sie heißt auch Petra und wir teilen nicht nur die Liebe zum Wasser und Schwimmen, sondern auch die Vorliebe für bunte Badeanzüge und lustige Kappen.

Petra ist auch eine prima Triathletin und nutzt die wohl letzte Chance für ein Schwimmtraining im See. Also so richtig schwimmen mit Kopf unter Wasser. Deshalb zieht sie auch ihren Neo an, während ich ja eher dem Kältegefühl entgegenfiebere als der Schwimmstrecke.

Ins Wasser geht’s gemeinsam. Es hat etwa 14 Grad und bis zu den Oberschenkeln fühlt es sich richtig warm an. Kurz nach dem Untertauchen merke ich aber die Kälte. Ich lasse es auf mich wirken, schwimme ruhig dahin. Wir bleiben beide in Ufernähe und schwimmen ratschend dahin. Herrlich! Keiner da außer uns, das Wasser ist klar und glatt, der Himmel weiß-blau und es ist nicht kalt. Schön!

Irgendwann wird’s natürlich schon kühl und ich gehe raus. Draußen an Land ist’s toll! Die warme Herbstluft, dazu das Kribbeln auf der Haut vom Wasser… Wahnsinn! Sooo schön!

Ich ziehe mich an, Petra krault jetzt noch ein paar Runden.

Die Männer aus ihrer Trainingsgruppe schlüpfen derweil in ihre Neos und starten dann. Sie schwimmen insgesamt 20 Minuten.

Am Ende hat jeder das gemacht, was er wollte und konnte. So unterschiedlich die Aktionen waren, es hat jedem Spaß gemacht und wir hatten einen ganz tollen Mittagsausflug!

Den Radio-Beitrag dazu gibt’s am Sonntag, 14. Oktober, auf B5aktuell im „Fitnessmagazin„, um 7.35 und um 17.05 Uhr. Natürlich auch als Podcast.

Außerdem hat mich das Radln zum Karlsfelder See (wie immer mit dem Stadtfahrrad) dazu motiviert, das Rennrad mal wieder aus dem Keller zu holen …