Schlagwort-Archive: olympiabad

Bilanz 2019: 834 Kilometer

Wow! 834 Kilometer bin ich heuer, 2019, geschwommen. Nur im Becken! Die paar Meterchen im See kann ich dieses Jahr getrost unter den Tisch fallen lassen.

So leer ist das Becken natürlich nur nach Betriebsschluss

Das „Wow“ ist so zu verstehen, dass ich „normalerweise“ etwa 500 Kilometer schwimme. Das wurde letztes Jahr schon getoppt: Da waren es dann 666 Kilometer. Und dieses Jahr hatte ich die 500 schon am Geburtstag, also im August, voll. Da waren dann auch die 666 nicht mehr als nur eine schöne Zahl. Wohin sollte die Reise also gehen? 700? Realistisch, aber nicht wirklich eine Herausforderung. Aber solange diese Marke das Ziel war, war die „700“ in der Olympiaschwimmhalle auch mein Schrank.

 

Unfassbar! Kaum Schwimmer da, aber mein Schrank ist besetzt!

Zum Glück nicht immer …

Doch das war dann auch geknackt und die Kilometerjagd ging weiter. „Jagd“ deshalb, weil es mir heuer – ironischerweise genau in dem Jahr, in dem ich weniger schwimmen wollte – ziemlich wichtig war, Kilometer zu sammeln. Keine Ahnung, warum das so war. Ich habe auch immer fleißig mitgerechnet, normalerweise schaue ich am Ende der Freibadsaison mal, wie viele Kilometer schon zusammengekommen sind, oder im November. Aber heuer war alles anders.

Das hat mit einem verrücken Plan im Mai zu tun: Da wollte ich tatsächlich jeden Tag schwimmen gehen. Also vom 1. bis 31. Mai – 31 Mal hintereinander. Das war mal schön, und mal weniger schön. Weil entweder viele Leute da waren oder ich nicht in meinen Flow gekommen bin. Und manchmal hat es sich angefühlt wie Arbeit – und ich war ja auch tatsächlich öfter schwimmen als arbeiten (Feiertage, Wochenenden – keine Ausnahmen, zumindest nicht im Mai). Und dann war es doch so gut, dass ich am 1. Juni gleich nochmal schwimmen gegangen bin. Hihi!

Ach, Freibad … bis wir uns wiedersehen, dauert es noch …

Die verlängerte Freibad-Saison bis 30. September hat ihr übriges getan, dass zahlreiche Kilometer hinzugekommen sind. Und als dann die Olympiaschwimmhalle wieder geöffnet hat, war es da bis zur offiziellen Eröffnung sehr ruhig. Und das musste ich natürlich nutzen. Schönes Schwimmen unter dem Zeltdach, wieder mit viel Platz. Tja und so ging das Jahr zur Neige und das Chlorhuhn ist geschwommen, geschwommen, geschwommen. Und anders als zum Beispiel im letzten Jahr hatte ich nie „Unlust“ verspürt. Klar, manchmal fiel es mir im Wasser schwer, der Flow hat sich nicht eingestellt oder so, aber ich hatte immer Lust hinzugehen. Kein „Zuviel“ vom vielen Schwimmen – eher im Gegenteil!

Ich habe einen neuen Schrank – weil er eine „8“ enthält und so schön zweideutig ist.

Allerdings muss ich auch eingestehen: Ich habe wirklich kaum etwas anderes gemacht. Ich war nicht im Urlaub (im April in Dresden und im Oktober in Antwerpen), aber im Sommer war ich hier. Beziehungsweise im Freibad. Und auch das See-Schwimmen habe ich vernachlässigt. Sowohl im Sommer als auch im Herbst und Winter. Irgendwie war mir das „Kacheln zählen“ im Edelstahlbecken lieber. Und so habe ich auch kaum etwas erlebt, in diesem Jahr 2019. Kein Radln in Dänemark oder Schweden, keine neuen Abenteuer in Estlandoder sonstwo. Das kann man schon mal machen, ist sicher gut für die Klimabilanz, aber so das Gelbe vom Ei war’s nicht im Rückblick.

Auf der anderen Seite der Bilanz steht aber auch, dass ich viele „Gemeinsame Kilometer“ geschwommen bin. Im Winter, als wir in der Olympiaschwimmhalle noch im Trainingsbecken geschwommen sind, waren meine Schimmfreunde Jakob und Cissi oft da. Auch, wenn die beiden viel besser und schneller schwimmen als ich, sind wir irgendwie gemeinsam geschwommen. Auch mit meiner Freundin Diana hat es 2019 wieder öfter geklappt, das wir uns zum Schwimmen getroffen haben. Im Sommer gab’s zahlreiche Freibad-Besuche mit Cissi, die mir ihr Lieblingsfreibad in Dachau gezeigt hat, aber auch Ausflüge nach Germering oder „daheim“ im Dante- oder Schyrenbad. Und auch, wenn immer behauptet wird, dass Schwimmen ein einsamer und wenig kommunikativer Sport ist, finde ich es schön, wenn ich nette Gesellschaft habe. Klar: Während des Schwimmens redet man nicht miteinander, aber der/die andere ist auch da und jeder kann seinen Plan schwimmen – und ist nie weit weg. Ganz anders als beim Radlfahren …

Als Fazit lässt sich sagen, dass ich das mit den vielen, vielen Kilometern mal ausprobiert habe – und mal sehen, was ich 2020 mache. Das ist ein Schaltjahr, also ein Tag mehr zum Schwimmen – oder für was anderes… mal sehen …


Olympiaschwimmhalle wieder offen

Gestern war die offizielle Wiedereröffnung der Olympiaschwimmhalle in München. Drei Jahre wurde renoviert, drei Jahre war je ein Teil der Halle gesperrt. Es gab neue Wege, neue Perspektiven und andere Schwimmbecken. Im ersten Teil der Bauarbeiten war das Trainingsbecken unter der Tribüne gesperrt. Das hatte zur Folge, dass die Studenten und andere, die eigentlich dort schwammen, im großen Wettkampfbecken ihre Bahnen zogen. Dann kam Teil zwei des Umbaus – das Wettkampfbecken war gesperrt, alle Schwimmer mussten in das kleine Trainingsbecken unter der Tribüne. Das Becken hat nur fünf Bahnen, da wurde es oft eng, vor allem, weil alle Bahnen geleint waren. Aber auch, weil oft Bahnen gesperrt waren, weil die Uni ja weiterhin ihr Schwimmtraining abhalten musste.

Beengte Verhältnisse im Trainingsbecken während der Umbau-Phase im Oly

In der ganzen Zeit des Umbaus hatte ich ganz vergessen, wie schön und großräumig die Olympiaschwimmhalle ist. Denn das Trainingsbecken ist unter der Tribüne, es fühlt sich an wie in einem Keller. Es ist auf derselben Ebene wie die anderen Becken, aber die Decke ist eben sehr niedrig. Man hat überhaupt nichts von der Außenwelt mitbekommen: Sonne? Regen? Schnee? Weltuntergang? Hätte alles passieren können, während ich meine Bahnen ziehe. Das fand ich schon schade, hier so unter Tage zu sein.

Deshalb bin ich letztes Jahr im Herbst auch recht oft im Dantewinterwarmfreibad gewesen. Ich möchte hier auch mal meine Hochachtung für die Bademeister aussprechen, die ja nicht nur eine Stunde hier unten im Dunklen saßen, sondern ihren kompletten Dienst über knapp zwei Jahre im Keller abgeleistet haben.

Und noch etwas ist mir aufgefallen: Zwei meiner Schwimmfreunde hätte ich ohne den Umbau im Oly wohl nie kennengelernt: Jakob und Cissi, die schnell und schön schwimmen, sind mir irgendwann im Wettkampfbecken aufgefallen und wir sind ins Gespräch gekommen. Im Laufe der Zeit haben wir und oft gesehen, oft geredet und irgendwann sogar Telefonnummern ausgetauscht. So wurde aus der Bekanntschaft im Umbau-Oly über die Zeit eine Freundschaft, die im Sommer zu Schwimmausflügen in die Freibäder im Umland geführt hat und nun schon über viele gemeinsame Schwimmkilometer besteht. Ohne den Umbau hätten die beiden wohl immer im Hochschulbecken ihre Bahnen gezogen, während ich im Wettkampfbecken (so heißen die beiden Becken nun mal) geschwommen wäre. Ein sehr schöner Nebeneffekt des Umbaus.

Und dann war es irgendwann im Sommer 2019 soweit: Man munkelte, dass das Wettkampfbecken und auch das Trainingsbecken geöffnet sind. Für mich war das im Sommer noch gänzlich uninteressant – ich war bis 30. September im Freibad. Am 1. Oktober war ich „nur“ kurz Herbstschwimmen im See, das Wetter war einfach zu gut für die Halle. Und so kam es, dass ich am 2. Oktober das erste Mal wieder im „Oly“ war. Der Eingang ist noch der Baustelleneingang und so bin ich auch erstmal in die Sammelumkleide gegangen, die während des Umbaus mein Refugium war. Logo hatte ich auch hier „meinen“ Schrank! Doch der Weg von der Sammelumkleide zum großen Becken ist weit. Ich hab mich dann noch gewundert, warum das so ist und warum das früher anders war. Bis mir dann eingefallen ist, dass der Eingang noch an anderer Stelle ist. So gibt’s bzw. gab’s neue Wege – und auch eine neuen Schrank. Dazu später mehr.

Jetzt erstmal das Becken und die Halle. Die Fensterfront aus Glas muss noch gemacht werden, deshalb ziert hier ein schönes buntes Bild die Baustellenfassade.

Die Glasfassade muss noch erneuert werden. Währenddessen ziert dieses Bild die Holzwand.

Aber wie groß das Schwimmbecken ist! Acht Bahnen (statt fünf im Trainingsbecken). Und die Höhe erst! Wie viel Platz gibt es rund um das Becken. Und wie schön ist es unter dem geschwungenen Zeltdach. So luftig! Und ein Teil der Glasfassade ist frei, so dass man zumindest ein bisschen was von der Außenwelt mitbekommt. Manchmal scheint sogar die Sonne aufs Becken.

So leer ist es nur bei Betriebsschluss. Aber wie schön es ist, sieht man hier natürlich am besten. Und träumen wird man ja dürfen …

Ich sauge die neue alte Atmosphäre auf und freue mich. Es ist einfach schön, wieder im Oly zu sein. Dass das Becken jetzt aus Edelstahl ist und nicht mehr gefliest, ist schade. Aber ich habe mich beim Schwimmen im Trainingsbecken schon an das Edelstahl gewöhnt, so dass es mir gar nicht so neu vorkommt. Und ein paar Fliesenstücke vom alten Oly habe ich ja daheim!

Fliesen aus dem alten Oly-Schwimmbecken von 1972

Es schwimmt sich auch echt gut. Vor allem am Anfang kam mir das Becken groß und unübersichtlich vor. Im Trainingsbecken mit seinen fünf Bahnen hat man viel schneller gesehen, wer sonst noch da ist. Oder im Freibad, wenn eh nur eine Bahn für die Schwimmer abgetrennt ist. Da sieht man gleich, wer heute auch schwimmt. Aber bei acht Bahnen, von denen sechs geleint sind – da kann man schon mal den Überblick verlieren. Nachteil der vielen Bahnen: Es gibt nur einen eher kleinen Teil für die „Nichtschwimmer“ und nach wie vor ist es nicht gewollt, dass die Bahnen irgendwie „eingeteilt“ werden. Es kann jeder da schwimmen, wo er/sie es für richtig hält. Wenn man Pech hat, verirrt sich auf jede der sechs Bahnen ein langsamer Brustschwimmer, der schwer zu überholen ist. Oder man hat Glück und kann seine Bahn einmal auch mit einem richtigen Profi teilen – als ich mit Alexandra Wenk auf der Bahn geschwommen bin.

Und dann ist da ja noch die Frage nach dem Schränkchen. Von der Sammelumkleide war mir der Weg zum Becken und den Duschen zu weit. Außerdem sind in der Sammelumkleide jetzt auch wieder vermehrt Schulklassen, die zum Schwimmunterricht da sind. Da war es an der Zeit, dass ich mir eine neue Umkleide und einen Schrank suche. Nehme ich die alte „824“ wieder? Irgendwie scheinen die Schränkchen neu nummeriert zu sein, denn die Lage von „824“ ist nicht ideal.

Welches Schrankerl darf’s denn sein?

Hm… was nehme ich dann? Ich teste verschiedene Schränkchen auf ihre Lage und auf die damit verbundenen Wege. Und lande am Ende bei „700“. Ja – ein Schränkchen ohne eine „8“! Sowas!

Tadaa! Die 700 macht das Rennen – quasi 007 von hinten!

Aber die 700 ist ein guter Schrank. Kaum andere Leute da, nah an der Dusche und nah am Becken. Und: der einzige Kleiderbügel weit und breit im Oly ist auch fast immer da, wo ich ihn lasse. Nur ein paar Mal musste ich suchen, bis ich ihn wieder gefunden habe. Angeblich gibt’s 500 Kleiderbügel, aber wo die sich verstecken, habe ich noch nicht herausgefunden…

 

Der einzige Kleiderbügel im Oly – entweder im Schrankerl oder in der Umkleide!


Schwimmen mit Alexandra Wenk

Vor einigen Wochen habe ich mir in der Olympiaschwimmhalle die Bahn mit Alexandra Wenk geteilt. Sie schwimmt ja nicht mehr in München, war aber zu Besuch in der alten Heimat – und was macht man da? Schwimmen, natürlich! Wir waren nur zu zweit auf der Bahn, es war ein Tag, an dem es recht ruhig war. Und ich muss sagen: Ich war begeistert. Oder ich bin es eigentlich immer noch. Zu sehen, wie so ein Profi schwimmt, das ist einfach nur toll. Wie sie ganz ruhig im Wasser liegt, sich selbst bei den Bewegungen kaum bewegt, kaum anstrengt und so derart schnell vorankommt. Wahnsinn! Sie ist wohl „nur locker“ geschwommen, wenn ich mir erlauben darf das zu beurteilen. Allein die Wasserlage. Ganz ruhig, ganz nah an der Oberfläche. Ganz flach. Ein Armzug, ein Beinschlag – und zack, weg ist sie! Keine Wellen, keine Sauerstoffblasen, kein Garnix! Wie ein Fisch. Diese Körperspannung, diese Beherrschtheit. Anmut pur. Ich habe eine Gänsehaut bekommen, weil es mich so fasziniert hat. Es ist gar nicht so sehr die Geschwindigkeit, die mich beeindruckt hat (obwohl die auch um einiges höher ist als bei meinen eh schon sehr guten Schwimmfreunden). Es ist schwer zu beschreiben, aber vielleicht hat mich am meisten diese Körperbeherrschtheit begeistert. Diese Ruhe und Kraft. Die Leichtigkeit, mit der sie durchs Wasser gleitet, ohne es aufzuwühlen. Die Perfektion. Ich war jedenfalls sehr begeistert, das aus nächster Nähe zu sehen, zu erleben. Und dankbar. Denn es passiert nicht jeden Tag, dass ich mir die Bahn mit einem Profi teilen darf.


Fremdschwimmen in der eigenen Stadt: Südbad

Die nächsten beiden Wochen werden schwer für mich. Die Olympiaschwimmhalle, mein Winterquartier sozusagen, ist wegen Revision geschlossen. Normalerweise findet das zur Freibadsaison statt, da krieg ich das nicht mit. Aber wegen des großen Umbaus musste das jetzt stattfinden. Ohmann. Was tun? Eigentlich ist das Dantebad eine gute Ausweichmöglichkeit, aber bei den frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein ist mir da das Wasser einfach zu warm. Und mutmaßlich ist es dort auch gut besucht. Ich habe auch schon überlegt, gar nicht schwimmen zu gehen. Aber irgendwie fühlt sich das auch nicht gut an. Ich weiß, ich bin ein verrückter Junkie! Aber als ich letzte Woche im Olympiabad mit anderen Schwimmern geredet habe, ging es ihnen genauso. Und übrigens nicht nur denen, die richtig gut schwimmen, sondern auch diejenigen, die eher so vor sich hinschwimmen. Zwei Wochen ohne, das ist ganz schön hart.

Also habe ich mir einen Plan überlegt. Ich fahre ins Südbad. Fahrtstrecke ist vertretbar und ja, es hat nur eine 25-Meter-Bahn. Aber immerhin sind zwei Bahnen abgetrennt. Und durch die große Glasfront soll die Sonne auch schön ins Becken scheinen. Das verspricht die Webseite und als ich dort ankomme, ist es genau so. (Fotos darf man ja nicht machen, ihr müsst also auf die Homepage der Stadtwerke gehen)

Allerdings wirkt das Becken auf mich wie im Miniaturwunderland. So klein. So kurz. Fast niedlich. Ich weiß, das klingt voll arrogant, aber ich habe echt das große Glück, sommers wie winters im 50-Meter-Becken zu schwimmen. Das letzte Mal auf 25-Meter, das war in Helsinki, im Allas Seapool. Naja. Jetzt war die Wahl eben zwischen zu warm und zu kurz. Ich habe zu kurz gewählt und stelle schnell fest, dass es zum einen wirklich eine kurze Bahn ist. Zweimal ramme ich auch fast die Wand. Könnte auch an der Sonne liegen, die die Sicht etwas verblendet hat. Und ich stelle fest, dass vier Leute auf der Kurzbahn ganz schön viel sein können. Überholen ist eine Herausforderung, weil die Bahn einfach schnell zu Ende ist. Ich habe Glück, zwei der drei Mitschwimmer sind recht rücksichtsvoll, machen eine kurze Pause an der Wende und lassen mich vor. Der dritte konnte wohl seine und meine Geschwindigkeit nicht gut einschätzen oder hat nicht aufgepasst, wasweißich, jedenfalls war der bissl unangenehmer. Aber auch nur kurz.

Im Großen und Ganzen hat es ganz gut geklappt. Und ich habe mal wieder festgestellt, wie anders es sich anfühlt, woanders zu schwimmen. Gar nicht so: „mein Bad, meine Bahn, weg da!“. Eher so: Wir schwimmen hier jetzt gemeinsam. Oder fast so bissl: Ich bin hier Gast. Irgendwie war’s entspannter. Kennt ihr das auch? Dass man so innerlich zu „meine Bahn“ neigt, wenn man immer „daheim“ schwimmt?

Die Sonne hat jedenfalls tatsächlich schön durch die große Glasfront geschienen, das war schön. Denn im Olympiabad bin ich zur Zeit ja nur „unter Tage“, da kriegt man von der Welt nichts mit. Und als ich fertig war mit schwimmen, sehe ich tatsächlich einen der Olympiabad-Dantesommerbad-Schwimmer hier. Wir grinsen uns an. Geredet haben wir in all den Jahren noch nie. Aber heute. Weil wir ja Leidensgenossen sind. Und deshalb ratschen wir jetzt kurz – übers Schwimmen und dass es schon blöd ist, dass das Oly grad zu ist.

Zum Abschluss meines Fremdschwimmausflugs gönne ich mir noch ein bisschen Relaxen im Außenbecken. Die Sonne scheint durch die Schleierwolken, das Wasser ist warm und sprudelt und ich döse ein bisschen vor mich hin. Sehr fein! Eigentlich waren die zwei Stunden heute fast wie ein kleiner Urlaub.

Immerhin ein Bild von außen: Das Südbad in München Sendling.

Samt An- und Abreise, weil ich eigentlich auch nie durch Untersendling radle. Schade eigentlich. Ist schön da. Und das Bad ist mitten in der Stadt, zwischen den Wohnhäusern und Wirtschaften. Nicht so ab vom Schuss wie das Dante und Oly. Vielleicht mache ich da nächste Woche nochmal einen Ausflug. Mit anschließendem Essen in einer der Wirtschaften, an denen ich heute nur vorbei geradelt bin. Denn wie heißt es so schön auf meiner Bäderkarte: „Ihre Auszeit vom Alltag!“. Genau so habe ich mich heute gefühlt.

Ihre Auszeit vom Alltag – aber wenn Schwimmen Alltag ist?!


Jahresbilanz 2018 – 666 Kilometer

31. Dezember – Zeit für die Jahresbilanz. Rückblick auf ein verrücktes Schwimmjahr mit einem sehr ansehlichen Kilometerstand: 666 Kilometer. Und ja, das ist kein Zufall! Nachdem ich ja schon während der Freibad-Saison die 500 Kilometer (mein durchschnittliches Jahresendergebnis) erreicht hatte, war die Frage, was noch möglich ist und wohin die Reise geht. Also, wohin war ja eigentlich klar: 50 Meter hin und 50 Meter zurück. Von Beckenrand zu Beckenrand. Aber wie oft noch? Gönn ich mir eine Pause? Welches Ziel ist realistisch, ambitioniert und doch machbar? 600 Kilometer – das wäre doch zu schaffen. Also war das angedacht.

img_7592

Die Fische müssen ins Wasser!

Im Herbst, als es noch so schön und warm war, aber die Freibäder geschlossen hatten, hat mich ein paar Mal der „Rappel“ gepackt und ich wollte nicht schwimmen. Im Dante-Winterfreibad war mir das Wasser zu warm (und mutmaßlich zu viel los, bei bestem Spätsommer/Frühherbstwetter) und in der Olympiaschwimmhalle bei eingeschränktem Platzangebot und dank Umbauphase  (laut Stadtwerken noch bis Ende Februar, ab Mitte März 2019 wieder Normalbetrieb) im Keller ohne Tageslicht – nein. Ich bin frei, dachte ich, und nutze die Sonne. Einmal war ich schon auf halbem Weg ins Oly, doch dann bin ich umgekehrt, heimgeradelt und habe die Schwimmsachen gegen Radlsachen getauscht. Freiheit! Ich „muss“ nicht schwimmen! Ich kann machen, was ich will! Hehe… und schon am nächsten Tag hatte ich doch wieder Lust auf schwimmen, in der kellerartigen Olympiaschwimmhalle. So bin ich halt. Ohne schwimmen geht’s nicht. Das Schwimmen ist ein großer Bestandteil in meinem Leben geworden, seit ich vor einigen Jahren einen Kraulkurs besucht habe. Zwei gute Freundinnen habe ich in den beiden Kursen kennengelernt. Und vom vielen Schwimmen kenne ich auch viele Leute, manche besser andere nur flüchtig. Und so ist es immer auch ein bisschen wie „heimkommen„, wenn ich ins Dante gehe. Man kennt sich, man ratscht. Sei es in der Umkleide oder am Beckenrand. Und natürlich kenne ich auch die Kassenkräfte, Bademeister und die Putzfrau.

Im November, als es grau und neblig war, hatte ich dann noch weniger Lust auf die dunkle Olympiaschwimmhalle und bin ins Dante-Winterfreibad gegangen. Jetzt, wo es draußen kälter war, war das Wasser auch nicht zu warm. Ich hatte oft Glück und konnte meine Bahnen weitgehend ungestört ziehen. Als ich dann kürzlich in der Olympiaschwimmhalle war, wurde ich vom Bademeister gleich gefragt, wo ich war. „Da trainierst du immer so fleißig und dann bist du auf einmal nicht mehr da“, sagt er und grinst. Ich entgegne, ob mich meine Freundin (die er auch kennt) nicht „abgemeldet“ habe und dass ich „fremdgegangen“ bin, im Dante. Aha, alles klar. So ist das …

Naja. Und dann waren die 600 Kilometer doch auch schon vor Ablauf des November voll. Was nun? 700 – das ist Wahnsinn. 100 Kilometer in einem Monat mit Weihnachten (also Nicht-Schwimm-Zeiten)? Das schaffe ich nicht. 650? Hm… das wäre machbar, aber dann müsste ich mich ranhalten. Und ich mag’s eigentlich nicht, wenn ich zu viel Druck habe. Weil ich ja vor allem zum Schwimmen gehe, weil ich es gerne mache. Dann erwies sich der Dezember als gnädig, ich hatte oft Glück, dass viele Schwimmer auf Weihnachtsfeiern mussten oder Geschenke einkaufen oder was-weiß-ich zu erledigen hatten. Ich hatte nur ein Ziel: schwimmen … Und dann waren die 650 Kilometer auch schon vor Heiligabend geschafft, genauer: 651. Dann kam der 2. Weihnachtsfeiertag mit diesen unglaublichen und schönen fünf Kilometern am Stück. Und im Hinterkopf wusste ich auch schon, dass der 29. Dezember kommt, an dem 50×100 geschwommen werden sollten. Also auch die noch drauf, macht 10 Kilometer. Dann fehlten nur noch läppische fünf Kilometer für die magischen, teuflischen 666 Kilometer. Die habe ich dann aufgeteilt abgefertigt. Am Ende, gestern, fehlten noch 2 Kilometer. Ich schwimme ja normalerweise immer 3 Kilometer. Da hat es sich fast so angefühlt, als würde ich mich gar nicht richtig nass machen für diese „kurze“ Strecke. Die „paar“ Bahnen … soll ich extra deshalb hingehen? Den vollen Eintritt zahlen, wenn ich doch gar nicht die volle Strecke schwimme? Hm… Spätschwimmen mit vergünstigtem Eintritt? Danach in die Sauna? Oder einfach „kurz“ ins Oly (günstiger als Dante)? Oder ist’s mir egal? (wer von euch denkt jetzt: „die spinnt“?) Dann habe ich mich kurzentschlossen auf ins Oly gemacht und bin diese 40 Bahnen geschwommen. Ich war relativ entspannt, weil es ja nur „ein bisschen“ war. Und dann habe ich die letzten 50 Meter ein kleines bisschen zelebriert. Weil ich wusste, dass es jetzt vollbracht ist. Ein gutes Gefühl!

Vergangenes Jahr war ich nicht so motiviert. Da standen am Ende 498 Kilometer auf der Uhr. Hätten auch „nur“ zwei gefehlt. Aber da war es mir egal.

Und nun noch ein Rückblick auf das Schwimmjahr: Angefangen hat es im Januar eher gemäßigt. Eine Mischung aus der 2017er Unlust und den „Gute-Vorsätze“-Bahn-Blockierern. Der Februar, obwohl kürzer, hatte eine höhere Kilometerzahl. Besonders krass war der Mai mit 84 Kilometern. Der Freibaderöffnungsmonat ruft bei mir immer eine ganz besondere Euphorie hervor. Ich war fast jeden Tag schwimmen. Entweder, weil gutes Wetter war (will man nutzen) oder weil schlechtes Wetter war (muss man nutzen). Nur drei „Fehltage“ gab’s im Wonnemonat. Und so ging’s im Juni weiter. Auch der Juli, urlaubsbedingt mit Abwesenheiten, war glanzvoll. Und auch im August. Denn trotz Supersommerwetter war es im Freibad oft überraschend ruhig. Vielleicht, weil die Seen auch schon schön warm waren. Im See war ich aber erstaunlich selten. Der „schwächste“ Schwimmmonat war der Oktober mit gerade mal 36 Kilometern. Da war wohl eine gewisse Sättigung durch die Freibadsaison und das gute Radlwetter schuld.

Und jetzt ist das Jahr eben rum. Das Schwimmen aber nicht. Es geht schon morgen weiter – getreu dem Motto: Neues Jahr, alte Bahnen!


500 Kilometer vor Ende der Freibad-Saison

Hui! Was ist da heuer los? Ich habe meine Schwimmkilometer zusammengerechnet und es sind schon 500. Im September! Die Freibad-Saison ist noch nicht vorbei und ich bin schon am Jahresziel? Was ist da los?

img_9001

„Meine“ Bahn im Dantebad …

Einiges. Ich hatte seit Beginn der Freibad-Saison eine unglaubliche Lust zum Schwimmen. Allein Mai war ich fast jeden Tag im Becken. Und auch im Juni gab’s kaum eine Pause. Es war einfach soooo schön! „Zwangspausen“ gab’s, wenn ich im Urlaub war. Oder an den äußerst heißen Wochenenden. Aber da war ich im See. Hehe…

Sonnenuntergang in Herrsching am Ammersee

Obwohl es in den Sommerferien richtig, richtig heiß war, mit Temperaturen über 30 Grad, war ein vernünftiges Schwimmen im Freibad möglich. Erstaunlich! Aber das lag wohl daran, dass Ferien waren und viele Münchner nicht in der Stadt waren. Oder im See, denn die vielen Seen um München waren auch sehr, sehr warm. Und ich war im Dantebad und habe Bahn um Bahn gezogen.

Warum mir das Schwimmen heuer wieder so viel Spaß macht, kann ich gar nicht genau sagen. Letztes Jahr fiel es mir zum Teil schwer, da habe ich im ganzen Jahr nicht mal 500 Kilometer erreicht. Vielleicht liegt es heuer daran, dass es im Herbst und Winter schwierig wird. Die Olympiaschwimmhalle ist noch im Umbau-Modus, das heißt: fünf Bahnen statt 13. Das Wettkampfbecken mit acht Bahnen wird gerade umgebaut, wir schwimmen im Becken vom Hochschulsport, das fünf Bahnen breit ist. Und natürlich vorrangig von der Uni genutzt wird. Wenn das Semester im Oktober startet, wird’s wohl eng. Das habe ich wohl im Hinterkopf gehabt. Ich bin sozusagen „vorgeschwommen“. Aber das allein kann’s nicht sein.

Da geht’s im Herbst wieder hin: Olympiaschwimmhalle, ohne Tageslicht. Aber immerhin mit 50-Meter-Bahn.

Eigentlich ist es auch egal. Es hat viel Spaß gemacht und ein paar Freibad-Tage gibt’s ja noch. Die werden noch genutzt. Denn der Umstieg in die Halle ist im Herbst besonders schlimm. Dann werde ich von den vielen, vielen Freibad-Tagen zehren. Vom Schwimmen in der Sonne genauso wie von den Regenschwimmtagen.


Staub statt Wasser in der Olympiaschwimmhalle

Es tut weh, richtig weh! Heute hatte ich die Gelegenheit, die Baustelle in der Olympiaschwimmhalle anzuschauen. Und oje… alles grau und staubig. Nix mehr türkise Fliesen, nix mit Wasser. Ein riesiges Loch im Boden statt Wasserfläche.

Da blutet das Schwimmerherz … alles zerstört!

Aber naja, das ist auch normal. Denn die Olympiaschwimmhalle wird saniert.

So ruhig ist es selten im ZHS-Becken in der Olympiaschwimmhalle. Fünf Bahnen stehen den Besuchern zur Verfügung (statt acht wie im Wettkampfbecken).

Während wir im ZHS-Becken unsere Bahnen ziehen und das mal mehr, mal weniger gut geht, werkeln nebenan die Handwerker. Lautstark, das hört man sogar unter Wasser. Sie haben die Fliesen in den Becken abgeschlagen, im Moment wird der Boden bearbeitet. Staub und Dreck überall.

Schmutz und Lärm statt Wasser und Spaß!

Ich gehe ins Becken. Das ist echt spannend. Über eine Holzrampe geht’s in die Tiefe. Und von hier sieht es echt seltsam aus. Kaum vorstellbar, dass das ein Schwimmbecken war.

Bissl Wasser ist schon im Becken … 😉

Ich gehe zur Beckenmitte, dort, wo die Rampe nach unten geht. Hier liegen noch Splitter der alten Fliesen rum. Ich sammle ein paar ein, als Andenken.

„All der Krach und Schmutz und Staub“ – bei dem Anblick muss ich an Tomte denken und „Die Schönheit der Chance“.

Denn mit „Kacheln zählen“ ist hier Schluss. Auch das große Wettkampfbecken wird ein Edelstahlbecken. Das ist einfacher zu pflegen und hygienischer. Ich bin noch skeptisch, ob das so schön aussieht wie die Fliesen.

Andererseits sind die Freibäder auch Edelstahlbecken und durch die großen Fenster in der Olympiaschwimmhalle scheint bei gutem Wetter auch die Sonne rein. Mal sehen.

Das Unterwasserbullauge aus einer anderen Perspektive

Der Plan ist, dass die Sanierung zum Ende des Jahres 2018 (heuer!!) abgeschlossen ist. Hoffen wir das Beste!

oly-alt-seitlich

Rückblick: Olympiaschwimmhalle mit Fliesen