Schlagwort-Archive: neujahr

Weihnachts- und Neujahrsschwimmen

Ich bin natürlich auch dieses Mal meiner Weihnachtstradition treu geblieben und war im Tegernsee schwimmen. Am ersten und am zweiten Weihnachtsfeiertag bin ich zum See gegangen und habe ein paar Meterchen gemacht. Am ersten Feiertag wollte mein Thermometer nicht! Und dabei hatte ich doch erst kürzlich neue Batterien eingelegt. Es war ihm wohl zu kalt, denn als ich wieder an Land war, ging es wieder.

Tags drauf funktionierte es gleich und so weiß ich jetzt auch, wie kalt der Tegernsee war: 4,2 Grad. Und ich habe es eine Minute und vier Sekunden ausgehalten. Immerhin! An Land war es ja wenig weihnachtliches Wetter, eher frühlingshaft mit Sonne. So konnte ich mich auf der Terrasse an der warmen Hauswand aufwärmen. Herrlich!

Allerdings muss ich sagen, dass an meiner Schwimmstelle jetzt eine Baustelle ist. Da baut jemand in „bester Lage“ am See ein Haus – samt Tiefgarage. Ich will hier gar nicht neidisch sein, aber es ist schon bedenklich, wie viele Häuser im Tegernseer Tal neu gebaut werden, welche Wiesen auf einmal Bauland sind. Wird die schöne Landschaft, wegen der so viele Menschen kommen, irgendwann komplett zugebaut sein?

Baustelle in bester See-Lage

Da klafft ein riesiges Loch im Boden

Es gibt ja die Sage, dass der Teufel das Tal zerstören wollte. Er rollte einen großen Stein auf den Ringberg und wollte ihn in den See werfen. Die Flutwelle aus dem See soll die Landschaft zerstören. Doch der Stein kam ihm aus, rollte den Berg hinab und landete recht harmlos im Wasser. Seither ist es eine Insel, die Ringseeinsel.

Ich glaube, dass im Landratsamt jemand sitzt, der das Werk des Teufels vollenden möchte. Nicht mit einer Flutwelle, aber indem einfach die Landschaft zubetoniert wird, bis nichts Schönes mehr da ist …. Und die Frage ist auch, was bei Hochwasser passiert? Der See tritt ja gern mal ziemlich weit übers Ufer …

tegernsee-friedlwiese

Die Türklinke kann man grad noch erkennen, vom Steg und vom Zaun ist nichts mehr zu sehen. Hcohwasser am Tegernsee 2013

Neujahrsanschwimmen

Am Neujahrstag war’s in München ganz schön windig. Am Tegernsee zum Glück nicht bzw. nur ein bisschen. Ich bin wie auch 2017 zum Neujahrsanschwimmen der Wasserwacht Gmund gefahren. Da treffen sich die Vereinsmitglieder mittags, um das neue Jahr zu begrüßen. Umziehen kann man sich in der Wasserwachtshütte, da ist auch ein Ofen, der den Wachraum schön anheizt. Und dann sind da natürlich eine ganze Menge Leute! Vor allem die Jugendlichen haben sichtlich Spaß daran, in den kalten See zu gehen. Mit viel Getöse – wie hier im Video der Tegernseer Stimme – und Geschrei geht’s kurz rein und dann wieder raus.

Die Sonne versteckt sich noch hinter Wolken …

Ich bin eine kleine Runde geschwommen und dann auch wieder raus. Irgendwie denke ich danach immer: Mensch, das wäre doch länger gegangen! Vielleicht muss ich das einfach mal währenddessen denken? Und noch ein paar Meterchen dranhängen? Vor allem, wenn ich schon den Luxus habe, dass ich danach nicht halb eingefroren radln muss oder mich im Freien mit kalten Fingern umziehen muss.

anschwimmen2018

Die Gmunder Wasserwacht und das Chlorhuhn

… nach dem Anschwimmen zeigte sich der blaue Himmel.

Nächstes Mal. Jetzt ist das neue Jahr erstmal würdig begrüßt worden und nach dem Sturm der letzten Tage ergibt sich vielleicht bald die nächste „Trainingsmöglichkeit“.


Neujahrsanschwimmen

Wie beginnt man ein neues Jahr am besten? Vielleicht mit dem, was man gerne macht? Und dann noch in guter Gesellschaft? Das hat sich heuer zufällig ergeben. Die Wasserwacht Gmund trifft sich seit acht Jahren am Neujahrstag zum Anschwimmen. Im Tegernsee – dem besten See von allen.

Der Tegernsee mal von der anderen Seite

Ich habe zufällig davon erfahren und bin hingefahren. Bestes Wetter, bester See – also beste Bedingungen. Der See hat laut offizieller Messstelle 3,9 Grad mittags. Am Ufer gibt’s einen kleinen Eisrand.

Eisrand

Der Tegernsee liegt spiegelglatt in der Mittagssonne. Die Wasserwachtler sind schon alle ganz aufgeregt, es ist ganz anders als wenn ich alleine gehe. Geschnatter, Rufen, eine Menge Leute. Die alle dasselbe wollen. Am Steg soll’s ins Wasser gehen. Und die Lokalpresse versammelt alle für ein Gruppenfoto.

Wasserwacht und sonstige Mutige (c) Tegernseer Stimme

Und dann geht’s rein. Die Wasserwachtler gehen vom Steg über die Treppe ins Wasser. Ich entscheide mich für den üblichen Weg, also vom Ufer direkt in den See. Und weil die Sonne so schön warm ist, ist es schon fast sommerlich. Auch wenn die anderen „puh“, „aaahh“ und anderes rufen und froh sind, nach ein paar Sekunden rauszugehen, freue ich mich. Ich gehe rein, es ist kalt. Aber nicht schlimm. Nicht wie ich mir 3,9 Grad vorstelle. Am Ufer sind zahlreiche Schaulustige, aber ich bin nur eine von vielen, die da schwimmt. Ich bleibe so gut es geht in Ufernähe. Etwas weiter draußen schwimmen – sehr entspannt – zwei Frauen. Ganz ruhig, fast als ob Sommer wäre. Später stellt sich raus, dass die eine von ihnen täglich zweimal – morgens und abends – im See schwimmt. Ihr Trick beim Reingehen: „Ich denke an was Schönes, an liebe Menschen.“ Das lenke sie von der Temperatur ab. „Die will ich auch erst danach wissen“, schickt sie noch hinterher. [Tipps zum Eisschwimmen gibt’s hier.]


Das Schwimmen war schön, ich habe fast zwei Minuten ausgehalten. Vielleicht wäre auch länger gegangen, denke ich, als ich an Land bin. Denn die Sonne hat gut gewärmt. Und voll der Luxus: Zum Umziehen konnte ich auch die Wasserwachthütte nutzen. Doch wegen der vielen Menschen – Zuschauer und Mitstreiter – war es nicht das Erlebnis, das ich immer habe. Fast nur nebenbei habe ich die Kalt-Warm-Wellen bemerkt, die durch meinen Körper strömen. Eigentlich ein bisschen schade, denn das gehört irgendwie zum Gesamterlebnis. Schön war’s trotzdem, danach gab’s Glühwein, Plätzchen und ein Plätzchen in der Sonne. Und natürlich den besten See von allen!

In der Sonne ist es richtig warm, sogar nach dem Schwimmen.