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Jahresbilanz 2018 – 666 Kilometer

31. Dezember – Zeit für die Jahresbilanz. Rückblick auf ein verrücktes Schwimmjahr mit einem sehr ansehlichen Kilometerstand: 666 Kilometer. Und ja, das ist kein Zufall! Nachdem ich ja schon während der Freibad-Saison die 500 Kilometer (mein durchschnittliches Jahresendergebnis) erreicht hatte, war die Frage, was noch möglich ist und wohin die Reise geht. Also, wohin war ja eigentlich klar: 50 Meter hin und 50 Meter zurück. Von Beckenrand zu Beckenrand. Aber wie oft noch? Gönn ich mir eine Pause? Welches Ziel ist realistisch, ambitioniert und doch machbar? 600 Kilometer – das wäre doch zu schaffen. Also war das angedacht.

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Die Fische müssen ins Wasser!

Im Herbst, als es noch so schön und warm war, aber die Freibäder geschlossen hatten, hat mich ein paar Mal der „Rappel“ gepackt und ich wollte nicht schwimmen. Im Dante-Winterfreibad war mir das Wasser zu warm (und mutmaßlich zu viel los, bei bestem Spätsommer/Frühherbstwetter) und in der Olympiaschwimmhalle bei eingeschränktem Platzangebot und dank Umbauphase  (laut Stadtwerken noch bis Ende Februar, ab Mitte März 2019 wieder Normalbetrieb) im Keller ohne Tageslicht – nein. Ich bin frei, dachte ich, und nutze die Sonne. Einmal war ich schon auf halbem Weg ins Oly, doch dann bin ich umgekehrt, heimgeradelt und habe die Schwimmsachen gegen Radlsachen getauscht. Freiheit! Ich „muss“ nicht schwimmen! Ich kann machen, was ich will! Hehe… und schon am nächsten Tag hatte ich doch wieder Lust auf schwimmen, in der kellerartigen Olympiaschwimmhalle. So bin ich halt. Ohne schwimmen geht’s nicht. Das Schwimmen ist ein großer Bestandteil in meinem Leben geworden, seit ich vor einigen Jahren einen Kraulkurs besucht habe. Zwei gute Freundinnen habe ich in den beiden Kursen kennengelernt. Und vom vielen Schwimmen kenne ich auch viele Leute, manche besser andere nur flüchtig. Und so ist es immer auch ein bisschen wie „heimkommen„, wenn ich ins Dante gehe. Man kennt sich, man ratscht. Sei es in der Umkleide oder am Beckenrand. Und natürlich kenne ich auch die Kassenkräfte, Bademeister und die Putzfrau.

Im November, als es grau und neblig war, hatte ich dann noch weniger Lust auf die dunkle Olympiaschwimmhalle und bin ins Dante-Winterfreibad gegangen. Jetzt, wo es draußen kälter war, war das Wasser auch nicht zu warm. Ich hatte oft Glück und konnte meine Bahnen weitgehend ungestört ziehen. Als ich dann kürzlich in der Olympiaschwimmhalle war, wurde ich vom Bademeister gleich gefragt, wo ich war. „Da trainierst du immer so fleißig und dann bist du auf einmal nicht mehr da“, sagt er und grinst. Ich entgegne, ob mich meine Freundin (die er auch kennt) nicht „abgemeldet“ habe und dass ich „fremdgegangen“ bin, im Dante. Aha, alles klar. So ist das …

Naja. Und dann waren die 600 Kilometer doch auch schon vor Ablauf des November voll. Was nun? 700 – das ist Wahnsinn. 100 Kilometer in einem Monat mit Weihnachten (also Nicht-Schwimm-Zeiten)? Das schaffe ich nicht. 650? Hm… das wäre machbar, aber dann müsste ich mich ranhalten. Und ich mag’s eigentlich nicht, wenn ich zu viel Druck habe. Weil ich ja vor allem zum Schwimmen gehe, weil ich es gerne mache. Dann erwies sich der Dezember als gnädig, ich hatte oft Glück, dass viele Schwimmer auf Weihnachtsfeiern mussten oder Geschenke einkaufen oder was-weiß-ich zu erledigen hatten. Ich hatte nur ein Ziel: schwimmen … Und dann waren die 650 Kilometer auch schon vor Heiligabend geschafft, genauer: 651. Dann kam der 2. Weihnachtsfeiertag mit diesen unglaublichen und schönen fünf Kilometern am Stück. Und im Hinterkopf wusste ich auch schon, dass der 29. Dezember kommt, an dem 50×100 geschwommen werden sollten. Also auch die noch drauf, macht 10 Kilometer. Dann fehlten nur noch läppische fünf Kilometer für die magischen, teuflischen 666 Kilometer. Die habe ich dann aufgeteilt abgefertigt. Am Ende, gestern, fehlten noch 2 Kilometer. Ich schwimme ja normalerweise immer 3 Kilometer. Da hat es sich fast so angefühlt, als würde ich mich gar nicht richtig nass machen für diese „kurze“ Strecke. Die „paar“ Bahnen … soll ich extra deshalb hingehen? Den vollen Eintritt zahlen, wenn ich doch gar nicht die volle Strecke schwimme? Hm… Spätschwimmen mit vergünstigtem Eintritt? Danach in die Sauna? Oder einfach „kurz“ ins Oly (günstiger als Dante)? Oder ist’s mir egal? (wer von euch denkt jetzt: „die spinnt“?) Dann habe ich mich kurzentschlossen auf ins Oly gemacht und bin diese 40 Bahnen geschwommen. Ich war relativ entspannt, weil es ja nur „ein bisschen“ war. Und dann habe ich die letzten 50 Meter ein kleines bisschen zelebriert. Weil ich wusste, dass es jetzt vollbracht ist. Ein gutes Gefühl!

Vergangenes Jahr war ich nicht so motiviert. Da standen am Ende 498 Kilometer auf der Uhr. Hätten auch „nur“ zwei gefehlt. Aber da war es mir egal.

Und nun noch ein Rückblick auf das Schwimmjahr: Angefangen hat es im Januar eher gemäßigt. Eine Mischung aus der 2017er Unlust und den „Gute-Vorsätze“-Bahn-Blockierern. Der Februar, obwohl kürzer, hatte eine höhere Kilometerzahl. Besonders krass war der Mai mit 84 Kilometern. Der Freibaderöffnungsmonat ruft bei mir immer eine ganz besondere Euphorie hervor. Ich war fast jeden Tag schwimmen. Entweder, weil gutes Wetter war (will man nutzen) oder weil schlechtes Wetter war (muss man nutzen). Nur drei „Fehltage“ gab’s im Wonnemonat. Und so ging’s im Juni weiter. Auch der Juli, urlaubsbedingt mit Abwesenheiten, war glanzvoll. Und auch im August. Denn trotz Supersommerwetter war es im Freibad oft überraschend ruhig. Vielleicht, weil die Seen auch schon schön warm waren. Im See war ich aber erstaunlich selten. Der „schwächste“ Schwimmmonat war der Oktober mit gerade mal 36 Kilometern. Da war wohl eine gewisse Sättigung durch die Freibadsaison und das gute Radlwetter schuld.

Und jetzt ist das Jahr eben rum. Das Schwimmen aber nicht. Es geht schon morgen weiter – getreu dem Motto: Neues Jahr, alte Bahnen!


500 Kilometer vor Ende der Freibad-Saison

Hui! Was ist da heuer los? Ich habe meine Schwimmkilometer zusammengerechnet und es sind schon 500. Im September! Die Freibad-Saison ist noch nicht vorbei und ich bin schon am Jahresziel? Was ist da los?

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„Meine“ Bahn im Dantebad …

Einiges. Ich hatte seit Beginn der Freibad-Saison eine unglaubliche Lust zum Schwimmen. Allein Mai war ich fast jeden Tag im Becken. Und auch im Juni gab’s kaum eine Pause. Es war einfach soooo schön! „Zwangspausen“ gab’s, wenn ich im Urlaub war. Oder an den äußerst heißen Wochenenden. Aber da war ich im See. Hehe…

Sonnenuntergang in Herrsching am Ammersee

Obwohl es in den Sommerferien richtig, richtig heiß war, mit Temperaturen über 30 Grad, war ein vernünftiges Schwimmen im Freibad möglich. Erstaunlich! Aber das lag wohl daran, dass Ferien waren und viele Münchner nicht in der Stadt waren. Oder im See, denn die vielen Seen um München waren auch sehr, sehr warm. Und ich war im Dantebad und habe Bahn um Bahn gezogen.

Warum mir das Schwimmen heuer wieder so viel Spaß macht, kann ich gar nicht genau sagen. Letztes Jahr fiel es mir zum Teil schwer, da habe ich im ganzen Jahr nicht mal 500 Kilometer erreicht. Vielleicht liegt es heuer daran, dass es im Herbst und Winter schwierig wird. Die Olympiaschwimmhalle ist noch im Umbau-Modus, das heißt: fünf Bahnen statt 13. Das Wettkampfbecken mit acht Bahnen wird gerade umgebaut, wir schwimmen im Becken vom Hochschulsport, das fünf Bahnen breit ist. Und natürlich vorrangig von der Uni genutzt wird. Wenn das Semester im Oktober startet, wird’s wohl eng. Das habe ich wohl im Hinterkopf gehabt. Ich bin sozusagen „vorgeschwommen“. Aber das allein kann’s nicht sein.

Da geht’s im Herbst wieder hin: Olympiaschwimmhalle, ohne Tageslicht. Aber immerhin mit 50-Meter-Bahn.

Eigentlich ist es auch egal. Es hat viel Spaß gemacht und ein paar Freibad-Tage gibt’s ja noch. Die werden noch genutzt. Denn der Umstieg in die Halle ist im Herbst besonders schlimm. Dann werde ich von den vielen, vielen Freibad-Tagen zehren. Vom Schwimmen in der Sonne genauso wie von den Regenschwimmtagen.


498 – knapp daneben ist auch verpasst

Der 31. Dezember ist ja in unserer Kultur immer DER Stichtag. Für Jahresbilanzen. Für gute Vorsätze, für große Feiern und: für einen neuen Kalender. In den trage ich dann wieder meine Schwimmergebnisse ein, um nach weiteren 365 Tagen sagen zu können: Ich bin geschwommen. Und nicht nur das, sondern auch: Ich bin soundsoviele Kilometer geschwommen. Heuer waren es 498 Kilometer. Der niedrigste Wert seit den Aufzeichnungen. Sogar im Unfall-Jahr 2014 mit Zwangspause waren es mehr Kilometer (528). Habe ich deshalb mein Ziel verpasst? Äh… nein. Ich hatte nämlich keines. Bissl ärgerlich ist es trotzdem, dass die schöne, runde 500 um nur 2 Kilometer verfehlt wurde. Gezählt werden nur die Kilometer im Becken. Also sind es tatsächlich mehr als 500, weil ich – wenn heuer auch selten – auch im See geschwommen bin.

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279 Freibad-Kilometer waren es 2017 – die meisten wohl hier auf dieser Bahn

Ich habe die Bilanz noch etwas aufgeschlüsselt: Im Freibad-Becken wurden 279 Kilometer absolviert, das heißt, dass „nur“ 219 Kilometer auf die Wintersaison entfallen. Da der „Freibad-Winter“ aber viel länger ist als der Sommer, ergibt sich im Kalender ein Ungleichgewicht. Ich habe noch immer nicht herausgefunden, warum ich im Sommer lieber schwimme. Die naheliegendsten Begründungen: draußen und 50-Meter-Bahn müssen entfallen, denn in München kann man ja das ganze Jahr über draußen und sowohl draußen als drinnen auf einer 50-Meter-Bahn schwimmen. Vielleicht liegt’s am Licht? Also so allgemein? Keine Ahnung. Ich schwimme halt lieber im Freibad. Das ist nicht mit dem Winterwarmfreibad im Dante gleichzusetzen. Ich habe darüber auch schon „Fachgespräche“ mit anderen „Betroffenen“ geführt – denen geht’s ähnlich. Aber eine Erklärung haben auch die nicht. Eher so eine Art „Bauchgefühl“.

Dann habe ich mir meine Statistik nochmal angeschaut. Während ich im Winter zwei bis viermal pro Woche schwimmen gehe, kommt es im Sommer schon vor, dass ich jeden Tag gehe. Da mache ich dann auch mal einen Tag Pause (weil es zum Beispiel zu heiß ist und ergo kein Schwimmwetter), oder weil ich tatsächlich mal Pause mache. Die längste Reihe ohne Unterbrechung gab’s dann von Ende August bis Mitte September (=Ende der Freibadsaison): Da war ich an 15 (fünfzehn!) Tagen hintereinander schwimmen. Je drei Kilometer. Aber am letzten Tag, an Tag Nummer 15, konnte ich wohl nicht genug bekommen: Da waren es vier Kilometer. Dann war aber mal gut – und ich war ganze drei (!!) Tage am Stück nicht im Wasser! Und dann hat die „ruhige“ Zeit angefangen, mit nur zwei Schwimmtagen pro Woche. Zu mehr hatte ich einfach keine Lust.

Erschwerend kam dann ab Ende November die Bauphase II in der Olympiaschwimmhalle dazu: Das große Wettkampfbecken wird saniert, man schwimmt jetzt im Hochschulbecken, das kleiner ist (nur fünf statt acht Bahnen) und ohne Tageslicht. Weil alle fünf Bahnen geleint sind, kommt es da leider immer mal wieder zu  unschönen Begegnungen (ratschende Oma-Brustschwimmerinnen nebeneinander treffen auf hart trainierende Schwimmer), wobei keiner für den anderen Verständnis zu haben scheint („ich will hier ja auch nur schwimmen“ – denken sich beide Parteien und haben Recht – und doch wieder nicht).

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Das umgebaute Schwimmbecken vom Hochschulsport in der Olympiaschwimmhalle

Naja. So ist jedenfalls das Schwimmjahr 2017 zu Ende. Mit zwei Kilometern, die fehlen. Mit wenigen See-Kilometern heuer. Dafür mir vielen „Fremdgewässern“. Ich war im Atlantik, in der Adria, unter der Erde in einem alten Bergwerk, im Bled-See in Slowenien, in Italien im Lago Maggiore, in der Ostsee in Dänemark, Schweden und Finnland. In finnischen Seen. Im eisigkalten Chiemsee, im wärmer werdenden Langwieder See, der dann auch wieder kälter wurde. Und an Land bin ich quasi auch geschwommen: Ich habe eine Reportage übers Eisschwimmen gemacht und einen kurzen Beitrag zum Thema „Immer mehr Nichtschwimmer„. Da folgt im Frühsomer dann auch eine längere Reportage. Das Thema ist einfach zu wichtig. Schwimmen ist nicht nur schön, es ist wichtig. Lebensrettend. Und einfach eine Kulturtechnik wie lesen, rechnen, schreiben.

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Mein Privatpier in Stockholm – herrlich!

Perfektioniert haben es natürlich wir verrückten Hobby-Schwimmer, wie ich. Wir schwimmen, schreiben darüber, lesen davon und rechnen fleißig unsere Kilometer zusammen. Bis am Ende 498 rauskommt. Auch, wenn 500 schöner gewesen wäre …