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Februar-Schwimmen

Heute war mal wieder ein guter Tag zum Eisschwimmen. Winterschwimmen. Februarschwimmen. Nennt es, wie ihr wollt … 😉

Es war sonnig, mit etwa 10 bis 12 Grad recht warm und kaum merklicher Ostwind. Der hatte mir gestern noch die Tour vermasselt, weil es bei etwa 4 Grad einfach nur kalt geblasen hat. Da war ich auch schon auf dem Weg zum See, habe dann aber spontan beschlossen, nicht zu schwimmen, sondern nur zu radeln. Aber heute war alles gut.

Beste Bedingungen!

Der See lag spiegelglatt vor mir, die Sonne scheint durch feine weiße Schleierwölkchen. Perfekt. Als ich ins Wasser gehe, merke ich aber, wie es sticht. Wie 1000 kleine Nadeln an den Füßen, das habe ich so echt selten wahrgenommen. Und es wird auch nicht besser, sondern ist richtig kalt. Aber ich bin entschlossen und tauche unter. Schwimme los. Ist das kalt. Wahnsinn. Ich bin tapfer, atme tief ein und schwimme weiter. Die 15 bis 20 Meter-Strecke kommt mir ewig vor. Es ist kalt, mein Herz schlägt wie verrückt. Ich zwinge mich, langsamer zu schwimmen. Drehe um, schwimme zurück. Natürlich immer am Ufer entlang, wo ich stehen kann. Und fasse einen Plan: Wenn ich am Ausgangspunkt ankomme, stelle ich mich hin und warte kurz. Weil ich ja erst letztes Mal wieder gedacht habe, dass es vielleicht beim zweiten Mal besser wäre. Also eine Pause machen.

Gedacht – getan. Das fällt mir nicht leicht, denn das Wasser ist natürlich trotzdem kalt, auch wenn es jetzt nur im Stehen ist und bis zum Bauch reicht. Zum Glück ist es windstill, der Uferwall hält den Ostwind ja ab. Ich merke, wie sich mein Puls beruhigt. Die Atmung wird ruhiger. Die Füße sind zwar kalt, aber es sticht nicht mehr so arg. Ich schaue aufs Thermometer: 6 Grad … naja. Fühlt sich kälter an. Deutlich kälter.

Im flachen Uferbereich ist das Wasser laut Thermometer 8 Grad warm. Naja. Glaube ich nicht …

Dann wage ich mich an Runde zwei. Es ist immer noch sehr, sehr kalt. Aber ich kann ruhiger schwimmen und schaffe es ein weiteres Mal hin und zurück. Dann aber nix wie raus. Ich bin krebsrot, es kribbelt voll schön!

Handtuch rum und auf dem Rücken die Sonnenstrahlen genießen. Herrlich. Wie viel Kraft die Sonne schon hat! Und jetzt durchfließt es mich auch wieder heiß-kalt-heiß-kalt. Herrlich! Ich ziehe mich an und bleibe noch ein bisschen am Ufer sitzen. Blicke auf den See, der jetzt wieder wellenlos vor mir liegt und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Das sind eigentlich die schönsten Winterschwimmtage: Wenn die Sonne schon etwas Kraft hat, aber das Wasser noch kalt ist.

So schee scho! Ein zweifacher Himmel am Langwieder See mit milchiger Sonne.

Und anscheinend entdecken immer mehr Menschen das Winter- oder Eisschwimmen für sich. Und zwar nicht unbedingt als Wettkampf wie Jochen Aumüller, Sabine Croci und Christof Wandratsch, sondern einfach so. Hier gibt’s ein kleines Facebook-Video.

Zum Abhärten, als Kick, zum Wachwerden … und dann ist mir eingefallen, dass mein erster zaghafter Versuch schon über vier Jahre her ist! Kinder, wie die Zeit vergeht.

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Ganz verkrampft – da geht natürlich nix! Aber das musste ich auch erst lernen …


5.000 Meter – 100 Bahnen

Kürzlich hatte ich Glück: Ich war schwimmen und ich war fast alleine. 50 Meter hin, 50 Meter zurück – und nur für mich. So mag ich das, da komme ich in einen Flow. Aber nicht nur eine freie Bahn sind für das perfekte Schwimmerglück nötig. Es muss einfach passen. Dass man sich gut fühlt. Dass man sich fit fühlt. Dass der Kopf frei ist. Dass der Körper mitmacht. Und so ein Tag war das. Ich merke schon bei den ersten vier Kraulbahnen: Heute ist ein guter Tag. Ich schwimme. Ich gleite. Ich fliege. Was? Schon die ersten 10 Bahnen fertig? Wow. Weiter geht’s. Auf und ab. Hin und her. Es kommt ein Mitschwimmer, wir begegnen uns und stören uns nicht weiter. Ich bin im Flow. Es läuft wie am Schnürchen, auf und ab. Hin und her. Und bevor ich meine gewöhnliche Einheit von 3.000 Metern erreicht habe, beschließe ich, mein Glück zu nutzen und heute einen draufzusetzen. Vier Kilometer. Das ist mehr als normal, aber machbar. Habe ich schon öfter gemacht und geschafft. Ist gut, trotzdem eine kleine Herausforderung. Mein Kopf ist frei. Ich denke an nichts. Außer an die Zahlen, die immer größer werden mit jeder geschwommenen Bahn. 41, 42, 43 … immer weiter, immer hin und her. Mein Mitschwimmer ist inzwischen fertig. Ich bin wieder allein. Auf und ab. Unter mir etwa 1,80 Meter nur Wasser, ein bläulich schimmerndes Edelstahlbecken, darauf eine schwarze Linie, die am Ende ein „T“ wird. Und schon wieder zum „T“ wird, die nächsten 50 Meter sind geschwommen. Wende und zurück. Ich gleite, ich fliege. Ich bin eine Maschine. Eine Nähmaschine. Eine Lok. Bin ich das, die da schwimmt?

Wenn es so gut läuft, fühlt es sich auch gut an. Von außen betrachtet sehe ich wahrscheinlich aus wie immer: eine mittelmäßige Freizeitschwimmerin. Aber innen, da fühlt es sich großartig an. Da bin ich Michael Phelps. Oder Katie Ledecky. Die haut auch einfach so mal 1.500 Meter raus, ohne Anstrengung. Und so fühle ich mich. Ohne Anstrengung. Leicht wie ein Fisch, nur atmen muss ich noch. Aber auch das läuft automatisch. Ich bin im Tunnel. Ich will ewig weiterschwimmen. Und so beschließe ich – noch bevor das neue Ziel, vier Kilometer, erreicht ist – dass heute so ein Tag ist. So ein ganz besonderer Tag. Der Tag, an dem ich fünf Kilometer schwimme. Das ist was Besonderes. Das habe ich ein oder zweimal bisher gemacht. Und immer spontan im Becken entschieden. Wenn ich mich gut fühle, wenn die äußeren Umstände passen. So wie heute. Und deshalb sind jetzt also fünf Kilometer das Ziel. 100 Bahnen im 50-Meter-Becken. Eine Hausnummer. Was für andere ein Marathon oder der Mount Everest ist – für mich sind es heute diese 100 Bahnen. Ob ich den Schwimmstil wechsle? Zur Abwechslung? Nein. Es ist ja grad soooo schön. Kraulen ohne Kraftanstrengung. Ohne Nachdenken. Ohne Hetze. Ohne Taktik, weil außer mir kaum jemand da ist. Zwischenzeitlich kommt jemand, schwimmt ein bisschen mit mir und geht wieder. Das ist schon witzig, wenn man so lange schwimmt. Die Leute kommen und gehen. Und ich bin immer noch da. Meine Bahn. Yeah. Und ich werde auch nicht müde. Die Arme sind fit, sie werden nicht schwer. Die Atmung läuft geschmeidig, ich bin nicht außer Puste. Klar, ich strenge mich auch nicht an. Pressiert ja nicht, ich habe Zeit. Und ich genieße diese Zeit. Meine Zeit. Mit mir im Wasser. Im Reinen. Im Flow. Ich bin im Tunnel und krieg von der Außenwelt nichts mit. Wenn mir jetzt jemand entgegenkommen würde, würde ich mich total erschrecken. Zum Glück kommt keiner und ich kann meinen Rausch genießen …

Bisschen Respekt hab ich schon vor dieser Strecke. Aber der größte Teil ist geschafft. Noch fehlen 400 Meter, acht Bahnen. Das ist nicht viel. Auf und ab. Hin und her. Noch sechs Bahnen, noch vier, was?? Nur noch zwei. Ob ich nicht…? Sechs Kilometer, das wäre doch was … nein! Vernünftig sein. Aufhören, wenn’s am schönsten ist. Und es ist tatsächlich noch schön. Ich schwimme noch zwei Bahnen altdeutsch Rücken und zwei Bahnen Brust zum Auslockern. Und dann sind’s am Ende 100 Bahnen. 100 lange Bahnen. 100 mal 50 Meter! Fünf Kilometer. 5.000 Meter. So weit ist mein Weg mit dem Radl ins Bad nicht. Also hin und zurück vielleicht. Das ist echt eine Strecke. Ich komme nicht umhin: Ich bin stolz auf mich. Dass ich das jetzt so durchgezogen habe. Und mich noch immer gut fühle. Keiner muss mich beatmen oder aus dem Becken tragen. Ich bin ganz entspannt und ziemlich glücklich. So eine lange Strecke und das in einem Jahr, in dem ich ohnehin schon so viel geschwommen bin. Aber irgendwie macht es halt immer noch Spaß.

Am nächsten Tag habe ich übrigens keinen Muskelkater oder so bekommen. Ich habe mich lediglich etwas müde gefühlt. Als ob ich zu wenig geschlafen hätte oder ein Bier zu viel getrunken hätte. Aber das war am Nachmittag auch wieder gut. Trotzdem war ich am Folgetag mal nicht schwimmen. Da habe ich noch das gute Gefühl vom Vortag genossen!


Mondfinsternisschwimmen

Ein wirklich warmer, ja heißer, Sommertag verabschiedet sich in eine laue Nacht. Die Sonne ist hinter den Bergen verschwunden und schickt letzte Strahlen in den Abendhimmel. Einige Wölkchen leuchten hell. Darunter liegt der Tegernsee.

Spiegelglatt. Dunkel. Die Schatten der umliegenden Berge zeichnen sich schwarz auf der dunkelblauen Oberfläche ab. Die Lichter aus Tegernsee hinterlassen lange Streifen auf dem Wasser. Es ist kitschig-schön.

Mit der Nachbarin meiner Eltern mache ich einen abendlichen Schwimmausflug im Restlicht des Tages. Unsere Schritte ins Wasser zerstören die makellose Oberfläche. Das Wasser ist noch schön warm vom Tag. Und dann schwimmen wir. Oma-Brust, um alles sehen zu können. Ich sauge die Atmosphäre regelrecht ein. Diese Ruhe. Diese Stimmung. Der mächtige Wallberg vor uns. Die Segelboote spiegeln sich im Wasser. Nur unsere Wellen rollen ans Ufer.

Und immer ein erwartungsfreudiger Blick zum Himmel über dem Wallberg. Denn dort wird er gleich erscheinen. Der Vollmond. Der den Tegernsee silbern glitzern lässt. Und der heute ja rot sein wird. Wegen dieser Jahrhundertmondfinsternis.

Es ist eher Zufall, dass ich am Tegernsee bin. Spontan wegen des Sommerwetters. Und dann sowas. Muss ich mir anschauen. Aber: nix passiert! Ach, noch zu früh. Wir schwimmen zurück. Ich vorsichtshalber Rücken, um den Blick nicht abwenden zu müssen. Aber: nix.

Wieder an Land und umziehen. Nichts tut sich. Wir haben weder Handy noch Uhr dabei. Also abwarten. Und die Abendstimmung genießen. Es wird langsam dunkler. Hinter den Bergen, in Österreich, blitzt es. Wetterleuchten. Mystisch! Mond? Fehlanzeige. Sind wohl doch Wolken am Himmel. Halt nicht überall, nur an der entscheidenden Stelle. Da ist sooooo viel Platz am Himmel. Und wo sind die Wolken? Ausgerechnet, aggrat, da, wo dieser Jahrhundertmond kommen soll. Gemein! Aber es ist jammern auf hohem Niveau. Die Abendstimmung ist auch so mega und unbeschreiblich. Wenn halt das Warten nicht wäre. Diese Erwartungshaltung, dass ja doch noch was fehlt. Etwas, das seit Wochen fest versprochen war.

Aber der Mond mag nicht. Er will seine Ruhe haben und bleibt hinter den Wolken. Irgendwann beschließen wir heimzugehen.

Auf der Terrasse meiner Eltern: auch kein Mond. Eher Finsternis ohne Mond. Dafür Roséwein, immerhin die Farbe passt. Hinter den Bäumen kann man auch nicht sehen, ob sich nicht doch noch was tut. Naja. Es ist auch so ein schöner Abend.

Und plötzlich sehe ich ihn! Zwischen den Blättern, recht dunkelrosa. Der Mondfinsternismond! Tadaaaa! Da isser!! Als schon alle aufgegeben und zusammengepackt und heimgegangen sind. Da kommt er.

Ich gehe zum See runter, weil die Bäume die Sicht versperren. Und da steht der Mond in rot/rosa über dem Wallberg. Und daneben-drunter ein kleiner rötlicher Punkt. Der Mars! Sowas! Unglaublich! Kommt das doch noch hinter den Wolken hervor. Ich bin fasziniert!

Und etwas später schau ich noch mal. Denn jetzt ist die Mondfinsternis eigentlich rum. Aber die“Show“ geht weiter. Denn links leuchtet der Mond jetzt so hell, dass es fast blendet. Die Erde gibt quasi den Mond frei, der Schatten verschiebt sich. Mal wirkt es, als könnte ich die Veränderung direkt sehen. Dann wieder, als ob sich nichts tut.

Fazit: Es war ein faszinierender Abend mit schwimmen in der Finsternis und einem Mond mit Verspätung und Schatten!


Frühlingsschwimmen

Der Frühling ist da. Endlich. Am Dienstag war Frühlingsanfang bei Minusgraden, aber heute gab’s Sonne und es war windstill. Perfekt zum Eisschwimmen. Oder Frühlingsschwimmen.

Ich muss sagen, dass meine Motivation ziemlich gesunken ist, seit der Radlweg nicht mehr benutzbar ist und ich über eine blöde Ampel und durch eine Straße mit Parkplätzen fahren muss. Dennoch habe ich mich heute aufgerafft und bin zum Langwieder See gefahren. Bevor die ganzen Sonntagsausflügler kommen…

Am Langwieder See war es dann noch ruhig und der See selbst lag spiegelglatt da. Herrlich! Und mir war vom Radln warm.

Also umziehen und rein ins kühle Nass. Mein digitales Thermometer hat grad keine Batterien und deshalb ist das alte analoge mitgekommen. Es zeigt aber je nach Blickwinkel alles von 5 bis 10 Grad an.

An den Füßen und Beinen ist es nicht kalt. Sogar eher angenehm. Ich gehe zügig weiter und tauche unter. Kühl, aber gut. Als ich schwimme, kommt die Kälte. Ich bin ja in Ufernähe, wo ich stehen kann. Also alles gut. Aber kalt!

Ich schwimme weiter. Und zurück. Und nochmal hin. Und dann muss ich mich ganz schön zusammenreißen, um auch noch zurück zum Anfang zu schwimmen. Es ist nämlich echt kalt. Aber das will ich jetzt durchziehen und deshalb schaffe ich es auch.

Dann nix wie raus und das Handtuch rumgewickelt. Schön! Die Sonne wärmt. Von innen ein Hitzeschwall. Toll! Es durchflutet mich richtiggehend. Ein Wahnsinn!

Auch, nachdem ich wieder angezogen bin, fühlt es sich noch toll an. Ich kann das jetzt gar nicht wirklich beschreiben. Es war einfach toll! Erfrischt. Ein regelrechter Kick!

Dann radle ich heim und bin sehr glücklich und froh, dass ich trotz des blöden Radlwegs zum See gefahren bin!


Wieder im Langwieder See 

Nach meinem Finnland-Ausflug bin ich wieder in Bayern. Und was haben Bayern und Finnland gemeinsam? Außer meiner Liebe und einer weiß-blauen Fahne? Seen! Unsere Seen sind zwar kleiner, aber zum Schwimmen reicht es.

Klein, aber zum Schwimmen ausreichend: der Langwieder See

Heute bin ich sogar in Gesellschaft. Diana kommt mit und schwimmt auch. Es ist noch bissl windig, aber immerhin kein Sturm mehr wie am Donnerstag. Und zwischendurch kommt die Sonne raus.

Am Langwieder See ist herrlichste (finnische) Ruhe, der See gehört uns! Ich schätze ihn schon vorm Reingehen auf 15 Grad, was mein Thermometer bestätigt. Reingehen klappt prima. Vor allem, weil unter Wasser kein Wind weht!

Im Gegensatz zu den Seen in Finnland noch richtig warm mit 15 Grad!

Das Schwimmen war traumhaft! Auf einmal breitet sich ein wohliges Kribbeln auf meinem Rücken aus, unterm Schwimmen. Es ist total schön und ich kann prima schwimmen! Die Wellen sind kaum spürbar, ich würde am liebsten ewig schwimmen! Doch die Vernunft mahnt zur Umkehr.

Ich mag nicht an Land!

An Land weht der Wind doch merklich, ich würde am liebsten im See bleiben. Aber hilft nix. Raus und umziehen. Ich spüre das Kribbeln unter der Haut und genieße es. Allerdings nicht zu lang, denn der Wind kühlt mich aus.

Die Luft ist kälter als das Wasser!

Deshalb packen Diana und ich unsere sieben Sachen und radeln heim. Schön war’s! Jetzt fängt die beste Zeit erst an!

Und für alle, die es auch gern ausprobieren wollen: Jetzt ist die beste Zeit. Die meisten Seen sind noch nicht wirklich kalt, so dass man sich langsam an die Kälte gewöhnen kann. Ich habe hier mal meine persönlichen Tipps zum Winterschwimmen zusammengestellt.


Uiminen Suomessa – oder Schwimmen mit Ausblick 

Ich war mal wieder in Helsinki. Und wie ich ja letztes Jahr geschrieben habe, kann man hier ziemlich gut schwimmen. Ich war sehr gespannt auf die neue Attraktion „Allas Seapool“, direkt im Hafen von Helsinki. Das hab ich letztes Jahr noch als Baustelle gesehen. 


Aber jetzt ist es offen und ich musste da natürlich hin. Es ist ein Schwimmbad mit Sauna – oder anders rum. Jedenfalls sind die drei Becken direkt in der Ostsee. Sie schwimmen quasi auf einem Steg. 

Direkt im Hafen von Helsinki liegt der Allas Seapool

Schwimmbecken, Kinderbecken und Meerwasserpool

 

Wenn gerade ein Schiff in den Hafen  fährt, kann man gaaaanz leicht die Wellen spüren. Es gibt drei Becken: eins für Kinder (Lasten-Allas), eins mit Meerwasser (Merivesi) und eins zum Schwimmen. Allerdings nur 25 Meter lang. Tiina von Allas Seapool erklärt mir, dass ein 50-Meter-Becken zwar Platz gehabt hätte, aber zu schwer wäre. Der Pool ist auch nur 1,60 Meter tief. 

Es sind zwei Bahnen abgetrennt: Matka (Distance) und Nopea (Fast). Was genau der Unterschied sein soll, erschließt sich mir nicht so ganz. Nachdem auf beiden Bahnen je zwei Schwimmer sind, entscheide ich mich für die Matka-Bahn. Wir drei haben in etwa dasselbe Tempo, so dass es trotz der kurzen Bahn gut läuft. 

Der 25-Meter-Pool für Schwimmer, Aquajogger und Planscher…


Ungewohnt für mich, die nur auf der Langbahn unterwegs ist, dass ich so viel wenden muss. Aber ich bin im Urlaub und da ist eh alles anders. 

Es ist Montag Nachmittag, die Sonne über Helsinki scheint, das Wasser ist angenehm warm und griffig. Und das schönste ist, dass ich beim Schwimmen immer mal wieder den Dom von Helsinki sehe. Schwimmen mit Ausblick! Grandios! Vor allem beim Rückenschwimmen!

Vom Allas Seapool sieht man direkt auf den Dom und den Marktplatz von Helsinki!


Nach zwei Kilometern oder unfassbaren 80 Bahnen habe ich dermaßen Hunger, dass ich die Schwimmeinheit beende. Schließlich ist auch noch Sauna und der Meerwasserpool (sieht fast finnisch aus, das Wort!) wartet. 

Dort ist das Ostsee-Wasser drin. Es wird lediglich gereinigt, aber es wird nicht aufgewärmt. Es ist vielleicht ein oder zwei Grad wärmer als im Freien, aber das Thermometer zeigt 13 Grad. Juhuuuu!

Das Thermometer zeigt 13 Grad…


Aber dazu mehr in einem Eintrag zur Sauna


Herbstliche Vorfreude 

Als im Frühling das Wasser in den Seen wärmer wurde, fand ich das Schwimmen dort reizlos. Jetzt ist der Langwieder See wärmer als im Frühling, aber es macht mir nichts aus. Im Gegenteil: Ich genieße es. Vielleicht ist es dieses Wissen, dass die Schwimmstrecke jetzt dann immer kürzer wird. Und dieses „noch einmal ausnutzen“-Gefühl. 

Und ein bisschen ist es auch die Vorfreude auf das „richtige“ Eis- oder Winterschwimmen. Mir ist es auch gerade egal, wie lange ich im Wasser bleibe oder wie weit ich schwimme. Es ist einfach nur Genuss. Der See, die Ruhe und ich. Es ist keine Herausforderung, länger oder weiter zu schwimmen. Dazu ist das Wasser noch nicht kalt genug. 

In der Natur hat sich jedenfalls seit Sonntag (meinem letzten Ausflug) einiges getan. Die Bäume sind merklich gelber, röter und oranger. Das Grün überwiegt zwar noch, aber nicht mehr lange. Ich mag den Herbst. Mit seinen schönen Farben. Mit dem milden Sonnenlicht und der angenehmen Wärme. Und vor allem der Ruhe. Der See liegt wieder spiegelglatt drin, es sind kaum Leute unterwegs. Und beim Schwimmen bin ich eh allein. 

Blick von der neuen Stelle zur ursprünglichen Stelle


Ich bin heute von einer anderen Stelle gestartet. Denn an meiner eigentlichen Stelle kommen dann im ungünstigsten Moment Menschen mit Hunden und/oder Kindern vorbei. Allerdings ist die Stelle schön in der Sonne, während die andere im Schatten ist. 

Das Wasser war beim Reingehen etwas frisch, beim Schwimmen aber angenehm. Knapp unter 17 Grad, also kaum kälter als letzte Woche. Ich schwimme in etwa dieselbe Strecke. 

Der See ist so spiegelglatt, dass sich der Himmel und die Bäume spiegeln. Es wirkt fast so, als sähe ich, was unter Wasser ist. Aber es ist nur die Spiegelung. Das Wasser ist tiefgrün unter mir. Und hinter mir ziehe ich eine Art Welle. Bissl so wie bei den Enten, wenn die auf einem ruhigen See schwimmen. 

Fast kein Unterschied zu letzter Woche


Danach ziehe ich mich um und dann ziehe ich um. Und zwar noch ein bisschen in die Sonne. Die kommt zwischen den Wolken immer mal wieder raus und wärmt sehr angenehm. Ich friere zwar nicht, aber warm ist mir auch nicht gerade. Es ist halt Herbst, da ist’s im Schatten frisch. 

Die Welt steht nicht Kopf, die Bäume spiegeln sich im See


Herbstschwimmen 

Der Herbst ist heuer nicht so schön wie letztes Jahr. Es ist kühl und regnerisch. Da war meine Lust auf See-Schwimmen nicht gerade groß. 

Heute war es trocken und deshalb habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und bin zum Langwieder See geradelt. Die ersten Bäume werden schon gelb, der Efeu auf dem Weg ist leuchtend rot. Sehr schön!

Herbstfarben


Und als ich am See ankomme, schaut sogar die Sonne raus. Erst nur ganz zögerlich. Ich richte meine Schwimmsachen her und gehe zum Wasser. Der See liegt spiegelglatt vor mir. Ich bin allein und gehe rein. Das Wasser fühlt sich nicht kalt an. Im Gegenteil!

Alles meins! Und herrlich glattes Wasser…


Also bin ich fix drin und schwimme los. Der ganze See gehört mir. Ein paar Enten ziehen ihre Runden. Und ich schwimme. Es ist warm. Die Sonne scheint jetzt auf mich, ich spüre ihre Wärme. Und ich genieße das Schwimmen. Bis zum anderen Ufer, da, wo die Wasserwacht ihre Hütte hat. Aber da die Badesaison rum ist, ist keiner da. 

Ich schwimme zurück. Die Sonne scheint mir jetzt auf den Rücken. Der See ist noch immer spiegelglatt, nur ich mache kleine Wellen. 

Nach etwa 15 oder 20 Minuten bin ich zurück am Ufer. Auch beim Rausgehen ist es nicht kalt. Obwohl es eigentlich gar nicht warm ist. Also keiner dieser schönen Herbsttage. Zum Glück, so sind weniger Spaziergänger und Hunde da. 

Ich schaue aufs Thermometer. Das Wasser hatte 17 Grad. Die Luft wohl auch, mit der Sonne, die jetzt zwischen den Wolken immer wieder scheint. 

Im flachen Uferwasser war es bissl wärmer als unterwegs. Da waren es 17 Grad.


Ich friere nicht, dazu ist es zu warm. Aber eine Art wohliges Kribbeln gibt’s schon. 

Jedenfalls war es die richtige Entscheidung, heute zum Schwimmen zu fahren. Denn es war wunderschön und ich habe jetzt auch wieder richtig Lust auf weitere Schwimmausflüge. Und natürlich aufs kalte Wasser…

Auf dem Bild sieht man das nicht so, aber im Hintergrund werden die ersten Bäume gelb…


Hochwasser und kaltes Wasser 

Schön langsam fängt die neue Eisschwimmsaison an. Ja, genau jetzt! Wo das Wetter oft noch gut und das Wasser in vielen Seen noch nicht kalt ist. Stichwort: Gewöhnung!

Ich habe heute einen beruflichen Termin mit der Möglichkeit zum Schwimmen im Tegernsee verbunden. Es hat am Wochenende viel geregnet und deshalb ist der See ziemlich voll, Hochwasser sozusagen. Nicht schlimm, aber deutlich sichtbar. Und das Wasser ist abgekühlt. 16,5 Grad hat der Tegernsee noch! Ich denke mal, dass der Lußsee noch wärmer ist. 


Egal. Ich bin am besten See von allen. Es ist ein herbstlicher September-Tag nach einer kalten Nacht. Im Schatten ist es kühl, 14-16 Grad  vielleicht. In der Sonne ist es aber sehr angenehm. 

Ich gehe zur Point. Da biegt der Tegernsee quasi in die Egerner Bucht ein. Vor der Bucht ist der See arg wellig und unruhig. Es ist übrigens genau gegenüber meiner normalen Schwimmstelle. 

Blick auf meine eigentliche Schwimmstelle


Ich gehe also um die Ecke und da wird der See ruhiger. Der „Überführer“ kann gar nicht fahren, sein Steg ist überflutet. Gut für mich, weil es abgelegen und ruhig ist. 

Der Steg ist zum Teil unter Wasser


Ich ziehe den Bikini an und gehe auf den Steg. So kalt fühlt sich das Wasser nicht an. Dann beim Eintauchen kurzer Schreck. Am nackten Bauch ist es doch kalt. Aber es geht! Ich schwimme. Etwas hinaus, dann in die Bucht hinein. Kitschig ist gar kein Ausdruck! Hier werden Postkartenmotive aufgenommen. Ich kenne es ja eigentlich, ist ja meine Heimat. Aber irgendwie sehe ich es immer öfter mit anderen Augen. 


Ich schwimme noch ein Stück weiter Richtung „offenem“ See, aber die Wellen sind doof und das Ausflugsschiff kommt auch noch. Ich schwimme zurück und gehe an Land. 

Ein gaaaanz leichtes Kribbeln setzt ein, während mir die Sonne auf den Pelz scheint. Herrlich! Vorfreude ist toll! Nachglühen auch!


Glitzerkribbelschwimmen

Man sagt ja gern, das Glück sei flüchtig. Ich sage: Das Glück ist flüssig! Und zwar in Form von Wasser. Tegernsee-Wasser, um genau zu sein!

Ich war seit Ostern nicht mehr Eisschwimmen. Zum einen, weil man es im April so nicht mehr nennen kann, zum anderen, weil es irgendwie seinen Reiz verloren hatte. Und dann haben die Freibäder aufgemacht und ich war im Schwimmjunkiemodus.

Aber jetzt, Ende Mai, stand ein sommerliches Wochenende an. Keine Chance auf vernünftiges Schwimmen im Freibad. Also auf an den besten See von allen!

Vom Schiff aus auf den See geblickt…

Auf dem Weg zum See kommen mir Taucher entgegen. Deren Tauchcomputer hat 12 Grad Wassertemperatur gemessen, in drei Meter Tiefe. Die offizielle Messstelle sagte 15,4 Grad. Also genau richtig!

Ich also rein ins Wasser. Warm. Also für See-Verhältnisse. Und eigentlich auch wärmer als ich dachte. Untertauchen. Losschwimmen. Oma-Brust am Ufer entlang. Quasi die Winterschwimmstrecke. Es fühlt sich gut an. Es ist Wahnsinn! Der See! Mein See! Sein klares, grünlich schimmerndes Wasser, das leichte Wellen macht und in der Sonne glitzert. Und ich mittendrin. Ganz allein! Ein blauer Himmel wie aus dem Kitschbayernbilderbuch, rundherum die Berge in noch frühlingshaftem Hellgrün.

Es kribbelt leicht unter der Haut beim Schwimmen. Aber es ist nicht kalt. Ich beschließe, nicht am Ufer entlang zu schwimmen, sondern zu dem Segelboot an seiner Boje. Das ist im Sommer oft ein Anhaltspunkt für die Bader.

Ich bin glücklich. Was sag ich? Glückselig bin ich. Ich und mein Tegernsee! Herrlich! Herrlichst! Ich schwimme zurück ans Ufer, der Spätnachmittagssonne entgegen. Ich grinse vor mich hin, lasse die Glückswellen durch meinen Körper fließen, während mich die Seewellen sanft ans Ufer begleiten.

Der Tegernsee hat seinen Winterschlaf beendet und hat wieder Wellen

Dass der See wieder Wellen hat, ist auch ein Zeichen dafür, dass das Winterschwimmen vorbei ist. Es scheint, als wäre der See aus seinem Winterschlaf aufgewacht. Im Winter lag er fast immer wellenlos glatt da. Als ob er schläft. Jetzt ist er wach und wird wärmer. Noch ist er für die meisten Menschen zu kalt. Noch gehört er nur mir und ein paar wenigen anderen, die das Schwimmen genauso genießen wie ich. Mit einem Unterschied: Für sie war es jetzt im Mai das erste Mal im See. Für mich war es eine Fortsetzung vom Winter, die wiederum eine Fortsetzung vom letzten Sommer war. Ein ewiger Kreislauf …