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32. Mai

Heute ist der 32. Mai. Das ist kein Tippfehler… oder vielleicht ein kleiner. Man könnte nämlich auch sagen, dass es heute das 32. Mal war. Dass ich schwimmen war. Am Stück! Seit das Freibad am 1. Mai aufgemacht hat, war ich jeden Tag schwimmen. Das wollte ich mal ausprobieren. Letztes Jahr war ich fast den ganzen Mai schwimmen, es gab 3 Tage „frei“. Aber jetzt eben das Experiment.

Ihr könnt euch ja vorstellen, dass es soooo schlecht nicht sein konnte, wenn ich auch heute, laut Kalender der 1. Juni, schon wieder schwimmen war.

Angefangen hat es natürlich gut. Mit viel Vorfreude auf die Freibad-Saison. Und es war toll! Obwohl im Schyrenbad das Wasser an den ersten beiden Tagen recht frisch war. Dafür war das Wetter gut. Das sollte ja nicht so bleiben. Und so bin ich im Regen durch die ganze Stadt geradelt, um ein paar ruhige Bahnen ziehen zu können. Bis auf 2 Tage konnte ich auch meine Standardstrecke von 3.000 Metern schwimmen. Aber die „fehlenden“ 500 Meter wurden bei nächster Gelegenheit nachgeholt. Muss ja alles seine Ordnung haben!

Manchmal war’s auch echt kalt. Aber dafür war ich ungestört. Und ich kam mir recht schnell vor. Ich habe einfach (fast) die ganze Strecke durchgekrault. Zu kkkkaaaalllt zum Nachdenken oder Pause machen! Weiter immer weiter!

Dann flux über die Wiese laufen zur Dusche. Die ist zwar warm, aber der Raum nicht. Es ist eher offen, so dass es kühl ist. Und die Umkleide ist ebenfalls offen. Nur ein Dach drüber (immerhin!). So bin ich dann halb verfroren heimgeradelt und war froh, wenn ich angekommen bin.

Aber es gab auch schöne Tage. An denen ich trotzdem fast allein geschwommen bin, die Sonne hinter den Wolken hervorgelugt hat und es nicht so kalt war. Oder eine meiner Schwimmfreundinnen dabei war. Jede eine Bahn für sich… toll!

Oder ein Tag mit Sonne im Dante. Da war dann gleich ganz viel los. Aber kein Problem, ich kannte alle 4 Mitschwimmer!

Dann war der Tag mit dem Dauerregen. Da hatte ich Glück, denn als ich unterwegs war, hat es fast gar nicht geregnet. Die Isar hatte aber schon beim Hinfahren viel Hochwasser, knapp zwei Stunden später, hatte sie sich einen Weg über die Wiese gebahnt, um den Radweg auf der rechten Seite zu fluten. Das war schon spannend, wie schnell das ging!

An einem anderen Tag habe ich im Schyrenbad ein vierblättriges Kleeblatt entdeckt! Einmal kurz nach unten geschaut und da war es!

Und natürlich gab’s die Tage, an denen ich mir dachte: gut, wenn es vorbei ist und ich Pause machen kann. Und beim Schwimmen die ersten 10-20 Bahnen nicht vorbeigehen wollten. Und dann die letzten 10 auch… die zogen sich… und ich war flügellahm und eigentlich froh, dass es nur noch 2 Tage sind. Der Feiertag und der Freitag. Yeah. Ende in Sicht.

Da lief es im Wasser dann prima! Wie am Schnürchen. Als ob ich nicht die letzten 30 Tage geschwommen wäre.

Und dann eben heute. Sonne, Samstag, warm … und nichts anderes vor. Hm. Ob ich es wage? Eigentlich wäre es verschenkt, nicht schwimmen zu gehen. Vor allem, wenn nächste Woche wirklich Hochsommer ist. Dann geht nämlich nichts mehr. Dann ist Schluss mit lustig und allein in Ruhe und so… also gut. Für 2 klitzekleine Kilometerchen geh ich schwimmen.

Und dann bin ich da. Und es ist recht ruhig. Glück gehabt. Ich lass mich ins Wasser gleiten. Es ist angenehm kühl. Ich spüre das Kribbeln der Wasserblasen an meinem Bauch. Ich trage nämlich einen Bikini, weil es schönes Wetter ist. Ohmann, ist das schön. Und von wegen flügellahm, ich fühle mich gut und schnell.

Dann ist auf einmal Chaos, viele Leute, die recht unterschiedlich schwimmen. Das mag ich eh nicht und nachdem ich jetzt immer allein war, ist es noch blöder. Gut, dass ich nur 2 Kilometer machen will und das gleich erledigt ist.

Und dann? Dann löst sich das Chaos auf und ich denke… hm. Das kann ich jetzt so nicht beenden. Jetzt, wo wieder Ruhe und Ordnung ist. Da muss ich ja fast… genau! Und so war das dann auch. Und am Ende waren es dann doch 3 Kilometer. Zur Belohnung, weil es ich ja gestern mein Ziel erreicht habe.

Morgen ist jedenfalls Schwimmpause. Ganz, ganz sicher!


Eisfreier Kick

Der Frühling – oder vielmehr ein Vorbote – hält in München gerade Einzug. Schon seit ein paar Tagen erfreut uns ein Hochdruckgebiet mit blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und kalten Nächten mit zunehmendem Mond. Herrlich!

Nachdem mein letzter Ausflug zum Eisschwimmen ja vereist war, bin ich heute mal ohne große Erwartungen losgeradelt. Die Schwimmsachen habe ich natürlich mitgenommen, aber eher auf gut Glück. Wenn ein See erstmal zugefroren ist, bleibt er das meist auch eine Weile. Und wenn die Nächte kalt sind, reicht die Sonne tagsüber nicht immer. Also standen die Chancen 50:50.

Das Radln war schon herrlich! Es ist so warm, dass ich sogar ohne Handschuhe radln konnte. Und die Luft! Toll. Einfach nur toll. Mit jedem Kilometer, den ich näher zum See komme, frage ich mich, ob wohl zumindest ein kleines Löchlein im Eis ist. Halt groß genug, dass ich reingehen kann. Aber ob ich mich traue? Ich war ja seit Weihnachten nicht im kalten Wasser, kürzlich war mir in der Sauna sogar das Tauchbecken zu kalt. Und dann denke ich wieder: egal – einfach mal sehen.

Ich komme also an – und ich sehe ein schönes Blau – Wasser!! Kein Eis. Yeah! Ok, weiter hinten ist auf dem See schon noch eine Eisschicht, aber die ist so weit weg, dass es fast schon schade ist.

Im Hintergrund sieht man die Eisschicht, aber hier ist mehr als genug Platz zum Schwimmen. Keine Wellen, glasklares Wasser und Sonne. Voll toll!

Ich setze mich also hin und will grad loslegen – da kommt ein Pärchen mit Schäferhund. Und der darf jetzt natürlich erstmal planschen. Und planschen. Und planschen. Manno! Ich war zuerst da! Meine Badezeit! Naja. Sagen kann ich auch schlecht was, aber mich jetzt umziehen und dann ins Wasser, wenn der Hund da ist? Nein. Am Ende schwimmt der noch zu mir her… ich mag keine Hunde, im Wasser schon gar nicht, im kalten Wasser sowas von überhaupt nicht und schlechte Erfahrung hab ich damit auch gemacht. Also abwarten. Sonne genießen und innerlich „bittebittebitte geht jetzt“ bitten. Und siehe da: Es hat geholfen! Hund und Pärchen weg, Chlorhuhn allein. Umziehen. Es ist immer noch warm. Die Sonne scheint ja genau an meine Uferstelle. Toll!

Ich habe das Thermometer schon gleich bei meiner Ankunft ins Wasser gelegt, aber da ist es flach und deshalb zeigt es jetzt 6 Grad an. Naja. Kann glauben, wer will, ich nicht. Vielleicht da im handtiefen Wasser mit Sonnenschein. Ich nehme das Thermometer also mit und gehe bis zum Bauch ins Wasser. Schon kalt, aber geht. Prima! Gleich mal tief durchatmen und eintauchen. Gar nicht so kalt. Ich schwimme. Oohohh… doch kalt. Sehr kalt. Mein Puls steigt, die Atmung wird schneller. Aber ich schwimme weiter. Am Ufer, wo ich auch stehen kann. Ohje. Ist das immer so weit gewesen? Ich will wenigstens einmal hin und her. Ohje. Kaltkaltkalt. Aber gut. Es fühlt sich gut an. Ich kann das. Die Kkkkäälltte kriecht unter meine Haut. Die Schwimmzüge werden ungelenker. Gut, dass ich schon auf dem Rückweg bin (parallel zum Ufer). Gleich ist’s geschafft. Oben, wo der Weg entlang führt, sind drei Rentner stehen geblieben und schauen zu. Egal. Ich muss raus. Ich grinse. Es ist soooooo gut! Und natürlich schallt gleich die Frage her: Wie kalt? Ich sag: „Ca. 6 Grad, schön war’s!“. Es ist für die Leute eigentlich auch egal, wie kalt es ist, die können das eh nicht einschätzen. Ich könnte auch ohne Thermometer irgendwas sagen, denke ich mir schelmisch.

Sie ziehen weiter, ich schlinge mir das Handtuch um den Körper. Und stehe in der Sonne. Und genieße. Denn jetzt durchflutet es mich. Nicht kalt oder heiß. Nur die Glücksgefühle. Ich könnte jodeln, wenn ich das könnte. Mei, das ist so gut gewesen. Wie lange nicht! Ich grinse wie ein verliebter Teenager. Dann ziehe ich mich um. Klappt problemlos, die Finger haben noch Gefühl. Hätte ich doch länger aushalten können? Das frage ich mich ja öfter, wenn ich dann wieder an Land bin. Und weil es so schön sonnig ist, sitze ich da noch ein bisschen und schaue aufs Wasser. Und grinse immer noch. Vielleicht muss ich beim nächsten Mal einfach einen zweiten Badeanzug mitnehmen. Dann könnte ich nochmal reingehen und müsste nicht in den nassen Badeanzug schlüpfen … hm… mal sehen. Es war jedenfalls viel, viel besser als erwartet und so gut wie schon sehr, sehr lange nicht mehr. Ein Megakick!


Wenn die Zeit verfliegt …

Die Freibadsaison ist ja in vollem Gange. Seit gut sechs Wochen ist die schönste Zeit des Jahres am Laufen. Und es gab schöne Tage (mit wenig Leuten im Becken) und nicht so schöne Tage (an denen es „schönes Wetter“ war, mit vielen Leuten im Bad). Und dann gibt’s die Tage, an denen die Zeit nur so verfliegt. Weil das Schwimmen so schön ist. Und ich – egal, ob viele oder wenig Leute da sind – schwimme, schwimme, schwimme – und irgendwann denke: Waaaas? Das war’s jetzt schon? Hab ich mich auch nicht verzählt? Oder einen 10er ausgelassen? Nein. Blick auf die Uhr – ich bin schon eine Stunde im Wasser. Nur: Wo ist die Zeit geblieben? Mir kam es gar nicht lange vor.

Heute war wieder so ein Tag. Und es gab diese Tage in dieser Saison schon einige Male. Wow! Hatte ich im Winter und Frühling noch das Gefühl, dass ich keine Lust zum Schwimmen habe, ist jetzt das Gegenteil eingetreten. Ich will. Ich muss. Und was hilft da? Weiterschwimmen! Yes! Einfach einen Kilometer drauflegen. Schwimm 4 statt 3, sozusagen.

Wenn das so weitergeht, wird diesen Sommer mal wieder die magische 5 fällig! Das habe ich bisher zweimal gemacht. Und beide Male sind schon etwas länger her. Aber man weiß ja nie … und von wegen: aufhören, wenn’s am schönsten ist. Pff! Weitermachen. Weiterschwimmen. Wende, Zug um Zug, weiter geht’s …


Sommer-Test

Kurz nach dem Ende der Eisschwimmsaison ist jetzt Sommer. Im April. Also ich nenn das mal „Sommer-Test“. Da kann man schon mal sehen, ob es einem gefällt. Wenn’s warm ist und man ohne viel Zubehör zum See fährt.

Ich finde es gut! Vor allem, weil den meisten Menschen das Wasser noch zu kalt ist. Da liegen sie auf der Wiese und ich habe den See für mich. Also fast. Weil es ja immer ein paar „Verrückte“ gibt… 😉

Gestern war ich spontan am Starnberger See. Wie kalt oder warm das Wasser ist? Hm. Mein neues Badewannenthermometer meinte 17, die Messstelle in Starnberg 12. Meine Haut: 15 Grad. Jedenfalls warm. So dass ich einfach reingehen und schwimmen konnte. Herrlich. Trotzdem nur Oma-Brust, aber schön!! Und an Land ein gaaaanz zartes Kribbeln. Also, wenn man darauf achtet. Und wenn man es vom Winter kennt. Voll toll!

Der Starnberger See gehört den SUPlern und den mutigen Schwimmern.

Und das Beste: keine kalten Finger! Umziehen null Problemo. Und dann die Sonne, die einen schön aufwärmt. So dass man noch mal reingehen mag. Und nochmal.

Idyll mit Birke am Starnberger See

Zum Eisschwimmen wurde es nur, weil es nach dem Schwimmen ein Eis gab. Eis-Schwimmen also statt Eisschwimmen!

Und heute war ich dann am Waldschwaigsee. Das ist nicht so weit zum Radln wie der Starnberger See und nicht so voll wie am Langwieder und Lußsee.

Auch idyllisch, anderer See: Waldschwaigsee. Kleiner, aber dafür auch wärmer!

Und da war es echt wie im Sommer. Sonnen, lesen, schwimmen, sonnen, lesen, schwimmen! Das Wasser ist schon richtig warm (Thermometer: 20, Haut: 17/18). Und trotzdem danach ein schönes Kribbelgefühl auf der Haut. Ein leichter Schauer. Und weil es so sommerlich war, bin ich im Bikini geschwommen. Endlich wieder Wasser am Bauch spüren! Toll! Und an Land einfach von der Sonne trocknen. Ohne umziehen. Der Test-Sommer ist schön!


Frühlingsschwimmen

Der Frühling ist da. Endlich. Am Dienstag war Frühlingsanfang bei Minusgraden, aber heute gab’s Sonne und es war windstill. Perfekt zum Eisschwimmen. Oder Frühlingsschwimmen.

Ich muss sagen, dass meine Motivation ziemlich gesunken ist, seit der Radlweg nicht mehr benutzbar ist und ich über eine blöde Ampel und durch eine Straße mit Parkplätzen fahren muss. Dennoch habe ich mich heute aufgerafft und bin zum Langwieder See gefahren. Bevor die ganzen Sonntagsausflügler kommen…

Am Langwieder See war es dann noch ruhig und der See selbst lag spiegelglatt da. Herrlich! Und mir war vom Radln warm.

Also umziehen und rein ins kühle Nass. Mein digitales Thermometer hat grad keine Batterien und deshalb ist das alte analoge mitgekommen. Es zeigt aber je nach Blickwinkel alles von 5 bis 10 Grad an.

An den Füßen und Beinen ist es nicht kalt. Sogar eher angenehm. Ich gehe zügig weiter und tauche unter. Kühl, aber gut. Als ich schwimme, kommt die Kälte. Ich bin ja in Ufernähe, wo ich stehen kann. Also alles gut. Aber kalt!

Ich schwimme weiter. Und zurück. Und nochmal hin. Und dann muss ich mich ganz schön zusammenreißen, um auch noch zurück zum Anfang zu schwimmen. Es ist nämlich echt kalt. Aber das will ich jetzt durchziehen und deshalb schaffe ich es auch.

Dann nix wie raus und das Handtuch rumgewickelt. Schön! Die Sonne wärmt. Von innen ein Hitzeschwall. Toll! Es durchflutet mich richtiggehend. Ein Wahnsinn!

Auch, nachdem ich wieder angezogen bin, fühlt es sich noch toll an. Ich kann das jetzt gar nicht wirklich beschreiben. Es war einfach toll! Erfrischt. Ein regelrechter Kick!

Dann radle ich heim und bin sehr glücklich und froh, dass ich trotz des blöden Radlwegs zum See gefahren bin!


Wieder im Langwieder See 

Nach meinem Finnland-Ausflug bin ich wieder in Bayern. Und was haben Bayern und Finnland gemeinsam? Außer meiner Liebe und einer weiß-blauen Fahne? Seen! Unsere Seen sind zwar kleiner, aber zum Schwimmen reicht es.

Klein, aber zum Schwimmen ausreichend: der Langwieder See

Heute bin ich sogar in Gesellschaft. Diana kommt mit und schwimmt auch. Es ist noch bissl windig, aber immerhin kein Sturm mehr wie am Donnerstag. Und zwischendurch kommt die Sonne raus.

Am Langwieder See ist herrlichste (finnische) Ruhe, der See gehört uns! Ich schätze ihn schon vorm Reingehen auf 15 Grad, was mein Thermometer bestätigt. Reingehen klappt prima. Vor allem, weil unter Wasser kein Wind weht!

Im Gegensatz zu den Seen in Finnland noch richtig warm mit 15 Grad!

Das Schwimmen war traumhaft! Auf einmal breitet sich ein wohliges Kribbeln auf meinem Rücken aus, unterm Schwimmen. Es ist total schön und ich kann prima schwimmen! Die Wellen sind kaum spürbar, ich würde am liebsten ewig schwimmen! Doch die Vernunft mahnt zur Umkehr.

Ich mag nicht an Land!

An Land weht der Wind doch merklich, ich würde am liebsten im See bleiben. Aber hilft nix. Raus und umziehen. Ich spüre das Kribbeln unter der Haut und genieße es. Allerdings nicht zu lang, denn der Wind kühlt mich aus.

Die Luft ist kälter als das Wasser!

Deshalb packen Diana und ich unsere sieben Sachen und radeln heim. Schön war’s! Jetzt fängt die beste Zeit erst an!

Und für alle, die es auch gern ausprobieren wollen: Jetzt ist die beste Zeit. Die meisten Seen sind noch nicht wirklich kalt, so dass man sich langsam an die Kälte gewöhnen kann. Ich habe hier mal meine persönlichen Tipps zum Winterschwimmen zusammengestellt.


Herbstschwimmen 

Der Herbst ist heuer nicht so schön wie letztes Jahr. Es ist kühl und regnerisch. Da war meine Lust auf See-Schwimmen nicht gerade groß. 

Heute war es trocken und deshalb habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und bin zum Langwieder See geradelt. Die ersten Bäume werden schon gelb, der Efeu auf dem Weg ist leuchtend rot. Sehr schön!

Herbstfarben


Und als ich am See ankomme, schaut sogar die Sonne raus. Erst nur ganz zögerlich. Ich richte meine Schwimmsachen her und gehe zum Wasser. Der See liegt spiegelglatt vor mir. Ich bin allein und gehe rein. Das Wasser fühlt sich nicht kalt an. Im Gegenteil!

Alles meins! Und herrlich glattes Wasser…


Also bin ich fix drin und schwimme los. Der ganze See gehört mir. Ein paar Enten ziehen ihre Runden. Und ich schwimme. Es ist warm. Die Sonne scheint jetzt auf mich, ich spüre ihre Wärme. Und ich genieße das Schwimmen. Bis zum anderen Ufer, da, wo die Wasserwacht ihre Hütte hat. Aber da die Badesaison rum ist, ist keiner da. 

Ich schwimme zurück. Die Sonne scheint mir jetzt auf den Rücken. Der See ist noch immer spiegelglatt, nur ich mache kleine Wellen. 

Nach etwa 15 oder 20 Minuten bin ich zurück am Ufer. Auch beim Rausgehen ist es nicht kalt. Obwohl es eigentlich gar nicht warm ist. Also keiner dieser schönen Herbsttage. Zum Glück, so sind weniger Spaziergänger und Hunde da. 

Ich schaue aufs Thermometer. Das Wasser hatte 17 Grad. Die Luft wohl auch, mit der Sonne, die jetzt zwischen den Wolken immer wieder scheint. 

Im flachen Uferwasser war es bissl wärmer als unterwegs. Da waren es 17 Grad.


Ich friere nicht, dazu ist es zu warm. Aber eine Art wohliges Kribbeln gibt’s schon. 

Jedenfalls war es die richtige Entscheidung, heute zum Schwimmen zu fahren. Denn es war wunderschön und ich habe jetzt auch wieder richtig Lust auf weitere Schwimmausflüge. Und natürlich aufs kalte Wasser…

Auf dem Bild sieht man das nicht so, aber im Hintergrund werden die ersten Bäume gelb…


Der letzte Freibad-Tag

Irgendwie ging jetzt alles ganz schnell. Der letzte Freibad-Tag kam plötzlicher als Weihnachten und heute war es soweit. Und beim Schwimmen selbst ging’s auch irgendwie viel zu schnell. Viel zu schnell war mein normales Pensum von 3 Kilometern voll. Und das Becken – na, das war fast leer! Denn obwohl kein Freibad-Wetter ist, hatte das Freibad geöffnet. Seltsam, aber gut!

Kurzer Schockmoment: Der Absperrzaun ist schon aufgestellt, obwohl das Becken noch offiziell geöffnet ist!

Es ist nämlich ziemlich kühl, windig und grau heute in München. Ab und zu hat die Sonne mal kurz rausgeschaut, aber das war eher ein Zwinkern als ein Schauen. Egal, ab ins Wasser. Auch wenn ich die letzten 15 Tage nichts anderes gemacht habe. Ich war seit meiner Rückkehr aus Dänemark jeden Tag im Freibad. Weil das Ende ja nahte. Zwischendrin war es fast mal zu viel Freibad, aber dafür war der nächste Tag dann wieder besser. Und irgendwann konnte ich die verbleibenden Tage an einer Hand abzählen, das musste natürlich genutzt werden.

 

Schon die letzten 3 bis 4 Male war es so, dass ich (fast) allein im Bad war und so konnte ich mich nur auf mich konzentrieren. Keine Ausweichmanöver, kein Taktieren, keine überhöhte Geschwindigkeit, kein Überholen – einfach nur schwimmen. Und so komme ich in den schönsten Flow. Ich schwimme und schwimme und schwimme – und denke: nix. Ich zähle die Bahnen, das ist so monoton, dass es schon meditativ ist. Und schwupps – wieder zehn Bahnen voll. Und weiter geht’s mit Nummer 11, 21, 31, 41. Und ratz-fatz sind drei Kilometer (mit ein- und ausschwimmen) rum.

Heute war ich auch im Flow. Zuerst nicht so, aber dann setzte es ein. Ich denke manchmal, dass ich ein alter Diesel bin: der braucht auch, bis er warmgelaufen ist. Und dann tuckert er vor sich hin und läuft und läuft und läuft. Und ich tuckere – naja…- und schwimme. Hin und her und hin und her. Ich spüre das Wasser an mir vorbeirauschen, ich gleite. Meine Arme und Hände finden diese „Griffe“ unter Wasser, an denen ich mich festhalten und entlang hangeln kann. Ich spüre, wie mich das Wasser unter meinem Bauch trägt. Ich merke den Auftrieb. Aber ich denke nix. Ich bin einfach. Das erreiche ich nicht oft. Aber wenn es so ist, ist es einfach nur genial! Denn ich bin dabei nicht langsam. Ich bin aber regelrecht im Tunnel. Ich krieg kaum mit, was um mich herum passiert. Hin und wieder nehme ich zwar andere Schwimmer im restlichen Becken wahr, aber eher im Augenwinkel. Aber wenn jetzt plötzlich jemand in meiner Bahn auftauchen würde, ich würde mich zu Tode erschrecken. Weil ich so in mir und im Schwimmtunnel bin. Und wie gesagt, auch nicht gerade langsam unterwegs bin …

Für Olympia reicht es natürlich nicht, aber ich fühle mich schnell und ein Blick auf die Uhr zeigt, dass ich nicht getritschelt (für nicht-Bayern: getrödelt) habe. Außerdem bin ich am Beckenrand nach der Einheit, also nach 2.500 Metern, ganz schön am Schnaufen. Und ich bin glücklich! Erledigt, aber happy.

Heute waren wie gesagt die drei Kilometer schnell um. Viel zu schnell. Es ist doch der letzte Tag. Bis Mai (bis Mai!!!!) hat das Dante-Sommerbecken zu! Bis Mai! Das ist länger als ein halbes Jahr! Also, obwohl es bissl kühl ist, lege ich noch eins oben drauf. Ich überlege auch gar nicht lange, sondern schwimme einfach weiter. 1.000 Meter, 20 Bahnen, das geht schon noch. Und jetzt bitte genießen. Und nicht hetzen. Es ist der letzte Tag (der letzte!!!). Vor einer langen Durststrecke. (Ja, es wird auch im Winter geschwommen. Und ja, im Dante-Bad kann man im anderen Becken auch im Winter (ab morgen!) draußen schwimmen. Aber das ist einfach nicht dasselbe. Ich schwimme also weiter. Gleite. Drücke. Stoße mich ab. Genieße. Und schwimme. Und genieße. Die Leichtigkeit im Wasser, die Kraft meines Körpers zu spüren und zugleich diese Schwerelosigkeit. Und die Gedankenlosigkeit. Denn ich bin wieder oder immer noch im Tunnel und es wird nichts gedacht, nur Bahnen gezählt und genossen. Und schwupps sind auch die zusätzlichen 1.000 Meter rum. Dann muss Schluss sein, man soll schließlich aufhören, wenn es am schönsten ist!

Herbstlaub am und im Wasser. Dafür kaum Leute. Herrlich zum Schwimmen!

Ein letzter Blick aufs Becken, ein Abschiedsfoto und ein leises „pfiati, Dante-Sommerbad“, dann geht’s in die warme Dusche. Bevor die Eisschwimm-Saison dann startet …


Hochwasser und kaltes Wasser 

Schön langsam fängt die neue Eisschwimmsaison an. Ja, genau jetzt! Wo das Wetter oft noch gut und das Wasser in vielen Seen noch nicht kalt ist. Stichwort: Gewöhnung!

Ich habe heute einen beruflichen Termin mit der Möglichkeit zum Schwimmen im Tegernsee verbunden. Es hat am Wochenende viel geregnet und deshalb ist der See ziemlich voll, Hochwasser sozusagen. Nicht schlimm, aber deutlich sichtbar. Und das Wasser ist abgekühlt. 16,5 Grad hat der Tegernsee noch! Ich denke mal, dass der Lußsee noch wärmer ist. 


Egal. Ich bin am besten See von allen. Es ist ein herbstlicher September-Tag nach einer kalten Nacht. Im Schatten ist es kühl, 14-16 Grad  vielleicht. In der Sonne ist es aber sehr angenehm. 

Ich gehe zur Point. Da biegt der Tegernsee quasi in die Egerner Bucht ein. Vor der Bucht ist der See arg wellig und unruhig. Es ist übrigens genau gegenüber meiner normalen Schwimmstelle. 

Blick auf meine eigentliche Schwimmstelle


Ich gehe also um die Ecke und da wird der See ruhiger. Der „Überführer“ kann gar nicht fahren, sein Steg ist überflutet. Gut für mich, weil es abgelegen und ruhig ist. 

Der Steg ist zum Teil unter Wasser


Ich ziehe den Bikini an und gehe auf den Steg. So kalt fühlt sich das Wasser nicht an. Dann beim Eintauchen kurzer Schreck. Am nackten Bauch ist es doch kalt. Aber es geht! Ich schwimme. Etwas hinaus, dann in die Bucht hinein. Kitschig ist gar kein Ausdruck! Hier werden Postkartenmotive aufgenommen. Ich kenne es ja eigentlich, ist ja meine Heimat. Aber irgendwie sehe ich es immer öfter mit anderen Augen. 


Ich schwimme noch ein Stück weiter Richtung „offenem“ See, aber die Wellen sind doof und das Ausflugsschiff kommt auch noch. Ich schwimme zurück und gehe an Land. 

Ein gaaaanz leichtes Kribbeln setzt ein, während mir die Sonne auf den Pelz scheint. Herrlich! Vorfreude ist toll! Nachglühen auch!


Anderes Grün im Tegernsee 

Der Tegernsee hat noch immer ziemlich viel Wasser und das ist recht kühl. Leider! Denn für große Schwimmausflüge ohne Neo sind 18 Grad zu kalt. Sagte übrigens auch die Wasserwacht, wie in der „Tegernseer Zeitung“ heute – am Tag danach – zu lesen war.

Hochwasser am 27. Juli 2017 im Tegernsee. Der Steg ist grad noch über der Wasseroberfläche

Noch immer ziemlich viel Wasser im Tegernsee

Ich möchte aber trotzdem schwimmen und so starte ich am Vormittag einen Erkundungstrip. Der See ist wellig und frisch. Das Reingehen klappt prima, bei den ersten Schwimmzügen spüre ich aber die Kälte. Auf den Wellen tanzen die Sonnenstrahlen. Ein Glitzerschwimmvormittag. Sehr hübsch!

Wenn der Tag schon so glitzernd startet…

Am Nachmittag packe ich dann aber die Boje, Schwimmbrille, Kappe und: Ohrenstöpsel. Wenn das Wasser Kühler ist, hilft es ungemein, wenn kein Wasser ins Ohr kommt. Weiß ich von Christof Wandratsch und aus eigener Erfahrung.

Ich starte. Erstmal Oma-Brust. Der See ist spiegelglatt und noch immer recht frisch. Besonders am Hals spüre ich das kalte Wasser. Ob ich es schaffe, den Kopf unterzutauchen? Hm… erstmal vorsichtig das Gesicht eintauchen. Kalt. Aber: geht eigentlich. Also ein paar Züge Brust. Aha. Geht. Gar nicht so kalt.

Dann schlage ich meine Route zur Schiffsanlegestelle ein und fange an zu kraulen. Ui! Das geht gut! Nicht kalt. Und das Wasser ist schön griffig. Ich bin sofort in meinem Element und schwimme und schwimme und schwimme! Mann! Und das hätte ich mir beinahe entgehen lassen! Ich genieße es. Und merke, wie die Sonne meine Schultern wärmt. Wenn sie hinter ihrer Wolke rausschaut. Das ist auch so ein tolles Gefühl! Und das fühle ich nur, wenn das Wasser kühl genug ist. Und dann genieße ich es. Unter mir und um mich herum das kühle Wasser, von oben versucht die Sonne mich zu wärmen. Wahnsinn!

Wenn man gaaaanz genau hinschaut, kann man meine Schwimmstrecke erkennen…

Und noch etwas fällt mir auf: Das Grün des Tegernsee ist heute anders. Grünlicher als sonst. Normalerweise geht es ins Bläuliche, heute aber eher ins Gelbliche, fast lindgrün. Und dazu natürlich die Sonnenstrahlen, die sich unter Wasser bündeln.

Ich habe meine Uhr nicht dabei. Schwimme bis fast zur Anlegestelle. Dann kommt leider genau das Schiff. Ich mache kehrt und schwimme zurück. Zum Warten ist es zu kalt. Und mir wäre eine lange Strecke, wie Lutz sie im Ammersee für den Feiertag geplant hat, leider zu kalt.

Schön war es jedenfalls! Als ich aus dem Wasser komme, kribbelt es unter der Haut ein bisschen. Und ich muss unwillkürlich denken: bald, bald ist wieder Eisschwimmen angesagt – mit Kribbeln und diesem unbeschreiblichen Gefühl! Schwimmen ist einfach toll! Großartig! Wunderbar!