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Eisfreier Kick

Der Frühling – oder vielmehr ein Vorbote – hält in München gerade Einzug. Schon seit ein paar Tagen erfreut uns ein Hochdruckgebiet mit blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und kalten Nächten mit zunehmendem Mond. Herrlich!

Nachdem mein letzter Ausflug zum Eisschwimmen ja vereist war, bin ich heute mal ohne große Erwartungen losgeradelt. Die Schwimmsachen habe ich natürlich mitgenommen, aber eher auf gut Glück. Wenn ein See erstmal zugefroren ist, bleibt er das meist auch eine Weile. Und wenn die Nächte kalt sind, reicht die Sonne tagsüber nicht immer. Also standen die Chancen 50:50.

Das Radln war schon herrlich! Es ist so warm, dass ich sogar ohne Handschuhe radln konnte. Und die Luft! Toll. Einfach nur toll. Mit jedem Kilometer, den ich näher zum See komme, frage ich mich, ob wohl zumindest ein kleines Löchlein im Eis ist. Halt groß genug, dass ich reingehen kann. Aber ob ich mich traue? Ich war ja seit Weihnachten nicht im kalten Wasser, kürzlich war mir in der Sauna sogar das Tauchbecken zu kalt. Und dann denke ich wieder: egal – einfach mal sehen.

Ich komme also an – und ich sehe ein schönes Blau – Wasser!! Kein Eis. Yeah! Ok, weiter hinten ist auf dem See schon noch eine Eisschicht, aber die ist so weit weg, dass es fast schon schade ist.

Im Hintergrund sieht man die Eisschicht, aber hier ist mehr als genug Platz zum Schwimmen. Keine Wellen, glasklares Wasser und Sonne. Voll toll!

Ich setze mich also hin und will grad loslegen – da kommt ein Pärchen mit Schäferhund. Und der darf jetzt natürlich erstmal planschen. Und planschen. Und planschen. Manno! Ich war zuerst da! Meine Badezeit! Naja. Sagen kann ich auch schlecht was, aber mich jetzt umziehen und dann ins Wasser, wenn der Hund da ist? Nein. Am Ende schwimmt der noch zu mir her… ich mag keine Hunde, im Wasser schon gar nicht, im kalten Wasser sowas von überhaupt nicht und schlechte Erfahrung hab ich damit auch gemacht. Also abwarten. Sonne genießen und innerlich „bittebittebitte geht jetzt“ bitten. Und siehe da: Es hat geholfen! Hund und Pärchen weg, Chlorhuhn allein. Umziehen. Es ist immer noch warm. Die Sonne scheint ja genau an meine Uferstelle. Toll!

Ich habe das Thermometer schon gleich bei meiner Ankunft ins Wasser gelegt, aber da ist es flach und deshalb zeigt es jetzt 6 Grad an. Naja. Kann glauben, wer will, ich nicht. Vielleicht da im handtiefen Wasser mit Sonnenschein. Ich nehme das Thermometer also mit und gehe bis zum Bauch ins Wasser. Schon kalt, aber geht. Prima! Gleich mal tief durchatmen und eintauchen. Gar nicht so kalt. Ich schwimme. Oohohh… doch kalt. Sehr kalt. Mein Puls steigt, die Atmung wird schneller. Aber ich schwimme weiter. Am Ufer, wo ich auch stehen kann. Ohje. Ist das immer so weit gewesen? Ich will wenigstens einmal hin und her. Ohje. Kaltkaltkalt. Aber gut. Es fühlt sich gut an. Ich kann das. Die Kkkkäälltte kriecht unter meine Haut. Die Schwimmzüge werden ungelenker. Gut, dass ich schon auf dem Rückweg bin (parallel zum Ufer). Gleich ist’s geschafft. Oben, wo der Weg entlang führt, sind drei Rentner stehen geblieben und schauen zu. Egal. Ich muss raus. Ich grinse. Es ist soooooo gut! Und natürlich schallt gleich die Frage her: Wie kalt? Ich sag: „Ca. 6 Grad, schön war’s!“. Es ist für die Leute eigentlich auch egal, wie kalt es ist, die können das eh nicht einschätzen. Ich könnte auch ohne Thermometer irgendwas sagen, denke ich mir schelmisch.

Sie ziehen weiter, ich schlinge mir das Handtuch um den Körper. Und stehe in der Sonne. Und genieße. Denn jetzt durchflutet es mich. Nicht kalt oder heiß. Nur die Glücksgefühle. Ich könnte jodeln, wenn ich das könnte. Mei, das ist so gut gewesen. Wie lange nicht! Ich grinse wie ein verliebter Teenager. Dann ziehe ich mich um. Klappt problemlos, die Finger haben noch Gefühl. Hätte ich doch länger aushalten können? Das frage ich mich ja öfter, wenn ich dann wieder an Land bin. Und weil es so schön sonnig ist, sitze ich da noch ein bisschen und schaue aufs Wasser. Und grinse immer noch. Vielleicht muss ich beim nächsten Mal einfach einen zweiten Badeanzug mitnehmen. Dann könnte ich nochmal reingehen und müsste nicht in den nassen Badeanzug schlüpfen … hm… mal sehen. Es war jedenfalls viel, viel besser als erwartet und so gut wie schon sehr, sehr lange nicht mehr. Ein Megakick!


Jahresbilanz 2018 – 666 Kilometer

31. Dezember – Zeit für die Jahresbilanz. Rückblick auf ein verrücktes Schwimmjahr mit einem sehr ansehlichen Kilometerstand: 666 Kilometer. Und ja, das ist kein Zufall! Nachdem ich ja schon während der Freibad-Saison die 500 Kilometer (mein durchschnittliches Jahresendergebnis) erreicht hatte, war die Frage, was noch möglich ist und wohin die Reise geht. Also, wohin war ja eigentlich klar: 50 Meter hin und 50 Meter zurück. Von Beckenrand zu Beckenrand. Aber wie oft noch? Gönn ich mir eine Pause? Welches Ziel ist realistisch, ambitioniert und doch machbar? 600 Kilometer – das wäre doch zu schaffen. Also war das angedacht.

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Die Fische müssen ins Wasser!

Im Herbst, als es noch so schön und warm war, aber die Freibäder geschlossen hatten, hat mich ein paar Mal der „Rappel“ gepackt und ich wollte nicht schwimmen. Im Dante-Winterfreibad war mir das Wasser zu warm (und mutmaßlich zu viel los, bei bestem Spätsommer/Frühherbstwetter) und in der Olympiaschwimmhalle bei eingeschränktem Platzangebot und dank Umbauphase  (laut Stadtwerken noch bis Ende Februar, ab Mitte März 2019 wieder Normalbetrieb) im Keller ohne Tageslicht – nein. Ich bin frei, dachte ich, und nutze die Sonne. Einmal war ich schon auf halbem Weg ins Oly, doch dann bin ich umgekehrt, heimgeradelt und habe die Schwimmsachen gegen Radlsachen getauscht. Freiheit! Ich „muss“ nicht schwimmen! Ich kann machen, was ich will! Hehe… und schon am nächsten Tag hatte ich doch wieder Lust auf schwimmen, in der kellerartigen Olympiaschwimmhalle. So bin ich halt. Ohne schwimmen geht’s nicht. Das Schwimmen ist ein großer Bestandteil in meinem Leben geworden, seit ich vor einigen Jahren einen Kraulkurs besucht habe. Zwei gute Freundinnen habe ich in den beiden Kursen kennengelernt. Und vom vielen Schwimmen kenne ich auch viele Leute, manche besser andere nur flüchtig. Und so ist es immer auch ein bisschen wie „heimkommen„, wenn ich ins Dante gehe. Man kennt sich, man ratscht. Sei es in der Umkleide oder am Beckenrand. Und natürlich kenne ich auch die Kassenkräfte, Bademeister und die Putzfrau.

Im November, als es grau und neblig war, hatte ich dann noch weniger Lust auf die dunkle Olympiaschwimmhalle und bin ins Dante-Winterfreibad gegangen. Jetzt, wo es draußen kälter war, war das Wasser auch nicht zu warm. Ich hatte oft Glück und konnte meine Bahnen weitgehend ungestört ziehen. Als ich dann kürzlich in der Olympiaschwimmhalle war, wurde ich vom Bademeister gleich gefragt, wo ich war. „Da trainierst du immer so fleißig und dann bist du auf einmal nicht mehr da“, sagt er und grinst. Ich entgegne, ob mich meine Freundin (die er auch kennt) nicht „abgemeldet“ habe und dass ich „fremdgegangen“ bin, im Dante. Aha, alles klar. So ist das …

Naja. Und dann waren die 600 Kilometer doch auch schon vor Ablauf des November voll. Was nun? 700 – das ist Wahnsinn. 100 Kilometer in einem Monat mit Weihnachten (also Nicht-Schwimm-Zeiten)? Das schaffe ich nicht. 650? Hm… das wäre machbar, aber dann müsste ich mich ranhalten. Und ich mag’s eigentlich nicht, wenn ich zu viel Druck habe. Weil ich ja vor allem zum Schwimmen gehe, weil ich es gerne mache. Dann erwies sich der Dezember als gnädig, ich hatte oft Glück, dass viele Schwimmer auf Weihnachtsfeiern mussten oder Geschenke einkaufen oder was-weiß-ich zu erledigen hatten. Ich hatte nur ein Ziel: schwimmen … Und dann waren die 650 Kilometer auch schon vor Heiligabend geschafft, genauer: 651. Dann kam der 2. Weihnachtsfeiertag mit diesen unglaublichen und schönen fünf Kilometern am Stück. Und im Hinterkopf wusste ich auch schon, dass der 29. Dezember kommt, an dem 50×100 geschwommen werden sollten. Also auch die noch drauf, macht 10 Kilometer. Dann fehlten nur noch läppische fünf Kilometer für die magischen, teuflischen 666 Kilometer. Die habe ich dann aufgeteilt abgefertigt. Am Ende, gestern, fehlten noch 2 Kilometer. Ich schwimme ja normalerweise immer 3 Kilometer. Da hat es sich fast so angefühlt, als würde ich mich gar nicht richtig nass machen für diese „kurze“ Strecke. Die „paar“ Bahnen … soll ich extra deshalb hingehen? Den vollen Eintritt zahlen, wenn ich doch gar nicht die volle Strecke schwimme? Hm… Spätschwimmen mit vergünstigtem Eintritt? Danach in die Sauna? Oder einfach „kurz“ ins Oly (günstiger als Dante)? Oder ist’s mir egal? (wer von euch denkt jetzt: „die spinnt“?) Dann habe ich mich kurzentschlossen auf ins Oly gemacht und bin diese 40 Bahnen geschwommen. Ich war relativ entspannt, weil es ja nur „ein bisschen“ war. Und dann habe ich die letzten 50 Meter ein kleines bisschen zelebriert. Weil ich wusste, dass es jetzt vollbracht ist. Ein gutes Gefühl!

Vergangenes Jahr war ich nicht so motiviert. Da standen am Ende 498 Kilometer auf der Uhr. Hätten auch „nur“ zwei gefehlt. Aber da war es mir egal.

Und nun noch ein Rückblick auf das Schwimmjahr: Angefangen hat es im Januar eher gemäßigt. Eine Mischung aus der 2017er Unlust und den „Gute-Vorsätze“-Bahn-Blockierern. Der Februar, obwohl kürzer, hatte eine höhere Kilometerzahl. Besonders krass war der Mai mit 84 Kilometern. Der Freibaderöffnungsmonat ruft bei mir immer eine ganz besondere Euphorie hervor. Ich war fast jeden Tag schwimmen. Entweder, weil gutes Wetter war (will man nutzen) oder weil schlechtes Wetter war (muss man nutzen). Nur drei „Fehltage“ gab’s im Wonnemonat. Und so ging’s im Juni weiter. Auch der Juli, urlaubsbedingt mit Abwesenheiten, war glanzvoll. Und auch im August. Denn trotz Supersommerwetter war es im Freibad oft überraschend ruhig. Vielleicht, weil die Seen auch schon schön warm waren. Im See war ich aber erstaunlich selten. Der „schwächste“ Schwimmmonat war der Oktober mit gerade mal 36 Kilometern. Da war wohl eine gewisse Sättigung durch die Freibadsaison und das gute Radlwetter schuld.

Und jetzt ist das Jahr eben rum. Das Schwimmen aber nicht. Es geht schon morgen weiter – getreu dem Motto: Neues Jahr, alte Bahnen!


Der Sinn des Lebens …

Heute war wieder ein grauer Nebeltag in München. Und leichter Ostwind. Typische Hochdrucklage im November. Eigentlich kein Wetter zum Eisschwimmen. Oder halt Eisschwimmen und dann beim Heimfahren frieren. Ich bin trotzdem los. „Stell dich nicht so an.“ „Du warst schon bei scheußlicherem Wetter oder kälterem Wasser schwimmen.“ „Wenn man erstmal da ist, ist’s auch schön!“. So motiviere ich mich, packe meine Sachen und radle los. Es ist kalt, grau, feucht. Aber draußen nicht so schlimm wie drinnen befürchtet. Ich bin guter Dinge.

 

Als ich am See ankomme, ist es auch hier grau-in-grau. Die Wasseroberfläche ist spiegelglatt, der Hügel schützt vor dem leichten Ostwind. Ich lege meine Decke hin, packe meine Sachen aus und setzte mich hin. Schaue aufs Wasser. Das stille graue Wasser schaut zurück. Es ist nicht einladend. Überhaupt nicht. Mir ist auch bissl kalt, es hat wohl 4 Grad. Ich sitze ziemlich lang auf meiner Decke und starre auf den See, der da vor mir liegt. Erst denke ich gar nix. Dann denke ich: Stell dich nicht so an. Dann: Ich habe jetzt überhaupt keine Lust. Und wenn man keine Lust hat, soll man auch nicht. Oder ist das nur eine faule Ausrede? Innerer Schweinehund und so … Dann stelle ich die Sinnfrage: Ist es sinnvoll, das zu tun? Beim Rauskommen fluchen, weil es dann an Land so kalt ist? Beim Heimfahren gegen den Ostwind frieren? Keine Finger und Füße mehr spüren? Ist es wirklich soooo schön, im kalten Wasser zu schwimmen? Will ich das? Will ich das jetzt den ganzen Winter durchziehen? Ist es das Ende, wenn ich heute nicht schwimme? Oder ist es einfach ok, es ganz sein zu lassen? Das Heimradeln ist doch oft ätzend. Mit klammen Fingern und tauben Füßen. Und so sitze ich da und starre und bin schon ganz starr. Bewegungsunfähig, aber nicht wegen der Kälte. Der See starrt unfreundlich, abweisend, grau und kalt zurück. Und nun? Kommen die ganz großen Fragen: nach dem Sinn des Lebens und überhaupt. Und ob ich nicht doch lieber in den Urlaub fahren sollte? Was anderes sehen? Raus aus dem Trott? Außerdem muss jetzt eine Entscheidung her. Denn wärmer wird’s definitiv nicht. Also ausziehen und schwimmen oder Sachen packen und heimradeln. Und damit umgehen, dass ich nicht geschwommen bin. Mich nicht dazu aufraffen konnte, obwohl ich schon alle Vorbereitungen getroffen habe.

Ich habe mich fürs Zusammenpacken entschieden. Kein Schwimmen heute. Nicht mal ausgezogen habe ich mich. Nur die Schuhe. Aber die Socken schon nicht mehr.

Beim Heimradeln ist es trotzdem kalt. Arschkalt. Ich komme mit klammen Fingern und tauben Füßen daheim an. Immerhin keine nassen Sachen, die ich zum Trocknen aufhängen muss …

Und jetzt? Keine Ahnung …


Mondfinsternisschwimmen

Ein wirklich warmer, ja heißer, Sommertag verabschiedet sich in eine laue Nacht. Die Sonne ist hinter den Bergen verschwunden und schickt letzte Strahlen in den Abendhimmel. Einige Wölkchen leuchten hell. Darunter liegt der Tegernsee.

Spiegelglatt. Dunkel. Die Schatten der umliegenden Berge zeichnen sich schwarz auf der dunkelblauen Oberfläche ab. Die Lichter aus Tegernsee hinterlassen lange Streifen auf dem Wasser. Es ist kitschig-schön.

Mit der Nachbarin meiner Eltern mache ich einen abendlichen Schwimmausflug im Restlicht des Tages. Unsere Schritte ins Wasser zerstören die makellose Oberfläche. Das Wasser ist noch schön warm vom Tag. Und dann schwimmen wir. Oma-Brust, um alles sehen zu können. Ich sauge die Atmosphäre regelrecht ein. Diese Ruhe. Diese Stimmung. Der mächtige Wallberg vor uns. Die Segelboote spiegeln sich im Wasser. Nur unsere Wellen rollen ans Ufer.

Und immer ein erwartungsfreudiger Blick zum Himmel über dem Wallberg. Denn dort wird er gleich erscheinen. Der Vollmond. Der den Tegernsee silbern glitzern lässt. Und der heute ja rot sein wird. Wegen dieser Jahrhundertmondfinsternis.

Es ist eher Zufall, dass ich am Tegernsee bin. Spontan wegen des Sommerwetters. Und dann sowas. Muss ich mir anschauen. Aber: nix passiert! Ach, noch zu früh. Wir schwimmen zurück. Ich vorsichtshalber Rücken, um den Blick nicht abwenden zu müssen. Aber: nix.

Wieder an Land und umziehen. Nichts tut sich. Wir haben weder Handy noch Uhr dabei. Also abwarten. Und die Abendstimmung genießen. Es wird langsam dunkler. Hinter den Bergen, in Österreich, blitzt es. Wetterleuchten. Mystisch! Mond? Fehlanzeige. Sind wohl doch Wolken am Himmel. Halt nicht überall, nur an der entscheidenden Stelle. Da ist sooooo viel Platz am Himmel. Und wo sind die Wolken? Ausgerechnet, aggrat, da, wo dieser Jahrhundertmond kommen soll. Gemein! Aber es ist jammern auf hohem Niveau. Die Abendstimmung ist auch so mega und unbeschreiblich. Wenn halt das Warten nicht wäre. Diese Erwartungshaltung, dass ja doch noch was fehlt. Etwas, das seit Wochen fest versprochen war.

Aber der Mond mag nicht. Er will seine Ruhe haben und bleibt hinter den Wolken. Irgendwann beschließen wir heimzugehen.

Auf der Terrasse meiner Eltern: auch kein Mond. Eher Finsternis ohne Mond. Dafür Roséwein, immerhin die Farbe passt. Hinter den Bäumen kann man auch nicht sehen, ob sich nicht doch noch was tut. Naja. Es ist auch so ein schöner Abend.

Und plötzlich sehe ich ihn! Zwischen den Blättern, recht dunkelrosa. Der Mondfinsternismond! Tadaaaa! Da isser!! Als schon alle aufgegeben und zusammengepackt und heimgegangen sind. Da kommt er.

Ich gehe zum See runter, weil die Bäume die Sicht versperren. Und da steht der Mond in rot/rosa über dem Wallberg. Und daneben-drunter ein kleiner rötlicher Punkt. Der Mars! Sowas! Unglaublich! Kommt das doch noch hinter den Wolken hervor. Ich bin fasziniert!

Und etwas später schau ich noch mal. Denn jetzt ist die Mondfinsternis eigentlich rum. Aber die“Show“ geht weiter. Denn links leuchtet der Mond jetzt so hell, dass es fast blendet. Die Erde gibt quasi den Mond frei, der Schatten verschiebt sich. Mal wirkt es, als könnte ich die Veränderung direkt sehen. Dann wieder, als ob sich nichts tut.

Fazit: Es war ein faszinierender Abend mit schwimmen in der Finsternis und einem Mond mit Verspätung und Schatten!


Wenn die Zeit verfliegt …

Die Freibadsaison ist ja in vollem Gange. Seit gut sechs Wochen ist die schönste Zeit des Jahres am Laufen. Und es gab schöne Tage (mit wenig Leuten im Becken) und nicht so schöne Tage (an denen es „schönes Wetter“ war, mit vielen Leuten im Bad). Und dann gibt’s die Tage, an denen die Zeit nur so verfliegt. Weil das Schwimmen so schön ist. Und ich – egal, ob viele oder wenig Leute da sind – schwimme, schwimme, schwimme – und irgendwann denke: Waaaas? Das war’s jetzt schon? Hab ich mich auch nicht verzählt? Oder einen 10er ausgelassen? Nein. Blick auf die Uhr – ich bin schon eine Stunde im Wasser. Nur: Wo ist die Zeit geblieben? Mir kam es gar nicht lange vor.

Heute war wieder so ein Tag. Und es gab diese Tage in dieser Saison schon einige Male. Wow! Hatte ich im Winter und Frühling noch das Gefühl, dass ich keine Lust zum Schwimmen habe, ist jetzt das Gegenteil eingetreten. Ich will. Ich muss. Und was hilft da? Weiterschwimmen! Yes! Einfach einen Kilometer drauflegen. Schwimm 4 statt 3, sozusagen.

Wenn das so weitergeht, wird diesen Sommer mal wieder die magische 5 fällig! Das habe ich bisher zweimal gemacht. Und beide Male sind schon etwas länger her. Aber man weiß ja nie … und von wegen: aufhören, wenn’s am schönsten ist. Pff! Weitermachen. Weiterschwimmen. Wende, Zug um Zug, weiter geht’s …


Freibad-Start im Dantebad

Obwohl ich die Freibad-Saison bereits letzte Woche eröffnet habe und auch fleißig schwimmen war, fühlt es sich erst heute „richtig“ nach Freibad an. Warum? Weil das Dantesommerbecken wieder offen hat. Gestern auch schon, logo, dass ich da war. Aber es war wolkig, windig und kühl. Ich habe beim Schwimmen fast bissl gefroren und Rückenschwimmen konnte ich gar nicht: Mir wurde total schwindelig. Also nur vorwärts. Und allein war ich auch nicht. Wir waren zu dritt (in wechselnder Besetzung).

Heute aber war der „gefühlte“ Start in die Freibad-Saison. Es war noch immer wolkig, doch die Sonne konnte sich hin und wieder durch die Wolken kämpfen, tatkräftig unterstützt von einem ziemlich windigen Wind. Es ist erstaunlich viel los, auf der Schwimmerbahn ziehen schon drei Leute ihre Runden. Und was sehe ich? Eine meiner Schwimmbeckenbekannten. Die Frau kenne ich wirklich nur im Wasser, ich weiß nicht mal ihren Namen. Aber wir grüßen uns und ratschen auch immer mal paar Worte. Bis es soweit ist, schwimme ich.

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Alles beim Alten im Dante – deshalb auch ein altes Bild …

Während ich meine Bahnen ziehe, überlege ich wieder mal, warum ich das Dantesommerbecken so gern mag. Weil es ja eigentlich auch nur ein 50-m-Freibadbecken ist, wie auch das im Schyrenbad zum Beispiel. Und dann fällt es mir auf – zum ersten Mal, nach all den vielen Jahren: Die Bäume am Rand! Das Becken liegt am Rand des Freibadbereichs, neben den Fliesen, die ums Becken herum sind, sind auf der einen Seite gleich die Bäume, die das Dantefreibad von der Außenwelt trennen. Und wegen dieser Bäume ist es hier (die Schwimmerbahn ist an genau dem Rand) sehr grün und beschützt. Und oft schattig und manchmal schwimmt deshalb bissl Laub oder anderes Baumzeugs auf dem Wasser. Aber das macht mir nichts. Ich mag das. Gleich bei meiner zweiten Bahn konnte ich heute meinen Augen kaum trauen. Ich bin Brust geschwommen und sehe: ein Eichhörnchen. Am Beckenrand! Es war ganz nah da, hat wohl die Pfötchen gewaschen oder einen Schluck getrunken? Keine Ahnung. Ich bin zwar langsamer geschwommen, aber es ist dann doch davongehuscht, als ich ihm zu nahe kam.

Heute bin ich dann auch wieder in meinen „Schwimmrausch“ geraten. Ich war dann nämlich allein auf der Bahn, habe den Sonnenglitzerspielen auf dem Edelstahlboden zugeschaut. Die gibt’s vor allem bei halbbedecktem Himmel, wenn die Sonne nicht zu grell ist. Und dann war ich im „Tunnel“: Ich bin wie eine kleine Maschine geschwommen. Zug um Zug. Bahn um Bahn. Kalt war mir dann nicht mehr, ich war im Rausch! Herrlich! Und dann sind alle Bahnen geschwommen, ein Mann hat sich zu mir gesellt und ich verlasse das Becken.

Weil die Sonne inzwischen so schön scheint, setze ich mich noch kurz an den Beckenrand und beobachte die Szenerie. Es ist wie immer, als ob nie Winter gewesen wäre. Alle sind wieder da (obwohl noch nicht viel los ist). Der Mann, der in meiner Bahn schwimmt, nickt mir bei der Wende kurz zu. Die Frau von vorhin begrüßte mich mit „immer die Gleichen, gell?“ und ich schmunzle. Es scheint, als hätten alle nur auf diesen Tag hingefiebert, wenn sie endlich wieder ins Dantebad können. Im Wasser sehe ich noch ein paar andere, die ich vom Sehen kenne und auch am Beckenrand taucht ein bekanntes Gesicht auf.

Es ist wieder Sommer. Wieder Dantebad. Wieder die gleichen Gesichter. Bissl wie heimkommen. Schön.


Eiszauber

Der Dauerfrost hat ganz zauberhafte Welten gemacht. Der Tegernsee hat eine Eisschicht! Und das musste ich dann natürlich anschauen.

Der Tegernsee ist zugefroren, das Eis ist durchsichtig

In Abwinkl nahe der Ringseeinsel ist der See zugefroren. Das sieht nicht nur wahnsinnig toll aus. Es entsteht eine ganz andere Klangkulisse. Es ist sehr still. Der See liegt starr und macht keinen Mucks. Das fällt ja sonst nicht auf, aber bissl Geräusche macht so ein Gewässer immer. Jetzt nicht.

Eine ganz besondere Stimmung herrscht dank der Eisschicht auf dem Tegernsee

Außerdem ist das Eis spiegelglatt und durchsichtig. Der Tegernsee hatte wohl wenig Wasser, als er zugefroren ist, denn die Uferlinie ist weit innen. Durch die Eisschicht kann man die Steine sehen und die Tiefe erahnen. Ich traue mich aber nicht auf die Eisfläche. Wer weiß, wie stabil die ist? Also nur vom Ufer beobachten.

Das Eis ist glasklar und durchsichtig. Und die Welle hat den Stein eingeeist.

Ich spaziere weiter. An der Bootsanlegestelle ist der See nur noch teilweise gefroren. Und hier klingt es anders. Ein Gluckern durchbricht die Eisesstille. Die Enten haben Spaß an der Eiskante.

Blick von der Anlegestelle Abwinkl Richtung Ringsee

An den Pfosten der Schiffsanlegestelle hört die Eisfläche auf.

Weil es ja nicht nur kalt, sondern auch windig war, sieht man an den Stegen noch, wie das Wasser hochgeschlagen hat und dann festgefroren ist.

Die Stegpfosten haben „Söckchen“, der Ostwind hat Wellen gemacht, die dann Schicht für Schicht festgefroren sind.

Noch ein Stückchen weiter klingt es wieder anders. Ein Klirren und Klackern, wie bei Eiswürfeln im Cocktailglas. Hier schwimmen nämlich kleine Eisstücke umher.

Und noch eine Ecke weiter gibt’s einen anderen Sound: Die Wellen sind ganz klein und schlüpfen unter den Eisrand am Ufer. Ein Gluckern und Klirren. Wunderschön!

Unter der Eisschicht am Ufer gluckert das Wasser, das in leichten Wellen ans Ufer schlägt.

Eisschwimmen war ich noch nicht. Dieses Mal habe ich nur die Eisstimmung genossen. Ein seltenes kurzes Vergnügen!

(Leider sind die Videos kopfüber, sorry!)