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Eisbär ist tot

Ich glaube, das kennt (und fürchtet) jeder Schwimmer: die Badekappe reißt und man hat nur die eine in der Schwimmtasche…

Genau das ist mir diese Woche passiert. Ich habe beide Hände in der Kappe, ziehe sie vorsichtig auseinander und dann: zack! Ein Riss auf voller Länge!

Ausgerechnet die blaue Eisbären-Kappe! Ich habe ja mehrere Kappen, aber die hier war eine ganz besondere!

Und natürlich hatte ich keine Ersatzkappe dabei. Doch grade, als ich an der Kasse eine kaufen wollte, kam mir eine Bekannte entgegen. Sie kam aus der Dusche, Kappe in der Hand. Ganz unkompliziert leiht sie mir ihre und ich kann schwimmen.

Nächstes Mal habe ich sicher Ersatz in der Tasche. Und leider gibt’s die blaue Eisbären-Kappe nicht mehr. Aber dafür andere. Mal sehen, ob ich eine bestelle oder erstmal mit den gefühlt 100 anderen aus meinem Schrank schwimme …


Herbstschwimmen mit Begleitung

Heute war wieder einer dieser schönen warmen Herbsttage. Die Luft an sich war warm, die Sonne hat es noch verstärkt. Aber selbst bei Schleierwolkenschicht blieb es warm. Ein guter Tag für einen Ausflug ans und ins Wasser.

Ich bin zum Karlsfelder See geradelt. Eine schöne Strecke, kaum länger als zum Langwieder See. Und der Oktober macht sich bemerkbar, die Blätter werden langsam bunt.

Am Karlsfelder See treffe ich mich mit einer meiner Dantebadbeckenrandfreundinnen. Sie heißt auch Petra und wir teilen nicht nur die Liebe zum Wasser und Schwimmen, sondern auch die Vorliebe für bunte Badeanzüge und lustige Kappen.

Petra ist auch eine prima Triathletin und nutzt die wohl letzte Chance für ein Schwimmtraining im See. Also so richtig schwimmen mit Kopf unter Wasser. Deshalb zieht sie auch ihren Neo an, während ich ja eher dem Kältegefühl entgegenfiebere als der Schwimmstrecke.

Ins Wasser geht’s gemeinsam. Es hat etwa 14 Grad und bis zu den Oberschenkeln fühlt es sich richtig warm an. Kurz nach dem Untertauchen merke ich aber die Kälte. Ich lasse es auf mich wirken, schwimme ruhig dahin. Wir bleiben beide in Ufernähe und schwimmen ratschend dahin. Herrlich! Keiner da außer uns, das Wasser ist klar und glatt, der Himmel weiß-blau und es ist nicht kalt. Schön!

Irgendwann wird’s natürlich schon kühl und ich gehe raus. Draußen an Land ist’s toll! Die warme Herbstluft, dazu das Kribbeln auf der Haut vom Wasser… Wahnsinn! Sooo schön!

Ich ziehe mich an, Petra krault jetzt noch ein paar Runden.

Die Männer aus ihrer Trainingsgruppe schlüpfen derweil in ihre Neos und starten dann. Sie schwimmen insgesamt 20 Minuten.

Am Ende hat jeder das gemacht, was er wollte und konnte. So unterschiedlich die Aktionen waren, es hat jedem Spaß gemacht und wir hatten einen ganz tollen Mittagsausflug!

Den Radio-Beitrag dazu gibt’s am Sonntag, 14. Oktober, auf B5aktuell im „Fitnessmagazin„, um 7.35 und um 17.05 Uhr. Natürlich auch als Podcast.

Außerdem hat mich das Radln zum Karlsfelder See (wie immer mit dem Stadtfahrrad) dazu motiviert, das Rennrad mal wieder aus dem Keller zu holen …


Freibad – mehr als schwimmen

Mitte September überkommt mich und meine virtuellen Mitschwimmer eine Melancholie. Die Freibäder schließen. Das mag Lutz in seinem Blog amüsant finden und darauf hinweisen, dass man auch jetzt im Herbst noch in Seen schwimmen kann. Das ist richtig. Doch für mich und die anderen, die ihr Freibad jetzt schmerzlich verabschieden und über den Winter vermissen, geht’s wohl um mehr als nur das Schwimmen im gechlorten Becken. Schließlich kann man auch im Hallenbad schwimmen. Und zumindest ich in München habe das Glück, dass ich auch drinnen eine 50-Meter-Bahn habe (Olympiaschwimmhalle) und sogar – Luxus, Luxus! – den ganzen Winter über draußen schwimmen kann. Kostet zwar etwas mehr, ist aber im Freien. Das Dante-Winter-Warmfreibad macht’s möglich. Und doch ist es nicht dasselbe. Warum?

Darüber habe ich mir einige Gedanken gemacht. Und ich komme für mich zu dem Schluss, dass das Schwimmen im Freibad mehr ist als nur die körperliche Betätigung. Für mich ist es in der Tat wie ein „zweites Wohnzimmer“. Manche bezeichnen so ihre Stammkneipe, bei mir trifft das auf das Sommerbecken im Dantebad zu. Und das ist dasselbe Bad wie oben erwähnt, nur ist das Becken auf der anderen Seite. Es hat nur im Sommer geöffnet. Und irgendwie ist es so, dass man im Sommer mehr mit den Leuten redet. Zum einen, weil man an einem schönen Tag auch ein bisschen am Beckenrand sitzt. Zum anderen, weil man sich bei schlechtem Wetter verbündet fühlt. Und wer regelmäßig ins Bad geht, trifft zwangsläufig immer dieselben Leute.

Ich nenne diese Menschen gern „Beckenrand-Freunde“. Denn zumeist bleibt es bei dieser Verbindung. Man kennt sich aus dem Freibad, man kennt sich in Badeklamotten. Man weiß, wie der andere schwimmt – den Namen weiß man manchmal nicht. Man grüßt sich, verabschiedet sich, wünscht sich Spaß oder scherzt kurz rum. Oder klagt sich gegenseitig das Leid, weil die Schwimmerbahn auf einmal von vielen „Fremden“ geentert wird. Kurzum: Man hat Gemeinsamkeiten.

Viele dieser Menschen treffe ich im Sommer regelmäßig. Von manchen weiß ich sogar den Vornamen oder was sie arbeiten. Oder dass sie auch noch andere Hobbys außer schwimmen haben. Von anderen weiß ich trotz längerer Unterhaltung nicht mal den Vornamen. Aber eine neue Badekappe, ein neuer Badeanzug oder eine neue Hose – das erkennt man sofort. Man fachsimpelt über die beste Brille, wo es bunte Badeanzüge gibt oder welches die nervigsten Mitschwimmer-Marotten sind. Und das ist schön. Wenn ich an einem regnerischen Sonntag nicht weiß, was ich machen soll, gehe ich ins Freibad. Manchmal treffe ich Mitschwimmer, manchmal winkt mir auch nur der Bademeister zu. Es ist einfach ein Ort, an dem ich mich wohlfühle. An dem man mich kennt (manche wissen meinen Namen, andere nicht).

Das ist das, was für mich das Schwimmen im Freibad so anders macht. Denn ich treffe nur einen winzigen Anteil dieser Menschen im Winter im Dantebad. In der Olympiaschwimmhalle bin ich auch oft, aber einen „Ratsch“ gibt’s da eher selten. Da fühlt sich das Schwimmen auch immer „ernster“ und mehr wie ein „Training“ an. Und deshalb bin zumindest ich jetzt etwas traurig. Weil einfach mehr fehlt als das Schwimmen. Denn das ließe sich ja leicht ersetzen.


Bunte Badeanzüge

Ich trage gern bunte Badeanzüge. Schwarz mit drei weißen Streifen finde ich langweilig. Seit ich regelmäßig schwimme, will ich auch farbenfroh sein. Aktuell habe ich einen Badeanzug von Funkita.


Kürzlich in der Umkleide im Dantebad. Ich will gerade los zum Becken, da spricht mich eine ältere Frau auf meinen Badeanzug an. „Mei, ist der schön. So bunt!“ – Sie ist in ein Handtuch gewickelt, die Haare nass. Also schon fertig mit schwimmen. Während wir so über den Badeanzug reden (Hersteller, wo kann man ihn kaufen, Größe, etc.), zieht sie sich an. Ich frage dann, welchen Badeanzu sie denn hat. Einen schwarzen vielleicht? „Nein, das ist meine Unterwäsche“, erwidert sie. „Das dachte ich mir schon. Aber Sie waren doch vorhin schwimmen, was hatten Sie denn da an?“, frage ich. „Nichts“, sagt sie, „ich war im FKK-Becken!“ (im Dantebad gibt’s ein eigenes FKK-Schwimmbecken). Darauf entgegnete ich: „Ja, das ist auch eine Lösung! Wenn man keinen schönen Badeanzug findet, geht man nackt baden!“

Da müssen wir beide lachen und wünschen uns noch einen schönen Tag.

Ich habe meine Badeanzüge übrigens bei Blue Aqua Sports gekauft. Kann ich empfehlen. Sehr netter Kontakt zur Shop-Inhaberin, alles problemlos funktioniert.