Schlagwort-Archive: dantebad

Erster 1. Mai ohne Freibad

Heute bin ich traurig. Richtig traurig. Denn der 1. Mai ist „mein“ Feiertag. Ja, klar, das ist in ganz Deutschland und vielen Ländern Europas ein Feiertag. Aber heuer – dank Corona – eben nicht „meiner“. Denn normalerweise öffnen am 1. Mai die Freibäder. Aber was ist schon normal in diesen Tagen, Wochen, Monaten? Seit Mitte März sind die Bäder geschlossen, Schutz vor Ansteckung. Sollte mal zwei Wochen dauern, jetzt sind es sechs Wochen.

Dicke Wolken und Wasser – das wäre das ideale Freibadwetter für mich.

So lange nicht schwimmen – das gab’s nicht, seit ich regelmäßig meine Bahnen ziehe. Nicht mal 2014 nach meinem Radlunfall. Da lag ich im Krankenhaus und musste mich auch danach auskurieren, aber nach drei Wochen durfte ich wieder schwimmen. Das hatte zwar wenig mit „Schwimmen“ zu tun, war aber unglaublich wichtig für meine seelische Gesundheit.

Und genau die ist heute überhaupt nicht gut. Weil ich inzwischen einen Lichtblick brauche. Eine Perspektive. Und ja, mir geht’s neutral betrachtet, nicht schlecht. Ich habe Arbeit, kann Rennrad fahren, meine Familie und Freunde sind gesund. Ich habe weder pflegebedürftige Eltern noch Kinder, die daheim lernen müssen und auch ihre Freunde nicht sehen können.

Über 100 Kilometer mit dem Rennrad – das geht nur dank guten Trainings …

Und dennoch schlägt mir die Corona-Situation heute ganz besonders aufs Gemüt. Weil keiner weiß, wie es weitergeht. Und ob die Bäder überhaupt öffnen dürfen. Dabei hat sich der Bäderverband schon Gedanken gemacht, wie man ein Hygienekonzept umsetzen kann. Es ist die Rede davon, dass man die Duschen sperrt und dass Eintrittskarten vorab gekauft werden müssen, wie bei einem Konzert, zum Beispiel. Das wäre doch ok. Duschen kann man auch daheim (hab ich die letzten sechs Wochen getestet, geht prima) und wenn weniger Leute im Becken sind, ist es eh entspannter. Das kenne ich ja nur zu gut. Und selbst wenn das bedeutet, dass man nur zweimal pro Woche seine Bahnen ziehen kann (statt sieben Tage die Woche), dann ist das noch immer besser als jetzt.

Normalerweise wäre ich heute freudig aufgewacht. Es ist nämlich das perfekte Freibadwetter: Wolken, ab und zu Regen, mit etwa 16 Grad nicht zu kalt und definitiv kein Wetter, das die Massen ins Bad lockt. Aber nein – nix ist. Als ich mir dann dachte, dass ich doch mit dem Rennrad eine Runde drehe und vielleicht auf dem Rückweg kurz in einen See springe, fängt es just zu regnen an, als ich aus der Haustür trete. Dazu dunkle Wolken, keine Ahnung, ob es bei den paar Tropfen (der Himmel weint!) bleibt, oder ob es wie vorhergesagt, stärker zu regnen anfängt.

Das wäre Plan B gewesen, aber bei Regen radlen und nasse Klamotten am See – naja. Muss nicht sein.

Ich packe also das Rad zurück in den Keller und beschließe, stattdessen spazieren zu gehen. Da kommt doch glatt die Sonne wieder raus! Ich bin etwa eine Stunde unterwegs: Die Sonne kommt raus, wärmt. Dicke Wolken schieben sich drüber, es wird kühl und dunkler. Irgendwann fallen ein paar Tropfen. Ich werde traurig. Denn genau das hätte ich jetzt gern im Wasser erlebt. Wie schön ist es, wenn man schon etwas ausgekühlt ist und dann die warmen Sonnenstrahlen auf dem Rücken spürt! Wie schön ist es, wenn es auf einmal unter Wasser leuchtend hell wird, das Edelstahlbecken die Sonnenstrahlen reflektiert! Und wie interessant ist der Wechsel hin zum Dunkel! Und dann sieht man auf bzw. unter der Wasseroberfläche, wie es leicht regnet, wie die Tropfen eine Delle in die Oberfläche machen und sich dann im Wasser aufzulösen scheinen. Nie habe ich intensiver als beim Schwimmen wahrgenommen, dass sich die Lichtintensität während des Regens verändert. Es wird heller, doch trotzdem regnet es noch. Wie schön ist es zu wissen, dass man schon zwei Kilometer geschafft hat und das Wasser warm genug ist, dass auch der letzte Kilometer noch geht! Wie schön ist der Gedanke an die warme Dusche nach dem Schwimmen! Das nasse Gras unter den Füßen zu spüren, auf dem Weg zurück zur Umkleide. Wie egal ist das Wetter im Freibad, denn die Klamotten sind im Trockenen! Wie sehr vermisse ich das gerade!

Meine Sehnsucht nach dem Schwimmen – und damit nach einem Stück Normalität – ist unermesslich. Das Rennradfahren ist schön, keine Frage. Ich war und bin froh um die Abwechslung. Doch so ohne Freibad ist es keine Abwechslung mehr. Da können die Touren noch so schön sein …

Auf einer meiner Touren hat der Raps trotz Wolken sehr gelb geleuchtet.

Mäh!


Letzter Abschied vom Freibad

So… jetzt ist wirklich Schluss mit Freibad! Das Schyrenbad in München hatte als erstes aufgemacht (ich war dabei!) und als letztes zugemacht. Ein Novum in München, dass das Freibad bis 30. September geöffnet hat. Normalerweise ist mit Schulanfang Mitte September Schluss. Vielleicht eine Verlängerung bei besonders gutem Wetter. Aber ohne wenn und aber bis 30. September – das ist neu. Und das hat mich gefreut. Und auch bissl gestresst… weil ich ja dachte, dass ich am 9.9. zum letzten Mal im Freibad schwimme. Und dann mein Leben wieder „normal“ wird. Aber so? Da „musste“ ich ja fast schwimmen. Nicht, dass das Freibad geöffnet hat und keiner kommt! Und an kühlen Regentagen war es wirklich so, dass kaum jemand da war, zum Teil war ich ganz allein. Und an den schönen Spätsommertagen – ja, da wollte ich mir das natürlich nicht nehmen lassen. So kam es, dass ich jetzt seit 12. August JEDEN Tag im Freibad war. Immerhin in unterschiedlichen Bädern, aber: JEDEN Tag drei Kilometer geschwommen. Und ich dachte schon, der Mai war krass, weil ich da ja jeden Tag im Freibad war. Das war der Plan und den habe ich umgesetzt. Jetzt war es kein Plan mehr, sondern der „normale Wahnsinn“. Zudem ich auf dem Weg zum Schyrenbad seit einer Woche an der Wiesn (aka Oktoberfest) vorbeiradeln muss. Keine angenehme Sache, dachte ich. Doch das ging besser als erwartet (am Wochenende habe ich das gemieden).

Naja. Und jetzt also Abschied Nummer 4 (nach Dante, Dachau und Germering). Bei Sonne, Wind und Wolken wollten dann auch noch andere Schwimmer den letzten Tag genießen, so dass ich leider nicht allein war. Daran hatte ich mich zwischenzeitlich schon gewöhnt, so dass mir sogar 2 bis 3 Mitschwimmer als viele Leute vorkamen.

Die Natur hat sich zu Beginn meiner Schwimmeinheit heute noch was ganz Tolles einfallen lassen: Es war ja recht windig (Auswirkungen des Sturmtiefs über Norddeutschland) und so fielen die gold-gelben Blätter nicht nur von den Bäumen, sondern ins Schwimmbecken. Und weil auch grad die Sonne gescheint hat, hat es ausgesehen, als würde man in einem Konfetti-Flitter-Regen schwimmen. Mann! Das war so toll! Leider kein Foto! Aber ihr müsst euch das so vorstellen: im hell-türkisen Wasser bricht sich nicht nur das Sonnenlicht, sondern die Blätter unterschiedlicher Bäume wirbeln umher. Dabei leuchten sie golden und gelb und irgendwie wirkt alles so „3D“. Einfach toll!

Nicht wirklich voll, aber wenn man so oft allein geschwommen ist, ist das hier: rappelvoll! 😉

Der Wind hat allerdings die Wasseroberfläche etwas aufgewühlt und abgekühlt, so dass ich nach meinen drei Kilometern ziemlich ausgekühlt bin und es dabei belasse. Keine Extra-Meter heute. Jetzt ist Schluss. Schluss mit Sommer, Sonne, Freiheit, Einsamkeit! Schade!

Ich habe auch noch Bilanz gezogen: Es waren sagenhafte 432 (was für eine tolle Zahl!!!) Kilometer in den verschiedenen Freibädern. Die meisten Fehltage hatte der Juni, ansonsten war ich fast jeden Tag. Stellt sich nur die Frage: Was mache ich morgen?


Eis-Schwimmen in Dachau

Der Freibad-Sommer verabschiedet sich heuer in Etappen. Das Dante-Sommerbad ist schon geschlossen, da war am Montag der letzte Tag. Ein paar Freibäder haben noch offen und in Dachau war heute der letzte Tag. Eigentlich wäre der schon am Freitag gewesen, aber weil die Dachauer nicht nur einen Wetterbericht haben, sondern offensichtlich auch ein Herz für Schwimmer, wurde die Saison bis einschließlich Sonntag verlängert. Voll toll!

Denn: Das Freibad in Dachau ist meine Entdeckung des Sommers. Wobei es ja nicht meine Entdeckung war, sondern die einer meiner Schwimmfreundinnen. Cissi liebt dieses Freibad und so kam es, dass wir im Juni endlich mal dort hingeradelt sind.

Cissi und ich in Dachau.

Am Tag vorher im Dante hat sie schon voller Vorfreude in den höchsten Tönen von dem Freibad geschwärmt – welche Becken es gibt, wie die Schwimmerbahnen sind, was der Kiosk bietet, dass es Sonnenliegen gibt undundund … ich war also gespannt!

Und dann sind wir hingeradelt. Etwa 20 Kilometer sind das. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Es war im Juni ein ganz toller Sonntagsausflug! Denn das Bad ist wirklich schön. Klar, es gibt ein 50-Meter-Schwimmbecken mit Wasser, Leinen und zwei Schwimmerbahnen. Aber auch die Liegewiese und die Bereiche zwischen den Becken (es gibt auch ein Kinderbecken und ein Becken mit Fünfmetersprungturm) ist schön: Hier stehen Blumentröge. So sind zwischen dem schönsten Türkis des Wassers farbige Farbtupfer. Toll sieht das aus.

Es ist nur eine Kleinigkeit, diese Blumenkästen, aber es macht echt was her, es sieht gleich viel schöner aus!

Und auch die Liegewiese ist mit so kleinen Hecken, die nicht mal hüfthoch sind, etwas aufgeteilt. Und dann natürlich die Sonnenliegen (darf man damit überhaupt in den Schatten?). Da kann man sich für 2 Euro Pfand (wie beim Einkaufswagen) gleich viel bequemer hinflätzen als einfach auf den Boden. Tolle Sache!

Darf man mit den Sonnenliegen auch im Schatten Platz nehmen? Und was ist bei bewölktem Himmel? 😉

Und auch der Kiosk ist liebevoll geführt und hat schöne Angebote. Der Kaffee schmeckt sehr gut, auch die Pommes und das Mykonos-Sandwich. Cissi hat dann bei einem späteren Besuch den griechischen Frappé für sich entdeckt. Und was erfahren wir zum Ende der Saison: Die Betreiber hören auf, nächstes Jahr macht das jemand anders. Schade!

Mykonos-Sandwich zur Stärkung nach dem Schwimmen. Pommes gab’s auch, die sind unter dem Brot versteckt!

Und ja, wir waren natürlich in erster Linie zum Schwimmen da. Das Wasser ist etwas kühler als anderswo, aber bei gut 30 Grad im Schatten ist das ideal. In den meisten Fällen konnten wir gut unsere Bahnen ziehen, denn der Bademeister hat ein Auge darauf, dass in den Bahnen auch nur Sportler schwimmen.

 

Ein kleines Schild schafft Klarheit!

Das etwas kühlere Wasser habe ich dann am Donnerstag zu spüren bekommen. Da war nach ein paar Tagen Schließung zum ersten Mal wieder geöffnet, das Wetter war herrlich und deshalb bin ich alleine nach Dachau geradelt. Ich stecke meinen Fuß also testweise ins verdächtig leere Becken und muss feststellen: kalt. Wow! Naja, alte Eisschwimmerin wie ich bin, schreckt mich das nicht ab und ich tauche ein, tauche unter und schwimme los. Es ist wirklich kalt. Bbbrrrr… naja. Erstmal drangewöhnen und dann wird’s schon. Hm. Es „wird“ leider nicht. Es ist kalt. Ich war auch nicht drauf vorbereitet. Wobei ich lustigerweise beim Radln noch gedacht habe, dass das Wetter (sonnig, warm, aber im Schatten kühl) genau das Wetter ist, bei dem die Eisschwimmsaison startet. Und dann bin ich quasi unfreiwillig beim Eisschwimmen. Und weil mir so kalt ist, beschließe ich, dass es nach zwei Kilometern genügen muss. Basta! Ich fiebere dem Ende so richtig entgegen. Und muss auch wieder feststellen, dass es beim Brustschwimmen noch kälter ist als beim Kraulen. Uaaaahhh… Endlich fertig. Ich setze mich auf den Startblock in die Sonne, um mich zu wärmen.

Alles meins, alles kalt! Einsig in Dachau – sozusagen …

Dann kommt auch meine Schwimmfreundin Petra, die wohnt nämlich in Dachau und wollte es sich nicht entgehen lassen, mit ihrer Kleinen nochmal ins Freibad zu kommen. Und so haben wir dann einen netten Nachmittag, bis die beiden wieder los müssen. Ich bleibe noch in der Sonne, denn das ist richtig schön. Und dann muss ich am Abend, als ich so schön aufgewärmt bin, den fehlenden Kilometer noch „nachschwimmen“. Ich hatte gehofft, dass das Wasser jetzt wärmer ist, aber – naja – war es nicht. Aber für nur einen Kilometer ging’s!

Am Freitag war ich dann aber auf alles vorbereitet! Also wieder aufs Radl, wieder nach Dachau. Dieses Mal habe ich einen Badeanzug ausgesucht, der auf der Bauchseite doppelten Stoff hat (ist wärmer, echt!) und ich hab mein Thermometer mitgenommen, weil mich interessiert, wie warm das Wasser ist. Ich meine, ich bin am Anfang der Saison im Schyrenbad bei 21 Grad auch geschwommen und da hat’s sogar mal geschneit. Und weil ich ja jetzt wusste, dass es kalt ist, war ich mental vorbereitet und wollte meine üblichen drei Kilometer schwimmen. Gesagt – getan! Also los. Schwimmen und schwimmen. Eins, zwei, drei … es geht gut, aber es ist kalt. Dafür bin ich allein. Perfekt. Und die Sonne scheint. So dass ich mir immer denke: Wenn du fertig bist, kannst dich schön in die Sonne setzen und aufwärmen. Das kann ich mir ja nicht vorreden, wenn ich im Regen schwimme. Es läuft gut. Nur die letzten paar Bahnen, da ist es echt hart. Aber die schaffe ich jetzt auch noch. Jawoll! Und dann bin ich fertig mit Schwimmen und glücklich und kalt und freu mich auf die Sonnenliege und das in-der-Sonne-liegen. Ein Blick aufs Thermometer, das die ganze Zeit im Wasser hing, zeigt: 23 Grad. Das kann ich kaum glauben, es hat sich kälter angefühlt. Eher wie 21 Grad.

Und das Beste natürlich zum Schluss: Auf dem Heimweg vom Freibad gibt’s eine Eisdiele, die ganz tolles Eis hat. Da muss ich natürlich anhalten. Egal, wie kalt mir ist (am Donnerstag mit Gänsehaut). Egal, wie wenig Zeit ich habe (am Freitag danach noch was vor). Die Eisdiele gehört zum Besuch im Freibad in Dachau dazu!

Und heute war bei schönem Sommerwetter tatsächlich der letzte Tag. Da waren Cissi und ihr Freund Jakob auch da. Und wir drei hatten einen schönen Tag mit nicht mehr so kaltem Wasser, Sonne und natürlich mit Eis! Eis-Schwimmen also – in einer ganz neuen Bedeutung!

Auf dem Heimweg gibt’s dann oft so eine schöne Abendstimmung!

Das letzte Freibad-Eis in Dachau!

Jetzt schwimmt keiner mehr – die Saison ist rum!

Die letzten Sonnenstrahlen vor dem Ende der Freibad-Saison …


Ende der 19er-Freibad-Saison

Kinder, wo ist die Zeit geblieben? Die Freibad-Saison hat doch gerade erst angefangen – und schon ist sie wieder vorbei! Ok… wenn man ehrlich ist, hat sie am 1. Mai angefangen und das ist auch schon wieder vier Monate (sogar noch etwas länger) her. Aber es fühlt sich am Ende für mich immer so an, als wäre es gerade erst losgegangen.

Die Freibad-Saison startet traditionell im Schyrenbad. Flucht nach vorne, wenn man so will …

Letztes Jahr war ich dann irgendwie auch „froh“, dass es vorbei ist. Als es da im September so schön war und die Saison verlängert wurde, dachte ich nur: ohje. Einen dieser „Extra“-Tage habe ich noch genutzt, dann bin ich eh nach Estland geflogen.

Heuer war das ganz anders. Ich hatte ja im Mai diesen verrückten Plan, jeden Tag schwimmen zu gehen. Das habe ich auch gemacht. Es war schön, schrecklich, toll, kalt, voll, warm – irgendwie alles. Und weil es dann doch so gut war, bin ich auch am 32. Mai (im Kalender steht da bei den meisten 1. Juni) nochmal gegangen. Also schlägt der Mai mit 31 Freibad-Tagen zu Buche.

Der Juni war dann etwas „vernünftiger“, mit 23 Freibad-Tagen. Ich hatte nämlich ursprünglich den Vorsatz, auch mal etwas anderes zu machen. Nicht nur immer schwimmen. Also, wenn jemand eine Alternative geboten hätte, die besser ist als Freibad (meist ist es so, dass Freibad besser ist als nix zu machen), hätte ich das auch gemacht. Und bei sieben „Fehltagen“ war es also tatsächlich so, dass ich beispielsweise mal radln war. Oder am See mit meiner Freundin. Nur planschen – ehrlich!

Der Moorsee im Ostallgäu wirkt mit den Kiefern fast, als wäre man in Finnland!

Kiefern rahmen den Elbsee im Ostallgäu

Der Juli hat gleich mit einem Gewitter-Tag angefangen. Also, es sah so aus, als würde hier in München gleich mittags die Welt untergehen – aber es ist wie bei Hunden, die bellen. Die beißen nämlich auch nicht und so war es zwar dunkelst grau und windig – sonst aber nix. Also habe ich dem Gewitter gleich am 1. Juli mal 3.000 Meter im Freibad abgetrotzt, bevor es dann wirklich losging (da war ich aber schon daheim). Und dann war im Juli irgendwie fast jeden Tag Freibad-Wetter. Also, kühl und grau – genau mein Ding. Oder es war so mega-heiß, dass man etwas anderes gar nicht in Betracht ziehen konnte – also: Freibad! Fazit des Juli: ein „Fehltag“. Im August waren dann zu meinem Geburtstag die 500 Kilometer voll und trotz zweier „Fehltage“ (ich muss das ja fast so nennen) gab’s 90 Kilometer, weil ich den einen Fehltag ja quasi „vorgeschwommen“ bin.

So sieht es doch gut aus, im Dante!

Gut, und jetzt also September. Morgen geht in Bayern die Schule los, deshalb ist der Montag traditionell der letzte Freibad-Tag. Es war kalt und grau. Übrigens schon seit Donnerstag. Zu meiner Überraschung war ich nicht die einzige im Freibad. Es schien, als würden mehrere Menschen diese letzten Freibad-Tage nutzen wollen. Und heute im Dante also der allerallerletzte Freibad-Tag. Und was passiert da am Himmel? Warum ist es unter Wasser auf einmal so hell? Tja .. die Wolken haben sich gelichtet. Und ich denk mir nur so: yeah! Sonne, du schaffst das! Komm, ich hab noch die Hälfte vor mir, da kannst du mir nochmal zuschauen und den Rücken wärmen. Aber … naja. Sie hat es nicht geschafft. Und statt wärmer wurde es kälter: ein fieser kalter Wind saust über die Wasseroberfläche, da kühlt das Chlorhuhn schnell aus. Und ist dann am Ende leider eher froh, dass die 3.000 Meter voll sind.

Etwas wehmütig verabschiede ich mich von meinem Becken, das unter der bleigrauen Wolkendecke liegt.

Bye-bye, Dante-Sommerbecken. Die Wolken waren noch zu stark für die Sonne; der gelb-orange Schneefangzaun liegt schon bereit, um das Becken vor den Winterbadegästen abzutrennen.

Und während ich diese Zeilen tippe, hat das Bad noch offen – bis 19 Uhr. Und jetzt ist die Sonne da. Sie scheint von einem blauen Himmel, der mit ein paar weißen Wattebauschwolken verziert ist. Ob die Sonne auch noch auf das Becken scheint, kann ich von hier nicht sehen. Es könnte gut sein, dass der große Baum seinen Schatten auf die Wasseroberfläche wirft. Noch eine knappe Stunde ist geöffnet – dann ist wieder „Winterbetrieb“ und man kann im Dante in sehr warmem Wasser im anderen Becken (Stadionbecken) seine Bahnen ziehen. Doch das ist nicht dasselbe. Und mir außerdem noch viel zu warm.

Und ja – auch im Umland hat noch das ein oder andere Bad geöffnet und in München sogar das Schyrenbad noch. Da werde ich wohl doch noch draußen schwimmen können. Aber es ist einfach nicht dasselbe …

Erstaunlicherweise dachten ja viele, dass dieser Sommer „nicht gut“ war. Aber anhand der „Schlecht-Wetter-Regel“, bei der die Freibäder in München zum Teil geschlossen sind, lässt sich sehen, dass es gar nicht so schlecht war. Denn diese Regelung kam nur im Mai zum Tragen. Und meine vorläufige Freibad-Kilometer-Bilanz ist: 369 Kilometer. Was für eine Zahl!


Regentropfenschwimmen

Das beste Freibad-Wetter ist das Wetter, an dem keiner kommen mag. Also, keiner außer mir und ein paar anderen Freaks: Wolken oder sogar Regen. Regen im Freibad, das war in den letzten beiden Sommern eher selten und auch heuer hatte ich oft das „Glück“, dass es nicht geregnet hat. Umso schöner war es diese Woche, als es sogar zweimal geregnet hat, als ich geschwommen bin.

Das Licht ist ein ganz besonderes: Unter Wasser ist es bläulich-türkis, das Edelstahlbecken reflektiert die kleinsten Lichtpartikel. Weil nur wenige Leute schwimmen, ist die Wasseroberfläche relativ glatt. Und dann fängt es an zu regnen. Es ist wie bei „Forrest Gump“: Es gibt ganz verschiedene Arten von Regen. Den ganz feinen Nieselregen, den man kaum bemerkt zum Beispiel. Oder die großen, schweren Tropfen. Die bemerkt man ganz deutlich, zum Beispiel spüre ich sie beim Kraulen auf meiner Schulter. Und ich kann sie von unten sehen, wie sie die Wasseroberfläche durchdringen. Wie sie, wenn sie schnell genug fallen, wieder nach oben spritzen. So, wie man es manchmal auf künstlerischen Bildern sehen kann. Ich konnte am Beckenrand sogar Wassertropfen beobachten, die für einen kurzen Moment auf der Wasseroberfläche liegen bleiben. Das ist mindestens so faszinierend wie die Schneeflocken, die ich im Winterfreibad im Dante beobachtet habe, wie sie erst unter Wasser langsam schmolzen und sich aufgelöst haben. Und überhaupt ist es so schön, dem Regen „von unten“ zuzusehen. Wenn genügend Tropfen auf die türkise Wasseroberfläche fallen, wirkt es wie ein Diamantglitzerhimmel, auf den ich von unten, also von unter Wasser, schaue. Ich muss zugeben, dass ich dann etwas vom Schwimmen abgelenkt bin, weil das einfach so schön aussieht.

Oder ein krasser Prasselregenschauer, der fast schon wehtut, wenn er auf die Schultern prallt. Und das Geräusch erst, das ist auch toll: platschplatschprasselplatsch!

Ebenfalls sehr schön: Rückenschwimmen bei Regen. Wenn die Tropfen mit einem dicken „Platsch“ direkt auf mein Gesicht fallen. Wenn ich direkt in den Himmel blicke, der bleigrau über mir hängt und zu weinen scheint. Auf mich, die hier schwimmt. Als hätte der Himmel Mitleid mit mir. Aber das muss er nicht haben – ich bin hier nicht einsam, ich bin allein. Und glücklich. Weil ich das Becken (fast) für mich allein habe, es nicht kalt ist und der Regen so schön aussieht. Und weil ich ja eh nass bin, beim Schwimmen.

Und bei Schauer-Wetter kommt mit etwas Glück dann auch wieder die Sonne raus und die Stimmung ist unter Wasser wieder eine andere. Hell und strahlend, aber nicht zu grell. Und ich spüre sogar unter der Wasseroberfläche, wie die Sonne wärmt. Das ist auch wunderschön, wenn das Wasser angenehm kühl ist und dann freu ich mich, dass sich die Sonne durch die Wolken mogelt, um mich aufzuwärmen. Denn nach zwei bis drei Kilometern wird’s schon kühl. Aber das macht nichts, ich schwimme einfach viel zu gern. Und warm ist mir bisher immer noch geworden!


Zum Geburtstag den 500. Kilometer

500 Kilometer – das ist schon eine Hausnummer! Das war meistens meine Jahresschwimmleistung, doch schon vergangenes Jahr wurde diese magische Grenze während der Freibad-Saison geknackt. Und heuer: schon am 8. August. Ok… ich habe ein bisschen „nachgeholfen“, denn als ich mal zusammengerechnet habe, wie viele Kilometer ich schon geschwommen bin, kam heraus, dass noch 12 fehlen, um die 500 rund zu machen (ich LIEBE runde Zahlen!). Und weil der 8. August mein Geburtstag ist, es bis dahin aber nur noch drei Schwimmtage waren, wäre die Rechnung mit drei Kilometern schwimmen nicht aufgegangen. Aber: 12 geteilt durch 3 Tage ist halt auch 4 Kilometer (anstatt 12 geteilt durch 3 Kilometer ist gleich 4 Tage). Und so habe ich mir gedacht, dass ich einfach jeweils einen Kilometer mehr schwimme, um mir selbst so ein verrücktes Geschenk machen zu können.

 

Do bin i dahoam: Dantesommerbecken!

Ich hatte ja eh schon gut vorgearbeitet. Der Mai war sehr gut für diese Bilanz, denn da war ich jeden Tag im Freibad. Im Juni habe ich mir ein paar „freie“ Tage gegönnt, doch schon nach einem Tag „ohne“ hat mir was gefehlt. Oder es hat eine Freundin/Freund gefragt, ob ich mitkommen mag ins Freibad. Logo!

 

„Kommst mit nach Germering?“ – wer kann da nein sagen?!

„In Freising gibt’s auch ein Freibad“ – ach, echt. Nix wie hin!

Und im Juli war es fast wie im Mai – jeder Tag Schwimmtag. Ok, einen Tag Pause gab’s, da war ich chillen und planschen in Starnberg.

 

Eher chillen und baden in Starnberg.

Und dann eben die magischen drei Tage mit den vier Kilometern. Zum Teil war es auch recht kühl und regnerisch, da war es im Wasser fröstelnd. Aber egal, wenn ich mir was vornehme, dann ziehe ich das auch durch. Erstaunlich, welchen Ehrgeiz ich da entwickeln kann. Und dann komme ich auch derart in meinen Schwimmflow, dass ich gar nicht merke, wie die Zeit vergeht und Bahn um Bahn abgeschwommen ist. Am Geburtstag selbst war ich dann zwar froh und glücklich, dass ich den 500. Kilometer geschwommen bin, aber meine Arme waren auch müde.

So macht Rückenschwimmen Spaß!

Und jetzt? Es ist noch einen Monat Freibad-Saison, das will ich natürlich nutzen. Und das macht mir einfach mehr Spaß als Freiwasser-Schwimmen. Besonders deutlich wurde mir das gestern im Kirchsee, einem Moorsee. Gruselig … oder bin ich einfach zu viel geschwommen? Gibt’s das überhaupt: zuviel??

Ich muss jetzt jedenfalls los … ins Freibad!


32. Mai

Heute ist der 32. Mai. Das ist kein Tippfehler… oder vielleicht ein kleiner. Man könnte nämlich auch sagen, dass es heute das 32. Mal war. Dass ich schwimmen war. Am Stück! Seit das Freibad am 1. Mai aufgemacht hat, war ich jeden Tag schwimmen. Das wollte ich mal ausprobieren. Letztes Jahr war ich fast den ganzen Mai schwimmen, es gab 3 Tage „frei“. Aber jetzt eben das Experiment.

Ihr könnt euch ja vorstellen, dass es soooo schlecht nicht sein konnte, wenn ich auch heute, laut Kalender der 1. Juni, schon wieder schwimmen war.

Angefangen hat es natürlich gut. Mit viel Vorfreude auf die Freibad-Saison. Und es war toll! Obwohl im Schyrenbad das Wasser an den ersten beiden Tagen recht frisch war. Dafür war das Wetter gut. Das sollte ja nicht so bleiben. Und so bin ich im Regen durch die ganze Stadt geradelt, um ein paar ruhige Bahnen ziehen zu können. Bis auf 2 Tage konnte ich auch meine Standardstrecke von 3.000 Metern schwimmen. Aber die „fehlenden“ 500 Meter wurden bei nächster Gelegenheit nachgeholt. Muss ja alles seine Ordnung haben!

Manchmal war’s auch echt kalt. Aber dafür war ich ungestört. Und ich kam mir recht schnell vor. Ich habe einfach (fast) die ganze Strecke durchgekrault. Zu kkkkaaaalllt zum Nachdenken oder Pause machen! Weiter immer weiter!

Dann flux über die Wiese laufen zur Dusche. Die ist zwar warm, aber der Raum nicht. Es ist eher offen, so dass es kühl ist. Und die Umkleide ist ebenfalls offen. Nur ein Dach drüber (immerhin!). So bin ich dann halb verfroren heimgeradelt und war froh, wenn ich angekommen bin.

Aber es gab auch schöne Tage. An denen ich trotzdem fast allein geschwommen bin, die Sonne hinter den Wolken hervorgelugt hat und es nicht so kalt war. Oder eine meiner Schwimmfreundinnen dabei war. Jede eine Bahn für sich… toll!

Oder ein Tag mit Sonne im Dante. Da war dann gleich ganz viel los. Aber kein Problem, ich kannte alle 4 Mitschwimmer!

Dann war der Tag mit dem Dauerregen. Da hatte ich Glück, denn als ich unterwegs war, hat es fast gar nicht geregnet. Die Isar hatte aber schon beim Hinfahren viel Hochwasser, knapp zwei Stunden später, hatte sie sich einen Weg über die Wiese gebahnt, um den Radweg auf der rechten Seite zu fluten. Das war schon spannend, wie schnell das ging!

An einem anderen Tag habe ich im Schyrenbad ein vierblättriges Kleeblatt entdeckt! Einmal kurz nach unten geschaut und da war es!

Und natürlich gab’s die Tage, an denen ich mir dachte: gut, wenn es vorbei ist und ich Pause machen kann. Und beim Schwimmen die ersten 10-20 Bahnen nicht vorbeigehen wollten. Und dann die letzten 10 auch… die zogen sich… und ich war flügellahm und eigentlich froh, dass es nur noch 2 Tage sind. Der Feiertag und der Freitag. Yeah. Ende in Sicht.

Da lief es im Wasser dann prima! Wie am Schnürchen. Als ob ich nicht die letzten 30 Tage geschwommen wäre.

Und dann eben heute. Sonne, Samstag, warm … und nichts anderes vor. Hm. Ob ich es wage? Eigentlich wäre es verschenkt, nicht schwimmen zu gehen. Vor allem, wenn nächste Woche wirklich Hochsommer ist. Dann geht nämlich nichts mehr. Dann ist Schluss mit lustig und allein in Ruhe und so… also gut. Für 2 klitzekleine Kilometerchen geh ich schwimmen.

Und dann bin ich da. Und es ist recht ruhig. Glück gehabt. Ich lass mich ins Wasser gleiten. Es ist angenehm kühl. Ich spüre das Kribbeln der Wasserblasen an meinem Bauch. Ich trage nämlich einen Bikini, weil es schönes Wetter ist. Ohmann, ist das schön. Und von wegen flügellahm, ich fühle mich gut und schnell.

Dann ist auf einmal Chaos, viele Leute, die recht unterschiedlich schwimmen. Das mag ich eh nicht und nachdem ich jetzt immer allein war, ist es noch blöder. Gut, dass ich nur 2 Kilometer machen will und das gleich erledigt ist.

Und dann? Dann löst sich das Chaos auf und ich denke… hm. Das kann ich jetzt so nicht beenden. Jetzt, wo wieder Ruhe und Ordnung ist. Da muss ich ja fast… genau! Und so war das dann auch. Und am Ende waren es dann doch 3 Kilometer. Zur Belohnung, weil es ich ja gestern mein Ziel erreicht habe.

Morgen ist jedenfalls Schwimmpause. Ganz, ganz sicher!