Schwimmfreu(n)de im Tegernsee

Heute war es soweit: Lutz und ich schwimmen im Tegernsee. Lutz hatte vor zwei Jahren sein Projekt, in 25 (willkürlich) ausgewählten Seen zu schwimmen. (Willkürlich sag ich jetzt, weil der Tegernsee damals nicht dabei war… *g)

Wie schon 2015 ziehen wir gemeinsam los. Nur, dass ich dieses Mal die Ortskundige bin und Lutz zum Parkplatz und See lotse. Außerdem habe ich uns eine Route ausgedacht. In Teilen bin ich das schon geschwommen. Letzte Woche von Kaltenbrunn nach Seeglas, vor zwei Jahren von der Bayersäge bis (fast) nach Kaltenbrunn. Der Plan ist, zuerst zur Bayersäge zu schwimmen, also nach Westen, und dann über den See rüber nach Seeglas und dann zum Ausgangspunkt in Kaltenbrunn zurück.

schwimmstrecke

Als wir ankommen, bin ich ein bisschen aufgeregt. Schließlich ist das MEIN See und es ist der beste See von allen. Da soll er sich natürlich von seiner besten Seite zeigen. Doch: Wolken. Naja. Ist halt bissl schüchtern, der Tegernsee. Und er weiß auch, dass er trotz bewölktem Himmel wunderschön ist. Mir geht’s jetzt ein bisschen wie Lutz damals, als er mir den Langbürgener See gezeigt hat. Den fand er auf seiner Liste am besten, deshalb wollte er da nochmal schwimmen und ich durfte mit.

So, jetzt also der Tegernsee! Im Uferbereich ist sein Wasser ganz schön warm, dort ist es flach und mein Thermometer zeigt 22,4 Grad. Schon klar, dass es draußen nicht so sein wird. Lutz hat seinen Neoprenanzug dabei und zieht ihn an. Chlorhuhn und Eisschwimmerin Petra hat sowas nicht, deshalb nur im Badeanzug. Wird schon gehen. Zur Not kann ich die Runde abkürzen.

19897671_10207869132801025_635539806_o

Im Selfie-Machen sind wir nicht unbedingt besser geworden …

Also rein ins Wasser und los. Moment. Das Schiff. Es ist da, legt gerade in Seeglas an und will nach Kaltenbrunn. Genau zu unserem ersten Orientierungspunkt. Hm. Blöd. Weil es noch dauert, bis es startet, schwimmen wir schon mal los. Das Wasser ist sehr klar, dank meiner neuen Aquasphere-Brille sehe ich sehr gut (Sie war im Starterset vom Eiskönig-Eisschwimmen am Chiemsee. Nochmal danke dafür!). Sie ist nämlich nicht getönt und beschlägt noch nicht. Hier ist der See sehr flach, ich sehe also die ganze Zeit den Grund unter mir. Zum Glück wächst hier nur etwas Gestrüpp am Boden, sonst wäre das eine Herausforderung für mich.

19858954_10207869101280237_1685704497_o

Ein Schiff wird kommen …


20048902_10207869115520593_556646471_o

Unter Wasser: 20,8 Grad. Außerdem sieht man auf dem Foto, das Lutz gemacht hat, welch schönes Grün der Tegernsee hat!

Dann müssen wir das Schiff passieren lassen und warten, bis es an- und abgelegt hat.

19829950_10207869104960329_2128335720_o

Wettschwimmen mit dem Schiff. Noch liege ich vorne … (nur Spaß!)

Das dauert! In Wirklichkeit hat es wohl nicht lange gedauert, aber es kam mir lange vor. Und dann können wir endlich richtig loslegen. Ich komme in meinen Rhythmus, dank des klaren Wassers sehe ich Lutz auch in einigen Metern Entfernung. Es läuft gut, wir schwimmen in etwa gleich schnell. Das Wasser ist jetzt tiefer und damit kälter. Ich spüre jeden Temperaturunterschied sofort. Die Wolken haben sich verdichtet, das macht’s nicht wärmer.

Und dann, ja dann, kommt der Kopf. Das Ufer will nicht näherrücken. Oder scheint es nur so? Ich kann das grad nicht beurteilen. Außerdem wird mir kalt. Nicht eisig-gefährlich kalt, aber kalt. Ich bekomme Respekt. Denn der Weg zurück ist relativ weit. Außerdem fühlt es sich an, als ob ich auf der Stelle schwimme. Der leichte Nordwind, der zwischenzeitlich aufkommt, macht es nicht leichter.

20048935_10207869109760449_1305395277_o

Der kleine Punkt da vorne bin ich!

Ich beschließe, dass ich nicht weiter Richtung Bayersäge schwimme. Obwohl es nicht mehr wirklich weit ist.  Doch das Ufer dort ist nicht sehr attraktiv, zudem im Schatten – selbst, wenn die Sonne schiene. Also nichts zum Aufwärmen. Ich bin durch die Warterei mit dem Schiff echt ausgekühlt. Blöd! Mist! Schade!

Kurze Rücksprache mit Lutz: Ich schwimme zurück, er schwimmt die Strecke wie geplant. Auch sowas gehört dazu.

Beim Zurückschwimmen will ich mich nicht umdrehen. Ich habe eh das Gefühl, dass ich nicht recht vom Fleck komme, da muss ich den dunklen Schattenwald hinter mir nicht auch noch sehen. Aber weiter, immer weiter. Es hilft nichts. Ich versuche, in meinen Rhythmus zu kommen. Beobachte Finger, Hände, Zehen. Ich hab nämlich bissl Angst, dass sie steif werden. Denn ich bin jetzt schon über eine halbe Stunde im 20,9 Grad kalten Wasser, auf das keine Sonne scheint. Warm ist anders. Und mir scheint der Weg weit. Ist er wohl nicht, ich muss das irgendwie mit meinem Kopf ausmachen. Dann erkenne ich immerhin die Schiffsanlegestelle. Auf die schwimme ich jetzt zu. Allerdings Brust, mit langen Zügen. Das beruhigt mich innerlich, außerdem kommt es mir wärmer vor. Schlussendlich erreiche ich die Anlegestelle, von hier ist es nicht mehr weit. Ich kann die Menschen am Ufer erkennen – also, dass da Menschen sind. Und jetzt geht’s einfach weiter. Noch immer Brust, aber ich schwimme gerne Brust. Da komme ich auch in meinen Rhythmus, mache lange, ruhige Züge. Versuche zu gleiten und komme meinem Ziel näher. Und irgendwann bin ich da. Ein Blick auf die Uhr zeigt eine Stunde, eine Minute. Ganz schön lang in dem doch recht frischen Wasser.

An Land erstmal Handtuch, einwickeln, abtrocknen und umziehen. Das tut gut. Ich habe auch was Langärmeliges dabei, aus Fehlern wird man klug. Und dann sitze ich da, trinke was und esse meine Banane und das Käsebrot. Halte Ausschau nach Lutz. Sehe ihn trotz Boje nicht. Hm. Dafür kommt die Sonne raus und wärmt mich. Das tut gut!

19897836_10209281439774643_790324382_o

Zwischenzeitlich kam auch die Sonne wieder bissl raus…

Irgendwann sehe ich auch Lutz. Er ist tatsächlich nach Seeglas geschwommen und kommt jetzt zurück nach Kaltenbrunn. Es hat ihm gefallen!

Wir machen noch eine Brotzeit am Kiosk, Obatzn und Radler für Lutz, Weißbier und Pommes für mich. Beim Heimfahren habe ich die Fast-Panik wieder vergessen und merke, wie so oft nach dem Tegernsee-Schwimmen, dass ich noch den Geschmack vom Tegernsee schmecke. Da, wo Nase und Mund im Kopf zusammenkommen. Da ist noch ein bisschen was vom Tegernsee drin. Und in meinem Herzen natürlich, ist schließlich mein See. Auch, wenn er manchmal etwas angsteinflößend ist.

19897928_10209281439374633_59191255_o

Pommes und Bier – das habe ich mir verdient! Hehe …


19897754_10209281439574638_341948262_o

Am Freitag war der See wohl kälter? Sagt das Schild am Kiosk …

Advertisements

Über Petra

Endlich habe ich einen Balkon und kann meine Pflanzenlust ausleben. Ich möchte Euch daran teilhaben lassen. Außerdem freue ich mich auf Eure Erfahrungen, Bilder, Tipps und Tricks! Zeige alle Beiträge von Petra

One response to “Schwimmfreu(n)de im Tegernsee

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: