Nichts ist, wie es scheint …

Ich muss mich nochmal zum Thema „schlechtes Wetter“ äußern. Denn da gibt’s noch ein paar Aspekte, die in dem anderen Artikel noch nicht behandelt wurden.

Am Mittwoch war ja bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel „schlechtes Wetter“, also bis auf ein Freibad alle geschlossen. Besonders ärgerlich ist aus Sicht der Schwimmer, dass auch das Freibad-Becken im Dante-Bad geschlossen ist. Das Bad an sich hat ja geöffnet. Aber im Stadion-Becken ist uns Schwimmern das Wasser zu warm. Es hat 27 Grad. Das ist bei Regen schon warm, wenn dann – wie am Mittwoch – die Sonne draufscheint, ist es wirklich unerträglich. Vor allem, wenn man etwas schneller schwimmt. Und das sage schon ich, die nicht die schnellste Schwimmerin ist. Obwohl wir die Stadtwerke in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen haben, dass das warme Wasser keine Option für sportliche Schwimmer ist, wird uns diese „Ausweichmöglichkeit“ gebetsmühlenartig angeboten. Dass es im Stadion-Becken aber ohnehin schon viele Schwimmer gibt, zu denen wir uns – bei Sonnenschein! – gesellen sollen, grenzt an Ignoranz.

Jetzt könnte man denken, dass das der Gipfel der Frechheit ist. Weit gefehlt! In einer Facebook-Kommentardiskussion wurde uns doch glatt vorgeschlagen, in die Außenbecken der Hallenbäder zu gehen! Zum Schwimmen!

außenbecken

Hallenbadaußenbecken als Alternative

Die Außenbecken der Hallenbäder haben Sprudelliegen, Massagedüsen und einen Strömungskanal. Beste Voraussetzungen für ein Schwimmtraining. Aber diese Aussage zeigt auch ganz deutlich, welchen Rang die sportlichen Schwimmer bei den Bäder-Betreibern haben: keinen! Vielleicht sollte man sich zusammentun und tatsächlich im Spaßbecken mehrere Einheiten Delfin absolvieren. Oder mit Paddels und Flossen schwimmen. Und alles ummähen, was da rumplanscht …

 

Auch auf die „extra eingerichteten Schwimmerbahnen“ wird gerne verwiesen. Zum Glück mit dem Zusatz, dass es nicht in den Händen der Betreiber liegt, „wer da schwimmt“. Dabei wäre es ein Leichtes, hier für eine gewisse Ordnung zu sorgen. Gerade, wenn es mehrere Bahnen gibt, könnte man nach Geschwindigkeit sortieren. Denn dann läuft es auch bei zehn Schwimmern noch rund und gleichmäßig. Mir ist es schon oft passiert, dass in der Olympiahalle bei vier Schwimmerbahnen auf jeder ein „Störer“ war. Der viel zu langsam war (noch langsamer als ich) oder – meist viel ärgerlicher – keine Ahnung vom Schwimmen auf der Bahn hatte.

Doch zurück zum Sommer und zum schlechten Wetter. Denn in einer Pressemitteilung zur Neugestaltung der Freibädöffnungszeiten wurde zum einen freudig mitgeteilt, dass die Bäder jetzt länger offen haben: von 10 bis 19 Uhr (statt von 9 bis 18 Uhr). Rechnen Sie ruhig nach – das ist nicht länger, sondern verschoben (bissl wie bei der Sommerzeit-Uhrumstellung). Und es soll planbarer sein, wann die Freibäder offen sind. So stand zum Beispiel am Sonntag fest, dass am Mittwoch schlechtes Wetter ist. Allerdings hat sich die Prognose geändert und es war am Montag schon abzusehen, dass es am Mittwoch sonnig sein wird und auch wärmer als 17 Grad (auch so eine SWM-Grenze). Spontan könne man aber nicht mehr auf die Wetteränderung reagieren, teilen die Facebook-Beauftragten der SWM mit. So: Von Montag bis Mittwoch kann man nicht spontan reagieren.

spontan

Wer heute (Freitag) auf die SWM-Seite schaut, sieht noch immer (Stand 11 Uhr) die Öffnungszeiten von Mittwoch bis heute. Irgendwann im Laufe des Vormittags wird wohl entschieden, wie die Bäder ab morgen offen haben.

freibad

„Vorschau“ der Öffnungszeiten: Freitag, 11 Uhr ist nur noch der heutige Tag eine Art Vorschau …

Aha. Das geht dann spontan? Weil von heute auf morgen ja mehr Zeit ist als von Montag bis Mittwoch? Ich habe im Kalender geschaut: Zwischen Montag und Mittwoch liegt ein ganzer Tag, er hat sogar einen Namen: Dienstag. Zwischen Freitag und Samstag liegt kein einziger Tag, in meinem Kalender folgt auf den Freitag direkt der Samstag. Vielleicht brauche ich einen neuen Kalender?

wochentage

Abfolge der Wochentage aus einem Lehrwerk für Kinder …

Naja. Jedenfalls ist das sehr vorausschauend, denn wer jetzt sein Schwimmtraining planen möchte, kann das irgendwann ab Mittag tun. Denn es macht schon einen Unterschied, ob man zum Schyrenbad an der Isar fährt oder zum Dante-Bad am Westfriedhof. Gerade für Schwimmer aus dem Norden der Stadt ist das mit dem Verkehr (ein weiteres spannendes Thema in München) eine ziemlich lange Anreise. Ob sich da der Badbesuch zeitlich noch lohnt?

weg

Google Maps zeigt, wie weit es von einem Bad zum anderen ist. Bei flüßigem Verkehr …

Die Stadtwerke begründen diese Politik übrigens mit Personalmangel und dass es schwierig sei, einen Zweischichtbetrieb zu ermöglichen, weil ihnen der „Münchner Arbeitsmarkt“ nicht genügend Saisonarbeitskräfte zur Verfügung stellt. Die Olympiaschwimmhalle ist derzeit (bis Ende Mai) wegen Revision geschlossen. Was ist mit den Mitarbeitern, die hier normalerweise am Beckenrand stehen? Und was ist mit den Mitarbeitern aus dem Cosimabad, das seit geraumer Zeit geschlossen ist? Und was ist mit den Mitarbeitern der Freibäder, die noch gar nicht geöffnet haben (Ungerer, Prinzregenten, Maria Einsiedel, Bad Georgenschwaige)? Können die nicht im Dante-Bad aushelfen, wenn „schlechtes Wetter“ ist? Und so eine zusätzliche Wasserfläche schaffen, nachdem das 50-Meter-Becken in der Olympiaschwimmhalle (acht Bahnen!) geschlossen hat?

Und wie sieht es bei anderen Betrieben aus, die vom Wetter abhängig sind? Biergärten? Gaststätten mit größeren Außenbereichen? Die müssen doch auch kurzfristig reagieren und Leute einteilen. Das weiß man als Saisonkraft doch, dass es hier wetterabhängig auch mal kurzfristig mehr – oder weniger – Arbeit gibt. Derart unflexibel wie die SWM hier reagieren, erinnert an schlimmste Behördenmentalität.

Aha. Außerdem erlaube die Gewerkschaft die 12-Stunden-Schichten nicht mehr. Aha. Da kann sich jetzt jeder selbst seine Gedanken machen, ob es gut oder schlecht ist, dass Rettungsschwimmer nicht mehr 12 Stunden (bei Hitze!) am Beckenrand stehen müssen und aufmerksam sein müssen. Ganz davon abgesehen, dass sie dann auch keine Zeit mehr haben, ihr Leben außerhalb der Arbeit zu organisieren (einkaufen ect.).

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Über Petra

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