Glattes Vergnügen

Vergnügen definiert ja jeder anders … ich weiß! Aber nach meinem Wellengang am Freitag war ich heute skeptisch, ob das mit dem Eisschwimmen klappen wird. Denn zum einen war es kalt, dafür sonnig. Aber auch windig. Und das war am Freitag das ärgste Problem: der Wind und die Wellen, die er verursacht hat. Heute also Westwind. Das habe ich beim Radln gemerkt, es ging nur schwer voran. Und dann, auf halber Strecke, beim Schloss Blutenburg, der erste Schock:

Der Weiher beim Schloss Blutenburg hat eine Eisschicht …


Ja, da ist Eis auf dem Wasser. Das ist nur so ein Tümpel, in dem Enten und Schwäne ihre Runden drehen, aber da ist Eis drauf. Fast der ganze Weiher ist bedeckt. Ohje – was, wenn auch mein Lußsee zugefroren ist? Immerhin war es die letzten Tage und vor allem Nächte richtig kalt. Mit diesen Gedanken radl ich weiter. An der Langwieder Seenplatte angekommen, bin ich erleichtert: Der Langwieder See ist offen, seine Oberfläche ist gekräuselt. Dann sehe ich rechts auch den Lußsee: offen! Yeah! Nur leicht gekräuselte Oberfläche. Also weder Wellen noch Eis! Juhu! Und sogar ein bisschen Sonne, dafür kaum Spaziergänger.

Zum Glück nur ein Schild und keine Eisdecke!

Vorfreude und von der Sonne geblendet…


Der Wind weht ganz leicht, er ist schon zu spüren, aber nicht schlimm. Ich gehe zum Wasser: Am Rand ist Eis. Juhu! Endlich verdient das, was ich mache, den Namen Eisschwimmen. 

Da ist Eis am Rand! Kein Grund, kalte Füße zu bekommen… 😉


Dann geht’s auch rein. Hui! Kalt! Es sticht richtig. Das Wasser fühlt sich eisig an. Ich muss ja sagen, dass ich echt stolz auf mich bin: Einfach rein, paar Schritte, zügig. Dann kurz durchschnaufen, Uhr an, Hände eintauchen, einen oder zwei weitere Schritte – untertauchen, losschwimmen. So easy! Wenn ich denke, wie schwer mir letztes Jahr das Reingehen gefallen ist. Und da waren die äußeren Umstände oft besser. Naja. Übung macht den Meister oder so …

So ruhig und idyllisch und alles meins!


Ich schwimme, aber es ist wirklich kalt. Vor allem die ersten 25 Sekunden ziehen sich und fühlen sich nicht gut an. Eigentlich wäre die natürliche Reaktion: raus! Aber ich weiß ja, wie das mit den magischen zwei Minuten ist, also schwimme ich tapfer am Ufer weiter. Und tatsächlich: Es wird besser. Der Körper gewöhnt sich an das Stechen, die warme Schicht unter der Haut ist jetzt aktiviert. Und ich halte durch! Vor allem, weil es sich gut anfühlt. Die Bewegungen laufen rund, ich genieße den Blick in die Sonne, wenn ich in die eine Richtung schwimme. Nach fünf Minuten muss es aber reichen. 

5’07 Minuten (Foto daheim gemacht, für das Gefrickel waren meine Finger zu kalt)


Inzwischen fühlt sich mein Körper auch etwas steif an. Und als ich mich hinstelle und rausgehen möchte, merke ich, wie kalt mein Körper ist. Manche Bewegungen fühlen sich fremd an. Als würde jemand mit einer Schnur an bestimmten Stellen ziehen, während ich ganz andere bewege. Schwer zu beschreiben.

Sonne blendet noch immer – und umziehen steht an …


Als ich an Land aufs Thermometer schaue, bin ich nicht sicher, ob das so zuverlässig funktioniert: Es zeigt 8 Grad Wassertemperatur an. Hm… ich hätte ja fünf Grad geschätzt. Wer mir also ein Weihnachtsgeschenk machen möchte: Ein zuverlässiges Digitalthermometer für niedrige Wassertemperaturen – das wär’s!

Ob das stimmt? 8 Grad? Gefühl sagt 5 Grad…


Umziehen klappt wie immer nur so mittelgut, mit den kalten Fingern ist das echt immer das Lästigste. Danach gibt’s warmen Tee, den ich vor lauter Warmzittern fast verschütte – so schüttelt’s mich. Doch ich genieße die letzten Sonnenstrahlen, die die tiefstehende Sonne durch die Schleierwolken schickt.

Sonne und kalt statt warm und grau!

Über Petra

Ich schwimme gern. Gern und viel, aber wahrscheinlich nicht besonders gut. Am liebsten kraule ich im Freibad-Becken, doch im Winter geht’s meist in die Halle. Oder zum „Eisschwimmen“ in den See. Sommers geht’s auch hin und wieder zum Schwimmen in einen See, aber am liebsten schwimme ich im Becken. Chlorhuhn halt. Zeige alle Beiträge von Petra

2 responses to “Glattes Vergnügen

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