Tegernsee-Schwimmen

Weihnachten, das ist ja die Zeit für Wünsche – und die Zeit, in der Wünsche in Erfüllung gehen. So auch bei mir. Der Tegernsee ist mein Heimat-See, an dem ich ja leider nicht wohne. Wohl aber meine Eltern. Und der Tegernsee ist für mich immer etwas Besonderes. Heimat – auf so vielen Ebenen. Und eben auch Schwimm-Heimat. Da habe ich meine ersten Schwimmzüge gemacht. Da war ich als Kind gefühlt jeden Tag von früh bis spät im Sommer drin. Da waren wir schon im Mai bei den ersten warmen Tagen drin – bei 9 Grad Wassertemperatur. Und jetzt, da ich das „Eis-“ oder „Winterschwimmen“ für mich bissl entdeckt habe, musste ich also auch in den Tegernsee. Und weil man nicht alleine gehen sollte, musste ich erstmal meine Eltern darüber informieren. Ganz langsam und behutsam habe ich sie an das Thema herangeführt. „Spinnst du“, kam von meiner Mutter. Übrigens im selben Atemzug wie der Hinweis, dass meine frühere Lehrerin das ja täglich – bei jedem Wetter – das ganze Jahr über gemacht hat…

Mein Papa meinte zwar, dass er mir nicht helfen kann, wenn was passiert, aber dass er mitkommt und aufpasst. Und das Beste: Dass er Bilder machen kann. Gesagt, getan! Petra schlüpft also in den Badeanzug und zieht warme Klamotten an, packt die Boje, Thermometer und Handtuch. Papa bekommt das Handy und los geht’s. Zum Glück ist „unsere“ Badestelle am See unbesucht, so dass ich meine Ruhe habe. Auf dem Steg kann ich alles bequem ablegen.

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Luxus-Plätzchen am See: Auf dem Steg kann ich alles ablegen. Außerdem scheint die Sonne.

Die Sonne scheint, das Wasser ist ruhig und unfassbar klar! Wenn man seinen See vor allem im Sommer kennt, ist das klare Winterwasser immer wieder unglaublich! Und es ist relativ wenig Wasser drin. Das fällt mir auf, als ich reingehe. Normalerweise wird’s nämlich ziemlich schnell tief. Mahnende Papa-Worte vom Ufer: „Geh nicht zu weit rein!“ – Ich stehe bis zu den Knien im Wasser. Und wie immer ist es an den Füßen erstmal nicht wirklich kalt. Ein Blick aufs Thermometer: Etwa 7 Grad. Die Hände einzutauchen ist auch wie immer das Schlimmste.

eintauchen

Der Tegernsee hat 7 Grad – und 20 Zentimeter zu wenig Wasser. Normalerweise wäre ich hier brust- und nicht knietief im See!

Doch dieses Mal fackle ich nicht lange rum. Hände eintauchen, kurz warten. Die Sonne scheint auf den dunkelblauen Badeanzug und wärmt. Und dann konzentriere ich mich, sage mir: Gleich wird’s kalt – und tauche ein zum Schwimmen. Es ist kalt – aber schön. Da ich hier parallel zum Ufer schwimmen kann und an jeder Stelle gut wieder aus dem Wasser kommen kann, falls nötig, schwimme ich zwölf Brustzüge in die eine Richtung und drehe dann erst um. So weit bin ich noch nie im kalten Wasser geschwommen.

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Traumhafte Kulisse mit Wallberg und Setzberg. Zwölf Oma-Brust-Züge bin ich in eine Richtung geschwommen. Und zurück auch wieder.

Erst nach der Hälfte beim Zurückschwimmen merke ich, dass es echt kalt ist. Mir wird fast ein bisschen übel. Aber nicht schlimm, ich kann noch zwei Züge machen, dann bin ich fast am Ausgangspunkt und gehe die letzten zwei, drei Schritte zu Fuß. Was bin ich stolz! So weit geschwommen – und das bei 7 Grad im besten See von allen! Es könnte immer Weihnachten sein!

Über Petra

Ich schwimme gern. Gern und viel, aber wahrscheinlich nicht besonders gut. Am liebsten kraule ich im Freibad-Becken, doch im Winter geht’s meist in die Halle. Oder zum „Eisschwimmen“ in den See. Sommers geht’s auch hin und wieder zum Schwimmen in einen See, aber am liebsten schwimme ich im Becken. Chlorhuhn halt. Zeige alle Beiträge von Petra

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